Automatenpedia 1995

 

 

Von Esteka für Goldserie e.V.

Version  Juni 2010

 

Schornsteinfeger.jpg

 

 

Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport

 

Von www.Wikipedia.de

 

1. Januar: Österreich, Schweden und Finnland treten der EU bei

1. Januar: In Deutschland wird die Pflegeversicherung eingeführt.

17. Januar: Ein Erdbeben der Stärke 7,2 tritt nahe Kōbe, Japan auf, tötet 6.321 und verletzt über 32.000 Menschen sowie verursacht große Sachschäden

10. März: Die Metallindustrie führt die 35-Stunden-Woche (mit flexiblen Regelungen) ein.

19. April: Bei einem Bombenanschlag in Oklahoma City kommen 168 Menschen ums Leben

25. April: Der erste Castor-Behälter erreicht Gorleben

3. August: In Hannover beginnen die Chaostage, bei denen bis zum 6. August mehr als 2.000 Teilnehmer randalieren, Geschäfte plündern und Straßenschlachten mit der Polizei unternehmen

24. August: Veröffentlichung von Windows 95

10. September: In England wird Jürgen Klinsmann „Fußballer des Jahres“

15. Dezember: Vor dem Europäischen Gerichtshof ergeht die sogenannte „Bosman-Entscheidung“

16. Dezember: Die Staats- und Regierungschefs der EU einigen sich auf den Euro als gemeinsame Währung. Man vereinbart den 1. Januar 1999 als Einführungsdatum

 

Nummer 1 Hits 1995

 

 

Politisches aus der Automatenwirtschaft

 

Anfang 1995 leckte die Automatenindustrie ihre Wunden. Die Einführung des 40Pf Spiels war eine Katastrophe, die Spieler spielten immer noch lieber an den alten 30Pf Geräten. Der ansteigende Faktor zur Besteuerung und die Einführung der Mehrwertsteuer senkte die Auszahlquote so tief, dass viele Spieler ihr Geld lieber behielten. Durch die freiwillige Selbstbeschränkung von 1991 waren die Geräte uninteressanter (Risiko bis 50, max. 150 Sonderspiele am Stück, Zwangspause nach einer Stunde Spiel). Die Städte kassierten immer höhere Vergnügungssteuern, das Wort von der Erdrosselung des Automatengewerbes machte die Runde. Dies alles führte zu einem drastischen Rückgang der Verkäufe neuer Geräte (-14,5%), der Einnahmen der Aufsteller und einem Sterben von Spielhallen und Aufstellplätzen. Gauselmann baute mehr als ein Drittel seiner Arbeitsplätze ab, viele Hersteller verschwanden vom Markt.

 

Interviews in der IMA 1995 Ausgabe des „Automatenmarktes“:

 

 

AutomatenMarkt: Nun ha­ben wir bei den Rahmenbedingun­gen in den letzten zehn Jahren viel abspecken müs­sen. Erwähnt sei hier nur der Wegfall der Hunderterleiter. Ist das alles inzwischen aufge­fangen worden?

 

Paul Gauselmann: Nein. Der Übergang vom 30 Pfennig- zum 40 Pfennig­ Gerät ist noch nicht hundertprozentig vollzogen. Das wird noch ein Jahr dauern. Wir sind aber auf einem guten Weg, dass an vielen Plätzen die neu­en Geräte den Spieler so sehr begei­stern, dass er ebensoviel Geld ausgibt wie an den alten Geräten. Er spielt zwar weniger dran, weil das Geld schneller weg geht. Aber es bleibt letztlich soviel in den Kassen, dass sie mit Spitzengeräten der 30 Pfennig Generation vergleichbar sind. Gerade in diesen Wochen läuft der Multi-Mul­ti, ein absolutes Spitzengerät aus der dreißiger Klasse, ab. Da hat der Spiel­gast gar keine andere Alternative mehr. Er muss sich auf das Neue ein­stellen. Darum haben wir ja gerade zu diesem Zeitpunkt unseren Jumbo­Jumbo herausgebracht.

 

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Mit dem Rasant hat Bally Wulff ja im Rahmen deutscher Rahmenbedingungen inter­nationalen Touch ins Spiel gebracht. Äußerlich und auch in Bezug auf die Spieldauer. Beim nächsten Gerät, dem Hero, sind Sie aber wieder voll auf die klassische Linie zurückgefal­len. Wie ist das zu verstehen?

 

Hans Kloß (Geschäftsführer von Bally Wulff und Präsident des US Mutterkonzerns Bally): Nicht nur der Rasant ist ein Gerät, mit dem wir mal andere Wege gegangen sind. Ob mit Monopoly, mit Würfel oder mit Hot Slot, wir haben es immer wieder versucht, etwas Al­ternatives zur hundertachtzigsten Version der zwei Risikoleitern mit Ausspieltableau und Sonderspielen herauszubringen. Es müssen viele Ideen geboren werden, um mal eine richtig durchzusetzen. Diese Ent­wicklungen kosten uns viel Geld. Mit Ausnahme von Rasant ist uns das bisher vom Markt nicht ausreichend honoriert worden. Die Konsequenz wird sein, dass wir zwar nicht auf­hören, neue Dinge zu entwickeln, un­sere Gerätepolitik aber wieder stär­ker am Konservativen ausrichten werden.

 

Glauben Sie denn, dass der Spieler diesen kon­servativen Traditionen auf Dauer die Treue hält?

 

Kloß: Das ist schwer zu sagen. Ich glaube, dass wir einen Teil der Spieler durch die idiotische Umsatzsteuerpo­litik vor dem EuGH-Urteil mit den da­durch notwendigen Niedrigauszah­lungsgeräten verloren haben. Die kommen nicht wieder. Wir haben aber einen permanenten Wandel. So gehen uns auch Spieler durch sich verän­dernde Altersstrukturen verloren. Aber ebenso wachsen potentielle Spie­lergenerationen nach. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese mit her­kömmlichen Angeboten aus der Auto­matensteinzeit langfristig zu halten sind. Unser Erfolg in der Zukunft hängt davon ab, wie wir uns auf wech­selnde Anforderungen einstellen kön­nen. Die Grundidee von drei sich dre­henden Walzen ist schon hundert Jah­re alt. Es ist immer wieder gelungen, neue Features da einzubringen. Zum Beispiel die Risikoleiter. Ich halte sie ebenso für einen Segen wie für einen Fluch. Segen, weil sie dem Automa­tenspiel neuen Auftrieb gegeben hat. Fluch, weil sich heute kein Aufsteller mehr traut, in andere Geräte mit neu­en Ideen, aber ohne Risikoleiter, zu in­vestieren. Was 15 Jahre lang gut war, muss ja nicht unübertroffen bleiben. Vor allem geht es nicht, dass wir Gerä­te haben, die für jedes Publikum von 18 bis 85 passen. Platzmarketing tut not, um das Spielangebot reichhalti­ger und individueller zu fassen.

 

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Sind Sie denn davon überzeugt, dass unsere Branche das Publikum hundertpro­zentig richtig anspricht? Bringen wir unser Vergnügungsangebot richtig an den Mann?

 

Ulrich Schulze (Geschäftsführer der NSM AG): Ich glaube schon, dass wir das Publikum richtig ansprechen. Dagegen sich alle Hersteller und Impor­teure wirklich große Mühe, mit guten Produkten im Markt zu sein. Die Tat­sache, dass sich die Umsätze nach dem EuGH-Urteil nicht so entwickelt ha­ben wie von uns erhofft, ist wohl zum Teil auch auf die schwierige Situation vor dem Urteil zurückzuführen. Wir müssen uns doch gegenwärtig halten, dass es wirklich eine Minute vor zwölf war. Wäre das Urteil nicht gekom­men, würde noch in diesem Jahr eine große Zahl von Unternehmern in un­serer Branche zum Konkursrichter marschiert sein. Das wäre in den fol­genden Jahren so weitergegangen. Das konnte, Gott sei Dank, durch das Urteil verhindert werden. Aber was ist denn vorher passiert! Wir mussten ja in Anpassung zum höheren Multi­plikator seit 1991 von 1,5 bis auf 3,125 zu Beginn vorigen Jahres die Aus­zahlquoten kontinuierlich zurückfah­ren, nur um den Aufstellern noch ein­germassen ein Einkommen zu ermög­lichen. Wir haben die Quoten bis auf das gesetzlich mögliche Minimum ein­geschränkt. Hinzu kommt, dass die Spielpreiserhöhung das Spiel verteu­ert hat. Und die Mehrwertsteuer, die ja seit Einführung der Zählwerkgerä­te auf den Spieler abgewälzt werden kann. Das waren ja alles keine spie­lerfreundlichen Maßnahmen.

 

Und jetzt müssen wir alles dransetzen, dass wir durch gute und peppige Spiel­ideen den Spieler wieder an unsere Produkte zurückholen. Ich bin in die­sem Zusammenhang ein Verfechter höherer Auszahlquoten. Als Industrie stellen wir Geräte mit hoher und mit niedriger Auszahlquote zur Verfü­gung. Am Aufsteller liegt es dann her­auszufinden, welches Gerät für wel­chen Platz das Beste ist. Es gibt, das wissen wir alle, Plätze, wo ein Gerät mit niedriger Auszahlung die besten Erfolge verspricht. Aber es gibt auch andere Plätze, wo eine höhere Quote nötig ist, um das Publikumsinteresse wieder wachzukitzeln.

 

 

Im Kampf gegen die ewig erdrosselnde Vergnügungssteuer schreckte man auch vor Plakataktionen nicht zurück. Ich frage mich, wozu dieses Plakat gut sein soll. Soll es an die Stelle eines abgehängten Gerätes in der Spielstätte gehängt werden? Und setzt sich dann der Spieler davor, sucht vergeblich den Einwurfschlitz, springt wütend auf, rennt zu einem  Lokalpolitiker seines Vertrauens, beklagt sich bitter darüber, dass er sein Geld noch in der Tasche hat und fordert die Senkung der Steuerbelastung des Automatenunternehmers? Oder soll sich die arbeitslos gewordene Aufsicht das Plakat um den Hals hängen und in der Fußgängerzone betteln? Oder soll der Heimspieler jubeln, weil er ein schönes Laufzeitgerät preiswert erstehen konnte?

 

1

 

Folgender Kommentar beschäftigt sich mit der Vergnügungssteuer. Anscheinend hat die Branche ein Imageproblem bei unseren Volksvertreter. Wo kommen denn solche unhaltbaren Vorurteile her, dass Aufsteller ein einfaches Leben in Saus und Braus führen und nur gelegentlich zum Kassieren arbeiten müssen?

 

 

Dumm und dämlich wie jedes Vorurteil

 

„Die verdienen sich doch sowieso dumm und dämlich. Die können das ohne weiteres bezahlen." Das war die Stimmung in der Kieler CDU-Frak­tion vor der drastischen Erhöhung der Vergnügungssteuer. Und genau­so unverblümt gab der CDU-Stadt­rat Johannes Wunder das Meinungs­bild vor der Mitgliederversammlung des Automaten-Verbands Schleswig­ Holstein wieder. Wohl selten werden derartige Worte in der Öffentlichkeit ausgesprochen. Schon gar nicht im Norden der Republik. Es muß viel zusammenkommen an Vorurteilen, falscher Information und sicher auch Neid, ehe so geredet wird.

 

Das ist auf den ersten Blick verständ­lich. Seit gut zehn Jahren arbeitet die Branche mit erheblichem Aufwand daran, ihre Reputation gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlich­keit auf den Stand zu bringen, den sie verdient. Die Erfolge sind beachtlich. Die Verbände sind zu ganz selbstver­ständlichen Gesprächspartnern der Politik geworden. Man hat sich ge­genseitig Zugeständnisse gemacht und eine gute Basis für fortlaufende Gespräche gefunden. Das Verhältnis zu den Medien ist differenzierter und vorurteilsfreier geworden. Kurz: man sieht sich auf dem Weg der Besserung. Aber zwei Sätze eines Kommunalpo­litikers reichen im Grunde schon aus, um den schönen Schein verblassen zu lassen.

 

Schaut man sich aber die Erfolge der vergangenen Jahre und die Art wie sie zustande kamen einmal näher an, dann kommt man ganz schnell zu einem besonders markanten Ergeb­nis. Alles, was erreicht werden konn­te, bewegte sich auf höherer Ebene. Das 40-Pfennig-Spiel war Sache von Bundestag und Bundesrat. Das Mehr­wertsteuer-Urteil mußte gar vom höchsten europäischen Gericht er­stritten werden. Die selbstbeschrän­kenden Vereinbarungen wurden mit der Bundesregierung getroffen. Alles spielte sich ganz oben ab. In dem einen oder anderen Bundesland konnte noch eine Vergnügungssteu­er-Obergrenze mit der Landesregie­rung ausgehandelt werden. Aber das war schon mühsam genug. Gerät die Branche in den Bereich der Kommu­nen, dann ist Schluß.

 

Daraus folgt konsequent, daß der Münzspielwirtschaft jede Veranke­rung an der politischen Basis fehlt. Und dieser Mangel zeigt sich immer stärker. Es war schwierig genug, den Profi-Politikern klar zu machen, wor­um es bei der Branche geht, mit wel­chen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hat und daß sie nichts anderes will als die politische, rechtliche und fiskali­sche Gleichbehandlung wie alle ande­ren Gewerbezweige auch. Wenn das so schwer war, was erwartet man dann von Feierabend-Politikern in den Stadträten? Natürlich ist es em­pörend, daß die Kieler die Vergnü­gungssteuer bis zum Anschlag hoch­drehen, ohne zu wissen, daß Automa­tenunternehmer die Erhöhung nicht genauso weitergeben können wie die Tankstelle die Mineralölsteuer. Aber kann man solche Sachkenntnis so oh­ne weiteres von jemandem erwarten, der sich zuerst um seinen Beruf küm­mert und dann um die Gemeinde? Würde der Gemeinderat, der von Beruf Automatenkaufmann ist, die Probleme des Bäckermeisters ken­nen?

 

Gibt es einen Ausweg aus dem Di­lemma? Der besagte Bäckermeister, und viele andere Mittelständler, ha­ben ihn längst gefunden. Sie sind selbst in der Politik aktiv geworden. Sie wollen die Gesellschaft, in der sie leben und arbeiten, mitgestalten. Sie wollen informieren und informiert sein. Sie wollen handeln, statt sich be­handeln zu lassen. Meckern alleine reicht auf Dauer nicht, haben die Un­ternehmer in vielen mittelständischen Branchen längst gemerkt. Die politische Tradition von Handwerk und Gewerbe ist lang. Der Automa­tenbranche fehlt sie. Es wird Zeit, da­mit zu beginnen. Dabei können die Verbände nur Hilfestellung leisten. Die Sache in die Hand nehmen muß der Unternehmer selbst. Als Alter­native bleibt nämlich nur, andere die Politik machen zu lassen und sich darüber dumm und dämlich zu ärgern.          

 

 

 

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Gefährden Geldspielautomaten die innere Sicherheit des Staates? Führen sie zu Kriminalität und Sucht?

Erstaunlich, dass eine renommierte Zeitung wie die FAZ widerspricht.

 

 

Spielautomat und Freizeit

 

Die Sicht der inneren Sicherheit

von Klaus Hübner

 

Wer unbefangen in die öffentliche Diskussion um die Bedeutung des Spielautomaten als eines von vielen Angeboten zu Freizeitaktivitäten außer Haus eintritt, mag glauben, man führe ihn in ein Zerrspiegelkabinett. Schuld ist eine fürchterliche emotionale Verzerrung durch schizophrene Ansätze der Politik. Letztes Schulbeispiel bietet uns das Land Baden-Württemberg, wo die Öffnungszeiten für private Spielhallen „aus moralischen Gründen" um zwei Stunden auf 22 Uhr verkürzt wurden, während der Betrieb im Baden-Badener Spielkasino, einschließlich der Automatensäle, um zwei Stunden bis zwei Uhr früh ausgedehnt wurde.

 

Der mündige Bürger

 

Zu diesem tendenziell allgemein gültigen Beispiel muß man wissen, daß an den Automaten der konzessionierten Casinos innerhalb von fünf Sekunden fünf Mark, also innerhalb einer Stunde 3600 Mark riskiert werden können. Eine Gewinnquote ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.

 

iDie Gewerbeordnung schreibt dagegen für den Automaten in den Spielhallen vor, daß der Höchsteinsatz 40 Pfennig betragen darf, zwischen zwei Spielen mindestens 15 Sekunden vergehen müssen und 60% der Einsätze als Gewinn auszu­schütten sind. Der statistische Verlust des Spielers am Automaten ist mit 57,60 in der Stunde begrenzt.

 

Die zuständige Berufsgenossenschaft definiert die unterschiedlichen Geräte so: „Geldspielgeräte... sind Spielautomaten mit Gewinnmöglichkeit... bei denen zum Schutze des Spielers Spieleinsatz, Laufzeit je Spiel sowie Möglichkeit von Verlust und Gewinn gesetzlich festgelegt sind." „Glücksspielautomaten... sind Spielautomaten mit Gewinnmöglichkeit, bei denen Spieleinsatz, Laufzeit je Spiel sowie Möglichkeit von Verlust und Gewinn keiner Begrenzung unterliegen und die nur in staatlich konzessionierten Spielbanken und deren Automatensälen betrieben werden dürfen. Die naive Frage, weshalb der Staat es dem mündigen Bürger erlaubt, sich im Casino ruinieren zu dürfen, während er dem gesetzlich abgebremsten Groschenspiel moralische Beden­ken beimißt, läßt sich nur unzureichend und kläglich erklären. Glücksspiel ohne behördliche Erlaubnis ist mit Strafe bedroht (§§ 284, 284a StGB). Was nicht absolut zu verbieten ist, wird dem freien Bürger also verkauft. Der hilfreiche Bundesgerichtshof hat dem Staat zugemessen, „die wirtschaftliche Ausbeutung der Spielleiden­schaft unter staatliche Kontrolle und Zügelung zu nehmen". Diesen Auftrag vollziehen die Bundesländer mit erheblichen Lustgewinn, denn sie beteiligen sich an den Gewinnen der Casinos mit bis zu 95%. Berlin kassierte 1992 von der Spielbank im Europa-Center 87 Millionen Mark und trieb vergleichsweise magere 61 Millionen Mark von Falschparkern ein. Die nicht nachvollziehbare Moralwache beim Spieler am Geldspielgerät, der mit Geld, aber nicht bedingungslos um Geld spielt, diffamiert dieses Publikum (nach Silbermann spielen 3% der 18- bis 40 jährigen mindestens einmal wöchent­lich in der Spielhalle). Das ist ein bedenklicher soziokultureller Aspekt mit abträglicher Wirkung auf die innere Sicherheit. Moderne Kriminalitätsbekämpfung setzt zunehmend auf Prävention. Definiert als Aufgabe der gesamten Gesellschaft setzt das eine nüchterne Beurteilung aller gesammelten Er­kenntnisse und Erfahrungen voraus. Stellt man das Publikum eines Freizeitsektors in moralisches Zwielicht, zieht das unweigerlich Kriminalität an. Aus diesem Grund ist gegen Phantom­behauptungen anzugehen. So ist es widersinnig, zu behaupten, es ginge um den Schutz der Jugend. Gesetzgeber und Exekutive wissen genau, daß Jugmvilichen der Aufenthalt in Spielhallen nicht erlaubt ist und daß sich das Gewerbe daran hält. Schließlich werden Zuwiderhandlungen bei den Betreibern bis zur Freiheitsstrafe geahndet.

 

Besonderes Unrecht wird den Besuchern von Spielhallen mit den diffusen Behauptungen zugefügt, hier träfen sich bevorzugt Leute, die Diebesgut anbieten und erwerben, Rauschgift­dealer suchten hier ihre neuen Opfer und junge Erwachsene, die ihr Geld verspielt hätten, beschaffen sich durch Straftaten neues Einsatz­kapital.

 

Der Reihe nach: Es gibt leider in unserer Gesell­schaft keinen Platz mehr, an dem „die günstige Gelegenheit" nicht angeboten und angenommen wird. Arbeitsplatz, Kneipe, Schule, Disco und Kirchenchor stehen als Anbahnungsmöglichkeit für das schnelle Geschäft in Konkurrenz zur Spielhalle. Auch hier versammeln sich nur Menschen unserer Epoche, die ein allgemein nachlassendes Rechtsbewußtsein als Zeitgeist hinehmen. Drogen werden ebenfalls überall umgestzt, wo dieser mörderische Markt Voraus­setzungen dafür schaff. Der „Freak" am elektro­nischen Automaten sucht eher eine andere mentale Sensation, als sie ihm Drogen vornehmlich vermitteln könnten. Man frage, wo die Polizei nach vorhergehender Aufklärung Zivilfahnder einsetzt. Spielhallen nehmen einen unbedeutenden Rang ein. Dazu trägt nicht unerheblich bei, daß dort kein Alkohol ausgeschenkt wird. Wer das kriminelle „Milieu" nur einigermaßen kennt, weiß, daß Geschäfte besiegelt sein wollen. Das kann mit Doppelkorn oder mit Champagner erfolgen, mit oder ohne Flankierung durch dienstbare Damen. Spielhallen bieten das nicht.

 

Spiel und Spielleidenschaft          

 

Bleibt die unbewiesene Behauptung, Spielleidenschaft sei stoffgebundener Sucht ver­gleichbar und führe zwangsläufig zu Beschaf­fungskriminalität. Tatsächlich hat es sich in der Szene herumgesprochen, daß man mit der Schutzbehauptung, zwanghaft spielen zu müssen, einen Rabatt bei gutgläubigen Richtern einhandeln könne.

 

Zurück zu den Automaten. Sie sind auch in der Freizeit Medien des täglichen Lebens. Nur objektiver Umgang mit dem Publikum, daß sich regelmäßig oder gelegentlich ihrer bedient, schafft Voraussetzungen für sichere, kriminali­tätsfreie „Spielräume".

 

(Aus FAZ Januar 1995)

 

 

1982 boomten Spielhallen, die berühmten Hühnerkäfigen mit 3 Geräten und zehn Konzessionen. In einer ellenlangen Übergangsfrist von 10 Jahren verpflichtete sich die Automatenindustrie, stattdessen eine Quadratmeterregelung zu erfüllen. Politisch gewünscht war, dass wegen des grösseren und in Innenstadtlagen nicht immer verfügbaren Flächenbedarfs ein Teil der Spielstätten schließen.

 

 

Spielverordnung: Jetzt müssen Sie handeln

 

Übergangsfrist für Altspielstätten läuft ab

 

Am 31. Dezember 1995 läuft die zwei­te Übergangsfrist für Altspielstätten nach der Spielverordnung von 1985 ab. Bis dahin müssen alle Betreiber ihre alten Spielstätten umgestaltet oder geschlossen haben. Der »Münz­automat(f sagt Ihnen, was beachtet werden muß.

 

Eine lange Frist neigt sich ihrem En­de. Ab 1. Januar 1996 müssen alle Spielstätten die Grundlagen der Spielverordnung von 1985 (§ 3 Absatz 3 S. 1. SpielV) erfüllen. Das bedeutet konkret: Ein Geldspielgerät pro 15 Quadratmeter Grundfläche und ma­ximal 10 Geldspielgeräte. Für viele Spielstätten beziehungsweise Kon­zessionen bedeutet dies das Ende. Umbaumaßnahmen mußten durch­geführt, zahlreiche Geräte müssen abgehängt werden. Für einige Ein­richtungen bedeutet dies die Schließung. Dabei werden viele Betreiber nicht umhin kommen, Perso­nal zu entlassen.

 

·         Beachten Sie die Kündigungsfristen Ihrer Mitarbeiter!

 

·         Da die Öffentlichkeit, allen voran in politischen und ministeriellen Krei­sen, den Abbau der Geräte und mög­licherweise auch die Schließungen äußerst kritisch beobachten werden, sollten die entsprechenden Ämter in­formiert werden.

 

·         Melden Sie noch vor Ablauf der Frist beim Ordnungsamt den Abbau von Geräten beziehungsweise die Schließung Ihrer Spielstätte an!

 

·         Nutzen Sie den Umbau zur Verwirk­lichung der Zweiergruppe!

 

Die Abräum- beziehungsweise Um­baufrist ist aber auch eine gute Gele­genheit, die Zweiergruppe dort zu verwirklichen, wo dies noch nicht ge­schehen ist. Diese freiwillige Maß­nahme hat bei Politikern, Behörden und Gerichten einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Es liegt daher im Interesse aller, sie vollständig durchzusetzen.   

 

 

 

Neue Automaten 1995

 

Folgende neuen Geräte des Jahres 1995 sind der Goldserie.de Galerie entnommen. Natürlich freuen wir uns, wenn Du dort ein „schöneres“ oder ein fehlendes Foto einliefern kannst.

 

Nach dem sehr experimentierfreudigen 94er Jahrgang mit großartigen Geräten wie dem Würfel, Monopoly, Rasant, Trumpf As, Grand Hand (siehe die Historie hier) kehrte große Ernüchterung ein, weil sich diese Geräte schlecht bis mäßig verkauften. Bis auf eine Ausnahme war 1995 Tristesse pur und es erschienen vergleichsweise wenig neue Geräte. Besondes deutlich äußert sich Bally-Chef Hans Kloß:

 

 

Münzautomat: Trotz Ihres Plädoyers für Innovation ist Bally Wulff nach der IMA '94 zu einer relativ konser­vativen Politik zurückgekehrt. Wie paßt das ins Bild?

