Automatenpedia 1994

Neuauflage Mai 2010

 

Von Esteka für www.goldserie.de

Goldserie e.V. – 1. Deutscher Verein der Münzspielfreunde

 

Politisches, Wirtschaftliches und Sportliches

 

Ereignisse des Jahres 1994

 

·         Januar: Die Deutsche Bahn AG wird gegründet

·         12. Februar: Eröffnung der XVII olympischen Winterspiele in Lillehammer Norwegen. Sie sind die ersten Spiele außerhalb des „normalen“ Zyklus, der vom IOC geändert wurde, um alle zwei Jahre abwechselnd Winter- und Sommerspiele auszurichten

·         27. April: Erste freie Wahlen und damit Ende der Apartheid in Südafrika

·         27. April: Erste freie Wahlen in Südafrika

·         28. September: Schweden/Estland. Untergang der Passagierfähre „Estonia“ auf der Fahrt von Tallinn nach Stockholm. Mit ihr verlieren 852 Menschen ihr Leben. Größte zivile Schiffahrtskatastrophe nach Ende des Zweiten Weltkrieges

·         10. November: Irak erkennt die Grenzen Kuwaits an

·        13. November: Michael Schumacher wird erster deutscher Formel 1 Weltmeister mit insgesamt 92 Punkten. Einen mehr als sein Konkurrent Damon Hill

 

Nummer 1 Hits 1994

 

·         Meat Loaf: : Would Do Anything For Love (But I Won't Do That)

·         Ace of Base: The Sign

·         Bryan Adams, Rod Stewart & Sting: All For Love

·         Magic Affair: Omen III

·         Bruce Springsteen: Streets Of Philadelphia

 

 

Politisches aus der Automatenwirtschaft

 

Pessimismus macht sich in der Branche. Allge­mein wird geklagt und gejammert. Schuld daran haben natürlich auch die rechtlichen Rahmenbedin­gungen, insbesondere auch Entscheidungen der Ge­richte. Vergnügungssteuer und Mehrwertsteuer dro­hen die gesamte Branche zu erdrosseln.

 

Der ewige Kampf gegen die Vergnügungssteuer eskaliert im Jahr 1994 mit folgenden Meldungen:

 

Interview in der Automatenmarkt 1/1994 mit Paul Gauselmann:

 

 

Automaten-Markt: Wir selbst haben an unserem Erscheinungsort Braunschweig eine Aufstel­lerinitiative ins Leben geru­fen. Die ersten Kontakte zur Kommunalpolitik stehen bereits. Dann wird uns aber entgegengehal­ten, wir sollten erst mal Beweise brin­gen, daß die Vergnügungssteuer nicht mehr zu verkraften ist.

 

Gausehnann: Das ist doch dummes Zeug, was da so von seiten einiger Kommunalpolitiker geredet wird. Ge­hen diese Leute denn mit geschlosse­nen Augen durch die Wirklichkeit? Es kann doch nicht unbemerkt geblieben sein, daß von acht großen Spielstät­tenketten bereits fünf pleite sind! Wel­che Beweise für den erdrosselnden Charakter der Kumulierung von Mehrwert- und Vergnügungssteuer sollen wir denn noch beibringen! Ich bin ganz sicher, daß diese Steuerbela­stung zumindest in ihren Auswirkun­gen verfassungsrechtlich nicht halt­bar ist. Ein erstes Signal erwarte ich bereits vom Europäischen Gerichts­hof, der vom Hanseatischen Oberver­waltungsgericht in Sachen Mehrwert­steuerpraxis zur Stellungnahme auf­gefordert worden ist. Die anderen eu­ropäischen Länder haben sich klar ge­gen die deutsche Auffassung ausge­sprochen, wonach jede eingeworfene Münze gleich Umsatz ohne Abzugs­möglichkeit ist.

 

 

In der Automatenmarkt 5/94 wird eine Resolution des Automatengewerbes vorgestellt, die von allen Automatenunternehmern und ihren Angestellten unterzeichnet dem Petitionsausschuss des Bundestages und der Landtage zugestellt werden soll. Eigentlich ist es ein Wunder, dass es heute, im Jahre 2007, immer noch Automatenhersteller und –aufsteller gibt.

 

 

AKTION: STOPPT DEN VERGNÜGUNGSSTEUERWAHNSINN

Schluss mit dem Würgegriff

 

Mit Massenpetitionen bei Bund und Ländern will die Unterhaltungs­automatenwirtschaft nach der Sommer­pause Aufmerksam­keit für ihre Probleme in den Parlamenten wecken

 

Der Automaten-Verband Baden-Württemberg hat, wie gemeldet, den An­fang gemacht. Eine Unter­schriftensammlung für eine Petition gegen den Sperrzeiten­terror hat bereits begonnen. Eine weitere Petition gegen den Vergnügungssteuer­wahnsinn soll folgen. Gleich­zeitig wird dann eine ähnli­che Aktion in allen Bundes­ländern gestartet, in denen Höchstsätze für die Vergnü­gungs- oder Automaten­steuer nicht durch ein Landesgesetz gere­gelt sind. Eine solche Rege­lung be­steht außer in den Stadtstaaten nur in den Bun­desländern Branden­burg, Nordrhein-Westfa­len, Rheinland-Pfalz und Saarland.

 

Schlimmer noch als die Vergnügungssteuer bedroht die multipliziert erhobene Umsatzsteuer das Automa­tengewerbe. Jede Belastung allein wäre notfalls zu ver­kraften. Erst durch die Häu­fung (Kumulation) droht Erdrosselung. Darum wer­den die Spitzenverbände der Unterhaltungsautomaten­wirtschaft beim Bund die Bildung einer Arbeitsgrup­pe einfordern, von der die verschiedenen restriktiven Maßnahmen im einzelnen und in ihrer Gesamtheit überprüft und Übersteue­rungen vermieden werden sollen. Auch dafür ist eine Petition vorgesehen, für die Unterschriften von Bran­chenangehörigen, ihren Fa­milien, den Gastwirten so­wie Spielgästen gesammelt werden. Die damit unter­stützte Petition hat folgen­den Wortlaut:

 

„Spielhallenflut" und „Spiel­sucht" haben in den vergan­genen Jahren als Schlag­worte die politische Diskus­sion über das Spielgewerbe auf Bundes-, Landes- und Ge­meindeebene ge­prägt. Wie so oft war das Schlagwort dem Augenmaß bei der Ein­schätzung der wirklichen Gefahren für den Einzelnen und die Allgemeinheit sowie bei der Wahl der Ab­hilfe versprechenden Maß­nahmen abträglich. Daß auch der Unterhal­tungsautomatenwirt­schaft die Grund­rechte des Grund­gesetzes zur Seite stehen und sich daher die in diesem Bereich Tätigen auf die Berufsfrei­heit berufen können, und daß das Spielen auch an Geldspielgeräten zur grund­rechtlich verbürgten allge­meinen Handlungsfreiheit gehört, bleibt weitgehend unbeachtet. Die nicht zu be­streitende Kompetenz des Staates zur Mißbrauchsab­wehr wurde in einer Weise genutzt, die nicht nur aus Sicht der Unterhaltungs­automatenwirtschaft eine Ausgewogenheit von grund­rechtlich verbürgter Freiheit und grundrechtlich zulässi­ge Freiheitsbegrenzung ver­missen läßt.

 

Bund, Länder und Gemein­den haben zudem, seit sich vor einigen Jahren mit der wachsenden Freizeit und dem wachsenden Einkom­men eine rasche Entwick­lung des Gewerbes abzu­zeichnen schien, das ihnen zur Verfügung stehende ge­samte Instrumentarium ein­gesetzt, ohne die verschiede­nen Maßnahmen aufeinan­der abzustimmen. Derzeit wirken die in derAnlage auf­gelisteten Veränderungen, vor allem in den Bereichen des Spielrechts und des Bau­rechts, des Umsatzsteuer­rechts und des Vergnü­gungssteuerrechts und nicht zuletzt die Verlängerungen der Sperrzeit, und zwar je­weils einander verstärkend, derart massiv auf die Bran­che ein, daß nicht nur die einstmals befürchete Ent­wicklung gehemmt wird. Vielmehr sieht sich das Ge­werbe in einem„ Würgegriff". Rückläufige Verkaufszahlen bei den Spielgeräten, damit verbunden Kurzarbeit und Arbeitsplatzverlust bei den Geräteherstellern,

 

Betriebs­schließungen und in letzter Zeit sogar die stark wach­sende Zahl der Konkurse von bundesweit tätigen Spielhallen-Filialunterneh­men erweisen sich als alar­mierende Indikatoren eines regulativen Übermaßes. Ungereimt erscheint auch, daß man sich der Automa­tenwirtschaft gegenüber zur Rechtfertigung derart ein­schneidender Maßnahmen auf Gefahren der „Spiel­sucht" beruft, daß dieses Ar­gument aber gegenüber den von den öffentlichen Händen getragenen Spielbanken und ihren Automatensälen, letzt­lich gegenüber allen staat­lich konzessionierten Glücks­spielen, nicht zählt. Offen­kundig wird hier ein und dieselbe Sache mit zweierlei Maßgemessen. Mit unserer Unterschrift möchten wir auf diesem Mißstand hinweisen und uns dafür aussprechen, daß möglichst rasch eine Arbeits­gruppe gebildet wird, die sich aus Repräsentanten der verschiedenen Entscheidungs­ebenen zusammensetzt. Sie soll die Wirkungen der verschiedenen restriktiven Maßnahmen im einzelnen und in ihrer Gesamtheit fort­laufend überprüfen, Vor­schläge erarbeiten, um den Übersteuerungen entgegen­zuwirken, und alle künftigen Maßnahmen koordinieren sowie auf die Umsetzung ih­rer Vorschläge hinwirken.

 

Wortlaut der Petition und Unterschriftenlisten wer­den in Kürze allen Automa­tenunternehmen über ihre Verbände und den Fach­großhandel zugestellt.

 

 

Mit dem Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Frieder Birzele, wurde in der gleichen Automatenmarkt ein Interview geführt unter der dicken Überschrift:

 

Wie fühlt man sich als Existenzenkiller, Herr Minister ?

 

Auf einer Sitzung des Deutschen Automaten Verbandes beschreibt der damalige Vorsitzende, Karl Besse, die aktuelle Lage:

 

 

Als herausragendes Ereig­nis in 1993 bezeichnete er das 40 Pfennig-Spiel. Seine Warnung vor zu großer Eu­phorie bei den neuen Gerä­ten, habe sich bestätigt. Im Schnitt hätte das 40 Pfen­nig-Spiel keine Umsatzstei­gerungen eingebracht. Gleich­zeitig sei aber auf allen Ebe­nen ein Konjunkturrück­gang festzustellen gewesen - auch die Spielgäste selbst müßten finanziell kürzer treten. „Unsere Gäste zeigen aber Ermüdungserscheinungen", meinte Besse. „Und das liegt zumeist an der mangelnden Attraktivität der Geräte. Nur können wir dafür nicht die Industrie allein verant­wortlich machen. Es sind die Regeln, die uns hier Gren­zen setzen."

 

Auf der einen Seite werde vom Verordnungsgeber alles reglementiert. Auf der ande­ren Seite trete der Staat, zum Beispiel mit seinen Ca­sinos und Lotterieveranstal­tungen, in Konkurrenz mit der Automatenbranche. Das sei ein Widerspruch.

„Der Staat schreibt uns Restriktionen vor und eröff­net gleichzeitig neue Casi­nos - das ist Schizophrenie! Mit dieser Doppelzüngigkeit dürfen und können wir uns nicht abfinden. Wir müssen dagegen kämpfen", forderte Besse. Gleichzeitig appellierte er aber auch an die Industrie, noch mehr Kraftanstrengungen in den innovativen Bereich zu legen. Aber auch der Aufsteller selbst sei Mit­lieferant von neuen Ideen und sollte sich dazu in den verschiedenen Gremien im­mer wieder äußern. Nur mit neuen Ideen könne man neue Kunden gewinnen und alte zurückerobern.

 

 

Die Suchtdiskussion war im vollem Gange, und die Automatenbranche fühlte langsam Oberwasser gegen den „Intimfeind“, dem Psychologen Dr. Gerhard Meyer.  In einem Gegengutachten“ ist plötzlich der Psychologe selbst schuld an der Existenz Spielsüchtiger:

 

 

PROF. DR. FRIEDHELM SCHILLING

Darum sind Meyers Behauptungen falsch

 

Das dem Geldspielgerät angelaste­te Suchtpotential durch hohe Ge­winnaussichten (bei 30 Pfennig Ein­satz sei in einer Hunderter Sonder­serie mit einem Gewinn von 150 Mark zu rechnen) ist widerlegt. Bei einem Einsatz von 30 Pfennig be­trägt der Höchstgewinn drei Mark abzüglich 30 Pfennig Einsatz = 2,70 Mark. Dieser Höchstgewinn kann je­doch weiter riskiert werden. Der höhere theoretische Gewinn mündet dann in Sonderspielserien. Er wird also später ausgezahlt. Aber immer nach dem Grundsatz höchstens das Zehnfache des Einsatzes pro Spiel. Um in einer Hunderterserie 150 Mark dem Automaten zu entlocken, müssen mindestens 60,30 Mark auf­gewendet werden. Und dafür muß der Spieler durchschnittlich eine Stunde an dem Automaten spielen. Geldspielgeräte sind daher keine Glücksspiele, sondern Unterhal­tungsautomaten mit Gewinnmög­lichkeit im Sinne des Gesetzgebers. Im Gegenteil: Der Häufigspieler ver­liert ziemlich genau 40 Prozent sei­nes Einsatzes. Er bezahlt für die Be­nutzung des Unterhaltungsautoma­ten. Er kann also gar nicht gewin­nen! Dadurch jedoch, daß dem Spie­ler eingeredet wird, dies sei ein Glücksspielgerät, versucht er ständig neu, sein Glück zu machen. Darum ist davon auszugehen, daß durch die Thesen der Anhänger des Suchtmo­dells die Problematik an den Geld­spielautomaten erst entstanden ist.

 

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Stachel der Erfolglo­sigkeit

Ein Politiker führt über Jahre einen Feldzug gegen die Automatenwirtschaft. Ein harmlosen Freizeitvergnü­gen wird verteufelt und stranguliert. Da werden schon mal schwere Geschütze gegen die Politik aufgefahren.

 

 

Mai 1987: Der Göppin­ger SPD-Abgeordnete Frieder Birzele stellt im Landtag von Baden-Würt­temberg einen Antrag - Drucksache 9/4436 -, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, eine Rei­he von restriktiven Maß­nahmen gegen die Un­terhaltungsautomatenwirt­schaft einzuleiten.

 

Am 7. August des gleichen Jahres lehnt die Landesre­gierung die Vorstellungen des Antragstellers unter an­derem mit dem zentralen Hinweis auf geltendes Ver­fassungsrecht ab. Mit erfri­schender Offenheit stellt die Landesregierung im übri­gen fest, daß die Spielstät­tenentwicklung Spiegelbild eines wachsenden Interes­ses der Bevölkerung an die­sem Freizeitangebot ist. Die Entwicklung stehe offen­sichtlich damit im Zusam­menhang, daß die arbeits­freie Zeit stetig zunehme und sich nicht wenige Men­schen für die Nutzung ihrer Freizeit von dem Unterhal­tungsangebot in Spielhallen angesprochen fühlten. Der Begründung von Herrn Bir­zele, wonach ein Eingreifen unter jugendschutzpoliti­sehen Gesichtspunkten not­wendig sei, widerspricht die Baden-Württemberger Lan­desregierung, indem sie be­tont, „ ... daß die Spielhal­lenbetreiber die Jugend­schutzvorschriften durch­weg einhalten. Weder von der Polizei noch von den für den Jugendschutz verant­wortlichen Institutionen sei­en Klagen über Verstöße ge­gen § 8 JÖSchG laut gewor­den."

 

Alles in allem eine deutli­che Abfuhr für den Antrag­steller.

 

Der Stachel der Erfolglo­sigkeit sitzt tief. Sechs Jahre später, Herr Birzele ist inzwischen zum Innen­minister avanciert, setzt er seine Attacken gegen die Branche fort. Auf allen Fel­dern, die im Rahmen seiner weitverzweigten Kompe­tenzen Bezug zur Unterhal­tungsautomatenwirtschaft haben, manifestiert sich sei­ne Abneigung in Form von Unterlassungen und Re­striktionen. Konkret: Dem ausufernden Treiben eini­ger Kommunen bei der Festsetzung astronomi­scher und erdrosselnder Vergnügungssteuersätze sieht er - obgleich zum Res­sort des Innenministers die Kommunalaufsicht zählt - tatenlos zu. Den ganz großen Knüppel holt er zum Jahresende 1993 heraus. In einer Nacht- und Nebelakti­on - die selbst bei den mei­sten Kommunen zu Irrita­tionen führt - bringt er eine Verordnungsänderung auf den Weg, nach der die Sperrzeit für Spielstätten bereits um 22 Uhr statt vor­her um 24 Uhr beginnt. ngesichts dieser ein­schneidenden Maßnah­me fragt sich der neutrale Beobachter, welche konkre­ten Gründe ein solches Vor­gehen rechtfertigen. Sorge vor einem angeblichen Spiel­stätten-Boom wie schon 1987? Wohl kaum. Statt steigender Spielstättenzah­len gibt es eine ansteigende Tendenz zu Schließungen. Baden-Württemberg bildet ohnehin das Schlußlicht bei der Spielstättendichte im Vergleich zu allen anderen Bundesländern. Die Spiel­stättendichte liegt 50 Pro­zent unter Bundesdurch­schnitt! So muß dann plötz­lich das Schlagwort von den „Problemen in den Kommu­nen" herhalten. Bis zur Stunde jedoch warten wir vergebens darauf, daß statt solcher pauschalen und un­belegten Verdächtigungen Roß und Reiter genannt werden.

 

So stellt sich denn zwangs­läufig die Frage, welche Gei­steshaltung und welche Ab­sichten hinter einem Vorge­hen stecken, an dessen Ende der ökonomische Exitus ei­nes mittelständischen Wirt­schaftszweiges absehbar ist.  Wir verspüren heute in vielen Lebensberei­chen eine subtile Art von wachsender Zensur. Verant­wortlich hierfür ist auch jener Politiker, der meint, den Bürger vor einem harmlosen Freizeitvergnü­gen schützen zu müssen, das er - ohne Rücksicht auf das demokratische Tole­ranzgebot - für negativ hält. Er schickt sich damit an, seine partikulare Moral und mehr noch, seinen individuellen guten Ge­schmack, zur Norm zu erhe­ben. Dabei bleiben grund­sätzlich Freiheitsrechte auf der Strecke, werden einge­schränkt oder geopfert auf dem Altar angeblich morali­scher Wertestandards oder Wertenormen. Der Schwei­zer Soziologe Prof. Werner Fritschi stellt genau diese Art der Normierung in Fra­ge und betont:

 

In einer pluralistischen Gesellschaft ist eine objekti­vierbare, allgemein gültige und verbindliche Wertnorm kaum mehr formulierbar. Im Gegensatz zu jener früher geschlossenen Denk­welt, mit einer verbindli­chen Ethik, sind heute die Meinungen und die Ideolo­gien über das, was schädlich sei oder nicht, derart vielfäl­tig und widersprüchlich, daß ein politischer Konsens kaum mehr besteht, und da­mit die Anwendung von re­striktiven Bestimmungen a priori fragwürdig wird.". Und er fragt weiter, ob die moralischen Entrü­stungen und Stellungnah­men todernster Moralisten, die mit verbissener Miene restriktive Maßnahmen for­dern, nicht oft als Ersatz für das fehlende Verständnis in technischen Dingen und psy­chologischen Zusammen­hängen dienen, wobei Ver­teufelung der Technik und Kulturpessimismus Arm in Arm gehen.

 

Spiele sind immer Spiegel ihrer Zeit. Moderne Spiel­stätten sind nichts anderes als ein typisches Produkt unserer sogenannten Frei­zeitgesellschaft. Wer etwas genauer hinsieht, der merkt sehr schnell, daß sich in Spielstätten die soziale Wirklichkeit widerspiegelt, daß Spielen an Unterhal­tungsgeräten für viele Men­schen auch eine kompensa­torische Antwort auf die Be­lastungen der oftmals kol­lektiven Arbeitswelt dar­stellt - eben ein Stück indi­vidueller Freiheit. Das alles verträgt sich naturgemäß nicht mit den Auffassungen jener Tugendwächter von ei­genen Gnaden, die davon überzeugt sind, mit ihrer Haltung das sogenannte sittliche Empfinden der Ge­sellschaft zu verkörpern. irzeles Version vom mündigen Bürger kann und darf so nicht akzeptiert werden. Er möge sich zu Herzen nehmen, welche von hohem demokratischen Verfassungsverständnis ge­tragene Position sein SPD­ Kollege Franz Müntefering, Arbeits- und Sozialminister des Landes Nordrhein­Westfalen, in diesen Fragen nachlesbar einnimmt: „In einer pluralistisch ausge­richteten Gesellschaft, in der dem einzelnen Men­schen ein Höchstmaß an persönlicher Freiheit zur Verfügung steht, kann nicht gleichzeitig der Staat dieses Grundrecht des Bürgers in der Weise umkehren, indem erhebliche Beschränkun­gen für gesellschaftlich ak­zeptierte Freizeitbereiche verordnet werden, nur weil sie für eine geringe Anzahl von Menschen ein Problem bedeuten, für die Vielzahl der Menschen aber eine wünschenswerte Verwirklichung ihres Spielbedürfnis­ses mit Unterhaltungswert darstellen."

 

Birzele übersieht völlig, wenn er heute mit re­striktiven Schritten seinen Unmut über das vergebli­che Bemühen in 1987 Luft machen möchte, daß in der Zwischenzeit die Branche erheblich eingeengt und zur Ader gelassen wurde. Die novellierte Baunutzungs­verordnung trat am 26. Ja­nuar 1990 in Kraft. Die Baugebietskategorien, in denen Spielstätten allge­mein zulässig sind, redu­zierten sich von sechs auf ei­ne einzige. In der Spielver­ordnung erfolgten weitere restriktive Eingriffe, die zu Attraktivitätsverlusten bei Geldspielgeräten führten. Das gleiche gilt für die frei­willigen selbstbeschränken­den Vereinbarungen mit der Bundesregierung, die allesamt eine Einigung be­deuten. Gigantisch gewach­sene Belastungen durch branchenspezifische Mehr­wert- und Vergnügungs­steuerregelungen traten in Kraft und führten zu einem Anwachsen von Konkursen und Arbeitsplatzverlusten. ie verträgt sich das al­les mit unserem Grundgesetz und unserer Wirtschaftsverfassung? Die Ausübung des Spielhallen­gewerbes steht grundsätz­lich unter dem Schutz des Artikels 12 des Grundgeset­zes. Der Staat hat durch un­zählige Gesetze und Verord­nungen für den Unterneh­mer Rahmenbedingungen und damit einen Vertrau­enstatbestand geschaffen. Eine Marktwirtschaft kann jedoch nur funktionieren, wenn die zugrundeliegende Rechtsordnung zumindest mittelfristig stabil ist. Diese Verläßlichkeit der wirt­schaftspolitischen Rahmen­bedingungen ist der Nähr­boden für jedes unterneh­merische Engagement. Wie soll ein Unternehmer ver­antwortlich planen, inve­stieren, langfristige Verträ­ge abschließen und auf die­ser Basis ein Return an In­vestment errechnen, wenn in kurzen Abständen die wirtschaftspolitischen Rah­menbedingungen geändert werden und zwar in einer Weise, die ein Überleben nahezu unmöglich machen. n einem Seminar des Deutschen Instituts für Urbanistik zum Thema Spielstätten hat im August 1988 der damalige Ministe­rialrat im Wirtschaftsmini­sterium von Nordrhein­ Westfalen Dr. jur. Michael Manke warnend den Zeige­finger erhoben und erklärt: „Artikel 12 des Grundgeset­zes, der die Berufsfreiheit schützt, läßt ohne Zweifel das Recht des Staates, die Art der Berufsausübung zu regeln, unangetastet. Es ist jedoch unstreitig, daß Aus­übungsregelungen de facto einem vollständigen Be­rufsverbot gleichkommen können, nämlich dann, wenn sie von einer bestimmten beruflichen Tätigkeit grund­sätzlich abschrecken, weil sie diese völlig unrentabel machen.

 

Gewerberechtlichen Rege­lungen und Einschränkun­gen dürfen also keine ima­ginären Gefahren zugrunde gelegt werden, sondern der­artige Gefahren müssen be­weisbar sein, und wenn von Gefahren die Rede ist, müs­sen diese sich konkret auf ein überragendes Gemein­schaftsgut beziehen.  Hat Herr Birzele eigent­lich nicht zur Kenntnis genommen, was sein Kabi­nettskollege Wirtschaftsmi­nister Dr. Spöri hierzu schriftlich in Zusammen­hang mit der beabsichtigten Einführung der Sperrzeit­verlängerung - die er nach­drücklich ablehnt - ge­äußert hat: „Die geplante Beschränkung der Berufs­tätigkeit der Automatenun­ternehmer wäre auch wohl verfassungsrechtlich nur in überwiegendem Gemein­wohlinteresse zulässig. Ent­sprechende Tatsachen, die ein solches Gemeinwohlin­teresse belegen könnte, sind bislang nicht erkennbar." emerkenswertes spiel­te sich zum gleichen Zeitpunkt ab, da der Innen­minister die Schließung der gewerblichen Spielstätten schon ab 22 Uhr verfügte. Der Automatensaal der Spielbank in Baden-Baden verlängerte seine Öffnungs­zeit von 24 auf 1 Uhr. Die Errichtung einer weiteren Spielbank in Baden-Würt­temberg fand die Zustim­mung der politischen Gre­mien. Sinnigerweise dachte der Baden-Badener Ober­bürgermeister gleich laut darüber nach, daß der Angebotsschwerpunkt der neuen Spielbank ein Auto­matensaal sein sollte. Da paßt es gut ins Bild, wenn man der lästigen Konkur­renz - den gewerblich be­triebenen Spielstätten - Schonkost verordnet. eit 1950 hat das Land Baden-Württemberg ins­gesamt zwei Milliarden Mark - in Ziffern 2.000.000.000,­DM - als Spielbankabgabe von der Spielbank Baden­Baden erhalten. Vor diesem Hintergrund ist es ver­ständlich, daß mit Blick auf die schwierige Haushaltssi­tuation der öffentlichen Hände die SPD-Fraktion im Landtag gleich drei weitere Spielbankenstandorte for­dert. Auch die Städte möch­ten an dem Geldsegen par­tizipieren und haben sich fleißig als Standortgemein­den beworben. Als da sind: Überlingen, Freudenstadt, Schwetzingen, Bad Mer­gentheim, Bad Wildbad, Freiburg, Ludwigsburg, Ba­denweiler und Stuttgart.

 

Die Unterhaltungsauto­matenwirtschaft hat keine Vorbehalte gegen diese staatlichen oder staatsna­hen Spielbanken und ihre Automatensäle, aber sie wehrt sich verständlicher­weise gegen zweierlei Maß. Sie wehrt sich dagegen, daß Herr Birzele wieder einmal in auffälliger Weise doku­mentiert, daß Spielstätten eine Spielwiese für populäre demokratische Entrüstun­gen sind, auf der man seine Muskeln spielen lassen kann, dagegen Spielbanken und ihre Automatensäle als wirtschaftlicher Partner von Staat und Kommune offen­sichtlich eine Tabuzone dar­stellen, vor der demokrati­sche Kritikfähigkeit endet. esümee: Herr Birzele begreift offensichtlich nicht, daß seine Maßnah­men für einen ganzen Wirt­schaftszweig strangulieren­den Charakter haben. Er bedroht das Lebenswerk von Menschen, die sich im Vertrauen auf die Zuverläs­sigkeit staatlicher Rahmen­bedingungen eine mittel­ständische Existenz aufge­baut haben, ganz zu schwei­gen von tausenden von Ar­beitsplätzen, die er ernst­haft gefährdet. Er beschnei­det einen Teil der Freizeit­autonomie des mündigen Bürgers ebenso wie das in­novative Engagement einer High-Tech-Branche.

 

Auf der Strecke bleiben wieder einmal wichtige Ele­mente unserer politischen Kultur wie das Prinzip der sozialen und geistigen Of­fenheit und Toleranz und nicht zuletzt das Vertrauen in die Kompetenz und Sou­veränität der Mandatsträger in unserer Demokratie. Wen wundert es da noch, wenn immer mehr Bürger den Wah­len fernbleiben oder ihre Stimme radikalen politischen Gruppierungen geben. aum vorstellbar, daß ein exponierter Reprä­sentant der traditionsreich­sten demokratischen Partei in Deutschland sich solches wünscht.

 

Für eine Rückkehr zur Vernunft braucht sich nie­mand zu schämen - auch Frieder Birzele nicht.

 

Hans-Dieter Morgenstern Geschäftsführer Merkur Beirat

 

 

 

Wenn die „bösen“ Politiker sich dann mal im positiven Sinne für die Automatenindustrie interessieren, ist dies im Automaten-Markt einen Leitartikel wert. Hier der ehemalige Ministerpräsident Beck bei NSM-Löwen.

 

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Spielautomaten Light

Der Vorschlag eines Politikers zu „einfachen“ Geräten trifft nicht auf Gegenliebe der Automatenindustrie.

 

 

Lichtplanken

Bier, Zigaretten, Cola. Alles gibt es heutzutage auch in einer sogenannten Light­version. Weniger Genuß, mehr Reue! Das ist im Trend.

 

Die neueste Masche sind Spielau­tomaten light! Der SPD-Bundes­tagsabgeordnete Dr. Ulrich Böh­me hat diese Idee gehabt. Ohne Sonderspiele und ohne Risikolei­ter, Mindestspieldauer 30 Sekun­den. Und während es bei Zigaret­ten, Bier und Cola wenigstens auch vollwertige Alternativen gibt, soll nach Böhme der Spielau­tomat light zum Standard erho­ben werden.

 

Mit welcher fachlichen Qualifika­tion macht dieser Volksvertreter Vorschläge zur Veränderung des Unterhaltungsspiels mit Geldge­winnmöglichkeit? Es scheint ihm entgangen zu sein, daß schon die geltenden 15 Sekunden Spieldau­er das Spielen an mehreren Gerä­ten gleichzeitig herausfordern, weil sie den Spielgast nicht ausrei­chend fesseln. Von Betriebswirt­schaft scheint er auch noch nichts gehört zu haben. Sonst wüßte er, laß sich angesichts der übermäßi­gen Steuerbelastung schon jetzt ias Aufstellen von Spielautoma­;en kaum noch lohnt. Würden sei­le Lightvisionen Wirklichkeit, nüßten Aufsteller noch Geld Irauflegen. Und weil kein Kauf­nann vom Zusatz leben kann, vürde das Gewerbe schnell zu­7unde gehen.

 

Genau das scheint dieser Volksvertreter im Hinter­kopf zu haben. Er mischt a einer Gruppe mit, die unserer tranche mit sektiererischem Ei­fer ans Leder geht. Unter dem bie­dermeierlichen Vorwand, Men­schen von der sogenannten Spiel­sucht abzubringen. Warum wegen einer geringfügigen Zahl von Ex­zessivspielern einer überwältigen­den Mehrheit von normal Veran­lagten der Spaß verdorben werden soll, bleibt offen.