 

Hans Kloß: Ich denke, mit Monopoly, Würfel und dem Rasant haben wir 1994 unsere Innovationskraft nun wirklich unter Beweis gestellt. Aber ich räume ein: Ein eher konservatives Denken in der Produktpolitik kommt leider noch zu sehr an und resultiert aus der hergebrachten Sicht der Ruf­stellplätze und Spielhallen. Niemand merkt, wie uns mehr und mehr die Rechnung vom Publikum präsentiert wird. Trotz sinkender Zahlen der Spielstätten und Aufstellplätze wird kein wesentlicher Umsatzzuwachs an den noch verbleibenden Spielorten verzeichnet. Das Publikum zieht sich langsam zurück, wenn es nicht mehr hofiert wird. Außerdem: Wer nur auf Neuigkeiten setzt, verliert das Stammpublikum.

 

 

Gerätename

Hersteller

Foto

Kommentar

30/40

Ariston

3040.jpg

Drei Jahre nach Einführung des 40Pf Spiels noch ein 30Pf Gerät herauszubringen, besser gesagt wahlfrei 30 oder 40Pf Einsatz, war mutig. Und wurde Ariston nicht belohnt.

America

Bergmann

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Corsar II Spielsystem mit frischerem Scheibendesign. Man beachte das Segelboot. Eine echte Innovation von Bergmann. Dafür mit tiefergelegter Auszahlquote.

Big Power

adp

Big%20Power

 

Die einzige Aufgabe des Designers bestand wohl darin, möglichst oft die Zahl 100 auf die Frontscheibe zu malen. Keine Jackpots wie beim Winner, sondern Festgewinne für verschiedene Vollbilder. Einzige Innovation war das große Sonderspielezählwerk. Danke, setzen. Sechs.

Blizzard

NSM-Löwen

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Nochmal der alte Bauernfängertrick: 9 mal „100“ auf die Scheibe schreiben und hoffen, dass die Spieler sich davon anlocken lassen.  Siehe den fast baugleichen Staccato weiter unten.

Crazy

Bergmann

 

Crazy

 

Man nehme Altbekanntes, rühre zweimal um, verwende drei blasse Farben. Voila, ein neuer Bergmann. Neue Kronen und ein lustiger Joker auf den Spielscheiben machen eben kein erfolgreiches Gerät.

Dino

Panther

 

Dino

 

Eins der ersten Geräte des neuen Labels Panther von Löwen hatte einen gewissen Charme. Zentrales Element war der große Punktezähler, der sich durch Sondersymbole auf der mittleren Walze füllte und bei Auslösung wertvolle Plus Spiele startete.

 

Disc Chance

adp

 

Disc%20C

 

Oh je, ein weiterer Disc, kann man denken. Innovation war eine einstellbare Risikoautomatik bis 12 Sonderspiele und die „Chance“. Sie wurde bei jedem Gewinn mit Sonne in der Mitte gestartet und kletterte vom Startwert mit 50% Chance immer ein Feld hinauf. Das erreichte Feld war sicher gewonnen. Ein Feature, das später von Bally Wulff häufig übernommen wurde („Super 40“, jedoch immer vom untersten Feld der Leiter). Gauselmann hat dies danach nur selten eingesetzt, z.B. beim Alsuna im Bereich der Sonderspiele bei drei Sonnen.

 

Die Auszahlung der „Chance“ musste irgendwo eingespart werden. Opfer waren die Serienausspielungen, in denen die obersten Werte nicht mehr Prozente, sondern nur noch Promille Wahrscheinlichkeiten hatten.

Disc Jackpot

Adp

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Das zentrale Element bietet bei Auslosung von 40 oder 50 Sonderspielen die Chance, zusätzliche 250 oder 300 Sonderspiele zu gewinnen. Die Idee stammt vom Fortuna Limit von 1994:

 

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Siehe die Fortuna-Story.

Doppelkrone 2000

Bally Wulff

 

Doppel%20K

 

Hatten wir das gleiche Gerät nicht schon einmal, zehnmal oder häufiger ?

 

Ja.

Flash

Bally-Wulff

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08/15 Kost von Bally Wulff.

Fox

Mega

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Produziert von Mega für den Alleinvertrieb von Hanse Automaten Vertrieb.

Graffity

Bally Wulff

 

Graffity

 

Durchaus ein besseres Gerät dieses Jahres. Mit frischem Design, wahlweise gegen Aufpreis sogar mit lackierten Seitenflächen, versuchte Bally jüngere Spieler anzusprechen. Die unorthodox verlaufenden Risikoleitern bieten beim Einstieg in die Sonderspiele eine Ausspielung des weiteren Weges. Erfolg versprechendstes Feld war das mittlere, in dem in drei Schritten bei 1:1 Risiko die 50 Supersonderspiele erreicht werden konnten.

Holiday Eurotour

adp

 

Hol%20Eurot

 

Das Highlight des Jahres, der einzige Lichtblick in einem trostlosen Jahr !

Gauselmann machte erstmals Anleihen von den erfolgreichen Fungames, in den „Trails“ der Renner waren. Man denke nur an die Hatz in der Pyramide beim Sindbad.

 

Die „Eurotour“ wird durch Starten von 5 oder 6 Sonderspielen gestartet, und lief im Uhrzeigersinn entlang des Tableaus durch europäische Hauptstädte. Je nach Startwert hatte man 5 oder 6 Züge frei. Erreichte Felder wurden erleuchtet. Zwei nebeneinander liegende Felder gaben einen Gewinn bis zu 50 Supersonderspielen oder wahlweise weitere Züge. Die häufigen Fragezeichen ließen eine Blätterkarte ein Ereignis aufdecken. Meistens ein negatives mit dem Ende der Tour, manchmal auch zusätzliche Züge.

Pfiffigerweise blieben erleuchtete Felder am Ende der Tour erleuchtet, so dass man immer einen Anreiz hatte, weiterzuspielen.

 

Heute ein sehr gesuchtes Sammlerstück!

Holiday Kreuzfahrt

Stella

Holid%20Kreuzfahrt

 

Das Eurotour Spielsystem im sehr dekorativen Standgehäuse.

Holiday World Wide

Nova

Hol%20World

 

Das Eurotour Spielsystem mit weltweiten Reisezielen.

Jumbo Jumbo Maxi

Stella

Jum%20Jum%20Maxi

 

Die meiste Zeit verwendete der Designer wahrscheinlich auf die Spielscheibe und den riesigen Geräteschriftzug. Davon wird ein überholtes Spielsystem leider auch nicht interessanter. Mangels „Multi“-Spiele (die sich durch Sondersymbole erklecklich vermehren) gibt es nur „Jumbo“-Spiele mit etwas erhöhter Gewinnhäufigkeit. Übrigens mit niedrigerer Auszahlquote als der Jumbo Jumbo vom Vorjahr.

 

Jumbo Max

adp

Jumbo Max.jpg

Neuauflage des Action von 1993 Action.jpg

Multi Multi

adp

 

Multi%20Mul

 

Der Multi war als 30Pf Gerät eins der erfolgreichsten Automaten aller Zeiten und bis zum letzten Zulassungstag in Spielhallen aufgestellt. Obwohl schon seit 1993 Geräte mit eigentlich attraktiveren 4DM Höchstgewinn verkauft wurden.

 

Was lag näher, als dem Spieler mit einer Verdoppelung des Namens an der Nase herumzuführen. Ansonsten bietet das Gerät gegenüber dem Multi vor allem eins: Eine drastisch geringere Auszahlquote.

 

 

Orlando

Bally-Wulff

Orlando

 

Wenn einem nichts mehr einfällt, kopiert man einfach ein Gerät des Vorjahres: Den Hero. Nun mit massiv ungleich verteilten Scheiben.

 

Hero

 

Wenn BW schon kopiert, warum dann eines der höchst attraktiven 94er- Geräte wie den Monopoly, Rasant oder Würfel? Das wird ein ewiges Geheimnis bleiben.

Premiere

adp

Premiere

 

Mit viel Tam Tam und Spektakel angekündigtes Wundergerät, das zu einem Riesenflop wurde. Vielleicht merkten die Spieler, dass viele Hunderter-Schriftzüge auf der Scheibe nicht automatisch viele Hunderter Serien gewinnt. Oder die tuntige Violett Rosa Optik störte.

Quadriga

NSM-Löwen

Quadriga

 

Der Quadriga war ein weiterentwickelter Take 7. Geblieben sind die nachstartende rechte Scheibe, die Punktejackpots (nun vier statt zwei) und die startbare mittlere Ausspielung.

 

Gar nicht gut bekam dem Gerät, dass der Ausspielstart nun bei 10/12 statt bei 5/6 angeboten wurde. Zwar gab es dafür mindestens sechs statt drei Supersonderspiele, aber es war eben wesentlich seltener zu erreichen und für den Spieler unattraktiver.

 

Kann man an dem Gerät eigentlich von 25 Sonderspiele auf 50 Supersonderspiele riskieren? Das wäre ja richtig fair ! 

Staccato

NSM-Löwen

Staccato

 

Auch hier: Spielsystem egal und grottenlangweilig, dafür viele, viele Hunderter-Schriftzüge auf der Scheibe. Herzlichen Glückwunsch, Herr Designer, belästigen Sie uns nicht wieder.

Sunny

Mega

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Reichert baute 1986 ein leidlich erfolgreiches Gerät namens Sunny Top, was den späteren Konkurs der Firma nicht verhindert konnte. Reichert Mitarbeiter wie Joachim Trenz gründeten Mega, die von der adp übernommen wurde. 1995 war die Zeit reif, das alte Spielsystem neu aufzulegen, und es wurde eines der erfolgreichsten Geräte der Automatengeschichte mit etlichen Nachfolgern. Die Querausspielungen wurden fast bis in die heutige Zeit von allen Herstellern weiterverwendet.

 

SunnyTop.jpg

Tango

NSM-Löwen

Tabngo

 

Was tut man, wenn die Konkurrenz mit dem Winner ein Erfolgsgerät baut ? Rrrrichtig, nachbauen. Einzig die nachstartende rechte Scheibe erspart dem Gerät die Klon-Krone.

Techno

NSM-Löwen

Techno

 

Auch wenn es nicht gleich ersichtlich ist, dies ist ein Klon Klon. Ein Tango Verschnitt mit schrecklichem Sound für das junge Publikum. Hilfe!

Top 100

Bergmann

Top100

 

Das 40Pf Spiel wird auch nach zwei Jahren immer noch nicht von allen Spielern angenommen. 30Pf Geräte bringen den Aufstellern noch gute Kassen. Bergmann baute daher dieses Gerät mit 30Pf Einsatz, aber 4DM Höchstgewinn in Serien.

 

Gleichverteilte Spielscheiben bringen bei jedem dritten Vollbild faire 100 Sonderspiele.

 

Von folgenden Geräten haben wir leider kein Foto in der Galerie. Wer ein eigenes besitzt, bitte dort einliefern!

 

Corsar II

Bergmann

Corsar%20II

 

Erfolgreiches Gerät mit der beliebten mittleren Risikoleiter.

Inka

Ariston

Inka

 

Sehr interessantes Spielsystem eines Gerätes, das viel zu wenig Aufmerksamkeit erweckte. Die lustigen Sonnen, Planeten und Monde auf den Scheiben sind alleine schone eine Anschaffung wert.

Jumper

Bergmann

Jumper

 

Neuauflage des Happy Stars Spielsystems aus 1988 mit „jugendlicher“ Optik.

Happy

Winner Gold

Nova

Winner%20Gold

 

Neuauflage des erfolgreichen Winner Winner

Super Take

Panther

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Winner Pro

Nova

Winner%20Pro

 

Noch ein Winner, wie langweilig.

 

 

Automatenwerbung und -artikel

 

Im Folgenden einige Werbeanzeigen und –artikel für neue Geräte des Jahres 1995:

 

30/40

 

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Ariston bringt sein erstes Drei-Walzen-Gerät heraus: Ariston 30/40. Wie der Name schon sagt, hat der Herstel­ler aus Velbert damit zum wahlweisen Einwurf von 30 oder 40 Pfennig zurückge­funden, der ihm beim Maya bereits große Erfolge ein­brachte. Wenn sich der Spie­ler für den niedrigeren Spiel­preis entscheidet, nimmt er damit auch eine geringere Auszahlquote von etwa 60 Prozent hin. Beim 40 Pfen­nig-Spiel liegt sie bei etwa 67 Prozent. Die Gewinnermitt­lung erfolgt über drei Walzen mit vier Linien. Durch Di­rekteinlauf können 100, durch Ausspielungen 20 bis 100 Jackpotspiele gewonnen werden. Durch Risiko zwei Serienspiele bis 50 Maxi­spiele. In Serienspielen wird das Zehnfache des Einsatzes gewonnen. In Sonderspielen bleibt der Serienzähler in Stellung 1 stehen, bis gewon­nen wird. Ab sechs Serien­spiele ist eine Teilgewinn­übernahme möglich.

 

 

 

America

 

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Das neueste Walzengerät von Bergmann heißt Amerika. Es wurde auf der Basis von Cor­sar II entwickelt. Dieses Gerät, so ein Sprecher des Hauses, unterscheide sich von seinem Vorgänger im we­sentlichen darin, daß die Aus­zahlquote niedriger und die Auszahlschwankungen ge­dämpft seien. Die seitlichen Risikoleitern schließen mit 45 beziehungsweise 50 Maxi­Spielen ab. Dabei wird eine Rückversicherung und ent­sprechende Umwandlung in fünf beziehungsweise zwölf Maxi-Spiele, die erneut zum Risiko angeboten werden, ge­währt. Über die Vollkombina­tion werden 100 Sonderspiele als Direkteinlauf gewonnen, die gesplittet mit 50 Sonder­spielen zum Risiko angeboten werden. Der Gewinn beträgt dann entweder 100 Maxi­Spiele oder im Minimum 62 Maxi-Spiele mit der erneuten Möglichkeit, über Risiko 100 Maxi-Spiele zu erzielen. Höhere Gewinne in der mitt­leren Risikoleiter aus der 50­Pfennig-Ausspielung bieten Mehreinstiege in die Ring­ausspielung mit vier hohen Werten von Maxi-Gewinn­klassen. „Amerika ist ein Universalgerät für Spielhal­len und Aufstellplätze. Auf­grund der Auszahlquote sind bei entsprechender Spiel­freudigkeit hohe Einnahmen zu erwarten", prophezeit Bergmann.

 

 

 

Bally Wulffs

Bally

 

Big Power

 

 

Groß im Blick, was wirklich zählt:

 

The magic number -die magische Zahl

 

Big%20Power

 

 

Der Volksmund spricht von Daddelkästen. In der Gewerbeordnung, der Rechtsgrundlage für unser aller wirtschaftliches Tun, heißen sie im Pa­ragraph 33 c ganz einfach Spielgeräte mit Geldgewinnmöglichkeit, und für die Unterhaltungsautomatenwirtschaft in ihrer Gesamtheit sind sie die absolut unverzichtbare ökonomische Plattform, auf der sich nicht zuletzt das übrige, breit gefächerte Unterhaltungsangebot in seiner ganzen Vielfalt darlegen lässt Unterhaltungs- und Erlebnis­vielfalt verbinden sich im Spielgerät für den Spielgast zu einem attraktiven Freizeitangebot, dem er in aller Regel langfristig die Treue hält. Worin aber begründet sich diese Erlebnis- und Unterhaltungs­welt, die den Spielgast so fasziniert? Eines darf man getrost festhalten: Es ist nicht dieses oder jenes Feature al­lein, es sind nicht nur die Lichteffekte, nicht die Musik, nicht die Farben, nicht die Grafik und auch nicht die Ausschüttungsquote. Dies alles sind Mosaiksteinchen, die gut zusammen­gesetzt ein faszinierendes Gesamtbild ergeben, das den Erfolg eines solchen Gerätes ausmacht. In diesem Gesamt­bild werden die einzelnen Mosaikstei­ne durch den Spielgast im Detail kaum noch wahrgenommen. Fragen Sie mal einen Spielgast, worin das Be­sondere eines Gerätes besteht, das er nun schon seit Wochen und Monaten zu seinem Lieblingsgerät erkoren hat. Er wird es Ihnen nicht sagen können. Es ist wie der positive Eindruck, den ein sympathischer Mensch auf andere vermittelt und der vornehmlich auf emotionalen Empfindungen beruht. Aber wie immer, so gibt es auch in ei­nem durch vielerlei psychologische und damit schwer erklärbare Elemen­te geprägten Gesamtbild den Höhe­punkt, an dem sich die Aufmerksam­keit des Betrachters - oder in unse­rem Falle des Spielgastes - in beson­derer Weise festmacht. Und was Wun­der, wenn an diesem Punkt Gefühl und Verstand in harmonischer Ein­tracht die gleiche positive Bewertung vornehmen. Es ist eine Zahl, eine Zif­fer, die Erfolg manifestiert, die real ei­nen materiellen Gewinn bedeutet und die sich in der Gefühlswelt in Freude über eben diesen Gewinn im guten Sinne artikuliert.

 

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Die Unterhaltung am Spielgerät ist der lange Atem des angenehmen Zeit­vertreibs. Die große Serie, die einhun­dert Sonderspiele, sie sind der Kick wie der Torerfolg als Höhepunkt in ei­nem spannenden Fußballspiel. Und so wie dieser Torerfolg in modernen Sta­dien überdimensional auf großen elek­tronischen Bildtafeln immer wieder hochgejubelt wird und zu tosendem Beifall der begeisterten Fans führt, so will adp mit der Sonderspiel- LED-An­zeige auf optisch-drama­tische Weise das Erleben dieses besonderen Ereig­nisses noch markanter un­terstützen.

 

Dieses Schlüsselerlebnis des Spielgastes, mit dem auf eine sympathische Weise seine Unterhaltungswelt einen brillanten Höhe­punkt erhält, soll mit einem neuen faszinierenden Geräteangebot aus der ostwest­fälischen Ideenschmiede aber nicht nur für den Spielgast alleine aufgepowert werden. Selbst auf den nichtbeteiligten Betrachter der Szene wird die neue Höhepunkt - LED – Anzeige elektrisierend wirken und ein Motiv sein, es doch einmal selbst zu versuchen.

 

Und in einem Gerät, das neunmal auf vielen attrak­tiven Wegen die Hunder­terserie anbietet, lassen sich eben auch Träume ver­wirklichen, die durch das LED-Signal auf den Weg gebracht worden sind.

 

So darf man darauf ge­spannt sein, wie dieser neue Baustein in der lan­gen Reihe der erfolgreichen Gauselmann-Entwick­lungen seinen Weg ma­chen wird. Die Erkenntnis­se, die dieser Schöpfung zu­grunde liegen, versprechen jedenfalls einen Attrakti­vitätszuwachs, der sich für den Aufsteller in wachsen­den Erträgen niederschla­gen wird.

 

 

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Corsar II

 

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Als stärksten Crown be­zeichnet das Haus Berg­mann in Rellingen den neu­en Corsar II. Das Walzen­gerät verfügt über drei Aus­spielungsleitern für Sonder­und Maxispiele sowie über zwei zusätzliche Einstiegs­möglichkeiten in Action­Spiele. Dabei endet die linke Leiter nach 20 Sonderspie­len bereits bei Action-Spie­len, in der Ringausspielung warten dann gleich 100 Ma­xi- oder Sonderspiele - oder eben Action-Spiele, die auf einem separaten Spiele­zähler aufaddiert werden. Action-Spiele werden grund­sätzlich vorrangig abge­spielt. Für zusätzliche Span­nung sorgen neben den vor­handenen Fünfer-Kombina­tionen von Kronen oder Wappen in den Serienspie­len die blauen und gelben Felder auf der mittleren Walze, die noch mehr Ge­winne versprechen.

 

 

 

Crazy

 

Nicht nur bei Geräten gibt es Scheibenvarianten, auch bei der Werbung:

 

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Disc Chance

 

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Klettern ohne Risiko

 

In dieser Titelgeschichte der Unternehmensgruppe Gauselmann beantwortet Helmut Besse, adp-Gauselmann Geschäftsführer und Leiter des adp­ Industrievertriebes, Fragen zum aktuellen Disc Chance

 

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Drei-Scheiben-Klassiker mit neuem Feature

 

Kurz vor Jahresschluß bringt adp­ Gauselmann noch ein neues Geld­spielgerät heraus - kollidiert das nicht mit Ihren Neuvorstellungen zur Messe?

 

Nicht im geringsten. Zum einen ha­nben wir noch reichlich Neuheiten, die wir zur IMA '96 vorstellen werden. Zum anderen ist es mit dem Disc Chance so wie im täglichen Leben, das heißt, wenn der Braten fertig ist, dann muß er auf den Tisch und schmeckt am besten. Für unseren Disc Chance be­deutet das, er ist jetzt absolut markt­reif und viel versprechend, so daß wir ihn unseren Kunden in keinem Fall länger vorenthalten wollen.

 

Ihr jetzt vorgestelltes Gerät Disc • Chance ähnelt ja stark dem klassi­schen Disc. Ist das nicht ein bißchen langweilig?

 

Mit dem Disc Chance wollen wir • nicht nur an die „guten alten Zeiten" erinnern, sondern wir bringen mit dem modernsten Disc, den es je gab, eine echte Innovation in den Markt: das Chance Feature. Die Ähnlichkeit zum alten Disc ist natürlich gewollt. Wir se­hen das auch als Chance, alte Spiel­freunde zurückzugewinnen, und dabei hilft uns die Idee aus unserer Patente­schmiede. Und daß der Disc langweilig ist, kann ja wohl nicht stimmen - Paul Gauselmann, wie Sie wissen, geistiger Vater des Gerätes, hat erst kürzlich vor dem Merkur Beirat erklärt, daß der Disc 4000 in der Spielothek unter den ersten drei umsatzstärksten Geräten ist, und das nach zweieinhalb Jahren seit der Einführung des 40-Pfennig­Spiels. Eine bessere Bestätigung für das Spielsystem gibt es j a wohl nicht.

 

Was ist eigentlich genau dran an diesem ominösen Chance-Feature?

 

Das Chancenspiel kommt bei allen Geldgewinn-Kombinationen mit „Merkur" auf der mittleren Scheibe zum Einsatz. Und das ist durchschnittlich in jedem zwölften Spiel der Fall. Im Ge­gensatz zu Risiko, wo der Gewinn zwi­schen dem Feld „0" und dem nächst­höheren Gewinnfeld 1:1 ausgespielt wird, ermittelt sich der Gewinn im Chancenspiel zwischen dem Feld des bereits gewonnenen Betrages und dem nächsthöheren Gewinnfeld 1:1. Der Clou: Ein Absturz auf „0" ist ausge­schlossen. Man klettert also praktisch ohne große Gefahr in der Risikoleiter nach oben, und zwar bis zur 100er-Serie.

 

Interessant - und wie geht es weiter?

 

Wie das Risiko 1:1, also 50 Prozent zugunsten des höheren Gewinns, so verhält sich auch das Chancenspiel. Wenn die Chance erfolgreich war, wer­den der gewonnene Betrag oder die ge­wonnenen Sonderspiele um eine Stufe erhöht und erneut angeboten, und dies bis hinauf zu 100 Sonderspielen.

 

Das klingt alles sehr viel verspre­chend. Meinen Sie denn, der Spiel­gast versteht auf Anhieb, was mit dem neuen Disc los ist?

 

Sobald das Chancenspiel gegeben ist - und das ist ja ziemlich oft der Fall -, leuchtet deutlich das Bedarfs­feld Chance auf - gleichzeitig wird in der entsprechenden Risikoleiter das nächsthöhere Feld durch Blinken wie im Risikospiel wechselweise angezeigt. In der halbjährigen Testaufstellung haben wir bemerkt, daß vor allem „äl­tere Spielgäste" das Spielsystem „Disc" entweder wiedererkennen oder sich schnell daran gewöhnen. Und da der Einlauf des Chancenspiels eine sehr willkommene Möglichkeit ist, seinen Gewinn risikolos zu erhöhen, kommt es gerade deshalb bei allen Spielgä­sten super an. Ich möchte es einmal an einem Beispiel verdeutlichen: Dem Spielgast wird das Chancenspiel von 0,80 Mark auf 1,60 Mark angeboten. Bei Erfolg steigt der Gewinn auf 1,60 Mark. Gleichzeitig wird ihm das Chan­censpiel von 1,60 Mark auf 3,40 Mark angeboten. Wird dieser höhere Gewinn nicht erreicht, so bleibt dem Spielgast auf jeden Fall sein Gewinn von 1,60 Mark. Der Absturz auf 0 ist im Chan­censpiel tabu. Sie können sich vorstel­len, daß diese Möglichkeit, sich wie ein Kletteraffe in der Risikoleiter nach oben zu bewegen, zur besonderen Mo­tivation des Spielgastes beiträgt.

 

Was enthält der Disc noch an inter­essanten Features?

 

Zum Beispiel die optionale Vorwahl der Risiko-Automatik. Auf der lin­ken Leiter können entweder drei, sechs oder zwölf Sonderspiele, auf der rech­ten Leiter zwei, fünf oder zehn Sonder­spiele vorgewählt werden. Wer es also bequem liebt, stellt sein Limit am Gerät ein und trinkt beispielsweise in der Kneipe gemütlich sein Bierchen weiter. Natürlich kann der Spielgast auch beim Disc Chance im Expreßtem­po an die begehrten 150 Jumbospiele kommen. Nach dem Einlauf von 100 Sonderspielen im Disc-Ausspielta­bleau werden bei einem Gewinn im nächsten Spiel weitere 50 Sonderspiele aufgebucht. Es geht also im wahrsten Sinn des Wortes richtig rund am Disc Chance.