 

Ich selbst zum Beispiel saufe gern. Je höherprozentig, um so lieber. Und wenn ich es ge­legentlich übertreibe, dann brummt mir am nächsten Tag der Schädel so sehr, daß ich sechs Wo­chen lang keinen Alkohol ertragen kann. Ich bin gesund! Ich weiß, daß es Kranke gibt, deren Körper nicht so normal reagiert. Etwa vier Prozent der Gesamtbevölke­rung. Erheblich mehr, als es Ex­zessivspielgefährdete gibt. Sie brauchen Hilfe. Aber doch nicht in der Form, daß ich gezwungen wer­de, künftig nur noch alkoholfreies Bier oder einprozentigen Kognak zu schlürfen. Ebensowenig darf das Geldspiel nicht noch langwei­liger werden, als es durch die vie­len restriktiven Vorschriften so­wieso schon geworden ist.

 

E ine Lightversion könnte ebenso wie viele Gesetze die Spielverordnung ver­tragen. Die Vorschriften ließen sich auf einen Verhältnisbetrag zum Durchschnittseinkommen re­duzieren, der höchstens in einer Stunde verloren werden darf. Das ließe sich dank High-Tech auf viel­fältige Weise umsetzen. Die Spiele wären wieder spannender, ohne das Schutzbedürfnis des Staates im geringsten zu verletzen.

 

Beim Stand der Technik in den fünfziger Jahren war es noch not­wendig, Höchsteinsatz, Höchstge­winn, Mindestauszahlquote und Laufzeit im einzelnen vorzu­schreiben. Die Technik ist in vier Jahrzehnten rasant fortgeschrit­ten. Die Paragraphen sind noch immer auf die Anforderungen der fünfziger Jahre ausgerichtet. Und jetzt möchten Leute wie der Abge­ordnete Böhme am liebsten die Zeit noch weiter zurückdrehen.

 

D as englische Wort light hat viele Bedeutungen. Unter anderem heißt es Erleuch­tung. Davon möchte ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Ausgesprochen wird es wie das deutsche Leid oder Leit. Dazu gä­be es eine Menge passender Ver­bindungen. Leitplanken zum Bei­spiel. In der Schreibweise Light­planken könnte man Bretter dar­aus machen - vorzugsweise vorm Kopf zu tragen.

 

 

Das Schein­gefecht um die „Spielsucht"

Branchenkritiker auf dem Rückzug - und vor neuem Angriff.

 

 

Einem Großteil der deutschen Bil­dungsbürger geht das Wort von der „Spielsucht an Automaten" oft sehr leicht über die Lippen. Logisch! Do­stojewskis Roman „Der Spieler" steht schließlich im Bücherschrank. Gelesen haben ihn zwar die wenig­sten. Aber das macht ja nichts. Das braucht man auch nicht. Um über das Phänomen zu urteilen, müssen ja nicht erst Hunderte von Seiten verschlungen werden.

 

Wirklich nicht? Ein kurzer Blick in den guten alten Dostojewski würde schon die ersten Zweifel bringen. Sein Spieler würde genauso müde lächelnd vor den deutschen Geld­spielgeräten stehen wie der renom­mierteste amerikanische Wissen­schaftler in Sachen „Glücksspiel", Professor Custer, der die Geräte als „Peanuts", also praktisch „Kinder­kram", bezeichnete.

 

„Wie ist es dann zu erklären", fragte der ehemalige TV-Moderator und Podiumsleiter bei der Marburger Tagung „Spielen an Automaten" Hans-Ullrich Spree, „daß das Casi­no-Spiel überhaupt nicht diskutiert wird, das Unterhaltungsgerät mit Gewinnmöglichkeit steht aber im Mittelpunkt heftigster Diskussio­nen?"

 

Kampf.jpgMögliche Antwort: Die Branche hat mit viel Kreativität über Jahre hin­weg daran gearbeitet, jede Form von münzbetriebener Unterhaltung zum Massenphänomen zu machen. Entsprechend muß sie sich auch mit den Problemen auseinandersetzen, die damit einhergehen. Das Auto, einst erstrebenswertes Ziel, um sich den Traum von beinahe unbegrenz­ter Freiheit zu verwirklichen, steht im Stau und im Kreuzfeuer ökologi­

scher Kritiker. Der Skiurlaub, beglei­tet von Schneeromantik und dem Ge­fühl unbeschwerten Gleitens, endet immer öfter in der Kniechirurgie und beim schlechten Gewissen über die Zerstörung der Bergwelt. Das Muster bleibt immer gleich.

 

Wirtschaftlicher Erfolg, in welcher Konsumbranche auch immer, ist ohne Massenkonsum nicht zu haben. Und der wiederum geht nicht ohne Probleme und Neider ab. Das ist ganz einfach so.

 

Bleiben die Fragen, wie groß die Pro­bleme sind und wie damit umgegan­gen werden kann. Wie viele Men­schenleben jährlich der Traum vom Auto kostet, wissen wir ziemlich ge­nau. Wie viele Knochen auf den Skipi­sten brechen, läßt sich auch exakt er­mitteln. Wie viele Menschen Probleme mit dem Spiel haben, und es gibt diese Menschen, darüber schwanken die Angaben doch ganz erheblich. 160 000 schätzt Automatenkritiker Dr. Meyer. Die einzige bislang fundierte Erhe­bung landet dagegen bei gerade mal zehn Prozent dieser Schätzung. Rund fünf Millionen Kunden hatte die Münzspielbranche im letzten Jahr. Die Relation der Zahlen sagt im Prin­zip alles und verführt zu der Frage: Wo bitte ist das Problem?

 

Die Probleme liegen im Einzelfall, keine Frage. Jeder Verkehrstote, jeder Skiunfall ist einer zu viel. Das gleiche gilt für jeden mit problematischem Spielverhalten. Was läßt sich dagegen tun? Die Autohersteller machen die Autos sicherer, die Skiindustrie ver­bessert ihr Material, die Automaten­branche beschränkt sich selbst in der Umsetzung möglicher Spielanreize. Mit Auto, Skiern und Automat umge­hen muß der Mensch letztlich selbst. Wie damit umgegangen wird, hängt entsprechend ebenfalls von diesem Menschen ab. Weder Auto noch Skier noch Automat sind suchtauslösende Drogen, denen man hilflos ausgelie­fert wäre. Das beweisen Millionen von Gegenbeispielen.

 

Das haben die Propagandisten der „Spielsucht" inzwischen auch ge­merkt. Jede neue wissenschaftliche Untersuchung, wie die jüngste For­schungsarbeit von Professor Schil­ling, widerlegt ihre Thesen. Trotz­dem wird mehr oder weniger starr an dem Vorwurf festgehalten und nur scheibchenweise der Rückzug eingeleitet. Der Grund? Die Bran­chenkritiker brauchen Zeit, die nächste Front aufzubauen. Es wird versucht, der Branche eine Diskus­sion anzuhängen, die dem Geldspiel den Vorwurf des Glücksspiels macht. Trotz gesetzlicher Rahmen­daten, trotz PTB und wider besseres Wissen arbeitet Dr. Meyer hart­näckig an dieser These. Das ist zwar nicht ganz neu und hatte bislang keinen Erfolg. Aber eines sollte die Branche aus der Vergangenheit ge­lernt haben: kein Vorurteil ist abwe­gig genug, um nicht von irgend jemandem zwecks Profilierung auf­gegriffen zu werden. Die Branche sollte sich also nicht wieder von einer Gespensterdiskussion kalt er­wischen lassen. Es ist genug Zeit, um die richtigen Argumente für den richtigen Zeitpunkt zu sammeln. Der Streit um die „Spielsucht" an Automaten ist jedenfalls nur noch ein Scheingefecht und Ablenkungs­manöver.

 

 

Letzte Strophe vom Überlebens­lied

Wie immer und zu jeder Zeit ihrer fünfzigjährigen Geschichte steht der Automatenunternehmer am Abgrund. Von einer Verbandsversammlung.

 

 

Der Vorsitzende des „Fo­rum junger Unternehmer“, Mirko Botta, wies in seiner Begrüßung darauf hin, daß 1993 viele Automa­tenunternehmer die letzte „Strophe vom Überlebens­lied" angestimmt hätten. Nie sei die Überlegung, den Betrieb zu schließen, berech­tigter gewesen. Als Gründe dafür nannte Botta Kunden­schwund, hohe Investitio­nen, staatliche Reglementie­rungen und mangelnde Ge­räte-Innovationen.

 

„Um aus dieser Misere heraus und wieder in die richtige Bahn zu gelangen, kommt es vor allem darauf an, das Geldspielgerät selbst wieder in ein positives Licht zu rücken", so der Vorsitzen­de.

 

Es sei wichtig, der Öffent­lichkeit deutlich vor Augen zu führen, daß das Geld­spielgerät absolut harmlos sei. Auffallend dabei, so Bot­ta weiter, daß sich die Kritik am Geldspielgerät vorran­gig gegen den Spielstätten­ Standort richte und nicht gegen das Gerät in der Gast­stätte.

 

 

Absage an die Kirchturmpolitik

Wenn die Merkur-Sonne strahlt, dann strahlt die ganze Branche. Glaubt Paul Gauselmann, und die Geschichte gibt ihm recht.

 

 

Seit dreizehn Jahren ist Paul Gauselmann, der in diesem Jahr 60 wird, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Automatenin­dustrie. In diesem Gespräch lassen wir ihn zu­rück- und nach vorn blicken

 

AUTOMATEN MARKT: Sie sind jetzt volle dreizehn Jahre Vorsitzender ,des Verbandes der Deutschen Auto­matenindustrie, Herr Gauselmann. Wird Ihnen etwas unheimlich zumute bei dieser Dreizehn, die ja als Un­glückszahl gilt?

 

Paul Gauselmann: Nein absolut nicht. Dieses dreizehnte Jahr wird eher ein sehr positives Jahr für unsere Branche werden. Denn in diesem Jahr wird es uns gelingen, einen erhebli­chen Teil der größten Krisenphase, die unsere Branche bisher erlebt hat, zu bewältigen.

 

AUTOMATEN MARKT: Starke Worte in einer Situation, in der viele Branchen mächtig von der Rezession geschüttelt werden.

 

Gauselmann: Was heißt hier „starke Worte". Ich rede von Fakten.

 

AUTOMATEN MARKT: Blitz­schnelle Analyse und klare Worte wer­den allgemein als Ihre besonderen Stärken anerkannt. Das war auch vor dreizehn Jahren schon so.

 

PG4.jpgGauselmann: Sie drücken das sehr vornehm aus. Ich hatte - wie man bei uns in Westfalen sagt - eine ziemlich große Klappe und war vor allen Din­gen Feuer und Flamme, um mit und in dieser Branche erfolgreich zu sein. Stellen Sie sich meine damalige Situa­tion vor. Als Unternehmer hatte ich hunderte Ideen im Kopf, die alle da­nach drängten, verwirklicht zu wer­den. Und immer, wenn ich dann wie­der einen Anlauf machte, etwas Neues in den Markt zu bringen, stieß ich vor riesige Gummiwände, die mich zu­rückwarfen. Mal waren es die engher­zigen rechtlichen Rahmenbedingun­gen für unsere Branche, mal war es die Unentschlossenheit unserer eigenen Verbände und ihrer Mitgliedsfirmen. Wenn man in einer solchen Situation den Erfolg beschleunigen will, ist man schon fast verpflichtet, selber in ver­antwortlicher Position mitzuarbeiten und mitzukämpfen.

 

AUTOMATEN MARKT: Ganz nüch­tern gesagt, haben Sie sich aus unter­nehmerischem Egoismus um das Amt des Vorsitzenden im VDAI bemüht. Oder gab es daneben noch andere Mo­tive?

 

Gauselmann: Natürlich wollte ich nicht Vorsitzender werden, um später mal einen schönen Nachruf zu bekom­men. Ein Industrieverband ist kein Sozialverein, sondern ein Interessen­verband, bei dem es um wirtschaftli­che Belange geht. Und da ist es doch völlig klar, daß jemand dann ganz be­sonders engagiert kämpft, wenn es auch um seine eigenen elementaren Interessen geht. Ich war damals Mitte vierzig und hatte erkannt, daß mein eigener unternehmerischer Erfolg und die positive Entwicklung der ganzen Branche sich gegenseitig be­dingen.

 

AUTOMATEN MARKT: Sie meinen also, wenn die Merkur-Sonne strahlt, dann strahlt die ganze Branche?

 

Gausehnann: Davon träumt man manchmal als Branchenführer. Aber das ist nicht nur vermessen, sondern einfach unrichtig. Ohne eine wohlor­ganisierte und tatkräftige Branche mit ihren internen Strukturen könnte ein einzelnes Unternehmen nicht er­folgreich operieren. Unser Unterneh­men hatte schon damals eine be­trächtliche Marktbedeutung erreicht, die ich für mich persönlich auch als Führungsauftrag innerhalb der Bran­che aufgefaßt habe. Den damals fälli­gen Generationswechsel in der Füh­rungsriege des VDAI habe ich als Chance gesehen, und die Mitglieder haben mir dann den Auftrag erteilt.

 

AUTOMATEN MARKT: Wie be­gann dann die Ära Gauselmann im VDAI?

 

Gausehnann: Eigentlich begann Sie schon vor mehr als dreizehn Jahren, nämlich 1977. Damals hatte ich gera­de de mit meinem ersten Merkur den Start in die Industrie vollzogen. Schon ein Jahr später wurde ich in den Vor­stand gewählt. Gegen den Widerstand der Alten konnte ich mit Hans Rosen­zweig zusammen die Idee einer festen Industriemesse in Frankfurt in die Tat umsetzen. Mein Start als Vorsitzender war dann sehr stürmisch. Im Mai 1981 war ich gewählt worden und im Juni kam schon die erste Schlamm­schlacht schlacht in den Medien auf uns zuge­rollt. Damals begann die heftige Dis­kussion um die sogenannten Killer­ Automaten, die schließlich 1985 in der Neufassung des Jugendschutzgeset­zes ihren Niederschlag fand. Wir muß­ten damals für unsere Branche völlig neue Erfahrungen machen. In Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Krisen-PR waren wir ziemliche Neulinge. Wir mußten in kürzester Zeit rasend schnell lernen. Dabei entstand übri­gens die ASK, unsere Freiwillige Selbstkontrolle.

 

AUTOMATEN MARKT: Das war ja auch wohl bitter nötig, denn kurze Zeit später kam ja dann schon die nächste Herausforderung mit der These von der angeblichen Spielsucht.

 

Gauselmann: Als im Jahre 1983 die Medien die Spielsuchtthese so reiße­risch aufgegriffen haben, war vielen in der Branche überhaupt nicht klar, daß diese Behauptung eine existentielle Bedrohung für die ganze Branche hät­te sein können. Denn wäre die Be­hauptung, daß der Automat süchtig macht, so im Raum geblieben, dann wäre dies weitgehend das Aus für un­sere Branche gewesen. Inzwischen wissen wir, daß die Medien damals die Anfängerarbeit eines jungen zornigen Mannes überbewertet und für die ei­gene Sensationsmache ausgeschlach­tet haben. Wir haben es inzwischen vielfach bestätigt bekommen, daß die wissenschaftlich bewiesene Wahrheit woanders liegt. Wir wissen, daß es ei­ne geringe Anzahl von Menschen gibt, die unsere Spiele in pathologischer Weise mißbrauchen. Neben den pa­thologischen Spielern gibt es noch die, die kurzzeitig das Spielen übertrei­ben. Solche Menschen treffen wir in vielen Lebensbereichen, die einem be­sonders viel Spaß machen. Übertrei­bung ist oft leichtsinnig, aber keines­falls krank.

 

AUTOMATEN MARKT: Hat Sie die­se Diskussion um die sogenannte Spielsucht nur als Unternehmer oder auch persönlich als geistiger Vater vie­ler Spiele berührt?

 

Gauselmann: Die Spielsuchtthese war für mich ganz persönlich ein Hammerschlag vor den Kopf. Sollte ich etwa der Erfinder und Hersteller eines Suchtmittels sein? Das hat mich zutiefst schockiert. Dies wollte ich kei­nesfalls sein. Bei meiner langjährigen Erfahrung als Aufsteller und auch als begeisterter Spieler von Kindheit an konnte ich mir das einfach nicht vor­stellen. Diese ungläubig kritische Hal­tung gegenüber der Spielsuchtthese hat dann dazu geführt, daß wir mit viel Kraft und Aufwand nach der Wahrheit gesucht haben. Ich übertrei­be nicht, wenn ich sage, daß wir wirk­lich alle unsere Kräfte mobilisiert ha­ben, um die aus der leichtfertigen Me­diendiskussion entstandenen Vorur­teile gegenüber unserer Branche nach und nach richtigzustellen.

 

AUTOMATEN MARKT: Wie macht man so etwas als Vorsitzender eines Industrieverbandes?

 

Gausehnann: Natürlich dadurch, daß man sich selber in das Feuer be­gibt. Aber auch - und das ist von ganz entscheidender Bedeutung -, daß man wirkungsvolle personelle und or­ganisatorische Strukturen schafft oder die Entwicklung dieser Struktu­ren fördert. Wir haben die Repräsen­tanz des VDAI in Bonn zu einer aner­kannten Verbandszentrale mit hoch­qualifizierten Mitarbeitern ausge­baut. Wir haben die IMS gegründet, die ich als eine unserer Visitenkarten im politischen Bonn bezeichnen möch­te. Die ZOA -jetzt als BA auftretend - hat sich in einer respektablen Weise in Bonn etabliert. Und schließlich zeigt das Forum Junger Automatenunter­nehmer, daß unsere Branche auch in ihren Strukturen innovationsfähig und zukunftsorientiert ist.

 

AUTOMATEN MARKT: Allein mit der Schaffung von Strukturen ist es aber wohl nicht getan.

 

Gauselmann: Natürlich nicht. Diese Strukturen waren aber die Vorausset­zung dafür, daß wir das einzig Richtige zur Sicherung unserer Entwicklungs­möglichkeiten tun konnten. Das ein­zig Richtige war und ist, mit Tatsa­chen und Fakten und mit großer Über­zeugungskraft offensiven Kontakt zu allen zu pflegen, die die Rahmenbe­dingungen für unsere Branche mitge­stalten. Ich meine damit viele Politi­ker, Parteien, Ministerien, Länderver­waltungen bis hin zu Kommunalpar­lamenten und Kommunalverwaltun­gen. Und nicht zuletzt meine ich damit auch die Auseinandersetzung mit Dachorganisationen aus den verschie­densten Bereichen außerhalb der eige­nen Branche und die Information der breiten Öffentlichkeit.

 

AUTOMATEN MARKT: Wenn wir Sie jetzt fragen, ob dieser Weg erfolg­reich war, werden Sie sicher nicht nein sagen.

 

Gauselmann: Warum sollte ich auch! Soll ich unseren Erfolg etwa verleug­nen? Unsere Branche ist zwar immer noch von vielen angefeindet, aber ihr Existenzrecht ist anerkannt und die Weichen für eine wirtschaftlich ver­nünftige Entwicklung sind gestellt.

 

AUTOMATEN MARKT: Räumen Sie in dieser Rückschau auch Fehler ein?

 

Gauselmann: Ehrlicherweise muß man eingestehen, daß wir auch viele Fehler gemacht haben, die in Ausein­andersetzungen mit völlig ungewohn­ten Situationen nicht untypisch sind. Heute wissen wir, daß es unserer eige­nen Sache schadet, wenn wir uns mit unqualifizierten Kritikern und mit wenig differenzierten Argumenten auseinandersetzen. Wenn wir ernst­haft auf Scharlatane eingehen, werten wir sie ungerechtfertigt auf. Erst sehr spät haben wir die Selbstreinigung unserer Branche in bezug auf schwarze Schafe mit dem nötigen Nachdruck in Angriff genommen. Und schließlich müssen wir uns als Ver­bände auch noch an die eigene Brust schlagen. Es ist uns nur sehr langsam und bis heute auch nur teilweise ge­lungen, unseren eigenen Verkrustun­gen auf der Länderebene entgegenzu­wirken. Volle Kooperation statt Kirch­turmpolitik muß hier in Zukunft das Motto des Erfolges sein.

 

AUTOMATEN MARKT:: Wo Sie schon gerade beim Erfolg sind. Worin sehen Sie die größten Erfolge des VDAI und somit auch Ihre größten persönlichen Erfolge in der Führung dieses Branchenverbandes?

 

Gausehnann: Obwohl ich darauf sehr stolz bin, will ich hier kein Eigen­lob verbreiten. Ich lasse es lieber bei den Fakten. Nur einige wichtige seien hier genannt: Die Weichenstellung für die moderne Spielstätte im Rechts­streit vor dem Bundesverwaltungsge­richt im Jahre 1984, in dem die Zuläs­sigkeit von mehreren Spielhallen ne­beneinander bestätigt wurde. Zu nen­nen sind in diesem Zusammenhang die Impulse, die wir für die Neugestal­tung der rechtlichen Rahmenbedin­gungen in der Spielverordnung von 1985 geben konnten. Hervorzuheben sind auch die Freiwilligen Selbstbe. schränkenden Vereinbarungen im Jahre 1989, die uns ein gutes Stück auf dem Weg zur gesellschaftlichen Akzeptanz weitergebracht haben. Un­zweifelhaft der größte Erfolg war je­doch 1993 der endgültige Sieg im 17-Fronten-Krieg um das 40 Pfennig­ Spiel. Nicht nur auf Bundesebene, sondern besonders auch in sechzehn Ländern mußte eine breite effektive Überzeugungsarbeit für die Notwendgkeit der materiellen Anpassung ge­leistet werden. Dieser Erfolg steht für sich. Punkt

 

AUTOMATEN MARKT: Da könnten Sie sich nach dreizehn Jahren doch ei­gentlich auf den erworbenen Lorbee­ren ausruhen. Oder?

 

Gauselmann: Das wäre nicht schlecht. Aber es geht nicht. Ohne Ver­schnaufpause sind wir schon wieder voll gefordert. Ich nenne nur die The­men, sie heißen Vergnügungssteuer und Sperrzeiten für Spielstätten. Die Bewältigung dieser Probleme wird uns noch mehr gemeinsame Kraftan­strengung bis hin auf die Ebene der Gemeinden abverlangen. Hier werden wir als Verbände und mit uns auch un­sere Mitglieder beweisen müssen, ob wir zur Kooperation bereit sind. Auf keinen Fall ist ein so zentrales Thema im Alleingang von einem Aufsteller­Landesverband zu lösen. Bei Einzel­kämpfen auf der Länderebene werden wir nur allzu leicht auseinanderdivi­diert. Vielmehr brauchen wir die Ko­ordination und Kooperation aller Kräfte. Wie dringend dies erforderlich ist, zeigt das jüngste Beispiel aus Ber­lin. In der BZ war zu lesen, daß ein Vorstandsmitglied dem Berliner Fi­nanzsenator Pieroth Beifall spendet, weil dieser die Vergnügungssteuer für die als Killer-Automaten diffamierten Unterhaltungsspielgeräte drastisch erhöhen will. Derartige Eskapaden sind absolut schädlich und dürfen sich in der Zukunft keinesfalls wiederho­len. Eine völlig kurzsichtige Milchmäd­chenrechnung ist es auch, wenn gele­gentlich Verbandsmitglieder eine Er­höhung der Vergnügungssteuer bei Geldspielgeräten in Spielstätten be­fürworten, wenn nur die Geräte in Gaststätten verschont bleiben. Wir müssen uns immer wieder verdeutli­chen, daß wir eine Branche sind, wobei die Betonung auf eine liegt. Und wenn sich die leidige Vergnügungssteuer schon nicht vermeiden läßt, dann ist zumindest anzustreben, daß sie sich wie zum Beispiel in Nordrhein-West­falen an der Größenordnung des je­weiligen Vergnügens, sprich an der Kasse orientiert und bezahlbar bleibt. Die Vergnügungssteuer darf keinesfalls als Strafsteuer mißbraucht werden.

 

AUTOMATEN MARKT: Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund die Zu­kunft der Branche?

 

Gausehnann: Die Vergnügungssteu­er ist zwar eine ernste Bedrohung. Aber ich bin fest davon überzeugt, daß es uns bei geballter Kraftanstrengung gelingen wird, auch in diesem Bereich der Vernunft zum Sieg zu verhelfen. Der Sieg wäre hier eine Vergnügungs­steuer in tragbarer Höhe. Die Zukunft der Branche bewerte ich positiv. Denn die Spielfreude kann man weder ab­schaffen noch verbieten. Die Freizeit wird zwar nicht mehr so rasant wach­sen wie in der Vergangenheit. Aber sie wird trotzdem auf einem sehr hohen Niveau bleiben. Und trotz rezessiver Zwischenphasen werden die Bundes­bürger wohlhabend bleiben und viel frei verfügbare Zeit haben. Wenn es uns bei diesen guten Voraussetzungen gelingt, attraktive Spiele zu ent­wickeln und anzubieten, gibt es ei­gentlich keinen Hinderungsgrund für eine erfolgreiche Zukunft.

 

AUTOMATEN MARKT: Haben Sie in Ihrem dreizehnten Jahr als VDAI­Vorsitzender, das Sie ja selbst als ein eher positives Jahr bezeichnen, einen Wunsch für die Zukunft der Branche? Oder sind Sie wunschlos glücklich?

 

Gauselmann: Glücklich schon, aber nicht wunschlos. Mein ganz zentraler Wunsch ist, daß unsere Branche gesellschaftlich vorurteilslos als das akzeptiert wird, was sie faktisch ist: eine Dienstleistungsbranche, die Angebote zur Befriedigung ganz nor­maler und gesunder Spielfreude schafft. Eigentlich müßte dieser Wunsch ganz einfach zu realisieren sein: Die Fakten müssen in die Köpfe der Menschen.

 

AUTOMATEN MARKT: Sie werden in diesem Jahr sechzig Jahre alt, Herr Gauselmann. Da haben Sie schon einen Anspruch auf die zahlreichen Seniorenermäßigungen, bei der Deut­schen Bundesbahn zum Beispiel. Den­ken Sie da auch schon mal daran, sich auf das sogenannte Altenteil zurück­zuziehen?

 

Gauselnann: Ganz ehrlich: Die Arbeit und alles, was damit zusam­menhängt, ist mein Hobby. Und wer gibt schon gern ein geliebtes Hobby auf! Aber auch wenn das Hobby noch so schön ist, man muß ja nicht immer mit 150prozentigem Einsatz dabei­sein. 80 Prozent reichen ja auch, zumal wenn viele junge Leute in der Branche mehr und mehr aktiv und engagiert mitarbeiten.     

 

 

Vergnügungssteuer

Die Gemeinden und Städte halten die Hand auf, auch wenn ein Gerät gar nicht bespielt wird. Diese sogenannte Vergnügungssteuer wird fleißig erhöht. Die Aufsteller stöhnen, manche Aufstellplätze lohnen nicht mehr. Mit einer sarkastisch lustigen Reihe von Karikaturen macht die Industrie auf ihre Nöte aufmerksam:

 

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Darum darf es keine neue Sondersteuer für Spielautomaten geben

 

Die permanente steuerliche Mehrbelastung hat eine Senkung der Auszahlquoten mit sich gebracht. Das Gebot der Wirtschaftlichkeit hat es so erfordert. Doch die Katze beißt sich in den Schwanz. Dem Spieler geht Spielfreude verloren, und sei diese nur in Zeit gemessen. Die Auswirkungen sind bekannt. Das Spielgastinteresse geht zurück. Damit die Umsätze mit Geldspielgeräten in Spiel- und Gaststätten. Die Industrie mußte ihre Produktion reduzieren. Arbeitsplätze wurden abgebaut. Spektakuläre Konkurse in der Branche runden das trübe Bild ab.

 

Zur Wiederankurbelung werden dringend neue Freiräume benötigt. Den Spielemachern muß es wieder möglich gemacht werden, die Geräte mit Faszination anzureichern.

Hier wird aufgezeigt, wieviel Spielspaß ein Gast für 100 Mark im Verhältnis zu verschiedenen Auszahlquoten bekommt, wenn er alles gewonnene Geld wieder neu einsetzt. Den Angaben liegt eine Berechnung zugrunde, die Karl-Heinz Kaiser, Automatenkaufmann aus Dörfles-Esbach, aufgestellt hat.

 

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Neue Automaten des Jahres 1994

 

1993 wurde nach langem politischem Tauziehen das 40Pf Spiel eingeführt. Trotzdem erschienen 1994 noch 30Pf und gemischte 30Pf/40 Pf Geräte. Die Attraktivität aller neuen Geräte war wegen der seit 1991 auf den Spieler abgewälzten Mehrwertsteuer weiterhin gering. Einige Hersteller, insbesondere Bally Wulff, versuchten dem mit originellen Spielfeatures und neuen Umlaufkörpern entgegenzuwirken. Siehe ausführlichen Bericht der neuen Bally Wulff Geräte weiter unten. Die „gefühlte“ und reale Auszahlquote blieb trotzdem gering, die Spieler skeptisch, und die Absatzzahlen der Industrie gering.

 

Gerät

Hersteller

Foto

Kommentar

Ballys Würfel

Bally-Wulff

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Die Sensation des Jahres und der verheißungsvolle Start einer Serie ganz andersartiger Geldspielgeräte. Dachte man. Leider zu unrecht. Bis auf die phantastische Technik der drei Würfel bot das Gerät nur Hausmannskost und ein eher langweiliges Spielsystem, was trotz der Optik nur einen Achtungserfolg zuließ. Es erschien anschließend lediglich ein weiteres Würfelgerät, der Super Dice.

 

Trotzdem ein sehr sammelwürdiges Gerät, das hohe Preise bei ebay erzielt.

Bube-Dame-König

Mega

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Bis auf die schöne Optik mit den drei Spielkarten ein simples Winner-ähnliches Spielsystem.

Cross

Stella

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Werbetext:

Als Schwestergerät des Power bietet die Stella jetzt ein bei adp gefertigtes Wal­zengerät namens Cross an. Vier Power-Jackpots und ins­gesamt elf Wege zur 100er Serie sollen für Spielanreiz sorgen und versprechen ho­he Gewinne. Allein in den vier Jackpots verbergen sich sechs Wege zur großen Serie, das heißt zu 100 Sonder­oder Jumbo-Spielen. Bei letzteren winken bei Ge­winnkombinationen jeweils vier Mark. Durch taktisches Spielen kann die vorzeitige Auslösung des Powerpots verzögert werden - dann geht es ab in die 100er. Modi­fiziert wurde beim Cross die Startautomatik, die jetzt nicht nur aus und ein, son­dern in zwei Stufen ge­schaltet werden kann. Au­tomatik 1 bedeutet, daß die linke Walze außer bei Dop­pel-Merkur oder Merkur einmal nachgestartet wird, Automatik 2 bewirkt, daß die linke Walze außer bei Doppel-Merkur nachgestar­tet wird. Ein weiteres Fea­ture ist, daß bei zehn oder zwölf Sonderspielen aktiv ins Geschehen eingegriffen werden kann: Hier kann der Gast Sonder- in Jumbo-Spie­le verwandeln.

Disc Bonus

ADP

discjackpot

 

 

Der xte Aufguss der Disk-Serie mit einem besonderem Spielfeature, dem Jackpot. Dieser war als Zusatzgerät aufgebaut. Was in einigen Spielhallen Platzprobleme machte.

Der Jackpot fungierte als Spielerbindung, indem Sonderspielgewinne nicht angenommen, sondern gesammelt wurden. Sobald ein oben nicht erleuchtetes Feld in der Risikoleiter erreicht war, konnte der Spieler es im Jackpot beleuchten und damit sammeln.

Die gesammelten Gewinne konnten vom Spieler jederzeit mit der oberen roten Taste angenommen werden.