 

 

Zur Geschichte

 

Die über 100 000 Geräte der Disc-Familie von 1984 bis heute spre­chen eine deutliche Sprache. Nie zuvor sind von einem Geldspiel­gerätetyp so viele Geräte produziert worden. Und immer wieder ist es das klare, deutlich verständliche und beliebte Disc-Spielsy­stem, welches eine magische Anziehungskraft für die Spielgäste beinhaltet. Elf Jahre Innovation in einer Geräte-Familie bedeuten gleichzeitig die Eckpfeiler zur Einleitung neuer Epochen im deut­schen Geldspielgerätemarkt. Zur Erinnerung: Es war ein Disc, in den 1987 der erste Geldscheinakzeptor überhaupt in ein Geld­spielgerät eingebaut wurde. Auch heute noch werden Disc 3000, Disc Hit und Disc II von vielen Aufstellunternehmern freudig kas­siert. Die Epoche der 40-Pfennig-Geräte wurde mit dem Disc 4000 eingeläutet, und dieser gehört nunmehr nach zweieinhalb Jahren immer noch zu den beliebtesten und umsatzstärksten Geldspiel­geräten.

 

 

Doppel Krone 2000

 

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Neuauflage der Legende

 

Gerüchte gab es viele, jetzt steht es auch offiziell fest: Bally Wulff präsen­tiert eine Neuauflage des Geldspie­lers Doppelkrone, das in der Branche sicherlich unvergessen geblieben ist. Schließlich wurde dieses Geldspiel­gerät zwischen 1986 und 1990 länger als 4 Jahre gebaut. Die neue Doppel­krone heißt Doppelkrone 2000 und ist keineswegs das alte Gerät in neu­em Gewand.

 

Was dem Entwicklungsteam von Bal­ly Wulff gelungen ist, ist die Verede­lung der Spielelemente der Doppel­krone anhand veränderter Anfor­derungen der Gegenwart und der Zukunft. Zwei Kronenzähler bestim­men auch weiterhin die Frontscheibe.

 

Jeder Zähler kann innerhalb der 3­und 4-Kronen-Ausspielung getroffen werden. Als Spitzengewinn winken 100 Multispiele plus 50 Multispiele durch den Kronenjackpot, der über einen Gewinn im ersten Multispiel ge­knackt werden kann. Dieser Kronen­jackpot ist auch über einen in der großen Ausspielung erzielten Ge­winn von 100 Multispielen zu errei­chen. Zusätzliche Highlights sind: 6 Chancen auf 100 Multispiele über Ausspielungen mit der Extrachance auf weitere 40 oder 50 Multispiele. Die Absturzsicherung auf der linken und rechten Risikoleiter bei den Stufen 40 bzw. 50 Multispiele, die vollen 4-Mark-Gewinne in Sonder- und Multispielen, wobei in Multispielen 2,40 Mark und 3,20 Mark in der Mitte darüber hinaus 4 Mark zu gewinnen sind. Multispiele sind Freispiele. Doppelkrone 2000 ist also die Vollen­dung des Vorbilds Doppelkrone, des­sen Namen allein schon Spielanreiz genug ist.  

 

 

Flash

 

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Ausgewogene Mathematik soll den neuen Rototron Flash zum Erfolgsgerät wer­den lassen. Im Gegensatz zu den gängigen Niedrig- oder Hochauszahlern versucht Bally Wulff, Berlin, den Spie­ler durch mittlere Auszahl­quoten länger an das Gerät zu binden. „Unserer Mei­nung nach ist die goldene Mitte der beste Weg, Gast­wirte, Spielstättenbetreiber und Gäste gleichermaßen zufriedenzustellen", sagt ein Firmensprecher. Der Kern­punkt des Spielsystems sei das geballte Mitteltableau, das sofort ins Auge falle. Die Gewinne 100 Multispiele plus Zusatzchanche auf wei­tere 50 Multispiele seien da­bei die Highlights. Diese Ge­winne lassen sich auf acht verschiedenen Wegen errei­chen. Ständig wachsende Punktej ackpots unter der linken und rechten Walze sollen zusätzlich animieren. Ein Punktetransfer zwi­schen den beiden Zählern ist zur Optimierung der Spiel­strategie möglich. Bally be­tont zwei Dinge: „Die über­durchschnittlichen Kleinge­winne zum Risikoeinstieg fesseln die Aufmerksamkeit des Spielkunden von Anfang an, und das ausgewogene Auszahlverhalten macht am Ende alle Beteiligten zu Ge­winnern."

 

 

 

Fox

 

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Aus adp-Produktion und für den Exklusiv-Vertrieb der Firma HAV Hanse Automa­ten kommt das Mega-Gerät Fox jetzt auf den Markt. Der Geldspielautomat verfügt über vier Scheiben, drei für das normale Spiel, eine wei­tere mit Kartensymbolen. Zur Verfügung stehen dem Spielgast neben den Sonder­auch Mega- und Step-Spiele. Alle drei Varianten sind Freispiele. Gewonnene Me­ga-Spiele wandeln die ge­samte Serie in eine Mega­Serie, die wiederum durch das Risikospiel verlängert werden kann. Durch Errei­chen von 150 Sonderspielen in Folge wird eine Serie zur Step-Serie. Hier sind bei Gewinnkombinationen, ge­streiftem Feld oder Sonne links und rechts jeweils vier Mark gewonnen. Bei den Symbolen 2,40 Mark oder 3,20 Mark in der Mitte steppt die Mittelscheibe au­tomatisch auf ein Gewinn­feld. Direktgewinne von 100 Sonderspielen sind bei fünf­mal Sonne plus As drin. Drei pfeilschnelle Jackpots, so Hanse, sind fast immer randvoll und werden durch fünfmal Sonne plus Bube, Dame oder König ausgelöst. Strategisches Jackpotspiel ist dank einer selektiven Startautomatik möglich.

 

 

 

Giga

 

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Graffity

 

 

Mehr Action für den Spiel­gast verspricht Bally Wulff in Berlin mit dem neuen Scheibengerät Graffiti. Das Herzstück des Gerätes ist ei­ne neue Graffiti-Ausspie­lung. In dieser wird eine von drei Sonderausspielungen ermittelt, die zu mordmal 50 Multi-Spielen führen. Vor­teil für den Spielgast: Er kommt mit höchstens vier Risikoschritten auf einer der beiden Leitern ans Ziel. Konkret, so die Berliner, heißt das, daß eine Ausspie­lung die nächste jagt. Außer­dem ist die Graffiti-Ausspie­lung über zwei sich schnell aufbauende Jackpots und Direkteinläufe bei drei und vier Seriensymbolen er­reichbar. Dazu kommen zwei Anti-Frust-Jackpots, die sich über die Gewinn­symbole in den äußeren Symbolfenstern und 2,40 Mark beziehungsweise 3,20 Mark im Mittelfenster auf­bauen. Auch hier führt ein gefüllter Jackpot in die Graf­fiti-Ausspielung. Der Ab­sturzschutz - beim Riskie­ren von 48 Sonderspielen bleiben selbst im negativen Ergebnis 24 Sonderspiele er­halten - und die Super-Aus­spielung mit zusätzlichen 9 oder 24 Sonderspielen sind weitere Features. Bei der Super-Ausspielung reicht beispielsweise ein Risiko­schritt, um von 24 Sonder­spielen auf 50 Multi-Spiele zu kommen.

 

 

 

Holiday-Serie

 

 

Holiday.jpgMit der Holiday-Serie landet Gausel­mann mal wieder einen Coup. Im letz­ten Moment vor der IMA hat der »Münzautomat« davon erfahren. Es gibt eine ganz neue Serie mit europäi­schem Charakter. Jetzt zeigt sich, daß Paul Gauselmann vor Jahren mal wie­der den richtigen Riecher hatte, als er damit begann, Geldspielgeräte für den holländischen Markt zu produ­zieren. Jetzt, wo sich der Erfolg auch in Holland eingestellt hat, wirken die Synergieeffekte auf die deutschen Geräte. Gleich drei Geräte mit neuem Power-Play bringt Gauselmann auf den Weg. Bei adp erscheint das Gerät Eurotour, beider Nova wird Welttour vorgestellt werden, und über die Stel­la-Schiene wird die Kreuzfahrt ange­boten werden. Bei Eurotour werden über eine Art Clubspiel auf Klapp­karten Sonderserien eröffnet.

 

Eurotour und Gesellen, soviel war kurz vor Redaktionsschluß zu erfah­ren, verfügen über ein Sonderspiel­feature, das wie das holländische Clubspiel aufgebaut ist. Auch andere Elemente aus dem englischen Spiel sind aufgegriffen. Bei allen großen deutschen Herstellern wird derzeit in den geheimen Entwicklungsküchen überlegt, wie man aus verschiedenen guten Systemen in Europa ein ge­schicktes Mix für unseren Markt ma­chen könnte. Was den Autoherstel­lern recht ist, muß auch dem Münz­spiel billig sein.

 

 

 

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Eurotour1

 

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Kreuzfahrt

 

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Aus der Gauselmann-Serie Holiday präsentiert die Stel­la das Walzengerät Kreuz­fahrt. Was beim Eurotour (vorgestellt im vorigen Heft) der Flughafen, ist hier der Hafen. Hat der Spielgast die entscheidende Hürde (fünf oder sechs Sonderspiele zu erreichen) überwunden, geht die Reise richtig los. Über den Canale Grande in Venedig oder nach Griechen­land, Ägypten oder Tunesi­en. Die zunächst gewonne­nen Sonderspiele gelten als Reisekasse auf dem Etap­penziel, die einzelnen Statio­nen werden per Kartenwen­der ermittelt. Wo der Spiel­gast anlegt, erfährt er zu­dem über den Lautsprecher, aus dem landestypische Mu­sik ertönt. Den Kreuzfahrt gibt es in drei Versionen: als konventionelles Wand-, als Standgerät in Holland-Op­tik oder als Casino-Ausfüh­rung. Mit vergleichbarem Spielsystem gibt es von Mer­kur zudem im Wandgehäuse den Eurotour als Scheiben­gerät.

 

 

 

Hero De Luxe

 

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Inka

 

Jumbo Jumbo Maxi

 

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Sprüche, über die ich mich maximal aufregen kann: „Sie sollten sich schon mal an den Begriff maximal gewöhnen. Er wird Ihnen umso leichter über die Lippen gehen, je öfter Sie Kasse machen. Denn die Auszahlung liegt im Schnitt nur bei 57%, und das bei maximaler Spielfreude“.

Maximale Kasse, 57%, maximale Spielfreude für den Spieler? Hallo adp, zeigt diese Anzeige nicht den Spielern!

 

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Jumper

 

Jumper

 

Multi Multi

 

 

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Klassiker mit modernisierter Technik

 

Von Stella gibt es jetzt den neu aufge­legten Multi Multi mit 40 Pfennig/ 4-Mark-Spiel und verfeinertem Spiel­system. Mit diesem Multi Multi-Spiel­system ist nach Aussage des Unter­nehmens die Zukunft des Gerätes gesichert, denn dafür sorgen die Mul­ti-Jumbo-Spiele mit 4 Mark Gewinn, eine erhöhte Trefferquote und zusätz­lich noch 2, 4 oder 6 Sonderspiele bei der entsprechenden Gewinnkombi­nation. 100 Multi-Jumbo-Spiele di­rekt aus dem Spiel, zwei weitere Chancen auf 100 Multi-Jumbos durch die Super-Ausspielung 40/100, 50/100 - das macht Lust auf mehr. Jumbo­spiele werden beim Multi Multi als Freispiele mit erhöhter Trefferhäu­figkeit und 4 Mark Gewinn gegeben. Und zusätzlich: Die Jumbo-Schaukel mit aktivem Start der Jumbo-Aus­spielung bei 10 bzw. 12 Sonderspielen auf der Risikoleiter.

 

Ebenfalls beinhaltet der Multi Multi das Multi-Roulette mit 11 Serienge­winnpositionen rund um das Walzen­feld. Drei davon gehören zur Multi­Spielchance (30, 40, 50 Sonderspiele). Bewährte Features wie Teil-Gewinn­Übernahme, Risiko-Splitting und die Gewinnverlängerung sind ebenfalls eingebaut. Profitech 3000 kombiniert mit der modernen Walzenmaschine sorgen beim Multi Multi für Betriebs­sicherheit.

 

Multi Win

 

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Mit dem neue Scheibenspiel­system Multi Win geht Mega in das Herbstrennen. Die Limburger haben dieses Gerät mit einem neuen Spielelement ausgestattet: dem Multi-Effekt über Risi­ko. Das bedeutet, Multi Win bietet dem Spielgast bei je­dem Gewinneinkauf außer­halb einer Serie die Chance, über Risiko Multi-Jumbo­ Spiele zu gewinnen und da­mit den typischen Multi-Ef­fekt zu erleben. Das gibt es nach Angaben der Mega bis­lang noch nicht und funktio­niert wie folgt: Bei erreichten 10 S oder 12 S kann über die Start-Taste aktiv Jumbo­ Ausspielung gestartet wer­den. Sind keine Sonderspiele vorhanden, werden diese Jumbo-Spiele sofort als MultiJumbo-Spiele gewer­tet und gewinnen bei Sonne oder 3-Groschen-Symbol in der Mitte jeweils vier Mark und zusätzlich drei Multi­ Jumbo-Spiele. Neben diesem „Serie-in-Serie-Effekt" bietet Multi Win ebenfalls wieder die Zweitchance in der Jumbo-Ausspielung sowie jeweils die Chance auf 100 + 50 S bei Sonnen-Kombina­tionen über Ausspielung. Der spielerische Schwer­punkt bei Multi Win konzen­triert sich, so Mega, auf mög­lichst häufige Gewinnein­läufe und die Chance, daraus über Risiko Multi-Jumbo ­Spiele zu erreichen.

 

 

 

Orlando

 

 

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Premiere

 

 

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Quadriga

 

 

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Sunny

 

 

Heiße Zeiten verspricht die Firma Mega aus Limburg dem Aufstellgeschäft mit dem neuen Geldspielgerät Sunny. Wie es der Name schon erahnen läßt, spielt sich Sonniges in diesem Scheibengerät ab. Es hat ei­nen Sonnenspeicher für ei­nen Doppelsonnen-Effekt auf der mittleren Scheibe. Wie das funktioniert? Bei Gewinnkombinationen mit Sonne in der Mitte wird diese (auch optisch) zwi­schengespeichert. Gleichzei­tig startet die mittlere Schei­be nach. Erscheint auch im zweiten Lauf eine Sonne, werden durch diesen Dop­pelsonnen-Effekt im Nor­malspiel alle erzielten Ge­winne um ein Feld auf der Leiter erhöht (verdoppelt); in Serienspielen wesentlich höhere Ausspielungen er­reicht oder Spitzengewinne direkt erzielt. Damit soll Sunny als Scheibengerät hinsichtlich hoher Direkt­einläufe all das bieten, was bisher den Walzengeräten vorbehalten war. Als weitere Features locken Doppelseri­enschaukel mit Zweit-Chan­ce, die sich laut Mega immer mehr zum separaten Spiel im Spiel entwickelt, Risiko­splitting und eine moderate Auszahlquote mit häufigen Kleingewinnen, hohen Di­rektgewinnmöglichkeiten und den megatypischen spielverlängernden Elemen­ten.

 

 

Super Take

 

 

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Staccato

 

 

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Tango

 

 

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Beim Tango geht die Musik ab

 

NSM/Löwen auf Tournee.

 

 In fünf Metropolen wurde mit einem neuen Ge­rät eine neue Technik vorgestellt. Ullrich D. Schulze, Vorstandsvorsit­zender der NSM AG, übernahm persönlich die Präsentation.

 

Was am stärksten ins Auge fiel, das fiel im eigentlichen Sinn ins Ohr. Tango, der erste ei­ner neuen NSM-Gerätegeneration mit Systemtechnik ST25, macht rich­tig Musik. Kein Krächzen oder Piep­sen, wie es ebensogut aus einem Telefon oder Wecker tönen könnte, sondern richtiger Or­chesterklang für Ani­mations- und Begleit­melodien. Schulze wörtlich: „Dank ST25 sorgen di­gital abgespeicherte Sounds jetzt für Spielanreiz, der direkt ins Ohr geht." Beim Tango geht die Musik ab. Das gilt im übertragenen Sinn auch fürs optische Erscheinungsbild. Vier Jackpot- und zwei Risikoleitern ste­hen trichterförmig abgeschrägt auf der Scheibe. Mit etwas Fantasie kann man sie als tanzende Beine verstehen - tangotanzende.

 

Das Spielsystem, von NSM als Auf­takt für eine Serie faszinierender Spielkultur herausgestellt, ist Lesern des AUTOMATEN MARKT nach der Titelgeschichte im Aprilheft schon be­stens bekannt.

 

Auch die Sonderveranstaltung zur Einführung der neuen NSM-Technik läßt sich unter der Rubrik „Faszinie­rende Spielkultur" einordnen. Es war eine multimediale Show, mit der die Sinne der Zuschauer direkt angespro­chen wurden. Im Mittelpunkt aber der ganz persönliche Vortrag von NSM-Chef Ullrich D. Schulze. Sein Eingeständnis, kein Fachmann für Technik zu sein, ließ die Behauptung noch glaubhafter werden, daß nun mit der neuen Technik alles viel einfacher werde.

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Mit diesen Highlights wurde das neue System beschrieben: Aufklapp­bare Steuereinheit für einfacheren Zu­griff, Spielsystem als herausnehmba­res Steckmodul, kürzeste Verarbei­tungszeiten dank 16bit-Prozessoren, erhöhte Speicherkapazität und erwei­terbares Schnittstellenkonzept sollen mehr Schnelligkeit gewährleisten. Für erhöhte Sicherheit werden ins Feld geführt: eine neu entwickelte, leicht herausnehmbare Münzanlage mit Schutz­ gehäuse für höhere Manipulatonssicherheit, Annahmesperre für jede Münzart über Tastatur, der Münzröhrenblock läßt sich ohne Lösen von Steckverbindungen mit einem Handgriff ohne vorheriges Leeren ent­nehmen, Münzprüfer sind serienmäßig elek­tronisch. Daten bleiben im Servicefall auch bei Modulwechsel erhalten. Ein neues Auslesegerät soll mehr Flexibilität er­möglichen. Die modifizierte Serviceta­statur mit Klarschriftanzeige steht dabei für leichtere Handhabung und Programmierung sowie besseres Able­sen. Die Steuereinheit mit Kontroll­ LEDs macht schnellere Zustandsana­lyse möglich. Erweiterte Fehler- und Statusmeldungen dienen der Service­unterstützung. Als hervorstechend werden auch angegeben: mehr Servi­ceprogrammschritte sowie erweiterte Schnittstelle für Ständer, automati­sche Erkennung, Hopperbetrieb und automatisches Sperren und Leeren der Fünfmarkröhre.

 

Mit Vernetzungsmöglichkeit für noch flexiblere Datenverarbeitung will das ST25-System von NSM mehr Wirtschaftlichkeit erreichen. Verkürz­te Diagnosezeiten erlauben schnelle­ren Service. Die Ersatzteilehaltung soll durch Standardisierung der Bau­gruppen verringert werden.

 

Last but not least: Kassenüberlauf durch Servicetastatur umstellbar so­wie Kassenzählung nach VDAI und erweiterter Statistikausdruck für mehr Serviceinformation.

 

Kernpunkt des Systems ist ein hoch­leistungsfähiger NEC-Mikroprozes­sor, der alle Gerätefunktionen und Steuerabläufe initiiert und koordi­niert. Dabei werden Teilaufgaben wie Motorsteuerung oder Geldverarbei­tung von eigenen Controllern ausge­führt, die via Steuereinheit unterein­ander in Verbindung stehen.

 

 

Techno

 

 

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120 Beats per Minute

 

Der Sound der 90er macht auch vor den Geldspielgeräten nicht halt. Je­denfalls nicht in Bingen. Denn das neue Geldspielgerät von NSM heißt Techno, was schon ahnen läßt, daß es hier ganz schön Dampf gibt. Natürlich ist Techno mit der neuen Svstemtech­nik ST 25 ausgestattet. Vier Jackpots mit jeweils fünf Stufen sind, wie beim Tango, paarweise angeordnet. Die je­weils erreichte Stufe des Jackpots wird in einem Leucht-Dioden-Dis­play (LED) angezeigt. Beide Zwil­lings-Jackpots erkennt der Spieler durch die insgesamt vier LED-Dis­plays. Paarweise werden die Jackpots hochgeschaltet. Zusätzlich zum Hochschalten gibt es Sonderspiel­Ausspielungen. Wird ein Jackpot aus­gelöst, ist die Jackpotschaukel akti­viert. Und der zweite Jackpot des Paa­res schaltet auf die vorletzte Stufe von 50 Sonderspielen hoch. Auch das „Ta­ke7-Spiel"-Feature, das den direkten Gewinn „der Hundert" beim Scheibengerät ermöglicht, fehlt im Techno nicht. Falls im ersten Spiel der Serie ein Gewinn einläuft, ermöglicht das mittlerweile schon klassische NSM­Feature hier sogar einhundert Super­sonderspiele plus weitere fünfzig Su­personderspiele.

 

Im Techno wurde das „Take 7-Spiel" aber ergänzt und damit noch span­nender gemacht. Löst das „Take 7­ Spiel" keine Sonderspiele aus, wer­den - abhängig von der Anzahl der erforderlichen Gewinnfelder - ver­schiedenwertige Kleinausspielungen gegeben. Vorausgesetzt, über die rechte oder linke Scheibe ist minde­stens eine „Sieben" eingelaufen. Techno mit Trefferquote heißt das Spielmotto. Außerdem wurde erst­malig die Auszahlquote deutlich er­höht, die jetzt bei 60 Prozent liegt

 

 

Top 100

 

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Der 30-Pfennig-Spieler

 

30 Pfennig Einsatz und 4 Mark Höchstgewinn zeich­nen das neue Geldspielgerät Crown Top 100 von Berg­mann in Rellingen aus. Mit diesem Gerät als Ergänzung will das Unternehmen die Wünsche der Spieler berück­sichtigen, die 30 Pfennig­Geräte bevorzugen. Mit die­sem Gerät werde kaum we­niger verdient als mit einem 40 Pfennig-Gerät mit hoher Auszahlquote, heißt es dazu aus Rellingen. Etwa 12 Pfen­nig pro Spiel seien in der Re­gel bei entsprechend hoher Spieleanzahl das optimale Ergebnis. Hier einige Spiel­elemente: Zwei Bonusleitern bieten aus oberster Stufe den Einsprung in eine Topaus­spielung mit hohen Werten. Die kurze Top-Bonusleiter bietet in jeder Stufe eine Top­Ausspielung und den Direkt­gewinn von 100 Sonderspie­len aus der obersten Stufe und bietet entsprechenden Spielanreiz. In Sonderspie­len werden drei Mark und in Maxispielen vier Mark ge­wonnen. Von 100 Sonder­spielen werden 50 Spiele zum Risiko angeboten, so daß 100 Maxispiele als Höchstgewinn erzielt wer­den können. Das Gerät hat nach Angaben des Herstel­lers eine Auszahlquote von 60 bis 62 Prozent.

 

 

Tornado

 

 

Wirbelsturm, zu deutsch Tornado

 

Natürlich ist Wirbelsturm das deutsche Wort für den englischen Tornado. Doch bei NSM/Löwen könnte man das anders sehen.

Die Binger Automatenprofis haben eine Vorliebe für Wort­spiele mit Großbuchstaben und Punkten.

 

T. = Tolles Spieltempo durch fünf schnelle Jackpots, die durch Siebener­kombinationen und Kartensymbole ausgelöst werden.

 

O. = Offensives Spielsystem mit Su­perfeatures und großen Seriengewin­nen, achtmal die 100 Plus und sechs­mal die 100.

 

R. = Rasante Ausspielungen durch attraktive Werte, erreichbar bei 5 x 7 und 4 x 7 und Joker.

 

N. = Nur das Beste von Safari, näm­lich die gut eingespielten Erfolgsfea­tures und die bewährte Umstiegsaus­spielung.

 

A. = Angehobene Trefferquote fuhrt zu mehr Kleingewinnen und erlaubt somit einen häufigeren Einstieg in das Risikospiel.

 

D. = Dauererfolg, gesichert durch hervorragende Ergebnisse im Lang­zeittest.

 

O. = Optimiertes kassenfreundli­ches Auszahlverhalten.

 

Zusammen also : TO.R.NAD.O.!

 

Und was sagen Praktiker dazu? NSM/Löwen befragte Automaten­kaufleute, die bereits Erfahrungen mit dem Neuen aus Bingen haben.

 

„Tornado ist als Sturm bekannt", äußert sich Werner Strunz aus Alling poetisch. „Als Automat stürmt der das Land."

 

Auch Peter Schmid, Schatzmeister des Bundesverbandes Automatenun­ternehmer, läßt sich von der Muse der Dichtkunst küssen: „Das alte Jahr ist futsch. Mit Tornado ins neue. Guten Rutsch!"

 

Werner Giese aus Schefflenz sieht es dagegen ganz nüchtern: „Tornado hat das beste Design der letzten drei Jah­re. Die Jackpots machen das Spielsy­stem sehr attraktiv und umsatz­stark."