Hatte man vom Start beginnend mindestens zwei Lichter am Stück erleuchtet, gab es einen progressiv steigenden Zuschlag:

2+3 = 7 (+2)

2+3+5 = 13 (+3)

2+3+5+6 = 20 (+4)

2+3+5+6+10 = 33 (+7)

2+3+5+6+10+12 = 50 (+12)

2+3+5+6+10+12+20 = 75 (+17)

2+3+5+6+10+12+20+25 = 100 (+17)

Double

Mega

double

 

 

Besonderheit des Gerätes waren zwei Läufe pro Spiel. Der zweite Lauf wurde nur gestartet, wenn im ersten nicht gewonnen wurde.  Dies führte zu einem gefühlt hektischem Spielverlauf (man war damals gemächliche 15 Sekunden gewohnt), doch subjektiv zu höheren Gewinnchancen. Was natürlich nicht stimmte.

Double Chance

Bergmann

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Der Name war Programm. Bei 2 Kronen auf den äußeren Scheiben und Nicht-Krone in der Mitte startete die mittlere Scheibe einmal nach. Was dadurch erkauft wurde, dass auf der rechten Scheibe nur zwei statt der Bergmann-typischen drei Kronen sind. Also eine Mogelpackung.

Ansonsten nichts Neues aus dem Hause Bergmann, jedoch recht edle Optik mit dem schwarzen Scheibenhintergrund.

Fifty.five

Mega

fiftyfive

 

 

Lichter in 5 Jackpots wurden durch bestimmte Sonnenkombinationen erleuchtet. War ein Jackpot voll, drehten die Walzen auf die Kombination, auf die der Jackpot zeigte. Auch dort wurde ein Licht erleuchtet, was wiederum zur Auslösung des Jackpots führen konnte. So erreichte man manchmal mit einer kleinen Sonnenkombination die mittlere Ausspielung mit mindestens 10 Sonderspielen.

In dieser Ausspielung waren u.a. zwei oder drei Actionspiele zu gewinnen, in denen je gestreiftes Feld 50 Sonderspiele gewonnen werden konnten. Für Gauselmann Geräte damals ein neuartiges Feature, das von Bergmann abgeschaut wurde.

Walzenversion des 1993 erschienenen Fifty400

Fighter

Bergmann

fighter

 

 

Das bei Spielern wenig beliebte 40Pf/4DM Spiel trieb bei Bergmann seltsame Blüten. Der ansonsten klassische Crown kassiert pro Spiel nur 30Pf Einsatz, zahlt jedoch in Sonderspielen 4 DM aus! Erreicht wurde dies einfach durch eine Reduzierung der Wahrscheinlichkeiten in der mittleren Ausspielung und wenig attraktiven Risikoschritten, u.a. 3DM auf 3 Sonderspiele. Bei Bergmann gab es zuvor Geräte, die von 3DM 5 Sonderspiele boten.

Bergmann musste sich einige Vorwürfe der Konkurrenz gefallen lassen, dass sie die Spielverordnung missachteten (10facher Gewinn pro Spiel zum Einsatz). Bergmann erwiderte, dass das Gerät von der PTB zugelassen sei.

Siehe Interview mit Tjark Bergmann weiter unten.

 

Fortuna Limit

Fortuna

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Innovatives Gerät von Bernd Fischer mit grossen Gewinnchancen in der mittleren Ausspielung.

Viele Details zu diesem Gerät und noch vieles mehr lest Ihr in der Fortuna-Story.

Fruit Runner

Playmont

fruit

 

 

Außergewöhnliches Gerät, das einige Achtungserfolge in der Aufstellung feiern konnte. Vor allem im Großraum Hannover war das Gerät durchaus gut verbreitet. Das Gerät hatte einen einzigen Geldgewinn auf den Scheiben (4 DM), ansonsten nur Fruchtsymbole und Siebenen und erinnert damit an aktuelle „Früchtebomber“. Auch die rechte Risikoleiter, die ausschließlich Punkte enthält, scheint ein Urvater dieser Geräte zu sein.

Grand Hand

Stella

grandhand

 

 

Siehe meine Gerätebeschreibung.

Hero

Bally-Wulff

hero

 

 

Obwohl eher ein klassisches Bally Wulff Gerät, hat dieses doch recht großen Markterfolg erzielt. Ob es an der frischen Optik lag oder an der attraktiveren großen Ausspielung ?

Die gelben Supersonderspiele 40, 50 und 100 wurden auf einem Extrazähler angezeigt. Erfolgreiches Risiko in diesen Spielen führte nur zu „normalen“ Sonderspielen.

Werbespruch: „Pro Minute einmal ins Risiko“

Hot Slot

Bally-Wulff

HotSLot

 

 

Einige mutige Spielfeatures und das für Bally Wulff sehr untypische 3-1-3 Ableseschema machen dies Gerät zu einem der Highlights des Jahres.

Drei mittlere Jackpots füllen sich sehr rasch durch besondere Gewinnsymbole. Wenn sie voll sind, schalten sie eine weitere –bis zu drei - Gewinnlinien dazu. Das Ableseschema verändert sich dann von 3-1-3 zu 3-3-3.

Dies ist mir damals viel Spass gemacht.

Erscheint eine 1 in der zusätzlichen Gewinnlinie, wird diese wieder abgeschaltet.

 

Jacky 150

NSM-Löwen

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Werbetext: Jacky 150 heißt ein neues Geldspielgeräte von NSM, das aus der Jacky Super-Fa­milie stammt. Es verfügt über zwei Jackpots und über Galaspiele zu erzielende 150er Serien. Beginnend bei 40 beziehungsweise 48 Son­derspielen werden auf der obersten Stufe jeweils 100 Galaspiele augewiesen. 7er­Kombinationen schalten den linken und 7er-Kombi­nationen mit Joker den rech­ten Jackpot jeweils um eine Stufe hoch. Ausgelöst wer­den die Jackpots durch zwei­mal Doppelsieben außen und 1,60 beziehungsweise 1,20 auf der mittleren Wal­ze. In Galaspielen wird bei Jacky 150 kein Spieleinsatz abgebucht. Drei Galaspiele werden bei 30 Pf. oder 7 auf der mittleren Walze gege­ben, bei Joker fallen zwei zu­sätzliche Galaspiele an. Ins­gesamt bietet Jacky 150 viermal 100 Galaspiele an, das bedeutet viermal die Chance auf 150 Sonderspie­le durch Verlängerung. Al­ternativ zu Jacky 150 kann der Aufsteller die Designva­riante Jacky Professional wählen.

Java

NSM-Löwen

java

 

 

Uninteressanter Jacky Nachfolger.

Werbetext: Als Grundlage für die Ein­stellung der Auszahlquote dienten beim Java, dem zweiten neuen Geldspiel­gerät von NSM, Erfahrun­gen und Wünsche von Auf­stellern. Das versprochene Ergebnis: gute Kassen und zeitgleich hohe Akzeptanz beim Spielgast. Der beson­dere Gewinnanreiz liegt bei diesem Walzengerät in ei­nem neuen Zwei-Wege­Jackpot mit viermal 100 Sonder-/Supersonderspielen als oberste Stufe. Die Serien­kombinationen mit dreimal „7" und „7 - Joker - 7" brin­gen drei beziehungsweise zwei Sonderspiele und schalten den jeweiligen Jackpot hoch. Beim Vier­Mark-Gewinn im Sonder­spiel werden 3,20 Mark für drei Sonderspiele zum Risi­ko angeboten, 80 Pfennig bleiben für das Nach-Risiko im Topf. Weitere Features: die Jackpotschaukel, bei der nach Auslösung des einen Jackpots der andere auto­matisch auf 100 geht. Der Höchstgewinn von jeweils 100 Sonder- oder Superson­derspielen wird durch das Auslösen der obersten Jack­potstufe erreicht oder aber durch die Kombinationen dreimal „7" plus Joker, vier­mal „7", viermal „7" plus Jo­ker und fünfmal „7".

Jumbo Jumbo

Stella

jumbojumbo

 

 

Xter Multi-Nachfolger mit 4 DM Gewinn.

Lambada

NSM-Löwen

lambada

 

 

Eine der zahlreichen Take 7 Nachfolgegeräte als 40Pf Version.

Maya

Ariston

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„Von Aufstellern für Aufsteller“ war kein leerer Spruch, denn Ariston betreibt selbst Spielhallen.

Der Ariston Maya, von Bergmann produziert, ist wirklich etwas Außergewöhnliches. Nicht nur, dass er vom Spieler wahlweise 30 oder 40 Pf Einsatz nimmt (immer mit 4 DM Höchstgewinn in Serien), sondern er hat auch die “tiefste“ Ausspielung, die je gebaut wurde. Bereits beim erfolgreichen Riskieren von 1,20 oder 1,60 DM startet eine Ausspielung bis 50 Supersonderspiele.  Diese wird doppelt so häufig wie an anderen Geräten erreicht, was viel Spaß bringt.

Lustige Sonnen- und Planetensymbole und eine ungewöhnliche Anordnung der Risikoleitern machen das Gerät auch optisch zu etwas Besonderem. Der Höchstgewinn kann mit Sonne – Joker – Sonne erreicht werden, welches eine Ausspielung im rechten Ausspieltableau mit 10, 12, 20 oder 100 Sonderspielen, 25 Mayaspielen oder 3 Superspielen ergibt. Letztere werden im rechten oberen 3er-Display abgespielt, die Gewinnchancen sind mir nicht mehr bekannt.

Monopoly

Bally-Wulff

monopoly

 

 

Das absolute Highlight des Jahres. Mit großer Innovationskraft wurde das bekannte Brettspiel als Geldspielgerät umgesetzt. Das attraktive Äußere, besonders mit dem Aufsatz, macht dieses Gerät zu einem der teuersten Sammlerobjekte und übersteigt im Wert schon manches Gerät aus den frühen Fünfziger Jahren.

Jeder Monopoly Schriftzug auf den Walzen gibt 10 Punkte, und bei 990 startet das Monopoly Spiel. Ebenso darf ein im Risiko oder in Serienspielen erreichter 4 DM Betrag gegen das Monopoly Spiel eingetauscht werden. Unterschied beider Startereignisse ist der Höchstgewinn (100+50 bzw. 50 Sonderspiele).

Erstaunlich häufig darf das Monopoly Spiel gespielt werden, was neben der außergewöhnlichen Optik zu einem spaßigen Spielverlauf führt. Dabei darf man darüber hinwegsehen, dass das Monopolyspiel eigentlich nur mit den Feldern Parkstrasse und Schlossalle irgendeinen Wert hat. Bis dahin gewinnt man höchstens 3 Sonderspiele, also nicht mehr als den Spieleinsatz von 4 DM. Ich glaube nicht, dass jemals ein Spieler das Monopolyspiel auf der Elisenstrasse beendet hat und dort (ich glaube) 60 Pf annahm.

Erreicht man wieder das Startfeld, muss ein Pasch gewürfelt werden, um von vorne beginnen zu dürfen. Das ist eher ärgerlich, da es keinen Vorteil in der zweiten Runde gibt. Es fehlt meines Erachtens ein Feature, bei dem bei Erreichen aller Strassen eines Strassenzuges (z.B. Bad- und Turmstrasse) ein besonderer Gewinn gegeben wird (vgl. Kreuzfahrt von 95)

Mangels Platz für Risikoleitern findet das Risiko auf dem alphanumerischen Display statt. Dort wird der erreichte und der mögliche Gewinn angezeigt. Der Spieler wählt zum Risiko den Bereich 2-6 oder 8-12. Die beiden quer drehenden kleinen Walzen darüber spielen dann den Risikoerfolg aus. 7 ist -glaube ich- eine Risikowiederholung.

Die Ereignis- und Gemeinschaftsfelder werden in den beiden 6er-Textboxen unterhalb der Würfel ausgespielt. Leider mit höchsten Wahrscheinlichkeiten für Spielende (Gefängnis, Bankrott usw.)

Trotz allen Vorteilen war der Monopoly nicht der erwartete wirtschaftliche Erfolg für Bally Wulff. Die Innovationskraft des Jahres 1994 mit dem Monopoly, dem Würfel und dem Rasant blieb dabei leider auf der Strecke. In den Folgejahren baute man wieder King-Verschnitte…

 

Master

Stella

master

 

 

Die Antwort der Gauselmann-Gruppe auf den Ballys Würfel. Erstmals und nicht wieder verwendete man Würfelsymbole auf den Spielwalzen. Ich habe das Gerät nie selbst gespielt und kann nichts über den Spassfaktor sagen.

Mystery

ADP

mystery

 

 

Disc-Nachfolger mit einer „Mystery“ Serie, wenn im mittleren Tableau 2 oder 3 ausgespielt wurde. Ich kann mich nicht mehr an die Details erinnern, nehme aber an, dass eine Serie beginnt, die so lange läuft, bis ein bestimmtes Feld auf der mittleren Scheibe die Serie beendet. Dieses Feature wurde im Mystic von 1996 auf bis zu 11 Spiele erweitert.

Mystic

 

Pharao

NSM-Löwen

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Ein Safari40 in anderem Gewand

Power

Adp

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Der Power wurde von adp nicht sonderlich intensiv beworben, man traute ihm den grossen Erfolg, der sich einstellte, wohl nicht zu. Eigentlich ein simples Gerät mit Jacky-ähnlichen Jackpot und seitlichen Leitern. Die Jackpotgewinne gab es vir 4 Sonnen außen und eins von vier Sonderfeldern. Die Mathematik war aber so gut ausgetüftelt, dass die Jackpots recht häufig fielen und durch die attraktiven Leitern (mindestens 10 Sonderspiele, Multispiele) lukrativ waren.

Power Take

Panther

powertake7

 

 

Take 7 mit 4 DM Einsatz und tuntiger Farbwahl

Rasant

Bally-Wulff

rasant

 

 

Fast revolutionärer Spielautomat, der seiner Zeit weit voraus war. Was unterscheidet dieses Gerät von den ganz aktuellen Punktekisten aus der Gauselmann-Produktion ? Nicht viel!

·         Einsatzwahl mit der Folge von 1-4 Läufen pro Spiel

·         Minimal 3 Sekundenspiel.

·         3x3 Früchte (allerdings nur mit 3 statt 5 Gewinnlinien)

·         Direkter Gewinn des Hauptgewinnes abhängig vom Einsatz. Bei dreimal Bally gibt es 30, 70 oder 100 Sonderspiele)

·         Früchtegewinnplan abhängig vom Einsatz

·         Sehr häufige Kleingewinne, teilweise nur ein Viertel des Einsatzes.

Was fehlt, sind die Darstellung der Gewinne als Punkte statt als Geld oder Sonderspiele.

Die beiden Punktejackpots füllen sich mit dem Bally-Schriftzug, abhängig vom Einsatz und seiner Position in den Gewinnfeldern. Bei 999 gibt es eine attraktive Ausspielung in den äußeren Risikoleitern (in die übrigens bei erreichten 6, 12 oder 24 in der inneren Risikoleitern gewechselt werden kann, um die 50 Supersonderspiele zu erreichen).

 

Safari 40

NSM-Löwen

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Ein Jacky-Nachfolger im attraktiven Jukebox-ähnlichen Gehäuse, der zu einem beachtlichen Erfolg wurde.

Samba

NSMLöwen

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Werbetext: Rotierende Scheiben, ein „heißes" Spielsystem und ei­ne gezielt hochgesetzte Aus­zahlquote - so präsentiert sich das neue Geldspielgerät Samba aus dem Hause NSM. Die höhere Auszahl­quote bekommt der risi­kofreudige Spielgast im neu­en Spielfeature Extra-Risiko zu spüren. Bei Totalverlust im Risiko und gleichzeitiger „7" im mittleren Fenster werden zusätzlich 40 Pfen­nig gewonnen, die erneut riskiert werden können. Im Sonderspielmodus bedeutet dies maximal drei Risikoläu­fe: Risiko, Nach-Risiko und Extra-Risiko. Für zusätzli­che Spannung sorgt der be­kannte Jackpot. Fünf unter­schiedliche Siebener-Kombi­nationen schalten die Jack­pots hoch; fünfmal „7" und in der Mitte 1,20 Mark oder 1,60 Mark lösen die Jack­pots aus. Bei sechsmal „7" werden 100 Gala-Spiele ge­wonnen, der sichere Weg zu 150 Sonderspielen. Denn innerhalb der Gala-Spiele werden bei rotem Feld und vier Mark zusätzlich drei Gala-Spiele direkt gewon­nen. Da die Gala-Spiele Freispiele sind, erhöht sich die Gewinnchance erheb­lich. Insgesamt gibt es fünf Chancen auf den Superge­winn, außerdem können Sonderspiele in Superson­derspiele mittels einer Um­stiegsausspielung erzielt.

Smaragd

Panther

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Ausnahmsweise zitiere ich eine Beschreibung von www.automatenmagazin.de. Ich hoffe, Serge ist mir nicht böse. Die Beschreibung ist so gut gelungen, dass ich nicht versuche, was Besseres zu schreiben:

Du meine Güte. Was ist denn das für ein hässliches Gerät? Für viel mehr als drei Farben hat es wohl nicht gereicht? Du meine Güte. Und dann die Grafik. Du meine Güte. Ein Gerät mit öden, hässlichen Farben und dann auch noch einfallsloser Grafik. Du meine Güte. Wer will an so einem Gerät spielen? Okay, wir haben schon vom Mechanismus des Sich-Frauen-Schönsaufens gehört, aber was, zum Teufel sollte einen Spieler dazu bringen, an so einem Gerät zu spielen? Du meine Güte. Oje, oje. Du meine Güte. Okay, bei unseren seltenen Spielhallen-Besuchen sehen wir etwa 90 Prozent Prols, denen unsere ästhetischen Einwände bestimmt egal sind. Okay, okay. Es gibt angeblich sogar Leute, die sich die TV-Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ansehen. Okay, okay. Wer sich dieses Laienspieltheater antut, spielt vielleicht auch an so einem Gerät. Okay, okay. Auch ein Ballermann-Dauersäufer. Ja ja, so ist das.  Es gibt auch Leute, die Stoiber gut finden. Du meine Güte. So ist das. Naja, der eine hört Techno, der andere die Chansons von Gainsbourg. Ja, ja. Der eine (der, der in der Irrenanstalt sitzt) sieht sich einen Horrorfilm von Fulci an, der andere einen von Bava. So ist das. Ja, ja, ja. Der eine findet Gysi intelligent, der andere findet Effenberg prima (zugegeben: bei letztgenannter Bemerkung übertreiben wir, und zwar maßlos - wir haben noch nie jemanden kennengelernt, dem die saudummen Verbaler-Dünnschiss-Plattitüden dieses Großkotz-Heinis gefallen). Du meine Güte. Die einen ergehen sich in Gleichnissen (Gelegenheit, dass irgendwelche Korinthenkacker laut "Polemik!" schreien), die anderen reden Tacheles. Okay - das machen wir jetzt auch: DIESES GERÄT SIEHT EINFACH SCHEISSE AUS. Punktum.

Super Disc

ADP

superdisc

 

 

Discnachfolger mit einem einzigen neuen Feature. Bei 3DM-Sonne-3DM gibt es 6 Sonderspiele. Eins der letzten 30Pf Geräte. Recht attraktiv mit schwarzen Scheiben und Scheibenhintergrund. Dagegen wirkt der SUPER-Schriftzug übertrieben dominant.

Titan 400

Bally Wulff

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Bally Wulff konnte auch im innovationsfreudigsten Jahr ihrer Geschichte (Monopoly, Rasant, Würfel) noch klassische Geldspieler zum xten Male nachbauen. Vielleicht trauten sie dem Markterfolg der Paradepferde nicht so recht, und wollten noch eine Cash-Cows in der Hinterhand haben. Denn an solch 08/15 Kosten spielen die Spieler treu seit vielen Jahren.

Trumpf AS

ADP

TrumpfAS

 

 

Zweites Bildschirmgerät nach dem Kreuz As. Der mittlere Jackpot wird –glaube ich- bei Straight Flush bzw. 4 Assen ausgelösten. Letzteres war durchaus attraktiv und einen Fünfer Versuch wert. Er schien auch recht häufig ausgelöst zu werden, denn recht häufig war der entsprechende Jackpot nicht auf dem Höchstwert erleuchtet.

Als Gegenleistung sank die Wahrscheinlichkeit, bei drei Assen 100 Sonderspiele zu gewinnen, von 1% auf 1 Promille, was dem Gerät einiges an Anziehungskraft nahm.

Vegas

Mega

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Mischung aus Winner und Jumbo Jumbo mit Scheibenmaschine. Wegen erhöhter Auszahlquote von 66% nicht uninteressant.

Vulkan (plus)

Adp

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Plus mit höherer Auszahlquote (siehe Werbung unten)

Winner

Nova

winner

 

 

Die drei mittleren Jackpots, die meist auf „100“ standen, waren anscheinend ein starker Anreiz für die Spielgäste, denn das Gerät wurde in großer Zahl verkauft. Erstmals winkte nicht nur bei einer Kombination der Höchstgewinn von 100 Sonderspielen (vgl. Komet), sondern bei deren drei. Da die Walzen noch nicht ungleich verteilt waren, hatte man beim Vollbild außen wirklich eine gute Chance auf den Höchstgewinn (3:21).

Durch den großen Anteil der Höchstgewinne auf die gesamte Ausschüttung waren alle anderen Gewinne stark beschnitten und man konnte außer durch Risiko nichts Wertvolles gewinnen.

Die Werbung richtet sich direkt an die Lateiner unter uns:

„Verba Docent Exempla Trahunt“.

Was das heisst ? Dann belehre ich Euch mal:

Worte belehren, Beispiele reißen mit“.

Was das mit einem Geldspieler zu tun hat ? Keine Ahnung.

 

Zu folgenden Neuerscheinungen des Jahres 94 haben wir leider keine Fotos in der Galerie. Folgende sind aus Werbeanzeigen. Wenn Ihr Fotos liefern könnt, immer her damit !

 

Happy Joker

Bergmann

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Werbespruch: Das Unternehmen Berg­mann Automaten in Rellin­gen bringt mit Happy Joker ein Geldspielgerät der neu­en Generation Top-Line auf den Markt. In einer Presse­mitteilung weist der Her­steller besonders auf die er­höhte Auszahlquote von 63 Prozent hin. Damit werde der allgemeine Wunsch der Aufstellerschaft nach ange­messen erhöhter Auszahl­quote berücksichtigt, die nach allgemeiner Erfahrung die erforderliche Spielfreu­digkeit gewährleiste, heißt es dazu aus dem Hause Bergmann. Zum Spielin­halt: Der Joker hat Kombi­nationsfunktion wie Krone. Die Zahl der Ausspielungen und Gewinne wird damit verdoppelt oder angehoben. Zusätzlich wird die Anzahl der Gewinne durch ein 20 Pf-Symbol auf der mittleren Zahlenscheibe angehoben.

Maya II

Ariston

Kein Foto vorhanden

 

Werbespruch „Mit erhöhter Auszahlung“

Riva

Bergmann

Riva

 

 

Klassisches Gerät von Bergmann ohne besondere Neuerungen.

Werbespruch „Auf die Plätze, fertig, los“. Wie originell.

Tornado

NSM-Löwen

Tornado

 

 

Und gleich noch mal eine Beschreibung aus dem Automatenmagazin, das für das Jahr 94 zur Grossform auflief:

Mal davon abgesehen, dass man demjenigen, der hier das Standby-Lichtspiel programmiert hat, bei Gauselmann vielleicht schon in der Probezeit ans Freie befördert hätte, sind auf der Frontscheibe, deren geschmacklose Farbgebung den Betrachter an der ästhetischen Zurechnungsfähigkeit des dafür Verantwortlichen zweifeln lässt (die Optik erinnert an Panthers häßlichen Take Off), unsinnige Angaben enthalten: Bei den „100 plus X Serien“ (so nennen wir mal hier jene Serieneinläufe, bei denen es zu gewonnenen 100 Sonderspielen bei einem Gewinn im nächsten Spiel zwischen 20 und 50 Spiele zusätzlich gibt) werden nur die zusätzlichen 50er-Serien als „Super-Sonderspiele“ aufgeführt, alle kleineren Zusatz-Serien jedoch nicht. Da jedoch die entsprechenden 100er-Serien bereits Supersonderspiele sind, werden auch die kleineren Zusatzserien (zwischen 20 und 48 Sonderspielen) als Supersonderspiele gewertet. Dieses „Tiefstapeln“ im Gewinnplan kann wohl nur unter psychologischen Aspekten (100 + 50 Supersonderspiele sollte als Hauptgewinn herausgestellt werden, obwohl 100 Supersonderspiele + 48 Sonderspiele auch 148 Supersonderspiele sind, also praktisch gleichwertig) oder unter graphischen Gesichtspunkten  (die Doppel-Supersonderspiel-Gewinne zentriert angeordnet, die anderen Gewinne dieser Art seitlich angeordnet und nicht als solche gekennzeichnet) gewertet werden.

Ein anderer interessanter Punkt sind die vielen Sondersymbole auf der mittleren Walze: Neben den obligatorischen Symbolen, nämlich dem Joker und der „7“, gibt es hier noch fünf weitere: „Herz“, „Karo“, „Kreuz“, „Pik“ und „Trumpf“.  Dieses generöse Vorhandensein von Sondersymbolen wurde durch ein Neuentwurf der Walzen kompensiert: Hatten die Rotoren früher 24 Stopppositionen, so wurden die Beträge und Symbole hier kleiner gedruckt, so daß man (obwohl die Walzen die selbe Größe wie früher haben) 32 Stop-Postionen unterbrachte.

Siehe Werbung unten

 

Tropica

NSM-Löwen

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Werbespruch: „Leute hört, das gab’s noch nie, Psycho-Jackpot mit Strategie“

Zwar kann die rechte Walze kann nachgestartet werden, doch was das mit Strategie zu tun haben soll, ist mir ein Rätsel. Man spielt einfach auf die Doppel-7, das kann jeder selbst im Vollsuff. Auch der Name „Psycho-Jackpot“ klingt mir merkwürdig im Ohr. „Psycho“ ist für mich ein Schimpfwort für einen sehr gestörten Menschen.

Abgesehen davon gefällt das Gerät mit angenehmer Farbwahl. Nur der Kussmund als O finde ich unangebracht.

 

Automatenwerbung und Werbetexte

 

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Werbetext:

Mit einem neuen Geldspiel­gerät kommt die Ariston Ap­paratebau GmbH in Velbert auf den Markt. Das Gerät heißt Maya und bietet eine auffällige Besonderheit. Je nach Risikofreude des Spiel­gastes kann er mit 30 oder 40 Pfennig Einsatz spielen, wobei jeder Gewinn in Seri­enspielen vier Mark beträgt. Der Maya ist mit drei Schei­ben und vier Gewinnlinien ausgestattet und bietet Seri­enkombinationen von zwei bis 100 Sonderspielen bezie­hungsweise per Risikio auch 50 Maya-Spiele. In der Serie können alle Sonder- in Maya­spiele umgewandelt werden. Start- und Risikoautomatik sind ebenso vorhanden wie eine Teilgewinnübernahme ab sechs Serienspielen und eine Schnittstelle für Druk­ker nach VDAI-Standard. Die Entwicklung des Gerä­tes stammt aus Velbert, pro­duziert werden die Geräte bei Bergmann. Dadurch soll eine möglichst problemlose Großserienfertigung erreicht werden, bei der im Notfall auf Bergmann-Ersatzteile zu­rückgegriffen werden kann.

 

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Eine mehrjährige Entwick­lungs- und Testzeit, so Bally Wulff in Berlin, sind der Prä­sentation des Geldspielgerä­tes Bally 's Würfel vorausge­gangen. Herausgekommen ist dabei das erste Gerät, bei dem sich auf zwei unter­schiedlichen Achsen drei Würfel als Gewinnsymbol­träger bewegen. Das Spiel­system ist an typische The­kenspiele angelehnt und da­mit leicht verständlich. Son­der- und Multispiele werden über separate Punktezähler erreicht, die als Jackpots fungieren. Entsprechend kann der Spielgast über eine Turbo- oder eine große Aus­spielung an den Höchstge­winn der 100 beziehungs­weise 150 Multispiele gelan­gen. Vorschußlorbeeren er­hielt Bally's Würfel während der IMA bereits durch die Wahl auf Platz 3 bei der DAGV Umfrage.

 

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Das neue Geldspielgerät der Limburger Mega Spielgerä­te GmbH heißt Bube-Dame-­König und ist im Prinzip, so ist aus Limburg zu hören, ein Wunschgerät für viele Unternehmer. Diese hatten die Weiterentwicklung der derzeit meistbespielten Jack­pots für ein Scheibengerät gefordert. Bube-Dame-König ist ein Vier-Scheiben-Gerät, in dem bewährte Spielfea­tures mit neuen Elementen kombiniert wurden. Be­kannt ist bereits die Ge­winndynamik mit dem Höchstgewinn von 100 Son­derspielen und der Chance auf 50 Mega-Spiele im nach­folgenden Spiel sowie den 45 beziehungsweise 50 Mega­Spielen im Risiko. Neu ist beispielsweise eine selektive Startautomatik, die es er­laubt, ganz gezielt und stra­tegisch auf die drei Jackpots einzuwirken.

 

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Als „kleine private Haus­bank mit einer astronomi­schen Verzinsung von fast 50 Prozent" bezeichnet die Gauselmann-Gruppe ihren neuen Scheiben-Geldspiel­automaten Disc Bonus. Der gravierende Unterschied zum bekannten Disc besteht in einem Bonus-Aufsatz, mit dem der Spielgast seine Se­rien mit Geschick und Tak­tik nach oben treiben kann. Werden zwei, drei oder fünf Sonderspiele auf dem Bo­nus-Zähler abgespeichert, gibt es drei Sonderspiele als Bonus, so daß insgesamt 13 Sonderspiele auf dem Son­derspielezähler registriert werden. Die Krönung: Wenn alle 83 unteren Felder des Bonus-Zählers gefüllt sind, gibt es mindestens 17 Son­derspiele zusätzlich. Wenn im nächsten Spiel eine Ge­winnlinie einläuft, sogar weitere 20, also insgesamt 37 zusätzliche Sonderspiele. Insgesamt stehen dann 120 Sonderspiele zur Verfügung. Als zusätzliches Extra wirft der Disc Bonus in Sonder­spielen volle vier Mark, in Jumbo-Spielen ebenfalls plus zusätzliche Freispiele.

 

 

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Der Disc Jackpot aus dem Hause adp-Gauselmann soll, laut Hersteller, die Neu­auflage vom Merkur Disc sein. Besonderes Merkmal bei diesem Gerät ist der Vic­tory-Jackpot. Normalerwei­se füllt sich ein Jackpot nach und nach und wird mit ei­nemmal ausgelöst. Beim neuen Disc Jackpot füllt sich dagegen, sobald 40 oder 50 Sonderspiele im Ausspielta­bleau ausgespielt werden, einer der beiden Victory­ Jackpots mit einem Schlag und wird erst dann Stufe für Stufe ausgelöst. Nach Anga­ben des Herstellers liegt die Auszahlung für den Spiel­gast bei 66 Prozent.