 

Schließlich Dirk Weichbrodt aus Wol­fenbüttel: „Tornado entspricht voll sei­nem Namen, kommt beim Spieler an und bringt hervorragende Kassen."

 

 

 

Winner Gold

 

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Mit neuer 20er Walzentei­lung und drei schnellen Jackpots sowie drei Kombi­nationsmöglichkeiten pro Jackpot für das Kombi-Spiel kommt der Winner-Gold von der Nova in Hamburg auf den Markt. Letzteres läßt den Gewinn von bis zu 150 Jumbo-Spielen oder 120 be­ziehungsweise 125 Sonder­spielen zu. In die große Aus­spielung mit maximal 150 Jumbo-Spielen kommt der Spielgast entweder über die Gewinnkombination mit fünf Sonnen oder über den Einstieg per Multipoint mit einer Finalausspielung, bei der ebenfalls der Hauptge­winn lockt. Insgesamt gibt es vier Möglichkeiten, den Haupttreffer zu landen. Da­zu kommen zwei verschiede­ne Start-Automatik-Varian­ten, die die strategische Aus­lösung der drei Winne r­Jackpots ermöglichen. Alle Sonderspiele (außer Jumbo­ und 100 Sonderspiele) wer­den zum Risiko angeboten. In den Jumbo-Spielen gibt es dank Step-Feature eine erhöhte Trefferquote. Das heißt, das 1,20 DM-Feld der mittleren Walze springt auf ein Gewinnfeld.

 

 

 

Winner Pro

 

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Für WINNER PRO verbürgt sich Paul Gauselmann persönlich

 

In dieser Titelgeschichte wird der Unternehmensgruppenchef gefragt, weshalb er sich bei diesem Gerät seiner Sache so sicher ist

 

Herr Gauselmann, die NOVA in Hamburg startet nun mit einem Riesenfeuerwerk ihr neues Geldspiel­gerät WINNER PRO. Champagner, Raketen! Ein Riesenwirbel wird be­reits um dieses Gerät gemacht, noch bevor es auf dem Markt erschienen ist. Woher nehmen denn Ihre Hamburger den Mut für derartige Aussagen?

Sie haben natürlich recht, der WINNER PRO wird mit einer Rie­seneinführungs Werbung dem Markt angeboten. Ihre Frage war aber, woher nehmen denn die Hamburger den Mut dazu. Ich kann Ihnen sagen, dieser Mut ist absolut berechtigt und auch durch Fakten untermauert.

 

Also, so was hört man ja eigentlich von jedem Gerät, bevor es auf den Markt kommt, und oftmals hat es schon hinterher eine Enttäuschung gegeben. Ich meine, besonders bei der NOVA haben wir früher wenig Beson­deres auf dem Geldspielsektor gese­hen. Die NOVA hat ihre Lorbeeren in erster Linie mit Unterhaltungsgerä­ten geerntet, und es entstand dann auch der Eindruck, daß die NOVA mit dem Geldspielgerät nur am Rande mitläuft. Warum denn jetzt auf einmal diese Wende?

 

Das kann man so und so sehen. Die NOVA ist ja seit über zehn Jahren im Geldspielgeräte Geschäft tätig. Wir haben damals für die neu zur Gausel­mann-Gruppe gestoßene NOVA das erste 1Drei-Scheiben-Gerät, das heißt das erste Fünf-Scheiben-Gerät ent­wickelt. Dies war sofort ein durch­schlagender Erfolg. Wir konnten erst­mals bei einem Scheibengerät eine Hunderter- Serie direkt aus dem Spiel geben, und viele haben das erste NO­VA-Gerät heute noch in bester Erinne­rung. Im Laufe der Zeit gab es dann Fehlentwicklungen, und letztlich hat sich gezeigt, daß doch anscheinend die fünf Scheiben nicht des Rätsels Lö­sung sind und den Spieler nicht voll befriedigen, so viele Vorteile sie auch bieten. Aber vielleicht gab es auch ge­wisse Irritationen beim Spielgast. Aus diesem Grunde haben wir dann auf die fünf Scheiben verzichtet. Inzwischen hatte ich mit meinem Freund Hans Rosenzweig beschlossen, dass wir ge­trennt von Lübbecke und Espelkamp in Hamburg eine eigene Entwicklung aufbauen sollten, um das NOVA-Geld­spiel nicht, wie man manchmal in Hamburg glaubte, als fünftes Rad am Wagen behandelt zu sehen. Die NOVA hat dann in Hamburg eine Entwick­lungsabteilung aufgebaut mit sehr gu­ten jungen Leuten, die im Jahr weit über eine Million Mark gekostet hat. Leider waren die Ergebnisse dieser Entwicklung auch nach Jahren nicht befriedigend. Erfindungen aus dem Bauch kann man eben nicht befehlen.

 

Wir erinnern uns aber noch sehr gut an das Gerät BINGO BINGO. Nicht nur wir waren davon begeistert.

 

Viele waren begeistert. Nur das Gerät hat in der Praxis leider nicht gehalten, was wir uns davon verspro­chen hatten. Obgleich die Hamburger Entwickler immer meinten, das Gerät wäre hervorragend, nur die Spieler an­scheinend zu dumm, um es zu verste­hen. Nachdem wir also einige Jahre ei­gentlich damit vergeudet hatten, viel Geld ausgegeben hatten, kam dann

doch vor drei Jahren der Entschluß, für die NOVA-Entwicklung in Espel­kamp eine weitere Gruppe zu bilden.

 

Aber auch danach hat es auf der Hamburger Schiene ja nicht un­bedingt die erfolgreichsten Geräte gegeben.

 

Das stimmt nicht! Wir haben, nach­ dem wir die Entwicklung wieder nach Espelkamp verlegt hatten und auch mit dem Beginn des 40-Pfen­nig-Spiels, sofort angefangen, die WIN­NER-Familie zu entwickeln. Daß die­ser Gerätetyp ein derartiger Erfolg werden würde, konnte man damals al­lerdings nur unter sehr optimistischen Aspekten ahnen. Heute, fast zwei Jah­re nach dem Ersterscheinen des WIN­NER, weiß jeder in Deutschland: WIN­NER ist ein absoluter Gewinner in je­der Aufstellung.

 

Nach meinem Eindruck hatten Sie, als der WINNER herauskam, persönlich wohl mehr auf ein anderes Gerät aus Ihrer Gruppe gesetzt. Ich erinnere mich genau an das Erlebnis, wo Sie sich dann doch auf der IMA '94 mehr dem WINNER zuwandten und sich von mir vor diesem Turm auf dem NOVA-Stand fotografieren ließen. Wie haben Sie den Erfolg des WINNERs damals vorhergesehen, und wie kön­nen Sie ihn begründen?

 

Schon sehr früh wußte ich, daß WINNER ein Winner werden wird. Bestärkt darin haben mich natürlich die Testergebnisse auf breiter Front und die Reaktionen unserer Kunden auf der IMA 1994. Sie dürfen dabei al­lerdings nicht vergessen, daß wir heute erheblich feinere Methoden bei der Gerätebeurteilung haben als früher. Früher mußten einige wenige Test­geräte genügen, um eine Entschei­dung für die Produktion eines Typs zu fällen. Heute haben wir mehr Zeit durch unsere ausgeweitete Entwick­lungskapazität. Das heißt, wir können in Ruhe Geräte entwickeln, testen und notfalls auch Systeme die sich nicht bewähren, beerdigen, das heißt gar nicht auf den Markt bringen. Bei WINNER hatten wir schon recht früh einen breiten Markttest, deshalb war mir auf der IMA im vorigen Jahr be­reits klar, WINNER wird ein Winner! Wir haben dann an diesem Konzept konsequent weitergearbeitet. Wir sind mit Testgeräten weiter in die Breite gegangen. Der WINNER PRO ist jetzt ein neues Kind der W1N­NER-Familie, der, wie der Name sagt, seinen Vorgänger um Längen schlägt, vor allem auf Spitzenplätzen. Wir werden ihm noch sehr viele folgen las­sen. WINNER PRO wurde auf einer breiten Basis seit langem getestet. Deshalb haben die Hamburger recht, den WINNER PRO als absoluten Winner einzuführen.

 

Wenn Sie aber ein so tolles Gerät haben, warum halten Sie es nicht bis zur IMA '96 zurück, sondern brin­gen es kurz vor dieser Messe bereits auf den Markt?

 

Wir halten es nach heutigen Marktgegebenheiten einfach nicht mehr für zeitgemäß, Geräte nur im Hinblick auf Messetermine zu ent­wickeln. Wenn man ein Gerät fertig hat und bis zur Marktreife erprobt, sollte man damit auf den Markt kom­men, auch wenn dies vier oder acht Wochen vor einer großen Messe er­folgt. Im Gegenteil, die häufig tote Zeit vor einer Messe wird damit positiv überbrückt und die Polarisierung ei­ner Messe etwas entschärft. Häufig sind auch noch Investitionen vor Ab­lauf des Jahres nötig und die Kunden, die gezwungen sind, bis zur IMA zu warten, verlieren unter Umständen ihren steuerlichen Vorteil. Und wer sagt ihnen denn, daß wir trotzdem nicht noch einiges mehr zur IMA '96 bringen werden.

 

Erfahrungsgemäß kommt die NO­VA bei jeder IMA mit einer Viel­zahl von Neuheiten und Highlights auf dem Unterhaltungssektor raus. Hat vielleicht auch die Befürchtung zu Ihrem früheren WINNER PRO-Er­scheinungstermin dazu beigetragen, daß dieses Gerät etwas in den Hinter­grund gedrängt würde durch die ande­ren Neuheiten?

 

Jede Firma versucht natürlich auf allen Gebieten, möglichst viele Highlights während einer Messe zu bieten. Auf der anderen Seite neigen wir immer mehr dazu, dort mit Gerä­ten anzutreten, die wir auf breiter Basis getestet haben, wo wir wissen, was wir dem Kunden anbieten. Und der Kunde weiß, daß er sich auf unser Urteil verlassen kann.

 

Ich muß praktisch noch mal auf meine Anfangsfrage zurückkom­men. Sie sagen, der Kunde kann sich auf Ihr Urteil verlassen. Woher neh­men Sie nun die Sicherheit, daß der Kunde dabei nicht enttäuscht wird?

 

Aus jahrzehntelanger Erfahrung wissen wir heute, welche Geräte am Markt ankommen werden und welche nicht. Dies haben die Vergan­genheit und gerade die letzten Jahre bewie­sen. Geräte aus unse­rem Hause haben ei­gentlich nie ent­täuscht. Unsere Treff­sicherheit wird immer besser und wir sind im­mer mehr in der Lage, Flops zu vermeiden. Dies gilt natürlich in besonderem Maße für den WINNER PRO. Auch wenn er sich op­tisch nicht stark vom WINNER oder WIN­NER GOLD unterscheidet. Er ist eine konsequente Weiterentwicklung in vielen kleinen Details, die der Spieler schnell erkennen und schätzen wird. Wir haben dies schon sehr lange auf breiter Front mit zirka hundert Gerä­ten in Gaststätten und unseren Spielo­theken getestet. Dies ist nicht nur ein Gefühl aus dem Bauch heraus. Sie wissen ja: adp „aus der Praxis für die Praxis". Dieses Motto haben wir beim WINNER PRO konsequent ver­wirklicht.

 

Wir wundern uns, daß Sie sich für ein Produkt Ihres Hauses so aus dem Fenster lehnen.

 

Zugegeben, wir haben mehrere sehr hübsche Töchter, die älteste und vielseitigste Merkur und die schö­ne Venus mit ihren Multitalenten. Die etwas entfernteren, aber nichtsde­stotrotz vielseitig erfolgreichen Ver­wandten MEGA und dann die jüngste Tochter NOVA. Allein Hans Rosen­zweig, dem Flipperpapst zuliebe, tue ich das, aber ganz besonders weil die­ses zwölfjährige Küken ein toller Win­ner ist.

 

Ihr altes Motto „aus der Praxis für die Praxis": Sie selbst sind ja aus der Branche emporgewachsen. Des­halb können Sie sich in die Situation eines Kunden versetzen. Wie würden Sie denn als Kunde handeln? Würden Sie den WINNER PRO jetzt kaufen oder lieber erst auf der IMA '96?

 

Wenn ich mich für ein Gerät so aus dem Fenster lege und sage: das Gerät ist erprobt, gete­stet und gut, dann ver­bürge ich mich dafür, und dann können Sie es unbesehen bereits heu­te kaufen und auf der IMA weitere Aufträge plazieren. Dies ist wahrscheinlich die be­ste Lösung für beide Seiten. Natürlich ist es immer einfacher, sich später zu entscheiden. Nur, Sie wissen ja, wer zu spät kommt den be­straft irgend jemand, und wer zuerst kommt, mahlt auch zu­erst. Das heißt, wer zuerst die WIN­NER PRO in der Praxis einsetzt, wird die besten Ergebnisse haben. Auf der IMA können Sie immer noch einen Nachschlag nehmen. Dies werden mit Sicherheit die meisten, ganz besonders die erfolgreichen Aufstellunternehmer so machen.   

 

 

 

Ein Artikel zum Bally Wulff Graffity als PDF-Dokument. Mit christomäßiger Verhüllung. Gauselmann konnte das nicht auf sich sitzen lassen und verhüllte seine Geräte in einer Anzeige auch. Warum eigentlich? Regenet es da rein?

 

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Warum baut Bally Wulff 1995 eigentlich nur noch langweilige Geräte?

 

 

AUTOMATEN MARKT: Mit dem Rasant hat Bally Wulff ja im Rahmen deutscher Rahmenbedingungen inter­nationalen Touch ins Spiel gebracht. Äußerlich und auch in bezug auf die Spieldauer. Beim nächsten Gerät, dem Hero, sind Sie aber wieder voll auf die klassische Linie zurückgefal­len. Wie ist das zu verstehen?

 

Kloß: Nicht nur der Rasant ist ein Gerät, mit dem wir mal andere Wege gegangen sind. Ob mit Monopoly, mit Würfel oder mit Hot Slot, wir haben es immer wieder versucht, etwas Al­ternatives zur hundertachtzigsten Version der zwei Risikoleitern mit Ausspieltableau und Sonderspielen herauszubringen. Es müssen viele Ideen geboren werden, um mal eine richtig durchzusetzen. Diese Ent­wicklungen kosten uns viel Geld. Mit Ausnahme von Rasant ist uns das bisher vom Markt nicht ausreichend honoriert worden. Die Konsequenz wird sein, daß wir zwar nicht auf­hören, neue Dinge zu entwickeln, un­sere Gerätepolitik aber wieder stär­ker am Konservativen ausrichten werden.

 

AUTOMATEN MARKT: Glauben Sie denn, daß der Spieler diesen kon­servativen Traditionen auf Dauer die Treue hält?

 

Kloß: Das ist schwer zu sagen. Ich glaube, daß wir einen Teil der Spieler durch die idiotische Umsatzsteuerpo­litik vor dem EuGH-Urteil mit den da­durch notwendigen Niedrigauszah­lungsgeräten verloren haben. Die kommen nicht wieder. Wir haben aber einen permanenten Wandel. So gehen uns auch Spieler durch sich verän­dernde Altersstrukturen verloren. Aber ebenso wachsen potentielle Spie­lergenerationen nach. Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese mit her­kömmlichen Angeboten aus der Auto­matensteinzeit langfristig zu halten sind. Unser Erfolg in der Zukunft hängt davon ab, wie wir uns auf wech­selnde Anforderungen einstellen kön­nen. Die Grundidee von drei sich dre­henden Walzen ist schon hundert Jah­re alt. Es ist immer wieder gelungen, neue Features da einzubringen. Zum Beispiel die Risikoleiter. Ich halte sie ebenso für einen Segen wie für einen Fluch. Segen, weil sie dem Automa­tenspiel neuen Auftrieb gegeben hat. Fluch, weil sich heute kein Aufsteller mehr traut, in andere Geräte mit neu­en Ideen, aber ohne Risikoleiter, zu in­vestieren. Was 15 Jahre lang gut war, muß ja nicht unübertroffen bleiben. Vor allem geht es nicht, daß wir Gerä­te haben, die für jedes Publikum von 18 bis 85 passen. Platzmarketing tut not, um das Spielangebot reichhalti­ger und individueller zu fassen.

 

 

 

Die Preisgestaltung der Hersteller war den Aufstellern lange ein Dorn im Auge. Klar, der Kaufpreis muss verdient werden, und bei 40 neuen Geräten im Jahr wird das zunehmend schwieriger.

2. Thema in folgendem Artikel: Die Elektronische Zulassung, die uns so lange Ärger bereitet, wurde anfangs von den Aufstellern heftig abgelehnt. Hat aber nichts geholfen.

 

 

Automaten Verband Rheinland Pfalz:

 

Die Frage nach der Preisgestaltung der Industrie waren zwei der Kernpunkte, mit denen sich die Mitglieder des rheinland-pfälzischen Automaten-Verbandes im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung in Bingen auseinandersetzten.

 

Dazu kam die Diskussion über die - so die einhellige Meinung - zu hohen Geräte­preise. Diese hatte Wacker in einem Brief an den VDAI ­Vorsitzenden Paul Gausel­mann kritisiert. In dessen Antwort wurden dann, so zitierte Wacker aus dem Schreiben, Vergleiche ange­führt, die die Versammlung mit deutlicher Verstimmung zur Kenntnis nahmen. Nach Paul Gauselmanns Mei­nung könnten die Geräte unter bestimmten Umstän­den noch deutlich teurer sein, wenn man beispiels­weise die Preise für Ge­brauchtgeräte zugrunde legt. Wird beispielsweise ein Multi-Multi für 300 Mark pro Monat Restlaufzeit ver­äußert, ergibt sich nach Auf­fassung des VDAI-Vorsit­zenden ein theoretischer Geräteneupreis von 15 000 bis 20 000 Mark. Eine Rech­nung, die Wacker so nicht stehen lassen wollte. Er ver­wies auf die zahlreichen Flops der Industrie, die die Aufstellunternehmer schließlich mit ähnlich ho­hen Einstandspreisen be­zahlen müßten. Wenn bei diesen Geräten eine ähn­liche Restwertkalkulation aufgemacht würde, hätten die Automaten nicht mehr als 1500 bis 2 000 Mark ko­sten dürfen.

 

 

Rundheraus abgelehnt wurde dagegen ein Vor­schlag der Industrie, die neuen Geräte mit einem Programm auszurüsten, das die Automaten nach vier­jähriger Laufzeit endgültig abschaltet. Zwar wurde von seiten der Versammlungs­teilnehmer die Grundidee begrüßt, dem illegalen Ein­satz von Altgeräten ein En­de zu bereiten, doch „noch mehr Bevormundung durch die Industrie" wollen die Rheinland-Pfälzer nicht hin­nehmen. Hier müßte nach anderen Möglichkeiten ge­sucht werden, um beispiels­weise das Vermarkten der Ablaufgeräte an private Par­tykeller-Betreiber sicherzu­stellen. Schon heute sei die 60-Tage-Auslese-Pflicht mit Stillstand des Gerätes ein sichtbares Hindernis. Hier wollen die Automatenkauf­leute aus Rheinland-Pfalz weiterhin am Ball bleiben, um der Industrie praxisbe­zogene Lösungsmöglichkei­ten zu unterbreiten. Ebenso wie im Bereich der Elektro­nikschrott-Entsorgung, die ein zunehmendes und ern­stes Problem sei.

 

 

Ein Gerät für den norwegischen Markt:

 

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Rollende Legende

 

Eine besondere Kampagne startete Bally Wulff für den Doppelkrone 2000. Ein Zug wurde kreuz und quer durch die Republik geschickt, um Aufstellern die unschlagbaren Vorteile der Neuauflage eines der erfolgreichsten Bally Wulff Geräte aller Zeiten, dem Doppelkrone, näher zu bringen.

 

Ein Artikel im PDF-Format zum Download.

 

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Fahrplan2

 

Berlin war eine Reise wert

 

Verbandsvorstände zu Gast bei Bally Wulff zum Start der „Rollenden Legende"

 

2Bally Wulff hatte eingeladen und die Gäste waren zahlreich erschienen. Zum Start ihrer Promotion-Tour „Die Rollende Legende", auf der das neue­ste Geldspielgerät Doppelkrone2000 im Mittelpunkt steht, hatte das Berli­ner Unternehmen eingeladen.

 

„Für die einen wurde es langsam Zeit, für die anderen kommt eine gute Idee nie zu spät." So beschrieb Bally-Wulff­ Geschäftsführer Uwe Christiansen den allgemeinen Tenor seiner Gäste in Berlin. Eingeladen hatte man die Vorstände aller Landesverbände, um zwei Tage mit einem reichhaltigen Programm in der Bundeshauptstadt zu verbringen. Damit schlug Bally Wulff gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn zum einen ist es dem Berliner Unternehmen ein großes Landesverbände der Automatenwirt­schaft nach Berlin gebeten. Ein buntes Programm, reichlich Informationen und viel Zeit für Diskussionen und Ge­spräche standen auf dem Programm. Berlin war sicher für die meisten eine Reise wert.

 

Gefolgt waren der Einladung fast al­le. Und diejenigen, die nicht kommen konnten, hatten dafür eine triftige Entschuldigung. So war der Kreis denn auch nicht gerade klein, den Uwe Christiansen am Sonntag, dem 10. September, im Hotel Palace mit­ten im Zentrum von Berlin begrüßen konnte. Schon hierbei machte der Ge­schäftsführer deutlich, daß es ihm bei diesem Treffen in erster Linie um Kommunikation geht. Und wie regt man die am besten an? In einer locke­ren Atmosphäre. Und wie kann sich diese besser entwickeln als bei einem deftigen Rittermahl in einer entspre­chenden Kulisse. Die Spandauer Zi­tadelle sollte an diesem Abend erle­ben, wie locker und kommunikativ die Automatenbranche ist. Schließ­lich ist Unterhaltung ja auch ihr Ge­schäft.

 

Bei bester Stimmung wurden Schmalzbrot, Wurstplatte, Suppe, Braten und Kompott einzig und allein mit Hilfe eines schwertähnlichen Messers zu sich genommen. Das Bier floß reichlich, und der Met wurde zünftig aus riesigen Ochsenhörnern geschlürft. Als schließlich Gaukler und Musikanten den ganzen Saal zum Mitsingen brachten, war der Höhe­punkt des Abends erreicht. Das Ende aber noch lange nicht. Selbst später im Hotel wurde noch lange und angeregt geredet, diskutiert und geschwoft.

 

 

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Auszahlquoten

 

Seit 1990 war die Mehrwertsteuer vom Spieleinsatz abzuziehen und abzuführen. Zuvor war sie vom Kasseninhalt zu berechnen. Die Aufstellerschaft  befand sich unter Generalverdacht, den Kasseninhalt nicht vollständig in der Einkommenssteuererklärung anzugeben und damit sowohl Einkommenssteuer als auch Mehrwertsteuer gesetzteswidrig zu verkürzen. Gesetzliche Regelungen mit einer Fülle weiterer Einschränkungen wurde befürchtet, gerade weil auch die Spielsuchtdebatte wieder fröhlichen Einstand feierte. In einer freiwilligen Selbstbeschränkung verpflichtete sich die deutsche Automatenwirtschaft (Hersteller, Grosshandel und Aufsteller) am 15.11.1989 zur Vermeidung gesetzlicher Regelungen zu verschiedenen Maßnahmen, die die Attraktivität der Geräte senken sollte (Stichwort Suchtgefahr) und die Steuerehrlichkeit erhöhte (Stichwort Kasseninhalt):

 

 

Letzteres ermöglichte die exakte Zählung des Spieleinsatzes und damit die korrekte Versteuerung. Entsprechende Geräte kamen Ende 1991 auf den Markt, zu erkennen an einer 5 am Anfang der Zulassungsnummer (zuvor 4). Für den Spieler hatte dies Auswirkungen. Die Mindest-Auszahlquote sank von 60% auf 52% und damit die Attraktivität der Geräte. Auch die Einführung des 40Pf Spiels 1993 konnte den Trend nicht umkehren. Im Gegenteil. 30Pf Geräte nach alter Bauart waren so beliebt, dass für manche Geräte, z.B. den Multi, gebraucht höhere als Neupreise gezahlt wurden. Die Auszahlquoten wurden seitens der Hersteller auf das gesetzliche Minimum gesenkt, um den Aufstellern mit weniger Umsatz noch Gewinne zu sichern. 52% statt der Ende der 80er Jahre gewohnten 65-70% Auszahlquoten spürten alle Spieler schmerzlich. Mit dem Auslaufen dieser alten („Faktor“)-Geräte verlor die Aufstellerschaft immer mehr Spieler, die Umsätze gingen dramatisch zurück. Kurzarbeit großer und Konkurs kleiner Hersteller folgte. Faktorgeräte übrigens deshalb, weil die abzuführende Mehrwertsteuer des Kasseninhalts auf den Faktor 1,5, 2 und 3,125 erhöht wurde. Zuletzt mussten also 3,125 mal 15% Mehrwertsteuer abgeführt werden, was auch die alten Geräte unrentabel machte. Eine Zwickmühle.

 

Folgender Artikel beschreibt eine Lösung, die Erhöhung der Auszahlquoten zur Steigerung der Attraktivität der Geräte. Besser prozentual wenig Gewinn auf hohe Umsätze als umgekehrt. Eigentliche eine Standardlösung der Betriebswirtschaft. Senke die Verkaufspreise Deines Produktes, dann verdienst Du mehr. Die Automatenbranche brauchte viele Jahre, dies zu erkennen. Mit den höher auszahlenden Geräten der zweiten Hälfte des 90er-Jahrzehnts kehrten endlich wieder bessere Umsätze und Optimismus zurück. Maßgeblich beteiligt waren Mega-Geräte wie der Sunny und Turbo-Sunny, die auf folgender Philosophie basieren. Bis in die heute Zeit hat sich Mega mit „Hochauszahlern“ einen guten Ruf bei den Spielern erhalten.

 

So holen wir verlorene Spieler in unsere Hallen zurück

 

Seit der vom Steuergesetzgeber erzwungenen Senkung der Auszahl­quoten ist die Zahl der Gäste in Spielstätten dramatisch zurückgegangen. Das EuGH-Urteil eröffnet Chancen, dieses verlorene Potential zurückzugewinnen. Wie? Das ließen wir uns von Mega­ Geschäftsführer Joachim Trenz erläutern

 

Wie eine unternehmerische Entscheidung kaufmän­nisch richtig und zugleich grundfalsch sein kann, zeichnet Trenz in einer Fallstudie auf. Darin stellt er theoretisch in einer Zweiergruppe ein Gerät A mit 65 Prozent Gewinnaus­zahlung, zum Beispiel Mega Double, neben ein Gerät X, das auf die gesetz­liche Mindestauszahlung von 52,17 Prozent (vom Brutto vor Abzug der Mehrwertsteuer) beschränkt ist.

 

Ein Spielgast, der beide Geräte be­dient und 50 Mark verspielt, verliert am ersten Gerät 21 Mark, während ihm das andere in derselben Zeit 29 Mark abnimmt. Auf einen Monatsumsatz von 2 000 Mark hochgerechnet, entnimmt der Aufsteller bei der Kassierung dem Gerät A nur 846 Mark, während ihm das Gerät X immerhin 1 154 Mark hinterläßt. Das sind 36 Prozent mehr! Klare Konsequenz: Das scheinbar er­folglose Gerät A wird abgehängt und durch ein weiteres Gerät X ersetzt. Verblüffendes Ergebnis: Plötzlich ge­hen die Umsätze zurück. Nur noch 1800 Mark erbringt diese Zweiergrup­pe. Insgesamt entwickelt sich die Spielstätte rückläufig. Gäste bleiben weg.

 

Trenz nennt des Rätsels Lösung: „Der Spielgast hat im allgemeinen ei­ne feste Summe zur Verfügung, die er verspielt. Das Gerät mit der höheren Quote vermittelt ihm fürs selbe Geld mehr Unterhaltungserlebnis, weil er entsprechend länger daran spielt."

 

Zur Untermauerung noch einmal dieselbe Studie mit zwei gleichen Geräten vom Typ A mit 65 Prozent Auszahlung in der Zweiergruppe. Jetzt steigt das Einspielergebnis auf tausend Mark an. Zusammen sind es wie bisher 2 000 Mark. Der Aufsteller hat keinen Verlust. Aber der Spiel­gast hat beträchtlich gewonnen. Der

 

Gegenwert an Spielzeit und Unterhal­tungsqualität liegt um rund 30 Pro­zent höher. Wenn Spielstättenbetreiber auch sonst nichts zu verschenken haben, an Spielzeit besteht kein Mangel. Die Auslastung der Geräte ist absolut un­zureichend. Bei sinkender Tendenz. Hier muß zur Wende angesetzt wer­den, was sich letztlich in besseren Be­triebsergebnissen niederschlagen wird. Die Grafiken zu diesem Beitrag machen es auf einen Blick sichtbar.

 

Doch vor einer Erläuterung im ein­zelnen erhält Mega-Geschäftsführer Joachim Trenz an dieser Stelle Gele­genheit, das Problem kompakt darzu­stellen. Er beginnt mit einem Rück­blick auf die Situation, als wir mit den Multiplikator-Erhöhungen von 2,0 auf 2,5 und ab Januar 1994 gar auf 3,125 konfrontiert wurden.

 

Resümee daraus: Die Auszahlungs­quote mußte von der Industrie, um ei­nen einigermaßen wirtschaftlichen Betrieb der Geräte zu ermöglichen, immer mehr gesenkt werden. Dies stellte sich für den Spielgast so dar, daß er sein Geld erheblich schneller verspielte als mit vergleichbaren Fak­torgeräten mit 30 Pfennig Einwurf, die damals noch in erheblich größerer Stückzahl neben den 40 Pfennig­Geräten plaziert waren. Dies führte dazu, daß die 30er-Geräte auch erheb­lich stärker bespielt wurden, obwohl die Kasse der 40er-Geräte durch ver­änderte geringere Spielezahl, aber niedrigere Quote für den Aufsteller trotzdem noch interessant waren.

 

Aus Sicht des Aufstellers zeigte sich also folgendes Bild: 30er- und 40er­Geräte wiesen erheblich unterschied­liche Spielezahlen aus. Die Kasse war bei beiden jedoch fast gleich. Auf stark frequentierten Plätzen stellten 40er­ Geräte die 30er oftmals sogar in den Schatten. Aus Sicht des Aufstellers entstand so der Eindruck einer positi­ven Entwicklung. Kassenergebnisse zugunsten der 40er-Geräte ließen ver­muten, daß diese vom Spielgast weit­gehend angenommen wurden. Aus Sicht des Spielers stellte es sich jedoch völlig anders dar. Bei den nied­rig auszahlenden 40er-Geräten erleb­te er zum einen durch den höheren Einsatz einen um 33 Prozent schnelleren Verlust seines Geldes und zum zweiten durch die Senkung der Aus­zahlquote abermals einen schnelleren Verlust. Das führte dazu, daß er ge­genüber dem 30er-Gerät, wo er pro Spiel einen Groschen verlor, beim 40er-Gerät mit 52 Prozent Auszah­lung pro Spiel einen Verlust von fast 20 Pfennig hatte. Das bedeutete einen doppelt so schnellen Verlust des Geldes und das - ein ganz entscheidender Punkt - bei weniger Spielfreude durch weniger Gewinneinläufe. Der Spielgast zog sich also verstärkt zu den 30er-Geräten zurück, was einen verstärkten Absatz dieser Altgeräte, ob neu oder gebraucht, zur Folge hatte.

 

Aus Sicht des Spielgastes stellten sich die ersten 40er-Geräte trotz Gewinnballung wegen geringerer Ge­winneinläufe negativ dar. Der Spiel­gast war unzufrieden, blieb großen­teils nach einiger Zeit weg.

 

Resümee aus Sicht von Trenz: Lang­fristig gesehen können wir nur mit zu­friedenen Spielgästen leben. Die durch gesenkte Auszahlquoten ent­standene Situation hat dazu geführt, daß die Spielstätten immer leerer wurden, keine neuen Gäste herange­führt werden konnten. In der Gastro­nomie hat sie dazu geführt, daß viel weniger Gewinn- und Erfolgserlebnis­se auftraten, weil die Häufigkeit der Kleingewinne total nach unten gefah­ren wurde. Wenn also ein potentieller neuer Spielgast vielleicht einem alt­eingesessenen zuschaute, war er durch die Minierlebnisse, die sich noch bei dem 40er-Gerät mit der niedrigen Quote boten, in keiner Weise zu ani­mieren, irgendwann mal selbst einen Fünfer in ein Geldspielgerät zu stecken.

 

Darauf ist die Automatenbranche je­doch unbedingt angewiesen. Wer lang­fristig dieses Geschäft betreiben will, und das wollen sicher fast alle, muß dafür sorgen, daß Nachwuchsspieler an die Geräte herangeführt werden. Dies können wir jedoch nur erreichen, wenn den vorhandenen Spielgästen in hohem Maße Spielfreude vermittelt wird. Natürlich verbunden mit inter­essanten Spielfeatures und -abläufen, aber auch gesponsert durch Gewinn­auszahlungen.

 

Langfristig kann es also nur so ge­hen, daß wir dem Spielgast wieder ei­ne höhere Quote bieten. Wenn wir die­se bei 65 oder 66 Prozent ansiedeln, heißt das immer noch, daß wir dem Spielgast 33 Prozent seines Einsatzes von 40 Pfennig, also rund 13 Pfennig pro Spiel abnehmen. Das sind im Ver­hältnis zu den beliebten 30er-Geräten 33 Prozent mehr. Der Spielgast ver­liert also immer noch um ein Drittel schneller als bisher sein Geld.

 

Das heißt, wenn er genauso viele Spiele macht wie früher an 30er ­Geräten, dann würde dies zu einer 33 Prozent höheren Kasse führen. Diese Betrachtung ist jedoch bei der augenblicklichen binnenwirtschaftli­chen Lage utopisch. Wir müssen bei den meisten Plätzen davon ausge­hen, daß dem Spielgast nur ein be­stimmter Betrag zur Verfügung steht. Aus diesem Grunde ist es ge­rade so wichtig, für diesen zur Verfü­gung stehenden Betrag ein Höchst­maß an Unterhaltungserlebnis zu bieten mit einer entsprechenden Auszahlquote, damit er verhältnis­mäßig lange für sein Geld spielen kann. Dies führt dazu, daß der Spiel­gast zufrieden ist. Der Aufsteller ist dann ebenfalls zufrieden, weil er wieder volle Spielstätten hat und letztlich per Saldo in seinen Geräten mindestens den gleichen Betrag, den er früher auch hatte. Wenn nicht mehr. Langfristig bestimmt.

 

Grafik 1 stellt die theoretische Ein­nahmesteigerung dar, die sich aus der Spielpreiserhöhung von 30 auf 40 Pfennig ergeben hätte, wenn die Spie­lezahl gleich geblieben wäre. Mittelli­nie gleich 100 Prozent ist der Aus­gangspunkt von einem 30 Pfennig­Faktorgerät mit 65 Prozent Auszahl­quote. Bei unveränderter Auszahlquo­te wären das bei 40 Pfennig Einsatz 33,33 Prozent gewesen, bei auf 60 Pro­zent verringerter Quote 52,38 Prozent und bei 55prozentiger Quote gar 71,43 Prozent. Bei 70 Prozent Gewinnaus­zahlung werden immer noch 14,29 Prozent mehr eingespielt. Erst bei 75 Prozent Gewinnausschüttung würde ein Minus von 4,76 Prozent in der Kasse sein.

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Grafik 2 spiegelt die durchschnittli­che Einnahme pro Spiel im Verhältnis vom 30er- zum 40er-Gerät bei gleichen Auszahlungen wider. Mittellinie A er­leichtert den Vergleich mit den Favori­ten der sogenannten 30er Zählwerk­generation, Mittellinie B mit den soge­nannten Faktorgeräten. Es wird deut­lich, daß bei neuen 40er-Geräten fast 75 Prozent Auszahlung möglich sind, um mit den 30er Faktorgeräten auf ei­nen Level zu kommen. Bei 70 Prozent stellt sich die Kasse gleich mit der aus den ersten Zählwerkgeräten mit 30 Pfennig Einwurf.

 

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Grafik 3 verdeutlicht die tägliche Auslastung eines Geräts in einer durchschnittlichen Spielstätte, wenn es 2 500 Mark im Monat einspielt. Diese Quote beträgt bei einem 40er Gerät mit 65prozentiger Auszahlung unter 20 Prozent. Selbst bei 75 Pro­zent Gewinnauszahlung ist das Gerät nur zu 23,15 Prozent bei der ange­nommenen Öffnungszeit ausgelastet.

 

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In Grafik 4 wird noch einmal der­selbe Vergleich für ein Gerät ange­stellt, das in einer durchschnittlichen Gaststätte 1000 Mark monatlich ein­spielt.

 

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INTERVIEW

 

Joachim Trenz, Geschäftsführer Mega Spielgeräte, Limburg, im Gespräch mit dem AUTOMATEN MARKT

 

AUTOMATEN MARKT: Sie behaupten, daß die ver­breitete Ansicht „niedrigere Auszahlquote gleich höhere Kasse" falsch ist, Herr Trenz. Wie kommen Sie dazu?

 

Trenz: Die Rechnung ist praxisfremd, weil sie davon aus­geht, daß der Spielgast auch zum höheren Preis dieselbe Zahl von Spielen macht wie früher. Sich also dieses Ver­gnügen 25 Prozent mehr kosten läßt. Dieses Geld steht ihm nicht zur Verfü­gung. Und wenn er jetzt fürs selbe Geld rund ein Drittel weniger Spiel­spaß erlebt, verliert er langfristig sicher die Freude am Spiel und bleibt weg.

 

AUTOMATEN MARKT: War es denn nicht umsonst, daß wir jahrelang um das 40 Pfennig-Spiel gekämpft haben?

 

Trenz: Durchaus nicht! Mittelfristig wird uns das 40 Pfennig-Spiel die durch gestiegene Ko­sten auch dringend nötigen Mehreinnah­men bringen. Wenn auch nicht gleich in demselben Umfang, wie der Spielpreis angestie­gen ist. Dadurch, daß sich die Auszahlquoten bei allen Herstellern in einem Rahmen zwi­schen 62 und 67 Pro­zent eingependelt ha­ben, scheint mir der richtige Weg gefunden worden zu sein. Das ergibt rund 30 Prozent 6Mehreinnahme für den Aufsteller, wenn es langfristig gelingt, die alten Spiele­zahlen wieder zu erreichen.

 

AUTOMATEN MARKT: Wie soll das gehen, wenn höhe­re Gewinnauszahlungen längere Spielzeiten vorausset­zen, um gleiche Ergebnisse zu erzielen?

 

Trenz: Die durchschnittliche Auslastung ist so gering, daß es ohne weiteres drin ist.

 

AUTOMATEN MARKT: Was ist aber mit Plätzen, die über­durchschnittlich aus­gelastet sind?

 

Trenz: Plätze mit außergewöhnlich ho­her Auslastung kön­nen natürlich noch mehr von der Spiel­preisanhebung profi­tieren. Bahnhofsgast­stätten zum Beispiel, in denen bei geringer Verweildauer die Be­sucherfrequenz sehr hoch ist. Wo Kurzzeit­spieler dominieren, wäre es unklug, Gerä­te mit höherer Aus­zahlungsquote anzu­bringen. Die Auszahl­quote allein sagt noch nichts aus über den Erfolg eines Geräts. Der Aufsteller sollte seine Plätze sehr indi­viduell bewerten und danach seine Geräte auswählen.

 

 

Bally Wulff will den Aufstellern die Entscheidung überlassen, welche Auszahlquote an welchem Platz die beste ist. Es war die Zeit vor der Individuellen Quote (IQ) von Gauselmann, die der Aufsteller nach Belieben einstellen kann.

 

 

Vielfalt und Ideenreichtum

 

Wie der Automatenunternehmer sein Angebot attraktiver gestalten und damit ein größeres Publikum ansprechen kann, wird von Bally Wulff erläutert.

 

AQ2.jpgDie alljährliche IMA in Frank­furt stellt sich nicht nur als größtes jährliches Branchen­ereignis dar, sondern auch als Prüfstein für die gesam­te Branche. Wer gemäß dem Bally Wulff Messemotto „Au­gen auf' dem vielfältigen An­gebot das nötige Interesse widmete, ist nach ersten im­pulsiven Kaufentscheidungen heute, rund vier Wochen nach Messeende, gefordert, mit Blick auf das eigene Unterneh­men und das bestehende Ange­bot Entscheidungen zu treffen. Der Begriff „Vielfalt und Ideen­reichtum" zielt dabei nicht nur auf das Angebot der Hersteller, sondern insbesondere auch auf die Zukunftsgestaltung der Auf­stellunternehmen. Um das Pu­blikum für sein Angebot in Gast­und Spielstätten zu gewinnen, bedarf es der ständigen Marktbeob­achtung und Weiterentwicklung sei­nes Stammgeschäftes.

 

Für Diskussionsstoff unter Fachleu­ten sorgt die Frage um die richtige Auszahlquote bei Geldspielgeräten, ein wichtiger Punkt für die Entschei­dungsfmdung für das eine oder ande­re Gerät. Es gibt unterschiedliche In­terpretationen, und jede hat etwas für sich. Mit einer angehobenen Auszah­lung bindet man das Publikum und hat die Chance, neue Spielgäste zu gewinnen. Dagegen spricht der Pro­test der Gastwirte, wenn am Kassier­tag einmal wenig oder gar nichts übrigbleibt. Was dann leider oft ver­gessen wird, sind die guten Ergebnis­se vorher.

 

Eine andere Meinung tendiert da­hin, daß es alleine am Spielsystem liegt, ob einem Gerät Erfolg beschie­den ist und die Auszahlquote dabei ei­ne untergeordnete Rolle spielt. Dage­gen sprechen wiederum Meinungen, daß damit auf lange Sicht die Spiel­freude minimiert und Kunden verlo­ren werden. Es gibt Aufstellunterneh­mer, die eine Leerspielung gerne in Kauf nehmen, wenn der Durchschnitt der Ergebnisse stimmt. Andere hinge­gen argwöhnen jedem Gerät, das die Möglichkeit einer Leerspielung in sich birgt.

 

Als Hersteller kann man nicht einen Grundsatz verfechten und alle Mei­nungen und Erfahrungen anderer außer acht lassen. Im Ge­genteil: Im Sinne eines in­ dividuellen Platz-Marke­ting bedarf es unterschied­licher Lösungen. Hier bie­tet Ballt' Wulff mit den Ka­tegorien Maxi-Quote und Schottenquote ein einfach anwendbares Instrument zur Entscheidungsfindung, Angefangen bei den Klassi­kern des Angebotes wie Road Star, Trucker, Titan oder Rasant bis hin zu den IMA-Neuheiten Hero und Arthus, lassen sich alle Geräte unter diesen Aspek­ten für einen optimalen, ziel­gruppenspezifischen Einsatz einordnen. Die Vielfalt der Geräte fordert allerdings auch eine grundlegende Einschätzung der Aufstellplätze.

 

 

 

Gar nicht zu Bally Wulffs eigenen Aussagen passt das Geräteprogramm. Nur ein Gerät hat die „Maxi-Quote“, fünf die „Schotten“-Quote. Das weiss man, was die Aufsteller einkaufen…

 

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Museum Gauselmann

 

 

Sturm frei auf Altgeräte

 

Kaum ist es eröffnet, schon wird es von den Besuchermassen gestürmt. Die Rede ist vom Münzautomaten-Museum der Gauselmann-Gruppe in Espelkamp. Wissenswertes über Inhalte und Hintergründe im nachfol­genden Artikel von Horst-H. Griepenstroh.

 

Das Gauselmann-Muse­um ist das einzige sei­ner Art im gesamten eu­ropäischen Raum, und die rund 800 Exponate um­fassende Sammlung alter Münzautomaten gilt immer­hin als die größte der Welt. Seit Anfang August ist nun ein Teil der von der Familie Gauselmann zusammenge­tragenen Geräte in den Ge­schäftsräumen des Unter­nehmens an der Merkural­lee der Öffentlichkeit zu­gänglich. Noch heute trau­ert Birgit Friederike Haber­bosch, bei Gauselmann für die alten Münzautomaten verantwortlich, dem inzwi­schen begrabenen Plan nach, in der alten Post in Lübbecke ein Münzautoma­ten-Museum einzurichten. „Das wäre für die Region ei­ne enorme kulturelle Berei­cherung gewesen. Denn wo sonst wohl ist ein Münzauto­maten-Museum angebrach­ter als ausgerechnet im Lüb­becker Land. Ist doch hier mit den Firmen Gausel­mann, Harting und Wurlit­zer die Hochburg der Auto­matenindustrie."

 

image145.jpgAllerdings hätte hier, und daran läßt Haberbosch kei­nen Zweifel, die öffentliche Hand mithelfen müssen. Si­cherlich ein schwieriges Un­terfangen angesichts nicht gerade üppig gefüllter Kas­sen, doch unumgänglich.

 

Gauselmann habe die rund 800 Münzautomaten zusammengetragen, und diese Sammlung verkör­pere ein recht ansehnliches Vermögen. Schließlich ko­ste der wertvollste Automat inzwischen rund 450 000 Schweizer Franken, die übrigen Exponate siedelte die Kulturreferentin im „Bereich von 500 Mark bis 80 000 Mark" an. Ange­sichts dieser enormen Wer­te und auch aus grundsätz­lichen Erwägungen heraus sei es einem Unternehmen wohl kaum zuzumuten, ein Museum in der ursprüng­lich geplanten Größenord­nung allein zu unterhalten. Unternehmerische Ge­sichtspunkte seien eben an­dere als die Einrichtung ei­nes Museums. Trotzdem, so Haberbosch, „schön wäre es allemal gewesen".

 

Doch die kleine Lösung, ei­nen Teil der gesammelten Zeitzeugen der „Spielewelt im Wandel von Technik und Gesellschaft", wie es Paul Gauselmann in der Frank­furter Allgemeine Zeitung schrieb, in einem Firmen­museum der Öffentlichkeit zu präsentieren, stößt schon kurz nach ihrer Realisie­rung auf großes Interesse. Tagtäglich führt Birgit F Haberbosch Besuchergrup­pen durch die Ausstellung, und es sind beileibe nicht nur Fachleute, die sich für die alten Automaten interes­sieren. Die Besucher ent­stammen allen möglichen Berufssparten. Problema­tisch wird es allerdings, wenn gleich ganze Busla­dungen interessierter Gäste anreisen. „Mehr als 30 oder 35 Besucher zugleich sind nicht zu bewältigen. Dann müssen wir die Gäste in mehrere Gruppen auftei­len", so die Kulturreferentin.

 

Schon im Eingangsbereich der auf rund 170 Quadrat­metern Fläche unterge­brachten Ausstellung fühlt sich der Besucher „in die gute alte Zeit" zurückver­setzt: eine originalgetreue Bahnhofsszene im Stil der Jahrhundertwende. Und hier sind sie dann auch, Geräte wie der Pez-Automat oder die Nuß-Glocke, die früher auf keiner Knei­pentheke fehlen durfte. Und da steht er, der Urvater aller Warenautomaten, der Mer­kur Schokoladenautomat von Stollwerk aus dem Jahr 1890 - das älteste Exponat der wertvollen Sammlung. Vergoldet und bronziert re­präsentieren die verschnör­kelten Ornamente das ganze 2bürgerliche Selbstbe­wußtsein der Gründerjahre.

 

Hat sich mehr als acht Jahre lang durch die Historie alter Automaten durchgeboxt: Birgit Friederike Haber­bosch, Kulturreferentin der Gauselmann-Gruppe

 

Das Warenangebot jedoch erscheint bei näherem Hin­sehen etwas verwunderlich. Neben Schokolade, Vanille und Mandel ist hier auch ei­ne Dose Wurmpulver zu be­kommen. Hintergrund für dieses etwas kuriose Waren­angebot: Der Staat hegte da­mals massive Befürchtun­gen, das Volk könnte gänz­lich der Naschsucht verfal­len. So wurde also nur eine Konzession zum Aufstellen von Automaten erteilt, wenn auch ein Artikel angeboten wurde, der die Volksgesund­heit förderte. Und das war um die Jahrhundertwende eben jenes Darmreinigungs­mittel. Das Geschäft mit den stummen Verkäufern jedoch boomte, und es wurden im­ mer phantasievollere Exem­plare entwickelt. So gab es einen lebensgroßen Storch, der für einen Groschen Schokoladen-Babys spende­te und als Zugabe auch noch Mama schrie. In diese Kate­gorie gehören auch die eier­legende Henne oder der ge­stiefelte Kater.

 

Was natürlich in einer rich­tigen Bahnhofshalle nicht fehlen durfte, waren die Bahnhofswaage und der Schuhputzautomat. Schier unbeschreiblich das weitere Warenangebot: Kugelschrei­ber, Fahrrad-Flickzeug, An­sichtskarten oder Streichhöl­zer, alles war für einen Fün­fer oder einen Groschen zu haben. Wer auch noch gut duften wollte, der bediente sich am Parfüm-Spritzauto­mat, der verschiedene Duft­wässerchen per Düse lieferte.

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Der Museumsrundgang führt weiter auf die ausge­tretenen Holzdielen eines Vergnügungssaales. Schier unendlich ist auch hier das Angebot. Schon in den An­fangsjahren der Automaten war der Streit darüber ent­brannt, ob der Erfolg des Spielers denn nun aus­schließlich von seinem Ge­schick abhänge, oder ob er auf das berühmte Glück an­gewiesen sei. Automaten, die vom Preußischen Innen­ministerium in die Katego­rie Glücksspiel eingeord­net wurden, durften nicht betrieben werden, und so versuchten es die Hersteller immer wieder mit Kombina­tionen, um die Definition Glücksspiel zu umgehen. In dieser Zeit erfreuten sich das Henkeltöpfchen oder auch der Bajazzo großer Be­liebtheit.

 

Bei der Bezeichnung Musik­automat denkt der Besucher spontan an die 50er und 60er Jahre. Doch der Ur­sprung dieser Unterhal­tungsautomaten liegt viel weiter zurück. Das Sympho­nion Schwarzwald wurde bereits 1886 von einer säch­sischen Firma hergestellt und wurde mit einer stähler­nen Lochscheibe betrieben. Fünf Reichspfennig kostete damals der Musikgenuß. Untrennbar verbunden mit der Geschichte der Mu­sikautomaten ist allerdings der Name Wurlitzer. Einige besonders schöne Exem­plare dieses Herstellers sind im Gauselmann-Museum ebenfalls zu bestaunen.