 

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Der zweite Disc mit 40 Pfen­nig-Spielsystem aus dem Hause adp trägt den Na­menszusatz Mystery. Dies ist gleichzeitig ein neues Spielfeature, das folgender­maßen funktioniert. Unter den drei Scheiben ist das so­genannte Mystery-Ausspiel­tableau. Erreicht der Spiel­gast bei fünfmal Merkur in der Ausspielung zwei bis 50 Sonderspiele in besagtem Tableau, so bleibt der Son­derspielezählerstand so lan­ge erhalten, bis die mittlere Scheibe 3,20 Mark anzeigt - die dann auch gewonnen werden. Dazu kommen be­reits bekannte Features wie das Erreichen der 150 Son­derspiele in nur zwei Spie­len, die Jumbo-Spiele mit vier Mark Gewinnen sowie der Serienstep auf ein Ge­winnfeld bei Einlauf der 1,20 Mark auf der mittleren Scheibe ohne Gewinn. Eine Umschaltautomatik am En­de der Risikoleitern sorgt dafür, daß zwischen 100 oder 90 Sonderspielen auf 50 oder 40 Jumbo-Spiele gewechselt wird. Alle Serienspiele sind Freispiele.

 

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Das Schei­bengerät hat nicht nur eine erhöhte Auszahlquote, die bei etwa 65 Prozent liegt, sondern besonders auffälli­ge neue Spielinhalte, die dem Spielgast sofort deut­lich machen sollen, daß Spaß und Spannung garan­tiert werden. Eines dieser besonderen Merkmale ist die Nachstartmöglichkeit der mittleren Scheibe, wenn links und rechts Kronen ein­gelaufen sind. Hier winkt ei­ne Ausspielung im Sonder­spiel-Tableau. Die dadurch verdoppelten Ausspielun­gen erhöhen den Reiz erheb­lich, dazu kommt ein Bonus von zusätzlichen 50 Maxi­Spielen, sofern Maxi-Spiele im Tableau ausgespielt wer­den.

 

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Nach dem Motto alles oder nichts ist der Fruit Runner aus dem Hause Playmont in Kassel konstruiert. Es ist das erste Gerät, bei dem es nur einen einzigen Geldbe­trag, vier Mark, als Auszah­lungsgewinn gibt. Anson­sten stehen dem Spielgast entweder Roulette-Punkte oder Sonder- beziehungs­weise Super-Sonderspiele als Gewinn ins Haus. Die Roulette-Punkte werden ge­sammelt und können an­schließend stufenweise oder komplett zum Risiko gesetzt werden. Erscheint auf dem Roulette-Tableau ein Win­ner-Feld, werden die ent­sprechenden Sonderspiele gegeben. Ein weiteres Fea­ture besteht darin, daß bei der Gewinnkombination mit Kirschen auf allen drei Scheiben eine Ausspielung für 200 Freispiele und sechs Sonderspiele erfolgt.

 

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Wiederbelebt hat das Haus Gauselmann den Karten­wender im Geldspielbereich. Der Grand Hand bietet fünf­mal 52 Spielkarten, aus de­nen wie beim Poker Gewinn­kombinationen zu erzielen sind. Bleibt die erste Zie­hung erfolglos, können alle fünf Kartenwender nachge­startet werden. Bei vier Bu­ben oder einem Straight Flush geht es direkt in die große Ausspielung um 100 Sonderspiele. Folgt im näch­sten Spiel ein Gewinn, er­höht sich die Zahl der Sonderspiele um weitere 50. Ein Punktejackpot oberhalb der Kartenwender verspricht weitere Spannung und Gewinnchancen. Ein voller Jackpot, beispielsweise vier im Fächer sichtbare Buben und ein Buben-Drilling oder -Vierling als Gewinn brin­gen ebenfalls die Ausspie­lung. Punktetransfer von ei­nem in einen anderen Jack­pot ist ebenso möglich.

 

 

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Jumbo Jumbo

 

 

Unternehmenschef Paul Gauselmann persönlich liftete in Hannover das Geheimnis um Jumbo, Jumbo, der den supererfolgreichen Multi Multi noch übertreffen soll. Dazu waren Automatenfachleute aus ganz Deutschland angereist

 

Ein bombastisches Programm hatte die Gauselmann-Gruppe versprochen, wie es aus frühe­ren Jahren noch in lebhafter Erinne­rung sei. Ein „handverlesener Kreis" von Automatenkaufleuten, der am er­sten Sonntag im November dieser Einladung nach Hannover gefolgt war, wurde nicht enttäuscht.

 

Auftakt war ein gemütliches Get To­gether in der Roneburg. Beim Eintref­fen wurden die Teilnehmer schon draußen von einer lustigen Gaukler­schar empfangen. Drinnen warteten Burgfräuleins mit einem Be­grüßungsdrink. Eine Jazzformation in alten Militäruniformen spielte Di­xieland. Was niedergeschrieben viel­leicht wie ein Stilbruch erscheint, ver­dichtete sich vor Ort zu einer unge­wöhnlichen Atmosphäre, die sich nicht beschreiben läßt. Wir lassen auf diesen Seiten Bilder sprechen. Sie sa­gen mehr als Worte.

 

Ein „Variete der Jumbo-Klasse" er­wartete die Gäste am Abend im Ge­orgspalast in der Leinestadt. Da wur­de nicht mit Superlativen gespart. Jan Mattheis, ein Vollblut-Entertai­ner, der sich auch als Zauberer und Bauchredner präsentierte, fiihrte mit viel Witz und Humor durchs Pro­gramm. Schlag auf Schlag folgten Höhepunkte der Artistik: Lady Sun am Trapez und die Farellos auf dem Einrad. Als singender Postbeamter hatte schließlich Hans-Hermann Thielke die Lacher auf seiner Seite.

 

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Künstlerischer Höhepunkt des Abends waren ohne Zweifel die Black­wits vom Prager Puppentheater mit ihrer Shaw. Ihre kuscheligen Fanta­siegeschöpfe präsentierten denn auch das Erfolgsquartett von Merkur und Venus (Grand Hand, Trumpf As, Disc Bonus und Dice Master) fast ebenso gut, wie später Paul Gauselmann selbst auf der Variete-Bühne.

 

Der große Auftritt des Unterneh­mensgruppenchefs war zum Höhe­punkt des Abends die Enthüllung des neuen Jumbo Jumbo. Er soll den le­gendären Multi Multi nicht nur ablö­sen, sondern noch übertreffen.

 

Seine wichtigsten Elemente:

 

·         Zwei dynamische (nur vier Stufen) jumbomäßige Powerspots. Hier wer­den immer Jumbospiele, das heißt Sonderspiele mit einer hohen Ge­winnwahrscheinlichkeit, gewonnen.

 

·         Bei vollem Sternenbild (6 x Mer­kur) gibt es den Direktgewinn von 100 Sonderspielen mit der Chance, im nächsten Spiel weitere 50 und somit insgesamt 150 Jumbospiele zu gewin­nen.

 

·         Bei Erreichen von zwölf Sonder­spielen auf der linken oder zehn Son­derspielen auf der rechten Leiter kann durch Betätigung der blinken­den Starttaste die Jumboschaukel (Jumbo-Ausspielung) gestartet werden. Hierdurch kann der Spielgast al­le gewonnenen Sonderspiele in Jum­bospiele umwandeln.

 

·         Bei Einlauf von „Merkur" oder „Doppel-Merkur" auf der mittleren Walze in Sonderspielen werden vier Mark auf der mittleren Leiter zum Ri­siko angeboten. Dieses Risiko kann wahlweise auch auf 3,70 Mark plus 30 Pfennig oder auf 3,10 Mark plus 90 Pfennig in die rechte und linke Leiter übertragen werden. Ebenso können Geldgewinne bei einem Sonderspiele­Zählerstand kleiner als zehn = bei den Leitern (3,70 Mark plus 30 Pfennig) riskiert werden.

 

·         Zwei verschiedene Startautomatik­Varianten ermöglichen die strategi­sche Auslösung der beiden vierstufi­gen Powerspots.

 

·         Vier-Mark-Gewinn in Sonderspielen und zusätzliche Freispiele.

·         Vier-Mark-Gewinn in Jumbospielen und zusätzliche Freispiele.

 

„Jumbomäßigen Spielspaß" ver­sprach Paul Gauselmann. Das Gerät vereinige in sich bewährte Elemente und neue Ideen. Diese Kombination sei erfahrungsgemäß eine sichere Er­folgsgarantie.

 

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There is no business like showbusi­ness! Seit jeher sieht sich die Unterhal­tungsautomatenbranche als Teil des Showgeschäfts. Das hätte nicht besser bewiesen werden können als durch die gelungene Darbietung in Hannover. Ob der reichlich gespendete Beifall der Show oder dem Jumbo Jumbo ge­golten hat, war nicht zu differenzie­ren. Vermutlich beidem in gleichem Maße.

 

Elefantastisch!

 

Die Highlights von Jumbo Jumbo auf einen Blick:

 

·         100 Jumbos (Jumbospiele mit er­höhter Trefferquote) direkt und mit Glück plus 50 im nächsten Spiel

 

·         Zwei Jumbo-Jackpots: alles Jumbos

 

·         30/40/50 Jumbos durch Ringaus­spielung

 

·         Risiko auf 40/50 Jumbos mit Fall­bremse auf 10/12 statt 5/6 Sonderspie­le

 

·         Progressive Leiter bei Geldgewin­nen

 

·         Start von Jumbo-Ausspielungen bei 10/12 Sonderspielen. Und alle Sonder­spiele werden Jumbos

 

·         In Jumbos: Step bei 1,50 auf ein Ge­winnfeld = erhöhte Trefferhäufigkeit

 

·         Alle Sonderspiele und alle Jumbos sind Freispiele. Gewinn jeweils vier Mark

 

·         Umfassende Splittingmöglichkeiten sorgen für Action in den Risikoleitern

 

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Als Aufforderung zum Tanz versteht NSM in Bingen das neue Scheibengerät Lamba­da. Es ist das erste Gerät mit drei Direktgewinn inien für 100 Sonderspiele. Psycho­Jackpot und weitere Fea­tures aus Safari und Take 7 wurden hier zu einer neuen Mischung kombiniert, die hohe Spannung garantieren soll. Die beiden Jackpots locken auf der linken Seite mit 100 Super-Sonderspie­len, auf der linken mit 100 Sonderspielen. Zusätzlichen Anreiz bietet das Take 7­Spiel, bei dem ebenfalls das Herz des Spielgastes lacht. Hier winken 100 Gala-Spie­le und mehr. Denn von hier aus geht es schnell zu 150 Super-Sonderspielen, da bei jedem roten Feld auf der mittleren Scheibe drei Su­per-Sonderspiele hinzuad­diert werden. Mit nur drei Risikoschritten kann der Spielgast per Umstieg aus 10 und 12 Sonderspielen die begehrten Super-Sonder­spiele erreichen. Da hier auch die roten Felder als Goldfelder gelten, sind die Erwartungen hier ganz be­sonders hoch. Bei Erreichen der maximal 150 Sonder­spiele werden vorhandene Sonderspiele zu Super-Son­derspielen, die dann - steu­erlich günstig - als Freispie­le ablaufen.

 

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Brandneu und mit der Erst­zulassung im laufenden Ok­tober bietet die Ariston Ap­paratebau GmbH in Velbert ihren Maya II an, der auf die Bedürfnisse nach dem EuGH-Urteil abgestimmt wurde. Wie beim Ur-Maya kann der Spielgast hier zwi­schen 30 und 40 Pfennig Einsatz wählen, die Aus­zahlquote liegt beim 30­Pfennig-Spiel bei 62 Pro­zent, im 40-Pfennig-Spiel bei etwa 66 Prozent. Das Scheibengerät verfügt über vier Gewinnlinien und läßt Gewinne im Bereich von 30 Pfennig bis vier Mark zu. Per Risikotaste können zwei bis 50, in den Ausspielungen zwei bis 100 Sonderspiele er­zielt werden. Werden in ei­ner Serie Gewinne erzielt, können alle Sonder- in Maya-Spiele umgewandelt werden. Der höchste Ge­winnanreiz liegt bei den Su­per-Maya-Spielen.

 

 

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Monopoly im Test

Ein PR-Artikel zum Monopoly. Natürlich optimistisch, was sich am Markt (leider) nicht bestätigte. So bliebt die innovative Technik ohne spannendes Spielsystem (fast) eine Eintagsfliege.

 

 

1.jpgBally Wulff liegt mit seiner Einschätzung richtig: Monopoly zieht neue Kunden an

 

Gut zwei Monate nach der IMA woll­te der Münzautomat wissen, wie sich Monopoly-Testgeräte in der Praxis bewährt haben. Anspruch und Wirklichkeit wurden auf den Prüf­stein gestellt. Das Ergebnis war in einem Punkt eindeutig: Monopoly zieht neue Kunden an, und ganz be­sonders Frauen fühlen sich von dem Spiel angesprochen. (Da wir Ein­spielergebnisse nicht überprüfen können, machen wir grundsätzlich zu diesem Bereich keine Aussagen.)

 

„Eines scheint sicher zu sein, so die Ergebnisse unserer Umfrage, ein Zockergerät, wenn es so etwas über­haupt gibt, ist Monopoly nicht." Sollte es auch nicht sein, so Bernd Eber, der Werbe- und PR-Chef von Bally Wulff in Berlin. Seinen Aussa­gen nach ging es seinem Unterneh­men gerade darum, neue Wege für das Geldspiel aufzuzeigen. Eber sagt heute, daß dies jetzt schon in zwei Richtungen wirkt. Einmal konnten in Gast- und Spielstätten neue Kunden gewonnen werden, die bisher das herkömmliche Geldspiel­gerät nicht ansprechend fanden. Dies ist die Wirkung, die das Gerät innerhalb der Branche ausgelöst hat. Nach außen konnte bei einigen offiziellen Terminen schon festge­stellt werden, daß Politiker und Ver­waltungsleute sehr positiv auf diese Entwicklung reagieren. Nach Ebers Vorstellungen löst das Gerät bei diesen etwa die Reaktion aus: Ein Automat, der ein so bekanntes Spiel als Grundlage hat, ein Spiel, das in der eigenen Familie so oft auf dem Tisch gelegen hat, kann ja nun wirk­lich nicht etwas Schlimmes sein.

 

Wir haben uns mit diesen Aussagen nicht zufriedengegeben und wollten zumindest die brancheninterne Fest­stellung überprüfen. Klaus Wagner aus Karlsruhe bestätigte sie uns spontan. Er schränkte zwar ein, daß das 40-Pfennig-Spiel in Baden­Württemberg immer noch einen schweren Stand habe, weil der Spielgast sich nur schwer umstelle und weil Investitionen nach hohen Vergnügungssteuern und Sperrzeit­verlängerungen immer schwerer zu realisieren seien.

 

Was die Eigenschaften von Mono­poly anbelangt, konnte Wagner je­doch die Aussagen von Eber voll bestätigen. Er sieht das Gerät vor­wiegend als Werbeinstrument für neue Kunden: „Und wenn dann die Kasse noch stimmt, dann erfüllt es ja seinen Zweck", sagt Wagner. Er hat das neue Bally-Wulff-Gerät ganz gezielt beobachtet und eindeu­tig festgestellt, daß Kunden, die sonst nie am Geldspielgerät gespielt haben, plötzlich anfangen zu spie­len. Vielleicht auch deshalb, weil sie denken, Monopoly von ihren Kin­dertagen her spielen zu können.

 

Demnach kann es durchaus sein, daß unsere Spielgeräte inzwischen so kompliziert sind, daß ein völlig unbedarfter Spieler sich gar nicht mehr traut, daran zu spielen. Nun ist Monopoly beileibe nicht einfach, es vermittelt dem ungeübten Spielgast aber scheinbar genau diesen Ein­druck.

 

Andreas Gehard aus Bruchsal weiß dagegen zu berichten, daß sich auch langjährige Stammgäste inzwischen mit dem Monopoly angefreundet haben. Sie sind allerdings auch kei­ne „Zockertypen", sondern eher ru­hige und besonnene Spieler, die aber seit vielen Jahren diesem Frei­zeitvertreib nachgehen.

 

Damit wäre, wenn andere Aufstell­unternehmer dies bestätigen kön­nen, die zweite Gruppe erkannt, für die ein solch neuer Gerätetyp will­kommen ist.