 

Wer einen Blick riskieren möchte in die für viele Men­schen immer noch geheim­nisvolle Welt der Automa­ten, ist in der Merkurallee willkommen. Das Münzau­tomaten-Museum kann von montags bis donnerstags zwischen 10 und 16 Uhr be­sichtigt werden. Eine vorhe­rige Anmeldung unter Tele­fon (0 57 72) 49 - 4 86 ist je­doch erforderlich.

 

 

Mehr zum Gauselmann Museum siehe die Goldserie Werksbesichtigung.

 

 

 

Jüngst Automaten (Ariston)

 

Ein kleiner aber feiner Hersteller versucht sich tapfer gegen die übermächtige Konkurrenz zu stemmen. Mit bemerkenswerter Ausdauer bis in die heutige Zeit.

 

 

Zwei Jahre Ariston Apparatebau GmbH

Neue Impulse geben

 

Mit Ariston 30/40 drittes Geldspielgerät  aus der eigenen Produktlinie vorgestellt. Zur Präsentation hatte Dr. Paul Jüngst, geschäftsführender Gesellschafter von Ariston, Automaten. kaufleute und Verbandsmitglieder nach Velbert eingeladen.

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Das wollten sich die Jungunterneh­mer des DAV sowie die „alte Hasen" aus der Automatenbranche nicht ent­gehen lassen: Hatte doch das gerade zwei Jahre alt gewordene Unterneh­men Ariston Apparatebau zur Prä­sentation seines mittlerweile dritten Geldspielgerätes nach Velbert einge­laden. Ariston 30/40 heißt das neueste Produkt der Firma. Und dieses Gerät soll es in sich haben, prophezeite dann auch Dr. Paul Jüngst, geschäfts­führender Gesellschafter des Unter­nehmens. „Unser neuer Geldspieler hat ein einzigartiges und bereits zum; Patent angemeldetes Jackpot-Sy­stem", erläuterte er während der offi­ziellen Vorstellung. Nach den beiden" Scheibengeräten Ariston Inka und Ariston Maya handelt es sich bei Ari­ston 30/40 um das erste Walzengerät aus der Entwicklungsabteilung in Vel­bert.

 

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Vom Automatenbau auf Aufstellung konzentriert

 

Mit der Entwicklung neuer Geld­spielgeräte knüpft Ariston an eine al­te Tradition an. Denn Automaten und Spielsysteme wurden von dem dama­ligen Unternehmen „Jübu" in Velbert schon in den 50er Jahren entwickelt. Der Familienbetrieb hatte sich auf die Herstellung rein mechanischer Auto­maten spezialisiert und zählte zu den Pionieren in Sachen Automatenauf­stellung im Rhein-Ruhrgebiet. Die rasante Entwicklung mit der aufkom­menden Elektromechanik und die da­mit verbundenen, nötigen Investitio­nen ließen jedoch eine rentable Pro­duktion nicht mehr zu. Das Familien­unternehmen Jüngst konzentrierte sich daher vollends auf die Aufstel­lung.

 

Bei der Aufstellung sind die Velberter Kaufleute auch geblieben. Wenn auch im kleineren Rahmen: In einem mit zirka 5 Millionen Menschen dichtbe­siedelten Aktionsradius von 35 Kilo­metern ist Ariston mit 20 Spielstätten vertreten. Bis 1984 war auch eine Gastronomieaufstellung dabei. Die 200 Aufstellplätze wurden allerdings dann verkauft. „Mit einem weinen­den und einem lachenden Auge", wie Dr. Paul Jüngst verrät, „wir haben uns zwar von viel Arbeit gelöst, hatten aber auch eine recht gute Aufstellung vieler Geräte."

 

 

 

Interview mit dem Geschäftsführer

 

 

Dr. Paul Jüngst (Ariston, Velbert) im Gespräch.

 

AUTOMATEN MARKT: Sie haben zusammen mit Ihrer Familie ein flo­rierendes Aufstellunternehmen im Spielstättenbereich, Herr Doktor Jüngst. Welcher Teufel hat Sie gerit­ten, eine eigene Produktion aufzu­nehmen?

 

Dr. Paul Jüngst: Als Aufsteller berei­tet uns die drohende Monopolisierung im Industriebereich Sorgen. Mit Be­sorgnis stellen wir auch fest, daß uns die Preise davonlaufen.

 

AUTOMATEN MARKT: Sind Sie denn ein Preisbrecher?

 

Dr. Jüngst: Bedingt können wir preisgünstig sein, weil wir kein auf­wendiges Vertriebsnetz unterhalten. Die Entwicklung wird mehr oder weniger ehrenamtlich gemacht. Da ergeben sich begrenzte Kosten­vorteile gegenüber den großen Her­stellern.

 

AUTOMATEN MARKT: Was hat­ ten Sie vor allem im Sinn, als Sie vor zwei Jahren die eigene Produktion aufnahmen?

 

Dr. Jüngst: Wir wollten unter ande­rem den Markt durch eigene Ideen be­reichern.

 

AUTOMATEN MARKT: Ist Ihnen das gelungen?

 

Dr. Jüngst: Wir hatten einen sehr guten Anfangserfolg mit unserem Maya. Mit dem variablen Einsatz von sowohl 30 als auch 40 Pfennig hatten wir eine notwendige Alternative zum reinen 40 Pfennig-Spiel geboten, das sich nur sehr schwerfällig etablieren konnte.

 

AUTOMATEN MARKT: Sie hatten dann aber im Anschluß auch einen echten Flop.

 

Dr. Jüngst: So können Sie das nicht nennen. In unserem Rahmen war auch das Folgegerät Inka ein Ach­tungserfolg. Richtig ist, daß der Inka aufgrund des komplizierten Spielsy­stems nur recht zögerlich akzeptiert wurde. Es besteht immer noch Nachfrage, da erst jetzt einige Kun­den nachordern. Es handelt sich um einen Spätzünder.

 

AUTOMATEN MARKT: Was macht Sie so zuversichtlich, mit Ihrem neuen Ariston 30/40 richtig zu liegen?

 

Dr. Jüngst: Wir haben selbstverständ­lich Konsequenzen aus den Problemen des Vorgängers gezogen. Das heißt ins­besondere, daß wir zu den Wurzeln eines einfacheren, durchschaubaren Spielsystems zurückgefunden haben. Ebenso ist die Idee des variablen Ein­satzes wieder aufgegriffen worden, die sich auch im Namen wiederfindet.

 

AUTOMATEN MARKT: Jetzt hat sich, Herr Doktor Jüngst, nach langer Zeit das 40 Pfennig-Spiel endgültig durchgesetzt. Weswegen greifen Sie ausgerechnet jetzt darauf zurück, auf Wunsch weiterhin für 30 Pfennig spie­len zu können?

 

Dr. Jüngst: Die Aussage, daß sich das 40 Pfennig-Spiel endgültig durchge­setzt habe, möchte ich so nicht hinneh­men. Richtig ist, daß von der Industrie fast nur noch 40 Pfennig-Geräte ange­boten werden. Ich bin aber der Mei­nung, daß man in begrenztem Maß das 30 Pfennig-Spiel noch belassen kann.

 

AUTOMATEN MARKT: Was un­terscheidet Ihren Ariston 30/40 von dem Bergmann-Gerät, das für 30 Pfennig Einwurf 4 Mark Gewinn­chancen bietet?

 

Dr. Jüngst: Nicht nur das 30 Pfen­nig/3 Mark-Verhältnis wird gewahrt. Mit der Entscheidung des Spielers für das 40 Pfennig-Spiel vergrößern sich auch im Ablauf die Gewinnchancen. Wir haben es so ausgelegt, daß bei glei­cher Spieldauer die gleiche Kasse erzielt wird. Das ist für den Aufsteller schließlich das entscheidende.

 

AUTOMATEN MARKT: Bieten Sie weitere Alternativen zum üblichen Geräteangebot?

 

Dr. Jüngst: Die herausragende Be­sonderheit ist der neuartige „schnelle Jackpot", den wir entwickelt und zum Patent angemeldet haben. Dieser Jackpot arbeitet im Gegesatz zu bisher üblichen Systemen nur innerhalb der Serie.

 

AUTOMATEN MARKT: Sie sind jetzt zwei Jahre als Hersteller aktiv. Haben Sie damit die größten Schwie­rigkeiten hinter sich?

 

Dr. Jüngst: Ich will nicht leugnen, daß in vielen Punkten unsere ur­sprünglichen Erwartungen nicht er­füllt worden sind. Aber es ist ja noch nie ein Meister vom Himmel gefallen.

 

AUTOMATEN MARKT: Welchen Marktanteil wollen Sie mittelfristig er­reichen?

 

Dr. Jüngst: Unser Ziel ist ein vernünftiges, angemessenes Wachstum. Betriebswirtschaft­lich scheint es mir ratsam, nicht in übertriebenen Schritten nach vorn zu streben. Schon, um nicht zuviel Fremdkapital ins Unter­nehmen einfließen zu lassen. Das würde die unternehmerische Freiheit einschränken.

 

AUTOMATEN MARKT: Ei­gentlich kann Ihnen doch gar nichts passieren, weil Sie notfalls Ihre gesamte Produktion in der eigenen Aufstellung unterbringen könnten. Wie viele Plätze haben Sie insgesamt?

 

Dr. Jüngst: Nein! Der Wettbewerb baut schließlich auch Geräte, an denen man nicht vorbeikommt. Aber zu 20 Prozent stehen in unseren Spielstät­ten Ariston-Automaten. Das hat sich als gesundes Verhältnis erwiesen. Wenn alle Spielstättenbetreiber in Deutschland diesem Beispiel folgen würden, könnten wir mit der Produk­tion gar nicht nachkommen.

 

Dr. Jüngst: Da muß ich was rich­tigstellen. Unsere Gaststätten­aufstellung mit 250 Plätzen ist schon 1984 an Herrn Rolf Blan­kertz verkauft worden, der die Firma unter dem Namen Automaten­service Jüngst GmbH weiter betreibt. Selbstverständlich ist diese Firma un­ser Kunde.

 

AUTOMATEN MARKT: Aber schon viele Meister sind von der Leiter gefallen. Wie ist da Ihr Standvermögen?    

 

Dr. Jüngst: Wir sind entschlossen, auf der Leiter noch etliche Sprossen emporzusteigen.

 

AUTOMATEN MARKT: Sie betreiben 20 eigene Spielhallen. Findet man dort ausschließlich Ariston-Geräte?

 

Dr. Jüngst: Nein, aber einen bedeutenden Anteil. Wir wollen den Gästen keine Monokultur vorsetzen. Die richtige Mischung macht den Gewinn, und da sind Ariston-Geräte die beste Ergänzung.

 

 

 

 

IMA

 

 

Mit einem zufriedenen Lächeln über die IMA

 

Neues aus dem Produktbereich gibt es eine ganze Menge. Aber auch am Rande, im atmosphärischen Bereich sozusagen, gibt es interessante Neuigkeiten. Diese fielen - es mag an der Sensibilität des Gastes liegen - besonders Peter Beredits, Direktor der österreichischen Novomatic, auf: „In diesem Jahr fehlen die verkniffenen Gesichter. Die Messebesucher gehen mit einem zufriedenen Lächeln über die Messe." Neben neuen Produkten folglich auch eine neue Art des Erlebens“.

 

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Wir werden auf den folgenden Seiten versuchen, Trends bei den Geräten aufzuzei­gen, Highlights vorzustellen und - schließlich - ein Resümee dieser Fachmesse zu ziehen. Wenn dabei Produkte unberücksichtigt bleiben und längst nicht alle in Wort und Bild präsentiert werden, so ist dies keine böse Absicht, sondern es liegt am feh­lenden Platz. Die Redaktion ver­spricht aber jetzt schon hoch und hei­lig, in den kommenden Ausgaben möglichst alle Messeneuheiten in der entsprechenden Rubrik unserer Fach­zeitschrift gezielt ins Rampenlicht zu stellen.

 

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Mehr als 200 ausstellende Firmen aus dem In- und Ausland - wo fängt man da an mit den unzähligen Neu­heiten? Traditionsgemäß bei den hei­mischen Herstellern oder diesmal bei den Newcomern der Branche? Mit den marktbeherrschenden Geldspiel­automaten oder mit den Nischengerä­ten? Mit Sportaktivitäten oder Kon­zepten? Wir halten uns an die unge­schriebenen Spielregeln des Messele­bens und beginnen beim Marktführer.

 

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Die Gauselmann-Gruppe hatte in diesem Jahr für aufmerksame Besu­cher eine Menge zu bieten. Von pro­duktionsreifen Geräten über Prototy­pen, die unter dem Stichwort „Blick in die Zukunft" präsentiert wurden, bis hin zu Konzepten und technischen Hilfskonstruktionen für Service und Werkstatt. Hoffnungsträger im Geld­spielbereich sind hier sicherlich die unter dem Stichwort Holiday auftre­tenden Typen Eurotour (Merkur), Worldwide (Nova) und Kreuzfahrt (Stella), die eines gemeinsam haben: Sie bieten den Spielgästen neben dem Scheiben- (Eurotour und Worldwide) oder Walzenspiel unterhaltsame Er­klärungen zu den Sehenswürdigkei­ten dieser Welt. Interessant ist hier sicherlich der Versuch, die von immer mehr Spielgästen als lästig empfun­denen 15 Sekunden von Spiel zu Spiel zu überbrücken. Und so funktioniert das ungewöhnliche Spiel:

 

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Hat der Spielgast fünf oder sechs Sonderspiele auf der Risikoleiter, kann er diese auf den sogenannten Etappenzähler überweisen. Somit be­kommt er alle wichtigen Reiseziele angeboten, wobei ihm für jede Etappe ein Punkt abgezogen wird. Der „Traum­urlaub" ist beendet, wenn alle Punkte weg sind oder der Spielgast 50 Jum­bo-Spiele erreicht hat. Als Hilfsmittel für das Ansteuern der Reiseziele wird hier ein zusätzlicher Kartenwender mit den Erklärungen für die Etap­penziele eingesetzt. Variabel sind zu­mindest beim Kreuzfahrt die Ge­häusevarianten. Ob als klassisches Wandgerät, ob als kompakte Alterna­tive mit tiefer liegender Walzen­maschine und schräg stehendem Scheibenunterteil oder im Look der typischen Slotmachine (Standgerät) - hier kann zwischen drei Aus­führungen gewählt werden.

 

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Der Reisegedanke setzt sich auch bei den Unterhaltungsspielen fort. Der Railway, ein neues Walzenstand­gerät nach holländischem Vorbild (Fruchtbilder als Gewinnsymbole), lockt mit ICE-schnellem Spiel in den unterschiedlichen Basis- und Club­spielen. In diese Familie gehört auch der Dice Master plus als Weiterent­wicklung des Dice Master, der nun­mehr auf die Begrenzung der Ge­winnpunkte (bisher 1000) verzichtet und unbegrenztes Spielvergnügen versprechen soll.

 

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Nicht ganz so weit, sondern nur ein­mal um den Block, führt die Reise beim Monopoly als Unterhaltungs­gerät. Im gemeinsamen Vertrieb von Gauselmann und Bally Wulff wird mit dieser elektronischen Variante ei­nes klassichen Brettspieles die Tradi­tion fortgesetzt, anerkannte Gesell­schaftsspiele neu zu vermarkten. Der Bistro-Table hat - nach eigenen Tests während der Messe - das Zeug dazu, jede Menge Freunde zu finden. Im Reigen von Mann-oh-Mann (Mensch ärgere Dich nicht), Backgammon und Domino ein weiterer erfolgverspre­chender Versuch, mit alten Spielen neue Gäste für die Unterhaltungs­spiele ohne Geldgewinn zu begei­stern.

 

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Als Blick in die Zukunft und eher für Leute, die zum Mischen zu faul sind, ist der Prototyp eines elektroni­schen Bildschirmskatspiels anzuse­hen. Alles funktioniert wie im richti­gen Leben, einschließlich Reizen und Drücken; aber anstelle der Karten wird der Joystick in die Hand genom­men. Wenn das Gerät vom Programm her schneller und der seitliche Sicht­schutz zu den benachbarten Bild­schirmen verbessert wird, könnten sich auch hierfür Freunde finden las­sen. Der gravierende Vorteil ist, daß man auch zu zweit nach allen Regeln der Kunst und des Deutschen Skat­bundes spielen kann. Denn im Notfall übernimmt der Computer die Rolle des dritten Partners. Bei Turnieren lassen sich zudem nach Abschluß des Wettkampfes die Ergebnisse aus­drucken.

 

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Dazu kamen bei adp zahlreiche Geräte, die unter dem Stichwort Blick in die Zukunft und somit als Prototy­pen vorgestellt wurden. Großen An­klang fanden vor allem zwei Geld­spielgeräte namens Magie Smoke und Express, die mit entsprechender Geräteverkleidung die Reisethemen auf höchst interessante Weise umset­zen. Einfachste Spielsysteme und ein fast intellektuelles Scheibendesign haben bereits während der Messe vie­le Besucher nach dem Liefertermin fragen lassen. Dennoch ist es völlig of­fen, ob die Geräte überhaupt in die Serie gehen.

 

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Ähnlich wie bei zwei anderen Proto­typen namens Premiere und Krone, die gleichfalls zwar als Prototypen vorgestellt wurden, deren Spielsyste­me sich zum Teil deutlich von den bis­herigen unterscheiden. Beim Krone beispielsweise soll das Spiel nur zehn Pfennig kosten, als Gewinnsymbole dienen Fruchtbilder. Beim Premiere könnten neuartige Punkte-Jackpots zum Einsatz kommen, die durch un­terschiedliche Gewinnkombinationen aufgefüllt und ausgelöst werden.

 

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Zu den erfolgreichsten Neuvorstel­lungen der Löwen aus Bingen gehört ohne Zweifel der Tornado. Ein Geld­spielgerät, das mit vielen Risikoein­stiegen und Kleingewinnen die Her­zen der Geldspielfans erobern soll. Schnelle, kurze Jackpots, die vier­zehnfache Chance, 100 Sonderspiele zu erreichen, und die aggressive Jack­pot-Schaukel ergänzen das Erschei­nungsbild. Ein völlig neues Erschei­nungsbild hingegen bietet der Qua­driga. Verkürzte äußere Risikoleitern, eine zusätzliche für Sonderspiele in der Mitte, und die Verringerung auf vier kleine Jackpots sorgen ebenso für schnelle Erfolgserlebnisse wie Um­stiegsausspielungen oder die Tatsa­che, daß in nur acht Stufen, bei Risiko im Sonderspiel in nur fünf Stufen, der Spiel-Himmel erreicht werden kann.

 

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Verschiedenes

 

Gegen den Missbrauch von Fun Games organisierte sich Widerstand. Die Aktion Rote Karte wurde ins Leben gerufen, mit der Aufsteller den gesetzesuntreuen Nachbarn anzeigen sollten:

 

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Andere versuchten mit Gewinnspielen Erfolg zu haben.

 

Gewinnspiel

 

Und sollte der böse Einbrecher kommen, wird er ein sehr böses Wunder erleben.

 

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Mancher Aufsteller mag sich das auch gegen die schlitzäugige Konkurrenz wünschen, die Kurs auf den deutschen Markt nahm

 

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Eine Überleitung zum nächsten Thema fällt mir schwer. Die Automatenbranche zeigt erste zaghafte Schritte, einen eigenen Ausbildungsberuf zu kreieren. Es sollte noch über zehn Jahre dauern, bis dies realisiert wird. Was hat das jetzt mit Hackfleisch zu tun? Keine Ahnung.

 

Hackfleisch

 

 

Bügelbahn

 

Hans Melchers, ein Aufstellerurgestein aus Viersen, war unser Gastgeber während einer IMA-Tour. Bernie kann längere Geschichten über ihn erzählen. Eine handelte von einer „Bügelbahn“, und ich wusste nicht was er meinte. Vielleicht eine Art Carera-Rennbahn? Wegen folgendem Artikels aus dem Automatenmarkt weiss ich endlich, um was es geht.

 

 

Bügelbahn1.jpgHans Melchers hat sich ein Freiluftspiel ins Haus geholt

 

Strategie ist angesagt, wenn man auf ihr spielt. Früher wurde sie aus Lehm geformt, der vorher in Ochsenblut getränkt wurde. Die Rede ist von einer Bügelbahn. Im Spiel- und Sportcenter von Hans Melchers in Viersen steht solch eine Bügelbahn. Allerdings ist sie aus Vollkunststoff gefertigt. Wir haben sie uns vor Ort angeschaut und das Spiel erklären lassen

 

Das Bügelspiel ist ein alter Volkssport, der 1331 in den Annalen der Stadt Lüttich erstmals erwähnt wurde", weiß Hans Melchers, der sich mit dieser Materie genauestens auseinandergesetzt hat.

 

Demnach kann man also davon aus­gehen, daß das Bügelspiel schon vor 1330 betrieben wurde. Wie man alten Schriften entnehmen kann, vertrie­ben sich vor allem adelige Stiftsdamen ihre Freizeit mit dem Bügelspiel. Doch wie so oft, mischte sich die Obrigkeit ein und verbot dieses Spiel. Auch in Lüttich wurde diese „Unsitte" im Jah­re 1331 untersagt: „Unerlaubte Spiele wie Würfelspiele und Kugelspiele - auch das Bügelspiel - dürfen auf kei­nen Fall betrieben werden!"

 

Nachdem bis etwa 1970 keine Bügel­bahnen am Niederrhein mehr zu fin­den waren - mit Ausnahme von Mön­chengladbach-Hardt und Süchteln­ Hagenbroich -, wurde 1977 im niederrheinischen Freilichtmuseum Dorenburg in Grefrath eine aus Wald­niel stammende Bahn eröffnet. Aber erst 1983 kam es mit der ersten Nie­derrheinischen Bügelmeisterschaft zu einem regen Spielbetrieb. Das Bügel­spiel war damit aus seinem Dorn­röschenschlaf erwacht.

 

Als der Aufstellunternehmer Hans Melchers die Entwicklung des Bügel­spiels verfolgte, kam er ins Grübeln: „Üblicherweise wird das Bügelspiel draußen gespielt. Aber was draußen geht, muß eigentlich auch drinnen möglich sein!"

 

Also überlegte Hans Melchers, wie er solch eine Bahn in seinem Spiel­ und Sportcenter bauen konnte. Von Spielgästen aus Holland wußte er, daß dieser Sport dort sehr gefragt ist. Dort wird das Spiel sogar bis zur Bundesli­ga gespielt, allerdings im Freien. „Das schwierigste beim Bau der Bü­gelbahn war, den richtigen Bodenbe­lag zu finden", erinnert sich Melchers. „Zusammen mit holländischen Spie­lern bin ich auf die Suche nach dem optimalen Material gegangen. Nach langem Hin und Her und vielem Aus­probieren habe ich mich dann für Kunststoff entschieden. Heute kann ich zu Recht sagen, daß ich wohl über die einzige Hallenbügelbahn aus Voll­kunststoff in Deutschland, vermutlich sogar in der ganzen Welt verfüge."

 

Und daß diese Bügelbahn im Spiel­ und Sportcenter von Viersen bei den Gästen ankommt, zeigt sich nicht nur darin, daß die Einheimischen ihre Freizeit immer öfter mit dem Bügel­spiel verbringen, sondern auch aus Holland viele Sportler anreisen. „Die Holländer kommen mindestens einmal im Monat, um auf meiner Bü­gelbahn zu spielen. Meistens bringen sie ihre Frauen mit, die dann während dieser Zeit einkaufen gehen", freut sich Hans Melchers.

 

Bügelbahn2.jpgDoch nun zur Bahn und dem Bügel­spiel selbst. Die Bügelbahn ist maxi­mal 10,50 Meter lang und 5,15 Meter breit. Der eiserne Bügel hat einen Durchmesser von etwa 27 Zentime­tern und steht in der Bahnmitte, ein Viertel der Gesamtlänge von der hin­teren Bande entfernt. Die Bügelbahn ist ringsum mit Brettern verschalt. An der vorderen Seite begrenzt eine etwa 25 Zentimeter breite und rund fünf bis zehn Zentimeter tiefe Rinne die Bahn,

 

Zum Spiel benötigt man vier Kugeln aus Kunststoff (zwei rote und zwei weiße), die etwa vier Kilogramm schwer sind und einen Durchmesser von 18 Zentimetern haben. Diese Kugeln wer­den mit Holzschlä­ger oder Holzschip­pen bewegt.

 

Beim Bügelspiel spielen entweder zwei Einzelspieler mit jeweils zwei Ku­geln oder vier Spie­ler - wobei jeweils zwei Spieler ein Doppel bilden - mit jeweils einer Kugel. Das Spiel beginnt durch Abschlag von der Rinne aus. Ein Fuß muß dabei in der Rinne stehen, der andere auf der Bahn. Die Vorlage der Kugel darf die Markierung rechts und links der Bahn nicht überschreiten.

 

Von dort muß die Kugel so gespielt werden, daß sie entweder den Bügel, die Bande oder eine andere Kugel berührt. Die zu spielende Kugel darf vom Anschlag aus die Kugel des Geg­ners nicht direkt in die Rinne spielen. Das ist nur möglich, wenn sie vorher Kontakt mit der Bande, dem Bügel oder einer anderen Kugel hatte. Das Schieben der Kugel ist verboten. Die zu spielende Kugel muß in gerader Li­nie gespielt werden, dabei darf der Schläger nicht seitlich im Bogen ge­führt werden.

 

„Das klingt zwar in der Theorie alles sehr kompliziert, aber wenn man erst einmal angefangen hat, dieses Spiel zu spielen, kommt man ganz schnell in die Regeln rein", weiß Hans Mel­chers aus eigener Erfahrung.

 

Er beschreibt das Bügelspiel als eine Mischung aus Billard und Schach: „Vor allem ist es ein Strategiespiel, bei dem nicht nur der nächste, sondern auch die darauf folgenden Schläge durchdacht und berücksichtigt wer­den müssen. Außerdem ist es sehr ge­sund, denn das Bügelspiel erfordert eine Menge Bewegung!"

 

 

 

Gauselmann Ideenbörse

 

 

Mitarbeiter denken mit

 

Gauselmann-Ideenbörse hoch im Kurs

 

Allein 62 000 Mark an Prämien vergab die Gauselmann AG bislang an ihre Mitarbeiter für neue Ideen. Dabei wurden nicht nur Vorschläge rund ums Spielgerät gemacht, sondern zum Beispiel auch für das Unternehmensimage, die Werbung unt den Umweltschutz.

 

Eine hervorragende Bilanz wird nach den ersten sechs Monaten an der Gau­selmann-Ideenbör­se gezogen. 260 Mer­kur-Mitarbeiter richte­ten Verbesserungsvor­schläge an dieses Gremi­um der Gauselmann Gruppe. Häufig wurde gleich mehr als eine Idee ein­gereicht. Das Unternehmen vergab bisher mehr als 62000 Mark an Prämien.

 

Nerv der Ideenbörse getroffen

 

Schwerpunkte der Vorschläge: Spielfeatures, Spielideen, Wei­terentwicklungen, Neukonzeptio­nen und Detailverbesserungen bei Geldspielgeräten. Damit trafen die kreativen Merkurianer gleich den Nerv der Ideenbörse. Besonders „un­ersättlich", so kündigt das Unterneh­men in einer Broschüre an, seien die Bereiche „Alles rund ums Spiel­gerät", Fertigungs­optimierung, Merkur Spielothek und Frei­zeit von den Mitar­beitern mit Einfällen angegangen worden. Aber auch in kommunikationsintensiven Sparten wie Wer­bung, Image und Umwelt­schutz hatten Gauselmann-An­gestellte einige wertvolle Geistesblitze.

 

Nach Expertenmeinung schlägt Merkur mit einer Institution wie der Ideenbörse einen Weg ein, der „ideal für die Entwicklung einer mo­dernen und produktiven Unterneh­menskultur ist". Denn „das Kapital eines Unternehmens liegt in den Köp­fen der Mitarbeiter".     

 

 

 

Symbole

Einheitliches Auftreten nach innen und vor allem nach außen ist ein maßgebliches Qualitätsmerkmal eines Unternehmens. Mit Markennamen und Symbolen schafft man Sympathien und Kundenbindung. Der Markenwert eines Unternehmens ist oft grösser als seine Aktiva. Der Name Coca Cola soll Milliarden wert sein und würde gerne von einem Konkurrenten auf seine Brauseflaschen geklebt. Daher geht Gauselmann auch gerichtlich gegen jeden Mitbewerber vor, der seine Marken zu ähnlich gestaltet und vom positiven Image der adp Gruppe profitieren möchte.

 

 

Logo1.jpgGauselmann erweitert Corporate Identity

 

Die Merkur-Sonne strahlt jetzt in jedem Firmen-Logo

 

Die Merkur-Sonne steht traditionell als Gütesiegel für die Gauselmann­Gruppe. Nun erweitert der Konzern

 

Auf Geräten aus der adp-Produktion, auf der Außenwerbung der Merkur­Spielotheken und zahlreichen Acces­soires prangt das freundlich lächeln­de Markenzeichen der Spielemacher. Ab sofort müssen jetzt auch nicht mehr die letzten fehlenden Firmen­zeichen der einzelnen Unternehmen auf das Aushängeschild verzichten: Alle Logos tragen jetzt die Merkur­Sonne als einheitliches Zeichen ihrer Herkunft. Sowohl der Gauselmann­Großhandel als auch die Merkur­Spielotheken trugen von Anfang an die lachende Merkur-Sonne in ihrem Label. Und bei allen jüngeren sein Corporate Identity (CI) und inte­griert die Sonne in die Firmen-Logos seiner Tochterunternehmen.

 

Tochterfirmen des Großhandelsun­ternehmens wurde bereits in der Planung der Schriftzüge das Logo vorgesehen.

 

Zum Sprung über den großen Teich setzte das Symbol mit Gründung der Atronic an. Die Spezialisten für Ent­wicklung, Herstellung und Vertrieb von Casinogeräten bekamen das weltweit geschützte Einzelzeichen in ihr modernes Logo. Garant für ein un­verwechselbares Gesicht im interna­tionalen Markt. Die Merkur-Sonne erhielt im Zuge des Revirements auch adp und Stella. Beide mußten sich bis dahin mit einer vereinfachten Version begnügen. Nun wird dem Branchen­kundigen die Zugehörigkeit zu den marktführenden Spielemachern auf einen Blick deutlich. Für die Stella gilt dabei dasselbe Prinzip wie für Atro­nic: Auch in Norwegen, Holland und Tschechien zeigen, zu welcher Fami­lie man gehört. Letzter im Kreise der Sonnenembleme ist die Nova. Dem Schriftzug des traditionsreichen Ham­burger Automatenhauses wurde aber nicht nur das Emblem hinzugefügt, sondern gemäß den erweiterten Auf­gaben an der Alster auch der Name in­ternationalisiert: Aus Nova Apparate wurde Nova Games.

 

Logo2.jpg

 

Was Branchenkundige seit langem kennen, transportieren die neuen Lo­gos nun in die deutsche und interna­tionale Spielwelt und Öffentlichkeit: Die Merkur-Sonne, so das Unterneh­men, ist Symbol für Spielspaß, High­tech und Erfolg.           

 

 

Ab nach Java

 

 

Bei der Einführung des Geldspielgerätes Java star­tete NSM eine Telefonakti­on unter den Spielern, um mehr über deren Vorlieben und Geschmack zu erfah­ren. Verbunden damit konnten die Spieler eine Gewinnfrage beantworten. Wer die Antwort wußte, bei welcher Serienkombinati­on der linke Jackpot eine Stufe höher schaltet, hatte die Chance, eine 14tägige Reise auf die indonesische Trauminsel Java für zwei Personen zu gewinnen. Bri­gitte Gassert aus Filder­stadt wird diese Reise an­treten. Der Stuttgarter Niederlassungsleiter von Löwen Automaten übergab ihr persönlich den Reise­gutschein. Brigitte Gassert spielt vorzugsweise in einer Gaststätte, in dem das Geldspielgerät Java von dem heute 71jährigen Gründungsmitglied des Automaten-Verbandes Ba­den-Württemberg, Joannes Bebko, aufgestellt wurde.

 

Java.jpg

 

 

Spielsucht

In der immer noch ungelösten Spielsuchtdebatte werden jetzt die Aufsichten befragt. Die sollten ihre Kundschaft schließlich kennen. Aber auch ihren Job lieben, also werden sie öffentlich wohl kaum was Negatives über die Automatenindustrie von sich geben.

 

 

Problemspieler - nein danke

 

FIlona Klischa, Filialleiterin bei Merkur-Spielothek, arbeitet seit 14 Jahren in der Münzautomaten­branche. Im Laufe dieser Zeit hat sie viele Kundengenerationen erlebt und die unter­ schiedlichsten Gruppen kennengelernt

 

 

AUTOMATEN MARKT: Haben Sie Menschen erlebt, für die Spielen zum Problem wurde?

 

Ilona Klischat: Wenn man in dieser Branche arbeitet, kennt man die im­mer wieder aufflammende Diskussion um Spielsucht. Wissenschaftler zerbre­chen sich die Köpfe darüber und kom­men zu den unterschiedlichsten Ergeb­nissen bezüglich Spielsucht. Ich beob­achte hier vor Ort, was geschieht. Kom­men Kunden häufiger, registriere ich, was sie bei uns tun. Ich lerne ihre Spiel­vorlieben und ihr Spielverhalten ken­nen. Aufgrund meiner langjährigen Er­fahrungen spüre ich recht schnell, wenn jemand beim Spielen mehr Geld ausgibt, als er verkraften kann.

 

AUTOMATEN MARKT: Woher will eine Spielstättenaufsicht wissen, wel­che finanziellen Grenzen dem Spiel­gast gesetzt sind?

 

Khschat: Bevor ich Ihre Frage beant­worte, möchte ich auf die von Ihnen gewählte Berufsbezeichnung „Spiel­stättenaufsicht" eingehen. Es gibt in unserer Branche sicher Spielhallen, in denen das Personal die Funktion einer Aufsicht wahrnimmt. Das ist bei Mer­kur-Spielothek glücklicherweise an­ders. Die Filialleitungen und die Mit­arbeiterinnen werden durch ein auf­wendiges Schulungskonzept im haus­eigenen Aus- und Weiterbildungszen­trum geschult. Themen wie „Animati­on" oder „Umgang mit Kunden" ste­hen ganz oben auf dem Programm, darüber hinaus können sich Mitarbei­terinnen zur Spielberaterin ausbilden lassen.

 

Spielsucht.jpgAber nun zurück zu Ihrer Frage, wie wir die finanziellen Grenzen eines Spielgastes erkennen. Wir können da­bei natürlich nur von äußeren Anzei­chen, wie zum Beispiel der Kleidung, ausgehen und Rückschlüsse ziehen. Viel erfährt man aus Gesprächen. Wenn man weiß, welchen Beruf ein Spielgast ausübt und wo er arbeitet, läßt sich daraus schließen, was er un­gefähr verdient und wieviel er davon für seinen Spielspaß ausgeben kann. Erst recht, wenn man obendrein seine Familienverhältnisse kennt. Das alles erzählen uns die Gäste, ohne danach gefragt zu werden. Es ist übrigens großer Quatsch, wenn das Automatenspiel als der große Vereinsamer dargestellt wird. Nur wenige Spielgä­ste wollen mit dem Automaten allein sein. Das muß man respektieren. Die meisten aber suchen das Gespräch mit unseren Mitarbeiterinnen.

 

AUTOMATEN MARKT: Haben Sie Fälle erlebt, in denen die Kunden dann diese Traumwelt nicht wieder verlassen konnten? Klischat: Ein Fall hat mich vor Jah­ren ziemlich erschüttert: Es war ein Kunde, der sein letztes Geld verspiel­te. Er kündigte uns dies auch an. Was tun? Wir hatten den Kunden bereits seit längerer Zeit beobachtet. Unsere Versuche, ihn im Spiel zu bremsen, mit ihm zu reden, waren erfolglos. Heute kommt er nicht mehr zu uns, wir wissen allerdings, daß er heute in einer Sekte aktiv ist, die diesem sehr labilen, haltlosen Menschen scheinbar Halt und Orientierung gibt. Ganz an­ders verlief die Geschichte bei einem Kunden, der sich selbst den absoluten Kontrollverlust beim Spielen einge­standen hat. Wir haben seine Ent­wicklung miterlebt, mehrfach hatten wir sehr vorsichtig versucht, ihn auf sein Problem anzusprechen. Aber er reagierte mit Ablehnung, wollte über seine Probleme nicht reden. Und ge­nau da liegt die Problematik und un­sere Aufgabe. Da wir keine Psycholo­gen sind, können wir nur ein Ge­spräch oder ein offenes Ohr bieten. Aber aus der Misere heraus wollen muß der Mensch schon aus eigenem Antrieb. Darüber hinaus können wir natürlich versuchen, den Kunden quasi vor sich selbst zu schützen, zum Beispiel durch Hausverbot, denn wir haben kein Interesse daran, daß sich ein Kunde bei uns finanziell ruiniert. Mit dem Hausverbot ist aber sein Pro­blem nicht gelöst, wahrscheinlich spielt er dann woanders weiter. Glück­licherweise hatte dieser Fall ein Hap­py-End. Der Kunde begann eine The­rapie, heute ist er Stamm-Billardspie­ler. Wo sein Problem lag, weiß ich auch heute nicht. Besonders beunruhigt bin ich immer, wenn junge Auszubildende für ihre Verhältnisse zu viel Geld ver­spielen. Bei einer konkreten Nachfra­ge, woher sie das Geld hätten, erhielt ich von einigen Jungs die stolze Ant­wort, sie hätten Kredite aufgenom­men. Mich hat es damals erstaunt und verärgert, daß Kreditinstitute ihren jungen Kunden gegenüber eine derar­tige Kreditpolitik betreiben.

 

AUTOMATEN MARKT: Halten Sie die Anwendung der selbstbeschrän­kenden Maßnahmen für sinnvoll?

 

Klischat: Unsere Kunden weisen im­mer wieder darauf hin, daß sie schließlich erwachsen sind und schon wüßten, was sie tun. Allerdings glau­be ich, daß wir mit unseren Hinweisen im Inneren der Menschen doch ein we­nig bewirken, sie können es uns nur nicht zeigen, besonders, wenn sie ge­rade verloren haben und dies auch als Niederlage empfinden. Darum gehört es für mich dazu, daß ich meine Kun­den beobachte und ihnen immer wie­der die Möglichkeit zum Gespräch an­biete, denn allein die Tatsache, daß je­mand zuhört, in einer Zeit, in der kei­ner mehr Zeit zum Zuhören hat, kann vielleicht schon helfen.       

 

 

 

Und wenn das nicht hilft, zerren wir wieder einen Wissenschaftler ins Rampenlicht, und lassen den mal richtig über Dr. Meyer herziehen. Bisschen lang der Artikel, aber lesenswert. Immerhin wissen wir dann, dass Marburg 11 belastete Spieler hat.

 

 

Spielsucht durch Geldspielautomaten?

 

Der bekannte amerikanische Spielforscher Custer hat ein­mal in einem Interview die Geldspielautomaten in Zusammen­hang mit klassischen Glücksspielen als Spielzeug bezeichnet. Wie kommt dieser Kenner der Spielsuchtszene zu einer derartigen Aussage? Bei klassi­schen Glücksspielen ist es in aller Re­gel möglich, bei jedem neuen Spiel das bisher verlorene Geld auf einmal zurück zu gewinnen. Man kann bei­spielsweise jahrelang jede Woche Lot­to gespielt haben, ohne zu gewinnen und dann in einer Ausspielung mit dem Hauptgewinn alles verlorene Geld zurückgewinnen und darüber hinaus so viel Geld zusätzlich gewin­nen, daß man sich zur Ruhe setzen kann. Dies alles ist bei einem Geld­spielautomaten nicht möglich. Je län­ger man spielt, um so weniger ist es möglich, überhaupt das bisher ver­spielte Geld zurück zu gewinnen. Höhere Gewinne als Verluste sind al­lenfalls nach den ersten hundert Spie­len möglich. Es handelt sich somit ein­deutig um ein Unterhaltungsspiel, für dessen Unterhaltung und Spaß man bezahlen muß, und nicht um ein Glücksspiel im Sinne klassischer Glücksspiele. Deshalb hält treffender­weise Custer den Geldspielautomaten in bezug auf sein Gefahrenpotential, abhängig werden zu können, für ein Spielzeug!

 

Allein aus diesen Darlegungen wird deutlich, daß es sich bei dem Geld­spielgerät nicht um ein Glücksspiel im klassischen Sinne handeln kann, son­dern daß diese Spielautomaten von ih­rer Spielstruktur her eher vergleich­bar sind mit Punktspielgeräten, in de­nen lediglich Punkte gewonnen wer­den können, die die Spielzeit verlän­gern. Punktspielgeräte sind zwar überwiegend Kompetenzspiele, im Er­leben der Spieler unterscheiden sie sich aufgrund ihrer strukturellen Ei­genschaften jedoch nicht wesentlich von den Geldspielgeräten.

 

Die Frage bleibt offen, warum gibt es überhaupt Häufigspieler, die für diese Art der Freizeitbeschäftigung mehr Geld ausgeben, als sie sich leisten kön­nen und so erheblich in Schwierigkei­ten geraten können.

 

Meyer nennt als entscheidenden Grund den in Aussicht gestellten ho­hen Erwartungsgewinn. Nach unse­ren Untersuchungen an den Automa­ten spielt das Geld in aller Regel eine untergeordnete Rolle; eher lockt der Reiz des Risikos, die persönliche Aus­einandersetzung mit dem Schicksal, mit dem Zufallsgenerator des Auto­maten und mit dem lustvollen Erle­ben der physischen und psychischen Hochs und Tiefs. In diesen Auseinan­dersetzungsprozeß werden alle Fami­lien-, Berufs- und Daseinsprobleme hineinprojiziert. Offenbar bildet die Gleichförmigkeit der Spielsituationen dafür einen guten Nährboden.

 

Meyer macht neben den hohen Er­wartungsgewinnen die Spielstruktur des Automaten für die hohe Spielper­sistenz bei pathologischen Spielern verantwortlich, wobei diese Spiel­struktur eine Verstärkerfunktion in seinem lerntheoretischen Modell ein­nimmt:

 

                     Verstärkerfmktion von gelegentli­chen Gewinnen

                     kurze Zeitintervalle zwischen ein­zelnen Spielen

                     Suggestion von Kontrolle durch Start-, Stopp- und Risikotasten

                     ständige Verfügbarkeit der Spielau­tomaten

                     Wechseln des Geldes in kleine Ein­heiten und damit Verlust der

                     Wertschätzung für das Geld.

 

S. Waadt untersuchte bereits 1988 den Verlauf von Spielerkarrieren. Nach ihren Ergebnissen spielten Gelegenheitsspieler etwa über fünf Jahre mit der gleichen Intensität. Mit den Jahren schien die Häufigkeit eher ab­zunehmen als zuzunehmen. Nach Untersuchungen von Bührin­ger und Herbst hat sich das Spielver­halten insgesamt in den alten Bun­desländern über Jahre kaum verän­dert. Häufigspieler wurden in ihrer Entwicklung über vier Jahre verfolgt (vier Meßpunkte bei 199 Personen):

 

nur relativ wenige unbelastete Spieler wurden zu belasteten Spielern wenn ein Spieler ein Jahr lang mehr als fünf Stunden pro Woche spielt, dann liegt das Risiko zwischen 30 und 40 Prozent, daß sich psychi­sche Belastungen einstellen

treten psychische Belastungen auf, dann zeigt sich die Tendenz, die Spiel­intensität zu reduzieren. Sie fallen - ein Jahr dauert es etwa - in die Grup­pe der Seltenspieler zurück.

 

Wir selbst fanden bei Häufigspielern an Geldspielgeräten wesentlich höhe­re Leistungswerte am Flipper als bei anderen Spielergruppen. Offenbar be­zieht sich das Häufigspielen nicht al­lein auf den Geldspielautomaten, auch Häufigspielen an Kompetenz­spielen kann Formen annehmen, die zu persönlichen Problemen führen. Letztlich kann jede intensive Freizeit­beschäftigung eine Einengung der persönlichen Freiheit bedeuten und insbesondere dann, wenn die Kosten die persönlichen Möglichkeiten über­steigen, zu Problemen in den sozialen Beziehungen führen. So fand Waadt, daß viele Fragen in dem Pathologie-Fragebogen von Mey­er eher mit stimmt beantwortet wur­den allein aufgrund der Tatsache des Häufgspielens, denn Häufigspieler an Videogeräten erreichten ähnlich hohe Skalenwerte in dem Fragebogen wie Häufigspieler an Geldspielgeräten.

 

Der Pathologie-Fragebogen mißt da­her eher allgemein Aspekte und Kon­sequenzen von hoher und für die be­treffende Person schädlicher Spielin­tensität. Für manche wird das häufige­re Spielen zur Gewohnheit und allmäh­lich zu einer unliebsamen Gewohnheit, von der sie nur schwer wieder loskom­men. Schließlich können solche Ge­wohnheiten in selteneren Fällen zum persönlichen Problem werden, ohne je­doch Symptome einer Sucht im klassi­schen Sinne anzunehmen.

 

Dies würde auch erklären, warum die erdrückende Mehrheit (etwa 99 Prozent der 34 Millionen Automatenspieler) den von Meyer verteufelten Spielstrukturen des Geldautomaten widerstehen und kein pathologisches Spielen zeigen. Nach repräsentativen Erhebungen ist in den alten Bundes­ländern mit 32 000 Vielspielern zu rechnen, von denen etwa 25 Prozent sich durch das Vielspielen belastet fühlen. Dies sind rund 8 000 Personen, von denen wiederum nur ein Teil als therapiebedürftig anzusehen ist.

 

In Abbildung 1 ist dieser Sachver­halt einmal auf die Universitätsstadt Marburg angewandt worden. Wie gering die Zahl der Häufig­spielenden einzu­schätzen ist, wurde uns deutlich, als wir über Monate mit großen Schwierigkei­ten versucht haben, im Marburger Stadt­und Landkreis eine größere Stichpro­be von Häufigspielern an Geldspielau­tomaten für unsere empirischen Un­tersuchungen zu finden. Damit soll keinesfalls das Problem verniedlicht werden, sondern eher die durch Pressekampagnen in der Bevöl­kerung entstandenen falschen Vor­stellungen von einer Volksgesund­heitsgefährdung durch Automaten­vSpielsucht den Tatsachen entspre­chend korrigiert werden.

 

Spielsucht2.jpgE. K Scheuch sieht für Jugendliche ebenfalls keine Gefährdung durch den Geldspielautomaten. In der Beliebt­heitsskala bei Jugendlichen rangiere der Geldspielautomat auf dem absolut letzten Rang. Der Automat sei für die Jugendlichen zweitrangig, im Vorder­grund stehe die Begegnung mit ande­ren Jugendlichen. Aufgrund empiri­scher Befunde kommt Scheuch zu der Auffassung, daß der normale Jugend­liche in einer Clique lebt, die es mit ihrem breiten Aktivitätsspektrum nicht zulasse, daß sich einzelne ir­gendeiner Sache mit größerer Inten­sität auf Kosten eines breiten Verhal­tensspektrums widmen würden.

 

Unter männlichen und weiblichen Automatenspielern rangierte in der Beliebtheitsskala von 14 unterschied­lichen Spielkategorien der Geldspiel­automat ebenfalls auf dem letzten Rang. Er wurde von Männern und Frauen eher als uninteressant und langweilig eingestuft.

 

Nimmt man Spielautomaten die Ri­sikomöglichkeiten, so fällt ein solcher Automat in der Attraktivitätseinstu­fung noch entschieden weiter ab. Wir konnten sogar beobachten, daß viele Spieler dadurch, daß sie bei dem Punktspielgerät nur auf selten auftre­tende Gewinnkombinationen aus wa­ren, sich in Ermangelung der Risiko­leiter ihr eigenes Risiko schufen.

 

Meyer macht nachdrücklich die Risi­komöglichkeiten und Sonderspielsy­steme der Geldspielautomaten für die Spielpersistenz von Häufigspielern verantwortlich, wodurch es zu Kon­trollverlust und Abstinenzunfähigkeit der Spieler komme.

 

Nach dieser These müßte sich das Ri­sikoverhalten am Geldspielautomaten erheblich von dem Risikoverhalten an Spielautomaten ohne Gewinnmöglich­keit unterscheiden, denn den Punkt­spielgeräten wird keinerlei suchtauslö­sende Funktion nachgesagt. Schilling untersuchte 120 Spieler in 120 Spieldurchgängen (etwa eine Stunde Spielzeit inklusive Protokoll und so weiter) an einem Geldspiel­und einem äußerlich ähnlichen Punktspielgerät.

 

Er fand ein nahezu gleiches Risiko­verhalten an beiden Automaten, was einen besonderen Einfluß von Geldge­winn und -verlust auf das Risikover­halten bei Geldspielgeräten aus­schließt. Nicht einmal häufiger auftre­tende Sonderspielserien in den zwei­ten 60 Spielen vermochten die einmal eingeschlagene Risikostrategie der Spieler an dem Geldspielgerät zu ver­ändern.

 

Die Mittelwerte der Risikoquoten waren in den ersten und zweiten 60 Spielen geradezu identisch. Aus den begleitenden Aussagen der Spieler er­gab sich, daß das Risikoverhalten we­sentlich durch die Lust am Riskieren bestimmt wird und damit vom Persön­lichkeitstyp des Spielers abhängt und keinesfalls - wie Meyer dies auch heu­te noch behauptet - von der Spiel­struktur des Geldspielautomaten. Wer häufig an Geldspielautomaten spielt, tut dies nicht in erster Linie, um Geld zu gewinnen, sondern weil er den erlebnisreichen, sich ständig wie­derholenden Spannungsbogen des je­weils erneuten Riskierens sucht. Für diesen Lustgewinn zahlt der Spieler wie bei allen anderen Unterhaltungs­automaten.

 

Nach Brengelmann ist das Spielver­halten an Geldspielgeräten als kon­trolliertes Ausüben von Risikolust und Risikobereitschaft viel eher ein Hinweis auf die psychische Gesund­heit und das Erfolgsstreben als ein In­diz für Mißerfolg

oder gar Krank­heit. Der verschwindende Anteil unkontrollier­ten Riskieren be­schränkt sich nach eigenen Ergebnissen keinesfalls auf Häufigspieler. Sie unterscheiden sich von Gelegenheits­spielern in ihren Risikoquoten in 120 Spielen nicht einmal signifikant.

 

Wie ist diese Diskrepanz zwischen unseren Ergebnissen und den Befun­den von Meyer zu erklären?

 

Meyer untersuchte die Risikobereit­schaft über einen Fragebogen und ver­suchte, das Risikoverhalten über ei­nen Glücksspielversuch zu operatio­nalisieren. Wir fanden jedoch nur un­bedeutende beziehungsweise nicht si­gnifikante Zusammenhänge zwischen Risikofragebogen, Risikoversuchen und dem tatsächlichen Risikoverhal­ten an den Spielautomaten. Das tat­sächliche Risikoverhalten an einem Geldspielgerät hat danach wenig mit Risikomaßen zu tun, die außerhalb die­ser Spielsituation gewonnen werden. Unsere Ergebnisse basieren auf immer­hin 36 000 Spielabläufen. Risiko- und Sonderspiele stehen damit in keinem Zusammenhang mit dem sogenannten pathologischen Spielverhalten. Allein der Typ Spieler entscheidet über sein Risikoverhalten an Automa­ten, und dieses Verhalten ist nach un­seren Befunden recht konstant über verschiedene Kompetenz- und Zufalls­spiele. Wer zum Beispiel alle einge­henden Gewinne riskiert, zeigt aus­schließlich Interesse an dem Risiko­prozeß selbst völlig unabhängig von Gewinn und Verlust, dem allenfalls Moderatorfunktion in der Lustgewin­nung durch den ständigen Span­nungswechsel zukommt. Aufgrund dieser Ergebnisse und Zu­sammenhänge fällt die Argumentati­on von Meyer, der Automat würde süchtig machen, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Geldspielgeräte sind genauso gefährlich oder unge­fährlich wie Videospiele, Flipper, Punktspielgeräte oder andere Kompe­tenzspiele mit und ohne Risikosystem.

 

Es bleibt danach die Frage nach der im Vergleich zu den aktiven Automa­tenspielern doch relativ kleinen Zahl von etwa 8 000 oder höchstens doppelt so vielen subjektiv belasteten Spie­lern, von denen einige erfolgreich, an­dere weniger erfolgreich mit unter­schiedlichen Therapieformen behan­delt werden.

 

Man nehme eine Person, die auf­grund ihrer Persönlichkeitsstruktur nicht ganz unbeteiligt ist an Schwie­rigkeiten am Arbeitsplatz, in der Ehe oder in dem Zurechtkommen mit dem eigenen Leben. Häufig haben solche Personen, die sich von der Gesell­schaft betrogen fühlen, zudem Schwierigkeiten im Umgang mit Geld, ja mit den Leistungsprinzipien unse­rer Gesellschaft. Viele von ihnen kön­nen den Verlockungen der Konsumge­sellschaft nicht widerstehen: sie kau­fen ihre Wohnungseinrichtung, even­tuell ein teueres Auto und so weiter - auf Kredit. Sie leben, wie viele in Deutschland, über ihre Verhältnisse. Wenn man diesen Menschen einre­det, der Geldspielautomat sei eine per­fekte Glücksspielmaschine, an der mit 30 Pfennig 150 Mark in nur 25 Minu­ten zu gewinnen seien, dann werden sie versuchen, dies auch zu bekom­men. Allerdings - und das ist das Be­trügerische an den Aussagen der Suchtverfechter - wird sich bald her­ausstellen, daß sie längerfristig ziem­lich genau 28,80 Mark für jede Stun­de Spielzeit aufbrin­gen müssen, um dem Phantom des ihnen in Aussicht gestellten Glücks über längere Zeit nachstellen zu kön­nen. Automaten­spiel wird zur Ge­wohnheit. Gewohn­heiten sind ohne zusätzliche Merkma­le jedoch nicht mit Suchtverhalten zu verwechseln. Jedem Menschen fällt es schwer, Gewohnheiten abzulegen. Da­bei spielt es kaum ein Rolle, ob diese Gewohnheiten positive oder negative Vorzeichen haben.

 

Das Spielen bringt zudem die Mög­lichkeit, die Alltagsschwierigkeiten zu vergessen. Wenn diese Menschen ihre Lebenssituation durch die ständigen Kosten ihrer vermeintlichen Glücks­spiele erheblich verschlechtert haben, dann wird ihnen weiter eingeredet, sie seien spielsüchtig wie ein Alkoholiker oder Drogenabhängiger, das heißt, der Automat als Quasidroge sei schuld an diesem Dilemma. Diesen Menschen wird dann die Verantwortlichkeit für ihr Handeln abgesprochen. Alle Schulden, alle Verfehlungen, aller Mist, der gebaut wurde, können pa­thologische Spieler mit auf die Spiel­sucht abladen.

 

Die Selbsthilfe redet ihren Mitgliedern geradezu ein, daß sie arme Schweine sind

 

So formuliert Klaus Hübner: „Viele Gutachter gehen in die Selbsthilfesze­ne und suchen sich dort ihre Klientel. Da haben sie dann leichtes Spiel, denn die Selbsthilfe redet ihren Mitgliedern geradezu ein, daß sie arme Schweine sind, die für ihre Sucht gar nichts kön­nen und daß sie ihre Situation nur dann in den Griff bekommen, wenn sie sich zusätzlich noch von der Selbst­hilfegruppe abhängig machen." Diese etwas zynische Formulierung trifft jedoch das Kernproblem:

 

Wenn der Geldspielautomat über keinerlei spezifisches Suchtpotential verfügt, dann kann es nur an den Spielern selbst liegen, die bestimmte Voraussetzungen, soziale Konstella­tionen und häufig einschlägige Glücksspiel-Vorerfahrungen mitbrin­gen, daß sie sich paradoxerweise stän­dig selbst durch zu hohe Spielfrequen­zen bestrafen. Dies erklärt vor allem, warum nur eine verschwindend gerin­ge Anzahl von Geldspielautomaten­Spielern behandlungsbedürftig wird.

 

Im Gespräch mit abhängigen Spie­lern wurde deutlich, daß diesen Spie­lern eingeredet wird, der Automat sei schuldig, weil er eine eigentlich zu ver­bietende Glücksspielmaschine dar­stelle. Wir haben diesen Spielern die Funktionsweise des Geldspielautoma­ten erklärt und ihnen deutlich ge­macht, daß bereits nach einigen 10 000 Spielen 40 Prozent des Geld­einsatzes mit einer Schwankungsbrei­te von wenigen Prozent verloren sei, es gäbe bei längerem Spiel nichts zu gewinnen. Sie möchten doch bitte ein­mal 14 Tage lang sehr genau die Geld­einsätze und -gewinne notieren. Nach­dem zwei Spieler dies versuchten, wa­ren sie von dem Ergebnis offensicht­lich überrascht: „Das ist ein Mistauto­mat, an dem kann man ja gar nicht ge­winnen, an dem spielen wir nicht mehr!"

 

Aufklärung ist danach bitter not­wendig, die öffentliche Meinung zu re­vidieren, es handele sich bei den Geld­spielautomaten um ein gefährliches Glücksspiel. Diese unberechtigte und durch keinerlei Fakten zu belegende Diskriminierung der überwiegenden Mehrheit (99 Prozent) der kontrolliert und souverän spielenden Menschen in Deutschland, hat beispielsweise dazu geführt, daß bei einer Befragung von rund 400 Spielern und Spielerinnen 53 Prozent der männlichen Spieler der Meinung waren, sie könnten unter be­stimmten Umständen spielsüchtig werden (31 Prozent ja, 22 Prozent viel­leicht) und immerhin 26 Prozent der weiblichen Spieler diesem Vorurteil ebenfalls erlagen (vier Prozent ja, 22 Prozent vielleicht).

 

Vielleicht haben diese Vorurteile da­zu geführt, daß mancher Spieler häu­figer und intensiver spielt, als er dies an einem nicht ins Gerede geratenen Unterhaltungsautomaten mit Ge­winnmöglichkeit tun würde. Sicher aber sind die Verfechter der Automa­ten-Spielsucht-Theorie dafür verant­wortlich zu machen, daß viele der abhän­gigen Spieler ihre Verantwortung ge­genüber sich selbst leichtfertigerweise aufgegeben haben und unter der Schutzbehauptung, spielsüchtig zu sein, ihre verfahrene Si­tuation als schick­salsgegeben anse­hen.

 

Dies ist die denkbar unvorteilhafte­ste Ausgangsposition für eine erfolg­reiche Therapie, denn gerade der ab­hängige Spieler muß lernen, sein Le­ben wieder in die Hand zu nehmen, seine Probleme zu meistern, indem er sein eigenes Tun bewerten lernt, sein Selbstvertrauen gestärkt wird und er Einsicht gewinnt in die Wirkzusammenhänge der eigenen Handlungen. Interessanterweise sind bestimmte Persönlichkeitsmerkmale notwendig, um den Vorurteilen, der Geldspielau­tomat sei ein Glücksspiel, zu erliegen. Es sind Menschen mit äußeren Kon­trollmerkmalen, Menschen, die sich von außen steuern

lassen, die anderen eher Glauben schenken als ihren eigenen Werthaltungen.

 

Für Brengel­mann sind die Spielangebote da­bei nebensächlich. Als negative Merk­male einer solchen Persönlichkeitsstruktur stellt er her­aus:

 

                     Streßreaktionen

                     negative Lebensbewertung

                     soziale Inkompetenz

                     soziales Desinteresse

                     Zurückhaltung

 

Dauerndes Spielen an einem Auto­maten, an dem es auf längere Sicht nichts zu gewinnen gibt, ist eher ein Erkennungsmerkmal für Menschen, die mit sich selbst und ihrem Leben nicht zurechtkommen.

 

J. Weidenhammer äußert in einem Interview: „Exzessives oder pathologisches Spielen ist immer eine Störung beim Spielenden, die in seiner Per­sönlichkeit begründet ist und die Ursache für den krankma­chenden Prozeß ist. Überwei­sen in eine Selbsthilfegruppe halte ich nach wie vor für das Eingeständnis eines therapeu­tischen Mißerfolges."

 

H. Puhe weist auf einen in­teressanten psychologischen Zusammenhang hin. Seiner Meinung nach zeigen Geld­spielautomatenspieler einen starken Arbeitscharakter. Sie gehen absolut routiniert mit dem Automaten um. Das Au­tomatenspiel wird als Fort­setzung des ewig Gleichen er­lebt, das diese Leute aus dem Arbeitsalltag kennen. Bei Kompetenzspielen wird Ver­lieren und Gewinnen allen of­fengelegt. Beim Geldspielau­tomat weiß keiner, wieviel Geld ich hineingesteckt habe. Nur wenn ich gewonnen ha­be, macht der Automat meine Umgebung akustisch auf meinen Sieg, meinen Erfolg aufinerk­sam, während er meine Verluste, mei­ne Niederlagen dezent übergeht: Kein Glück zu haben, werde innerlich zum Verlieren umgemünzt.

 

Bekannt sei eine hohe Fluktuation und Abbruchrate in den Selbsthilfe­gruppen, die darauf hindeute, daß die Abstinenzforderung lediglich das Symptomverhalten unterdrücke. Die Therapie muß daher zunächst den Spieler aufklären, daß er nicht Opfer, sondern Täter ist, der für sich und für seine Handlungen zuständig und ver­antwortlich ist. Der Therapeut muß sich ein möglichst vollständiges Bild von den Problemen und Eigenarten des Patienten machen, um positiv auf seine Lebensgestaltung einwirken zu können. Die vereinfachte und plakati­ve Diagnose Spielsucht verhindert ge­radezu eine differenzierte diagnosti­sche und therapeutische Vorgehens­weise.

 

Es ist nicht zu leugnen, daß klassi­sche Glücksspiele in hohem Maße zu Abhängigkeit führen können. Voraus­setzung sind jedoch Unverhältnismäßig hohe Gewinne und Verluste, die eine Vermögensgefähr­dung bedeuten müssen. Erst die Aus­sicht auf den großen Gewinn, der unabhängig macht, der Ansehen und Macht verleiht, läßt bei vielen Menschen das Risiko nicht mehr kontrollieren. Klettert der Jackpot beim Lotto in Millionenhöhe, so spie­len bis zu 20 Prozent mehr Menschen, um dieses Ziel zu erreichen, obwohl die Wahrscheinlichkeit, zu gewinnen, sich nicht verändert hat.

 

Diese Goldgräber-Mentalität hat nach den vorliegenden Ergebnissen jedoch nichts mit den Geldspielautomaten zu tun, bei dem die relativ klei­nen Gewinne in aller Regel zur Ver­längerung der Spielzeit benutzt wer­den. Die Spielsucht-Verfechter sprechen dann in Zusammen­hang mit Geldspielgeräten auch nur von hohen Verlusten und niemals von hohen Ge­winnen.

 

Es muß eine deutliche Trennlinie zwischen dem Geldspielautomaten und den klassischen Glücksspielen ge­zogen werden. Psychologisch gesehen spielt sich bei klassi­schen Glücksspielen qualita­tiv und quantitativ etwas an­deres ab als bei dem Risiko­verhalten am Geldspielauto­maten. Es ist eine irrige Auf­fassung, daß der gleiche psy­chologische Mechanismus in verdünnter Form am Geld­spielautomaten zu beobach­ten sei. Man sollte endlich damit aufhören, dem Spieler einzureden, es handele sich bei dem Geldspielgerät - um eine gleiche Glücksspielma­schine wie bei den klas­sischen Glücksspielen. Die Gefahr geht also nicht vom Geldspielautomaten aus, son­dern von denen, die ihn ver­teufeln.

 

 

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Las Vegas

Ein Bericht aus der Hauptstadt des Spielens. Wann machen wir dort die Hauptversammlung?

 

 

Show Biz Las Vegas

 

Impressionen aus der Welthauptstadt des Automatenspiels. Ein Veteran gewährt Blicke hinter die glitzernden Fassaden. Wie ein Deutscher in Las Vegas mit und für sein Unternehmen die Karten neu aufmischt

 

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Etwa acht Kilometer lang ist der Strip, die Hauptstraße von Las Vegas. Superhotel reiht sich an Superhotel. Zu beiden Seiten der sechsspurigen Autostraße. Wenn ein gewisser Hang zum Gigantismus eine amerikanische Eigenschaft ist, dann ist Amerika hier am amerikanisch­sten.

 

2.jpgWo der Strip nach Süden hin zu En­de ist, mit dem Rollfeld des Flugha­fens im Hintergrund und dem jüng­sten Luxusbau, Luxor, schräg gegen­über, liegt Klondike Inn. Zwischen ihm und dem Luxor liegen etwa 500 Meter und Welten. Doch es ist dieselbe Welt, in denen beide ihren Platz ha­ben. Wie in Las Vegas überhaupt alles weit auseinander und doch ganz eng zusammengedrängt ist.

 

Besitzer des Klondike Inn ist John Woodrum. Der 57jährige Amerikaner hat einen abenteuerlichen Lebenslauf aufzuweisen, der auf diese Stadt in der Wüste zugeschnitten zu sein scheint. Geboren wurde er als Farmer­sohn in Kentucky. Als 14jähriger riß er von zu Hause aus. Ihm fehlte der Hang zur Scholle. Er schloß sich Schaustellern an, mit denen er über Jahrmärkte zog. Von Stadt zu Stadt.

 

Als 25jähriger kam John Woodrum vor 32 Jahren nach Las Vegas. Da streikte sein klappriger Gebrauchtwa­gen. Vergaser kaputt. Kein Geld für ei­nen neuen Vergaser. Die Umstände zwangen ihn etwas zu tun, das ihm vom Naturell her am meisten zuwider war: John Woodrum wurde seßhaft. Erster Job als Tellerwäscher. Stufen­weises Emporarbeiten brachte ihn empor bis zum Partner seines Chefs.

 

„Damals gab es noch nicht die großen Hotels, die heute das Stadtbild prägen", erinnert sich Woodrum. „Es war eine Ansammlung von kleinen ge­duckten Motels. Ein-, höchstens mal zweistöckig. Aber jedes mit großem Casino. Während in den übrigen USA das Glücksspiel verboten war, wurde hier in der Wüste richtig Geld damit gemacht."

 

3.jpgAls Mitinhaber des Hotels, wo er als Tellerwäscher angefangen hatte, zähl­te John Woodrum mit zu den Geldver­dienern. Nach vier Jahren reichten seine Ersparnisse aus, um sich an der äußersten südlichen Peripherie von Las Vegas dieses Motel zu kaufen. Nachdem ihn sein Partner ausgezahlt hatte, war er sein eigener Herr. Er ist es bis heute. Eine typische amerikanische Mil­lionärskarriere!

 

Auf die zurückhaltend geäußerte Vermutung, daß er doch wohl Mil­lionär sei, kommt die Antwort blitz­schnell und ebenso zurückhaltend: „Mehrfacher!" Nicht mal etwas Stolz, der in diesem Wort enthalten ist, schimmert durch. Geschweige denn Arroganz. John Woodrum ist kein Millionär in Nadel­streifen. Angezogen wie ein Jogger streift er durch sein Casino, klopft hier diesem, dort jenem Spieler freund­schaftlich auf die Schulter, findet für jeden ein aufmunterndes Wort. Dabei gibt es keine Wiederholungen. Jeder Spieler fihlt sich individuell vom Chef willkommen geheißen, als sei gerade er der Mittelpunkt des Ganzen.

 

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Wie fast alle Unternehmen in Las Vegas ist Klondike Inn an sieben Ta­gen in der Woche 24 Stunden rund um die Uhr geöffnet. Rund 16 Stunden täglich ist der Chef persönlich im Be­trieb. Auch sein Sohn, der noch Be­triebswirtschaft studiert, verbringt hier seine freie Zeit mit Arbeit.

 

„Dann habe ich ihn von der Straße", scherzt Vater John. „Die Theorie von der Uni mag heute ja wichtig sein. Aber handfeste Praxis ist durch nichts zu ersetzen!" Zigmillionenfach strömen aus allen Teilen der Welt die Menschen nach Las Vegas, um zu spielen. Doch sind es diese zum geringeren Teil, die im Klondike Inn Tage und Nächte an den Slotmaschinen verbringen. Hierher kommen in erster Linie Menschen, die selbst mit und vom Spielen leben, teils mittel- und zum größeren Teil unmit­telbar. Es sind die Einwohner von Las Vegas, die im Spielerparadies ihr Geld verdienen und ausgeben. Ihre Zahl be­wegt sich derzeit um die erste Million.

 

1930, ein Jahr bevor der Staat Neva­da das Glücksspiel legalisierte, waren es ganze 5165, die hier mitten in der Wüste ihr Leben fristeten. Fünfzig Jahre brauchte danach die aufblühen­de Touristenattraktion, um es auf 164 275 Einwohner zu bringen. Sechs­mal so viele sind es jetzt, knapp ein­einhalb Jahrzehnt danach.

 

Zehn der elf größten Hotels der Welt stehen hier. Und zwischen 80 und 90 Prozent der auf dem gesamten Erd­ball betriebenen Glücksspielautoma­ten. Ein paar Namen und Zahlen: MGM Grand mit 5 505 Zimmern und knapp 4 000 Slotmaschinen stellt die Spitze dar. Es folgen Excalibur mit 4 032 Zimmern und fast 3 000 Spielau­tomaten. Weiter Flamingo Hilton (3174: 2 250), Las Vegas Hilton (3 049 : 1 350), The Mirage (2 832 : 2 380), Bally's (2 832 : 1 900), Circus Circus (2 688 : 2 500), Treasure Island (2 637 2 450), Imperial Palace (2 526: 1950) und Luxor (2100: 2 700).

 

Großenteils ist die Bettenkapazität von Las Vegas erst in den letzten zehn Jahren auf nahezu 200 000 angewach­sen. Und sie wächst weiter. Damit steigt die Zahl der Arbeitsplätze. Al­lein Bally's, das unter den größten Ho­tels nur eine mittlere Position ein­nimmt, beschäftigt rund 4 000 Mitar­beiter.

 

Die Bettenzahl hat kaum Aussage­kraft über das, was rund 70 Millionen Gäste Jahr für Jahr hier suchen. Sie kommen nicht zum Schlafen. Sie wol­len sich vergnügen. Für sie ist Las Ve­gas ein Eldorado, das in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat.

 

6.jpgThere is no business like showbusi­ness! Las Vegas ist Showbiz total! In den Bäuchen der großen Hotels tür­men sich ganze Fantasiestädte auf. Beispiel Luxor: Die gigantische Spie­gelglaspyramide ist im Inneren nur an der Außenhaut mit langen Korridoren versehen, die zu den 2 100 Gästezim­mern führen. Der übrige überwiegen­de Hohlraum ist mit einer Fantasie­stadt ausgefüllt, wo man einkaufen, sich entspannen, aber auch in einer Mischung von Hochgeschwindigkeits­geisterbahn und Museum eine Reise in die ägyptische Vergangenheit un­ternehmen kann.

 

Während das Luxor durch den Bauch einer überdimensionalen Sphinx zu betreten ist, muß nebenan zum Excalibur eine von mittelalterli­chen Ritterfiguren besetzte Zug­brücke überwunden werden. Wenn drinnen die Fanfaren von Herolden schmettern, übertönt es sogar das tau­sendfache Klickern und Klimpern der Spielautomaten. Äußerlich wirkt das über 4 000 Zimmer umfassende zweit­größte Hotel der Stadt, als hätte Bay­ernkönig Ludwig ein Schlößchen aus Legosteinen gebastelt. Vergangenheit und Zukunft werden hier mit Träu­men vermischt zu einer Einheit, die zur wohltuend wirklichkeitsfernen Wirklichkeit verschmilzt.

 

Ähnlich Caesar's Palace, wo das alte und das gegenwärtige Rom auf einem Fleck zu erleben sind. Der Palast be­herbergt die schönste und fantasie­vollste Einkaufsmeile der Welt. Edel­boutiquen umsäumen hinter altrömi­schen Fassaden die mit Marmor ge­pflasterte Straße. Der Himmel ist mit zarten Wölkchen bemalt, die sich beim Bummeln zu bewegen scheinen. Vom Strip aus wird diese Fashion Mall über ein langes Laufband er­reicht. Doch kein Laufband führt vom Eingang aus zurück auf die Straße. Da wird der Besucher zunächst über ein anderes Laufband ins Casino transportiert, wo er sich durch ein La­byrinth von Spielgeräten einen Weg nach draußen erst suchen muß.

 

In Las Vegas ist alles Gold, was glänzt. Aller Glitzer und Glimmer ist nur Beiwerk zum Spiel, um das sich alles dreht. Ob man sich im Harrah's, das als Schaufelraddampfer vom Mis­sissippi zum Strip verlagert worden zu sein scheint, den Live-Rhythmen einer Jazzband hingibt, oder im Cir­cus Circus Artisten unter der Beton­zeltkuppel bewundert, stets locken zigtausende von Slotmaschinen, an denen kein Weg vorbeiführt.

 

Maschinen bauen, wo das Spiel zu Hause ist

 

420 Maschinen stehen allein im Ca­sino des Klondike Inn von John Wood­rum. Aus dem Überangebot von über 80 Herstellern beschränkt er sich auf zwei: IGT (International Game Tech­nology) und Bally. Beide Firmen sind im Bundesstaat Nevada angesiedelt, IGT in Reno und Bally in Las Vegas selbst. Spielmaschinen könne man am besten dort herstellen, wo das Spielen zu Hause ist, meint Woodrum.

 

Bally habe dies erst vor fünf Jahren erkannt, als es eigentlich schon zu spät war. Trotzdem liegt Verklärung in seiner Stimme, wenn er diesen Na­men erwähnt. Von den 420 Maschi­nen, die er derzeit stehen hat, sind 297 von Bally. Es werden bald wohl noch mehr sein, wenn der endlich ge­fundene neue Weg des Unternehmens konsequent fortgesetzt werde.

 

Es habe eine Zeit gegeben, wo 90 Prozent aller Slotmaschinen in der Welt den Namen Bally trugen. Doch das läge schon 20 Jahre zurück. Vor drei Jahren habe der Marktanteil der einstigen Spitzenmarke höchstens noch ein Prozent betragen. Doch seit zwei Jahren gehe es spürbar wieder aufwärts. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Berliner Hans Kloß die Präsident­schaft der neuen Bally Gaming Inc. übernommen, die aus dem hervorge­gangen ist, was früheres Mißmanage­ment übriggelassen hatte.

 

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Ein Deutscher an der Spitze eines US-Konzerns. Das hatte zunächst ei­niges Aufsehen erregt. Das Wirt­schaftsmagazin World Trade regi­strierte das Ereignis gar mit Hans Kloß auf der Titelseite.

 

„Made in Germany, das steht hier für Mercedes, für Präzision und Zu­verlässigkeit", sagt John Woodrum. „Vielleicht ist das deutsche Element für die Wiedergeburt der Weltmarke gerade zum richtigen Zeitpunkt ge­kommen."

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7.jpgImmerhin sei es ein gebürtiger Deutscher' gewesen, der vor hundert Jahren Liberty Bell, die erste Slotma­schine, erfand. Der legendäre Charlie Fey hatte 1862 in Vohringen an der Donau das Licht dieser Welt erblickt. Als sechzehntes von 21 Kindern der 46jährigen Maria Fey und ihres Ehe­manns Karl Josef Gustav Adolf. Des­sen Vornamen Karl fügte der Sohn später als Einwanderer in den USA seinem wirklichen Vornamen hinzu. Daraus w