 

Günter Probst, Betriebsleiter bei „Der Spielpunkt GmbH" in Hanno­ver, hat während einer längeren Testphase eine weitere Erfahrung gemacht: Drei Wochen lang lief Mo­nopoly in einer Spielstätte hervorra­gend und dann brach das Interesse am Gerät merklich ab. Viele hätten nun die voreilige Schlußfolgerung gezogen, daß der „Absturz" zwangs­läufig sei und das Gerät deshalb nicht seinem Anspruch gerecht wer­de. Probst selbst aber ist vom Kon­zept überzeugt.

 

Er will neue Kunden anziehen, weil er seit Jahren beobachtet, daß „von unten weniger nachwächst". Er hat das Gerät dann in einer anderen Spielstätte mit jüngerem Publikum plaziert und schon stimmte die Kas­se wieder, ja, sie wuchs sogar über andere Geräte hinaus. Da er Mono­poly in mehreren Spielstätten des Unternehmens einsetzt, basiert sei­ne Meinung auf fundierten Erkennt­nissen. Ganz sicher kann er sagen: Es werden neue Kunden begeistert, und wenn Frauen in Spielstätten zu Gast sind, dann spielen sie am ehe­sten Monopoly.

 

Bernhard Eber hat in seinen Umfra­gen viele Aussagen erhalten, die die Auffassung vertreten, daß Mono­poly innerhalb der Spielstätte neue Gäste interessiert und auch zum Geldspiel lockt. Er hat dies nun wei­tergedacht und hat werbliche Instru­mente entwickelt, die den gleichen Effekt nach außen, zum vorbeige­henden Publikum hin, bewirken sol­len. Da gibt es das „Winke-Männ­chen" von Monopoly, Plakate fürs Schaufenster, Rahmenplakate, die man mit eigenen Aktionsplakaten ausfüllen kann. Außerdem bietet er Klebestreifen für Schaufenster an, die signalisieren, daß es innen im­mer die neuesten Spiele gibt.

 

Man darf gespannt sein, wie sich diese Neuentwicklung langfristig be­währt. Eines ist jetzt schon sicher: Am meisten Erfolg hat man, wenn man die neuen Spiele auch mit Ak­tion an den Spiel-Gast bringt. Neu­heiten führen sich halt in keiner Branche so ganz von selbst ein, das muß auch die Münzspielbranche er­kennen, sagt Bernhard Eber. 

 

 

 

 

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Erfolg ist kein Zufall

 

Seit etwa einem halben Jahr sind die ersten Monopoly-Geräte aus dem Hause Bally Wulff auf dem Markt. Zeit für eine erste Zwischenbilanz über einen Spielautomatentyp, der nach wie vor sehr unterschiedliche Reak­tionen hervorruft - bei Aufstellunternehmern wie bei Spielgästen

 

Ein Spielgerät, das sich derart stark an ein längst auf breiter Basis akzeptiertes Gesellschafts­spiel anlehnt, ist schon etwas Beson­deres. Eine zweite Besonderheit stellt sicherlich dar, daß zu diesem Automa­ten auf breiter Fläche Promotion- und Animationsmaterial auf den Markt ge­worfen wurde und wird, mit dem vor allem neue Spielgäste geworben wer­den sollen. In einem Flächenversuch beteiligen sich unter anderem 17 Mer­kur-Spielotheken an der Markterpro­bung - mit nachhaltigem Erfolg, wie von den Betreibern zu erfahren ist. Eine große Zahl von Unternehmern verhält sich aber weiterhin skeptisch, da mit dem Monopoly ein Automat angeboten wird, der völlig neue Wege aufzeigt.

 

Bally Wulff hat den Feldversuch mit der notwendigen Gründlichkeit vorbe­reitet. Dazu gehören Testberichte, die von den Unternehmern ausgefiillt und nach Berlin geschickt werden. So teilt beispielsweise Jens Franz aus Schönheide in seinem Report mit: „Wenn Monopoly gespielt wird, sind viele Zuschauer mit dabei. Durch den gleichen Aufbau wie beim Brettspiel wird schnell das Interesse geweckt. Es dauert eine gewisse Zeit, bis das Spiel­system und die Gewinnchancen er­kannt sind." Mit diesem Satz ist be­reits eine ganze Menge über das Gerät und seine Anziehungskraft ausgesagt.

 

Wer sich mit dem Brettspiel Mono­poly auskennt, hat auch ein Faible für Unterhaltungsspiele und Kommunikation. Leute, die erlebnishungrig und auch bereit sind zu lernen, wenn es um ein neues Geldspielgerät geht. Selbstverständlich gehören nicht alle Kunden und Gäste zu dieser Katego­rie Mensch, die den Kopf auch zum Vergnügen anstrengen. „Manchen ist das Gerät auch zu kompliziert", ist ei­ne weitere Aussage von Jens Franz, der sich die Szene sehr genau angese­hen hat. Doch die Einspielergebnisse von Monopoly, so die Testergebnisse, liegen überzeugende 7,7 Prozent über dem Durchschnitt. Damit dürfte fest­stehen, daß der Teil der „mitdenken­den" Spielgäste doch größer ist als er­wartet. Außerdem müssen ja nicht al­le an diesem einen Gerät spielen. „Es gibt Gäste, die ziehen Wein vor und solche, die trinken lieber Bier", sagt dazu Bernhard Eber von Bally Wulff. „Wenn ein Gastwirt aufgrund des höheren Bierumsatzes den Wein aus der Angebotsliste streicht, so verzich­tet er freiwillig auf einen großen Teil seiner Gäste."

 

Die Zeiten für Automatenkaufleute sind in den letzten Jahren sicher nicht einfacher geworden. Ein Grund, war­um viele Automatenkaufleute den Geräten mit konventionellen Spielsy­stemen den Vorzug geben, um ja kein Risiko einzugehen. Andere machen dagegen den Schritt nach vorn, um endlich an neue Publikumsschichten heranzukommen und den bisherigen Gästen eine erfreuliche Abwechslung zu bieten.

 

In den 17 Merkur-Spielotheken wur­de nach einem gemeinsam mit Bally Wulff entwickelten Konzept ein kom­plettes Monopoly-Angebot von der Schaufensterdekoration bis zum Mo­nopoly-Butler eingerichtet. Dazu Bernhard Eber: „Der eigentliche Ver­kaufsort für ein neues Spiel ist genau gesehen nicht der Großhandel, son­dern der Ort, an dem die Gäste zum Spielen animiert werden. Sie sind letztlich die Käufer. Daher zielen auch alle neu entwickelten Maßnahmen auf diese Klientel. Der bisherige Er­folg in den Spielotheken hat unsere Erwartungen erfüllt. Vom Gebrauch der Spielbroschüren angefangen, die bei den Gästen regen Zuspruch gefun­den haben, bis hin zu den Einspieler­gebnissen, die sich mit den besten Geräten messen können."

 

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Im Unterschied zu vielen kleinen Spielstätten, die fast nur Geldspiel­geräte im Angebot haben, bieten die Merkur-Spielotheken zusätzlich zum Geldspielbereich ein breites Angebot an Unterhaltungsgeräten, das intensive Pflege erfährt. Die Publikumsstruk­tur ist daher vielfältiger. Unter diesem Aspekt dürfte auch die Bally Wulff Aussage richtig sein, daß Monopoly die jungen, besser gebildeten und besser verdienenden Leute eher anspricht als herkömmlich konzipierte Geräte.

 

Eine Feststellung, die auch von der Firma EJS-Spielautomaten vertreten wird: „Gäste, die das Brettspiel ken­nen, sonst aber kaum an Geldspiel­geräte gehen, spielen auch am Mono­poly als Geldspielgerät. Auch finden sich hier mehr weibliche Kunden als üblich. Selbst Stammspieler, die das Gerät zunächst abge­lehnt haben, spielen es mitunter zusätz­lich." Daß sich Gäste gelegentlich ärgern, wenn sie „ins Ge­fängnis" müssen, nimmt ein Gastwirt in Delbrück-Boke auf lockere Art: „Komm­ste in'n Knast und nicht mehr raus, gibt's 'n Bier." Eine erfolgreiche Art des Kundendienstes, zusätzlich zur aus­führlichen Spieler­klärung bei Neulin­gen.

 

Damit ist ein offensichtlich wichtiger Punkt erreicht: Viele Gäste erwarten, daß man sich ihrer annimmt. Sie su­chen das Gespräch, die Animation in ihrer Freizeit. Wo dies geboten wird, so die bisherigen Erfahrungen, hat das Monopoly-Gerät beste Erfolgsaus­sichten. Wird es dagegen wie jedes an­dere Gerät behandelt, also nur aufge­hängt, und wird kein weiterer Service geboten, so überläßt man es auch dem Zufall, ob es über oder unter dem Durchschnitt bespielt wird.

 

2.jpgDie unterschiedlichen Ergebnisse und Aussagen der Aufstellunterneh­mer lassen abschließend den Ver­gleich mit anderen Geräten zu: Kein anderer Gerätetyp war in den letzten Jahren lückenlos an allen Plätzen er­folgreich. Warum sollte da der Mono­poly eine Ausnahme machen? Der gute Zuspruch zeige aber, so Eber, daß die Zeit für solch ein neues Gerät reif war. Berufsskeptiker werden aber noch lange brauchen, sich mit neuen Dingen zu beschäftigen. Wer aber sei­ne Plätze und Gäste kennt und sich darüber Gedanken macht, hat auch den Vorsprung.

 

Noch einmal zum Konzept und zum Animation-Paket. Was ist da alles drin? Zunächst der Aufkleber für das Schaufenster. „Monopoly, hier als Geldspielgerät" heißt die Botschaft an die Passanten. Damit werden diejeni­gen angesprochen, die Zeit zum Ver­weilen und die notwendige Neugier zum Eintreten haben.

 

Als zweites gehören Poster ins Pa­ket. Die lockere Aufforderung „Rein­kommen und mitgewinnen" kann Wunder wirken. Ob im Format DIN A2 oder Al, mit dem Poster wird am Schaufenster signalisiert, daß es hier ein nicht alltägliches Spielgerät gibt. Die Botschaft muß nach außen getra­gen werden, da ohne Anreiz keine neuen Gäste gewonnen werden kön­nen. Zusätzlich gibt es für das A2-For­mat noch einen selbstklebenden Rah­men, der die Wirkung verstärkt.

 

Als drittes werden Fußbodenaufkle­ber geliefert. Damit soll vor allem neu­en Gästen die Schwellenangst genom­men werden. Wer sich von der Schau­fensterwerbung erst einmal zum Be­treten der Spielstätte hat animieren lassen, findet so auf einfachste Weise den Weg zum Gerät.

 

Wichtig als Eyecatcher ist der But­ler, der den Spielgästen geduldig die Spielbroschüren anbietet. Ein Service, der erfahrungsgemäß gern angenom­men wird und von Anfang an für größeres Verständnis für das neue Spielsystem sorgt. Zugleich weckt er Aufmerksamkeit auch bei denjenigen, die bislang nicht an Geldspielgeräte gegangen sind. Er kann somit neue Gäste für die gesamte Gerätepalette gewinnen.

 

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Die Kurzerklärung ist schließlich für den Einstieg hilfreich. Speziell die an­dere Art des Risikospiels bedarf de Erklärung. Wer es gelernt hat, kommt damit zurecht. Mit der kurzen Anlei­tung am Gerät leistet man allen An­fängern Hilfestellung.

 

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Und ein wichtiger Tip zum Schluß: Der Anfangserfolg verleitet manchen, sich nicht mehr um den weiteren Ver­lauf zu kümmern. Wenn die Fuß­bodenaufkleber aber abgenutzt und unansehnlich geworden sind, wenn die Spielerklärungen vergriffen und die Bierdeckel schon lange zerknickt sind, dann erfüllen sie nicht mehr ihren Zweck. Gastwirt und Aufsicht sollten also motiviert werden, sich um diese Dinge zu kümmern, damit die Animation nicht vorzeitig abnimmt. Denn Erfolg ist kein Produkt des Zu­falls.    

 

 

 

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Als König, Priester und zu­gleich Gott zog der Pharao einst das Volk in seinen Bann. Das soll heute das Geldspielgerät Pharao von NSM übernehmen. Der Spieler hat unter anderem folgende Gewinnchancen: Sonderspiele kosten nichts, das heißt, es erfolgt kein Ab­zug im Kreditzähler. Den­noch werden bei Gewinn vier Mark ausgezahlt. Der Jackpot bietet auf der ober­sten linken Stufe 100 Super­sonderspiele, auf der rech­ten obersten Stufe 100 Son­derspiele. Beim Hochschal­ten können links bei 3x7 zu­sätzlich drei Sonderspiele und rechts bei 2x7 und Joker zwei Sonderspiele erzielt werden. Die Jackpots lösen links bei Doppelsieben - 1,80 - Doppelsieben und rechts bei Doppelsieben - 1,20 - Doppelsieben aus. Dann gibt es noch die Jack­pot-Schaukel: Bei Auslösen eines Jackpots schaltet der andere automatisch auch 48 Sonderspiele hoch. Nach Er­reichen von Supersonder­spielen gelten vorhandene und weitere Sonderspiele als Supersonderspiele. Ab Zäh­lerstand 150 werden verblei­bende Sonderspiele in Su­personderspiele umgewan­delt.

 

 

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Nach fast neunmonatiger Testphase bringt Bally Wulff ein neues Geldspielgerät auf den Markt. Die Frucht-Ge­winn-Symbolik bei Rasant erinnert an Slotmachines, wie sie in Spielcasinos üblich sind. Der Spielgast hat die Möglichkeit, das 15 Sekun­den-Spiel in drei Zeittakte zu unterteilen und be­stimmt damit sein persönli­ches Tempo. Beim Viervier­teltakt entscheidet sich der Spielgast für vier Walzen­läufe innerhalb der vorge­schriebenen 15 Sekunden. Der Einsatz dabei beträgt ei­nen Groschen pro Walzen­lauf Beim Zweivierteltakt fällt die Entscheidung für zwei Walzenläufe ä zwei Groschen innerhalb von 15 Sekunden. Beim Standard­Spiel wird innerhalb von 15 Sekunden ein 40 Pfennig­Spiel gegeben. Mit der Ent­scheidung für die Anzahl der Walzenläufe legt der Spiel­gast auch die Höhe des mög­lichen Gewinns fest. So sind in den Ein-Groschen-Läufen über die Gewinnkombina­tionen bis zu 30 Sonderspie­le, im Zwei-Groschen-Spiel bis zu 70 und im Standard­Spiel bis zu 100 Sonderspie­le erreichbar. Außerdem gibt es eine neue Jackpot-Varian­te. Der Gast hat dabei die Chance, zwei Jackpot-Aus­spielungen hintereinander zu erzielen. In jeder dieser Ausspielungen sind 100 Multispiele möglich.

 

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neu-16.jpgFreitag, 5. August 1994, 12.40 Uhr. Am Berliner Maybach­ufer steigen 80 blaue Luftbal­lons auf. „Rasant ins ganze Land" lautet ihr Aufdruck. Über den Dächern der Hauptstadt verteilen wechselnde Winde die Ballons in alle Himmelsrichtungen. So wird kund­getan, daß ein neues Zeitalter des Unterhaltungsspiels mit Geldge­winnmöglichkeit beginnt.

 

Genau wurde dieses neue Zeitalter am 23. August eingeleitet, als in sämtlichen Niederlassungen von Bally Wulff, Geda, Erkens und Rhenania der Rototron Rasant erst­mals öffentlich präsentiert wurde. Die Teilnehmer der Veranstaltung in Berlin am 5. August sind eine ge­schlossene Gesellschaft von Aufstel­lern, die am achtmonatigen Praxis­test des Rasant beteiligt gewesen sind.

 

Einige von ihnen waren bereits seit Jahresbeginn dabei. Andere haben den Erlkönig von Rasant (mit Na­men Roy) erst seit drei, vier oder sechs Wochen in der Aufstellung. Ih­re Einschätzung des Geräts ist im Prinzip immer gleich: „Rasant ist bei den Spielern rasant angekommen", wie einer von ihnen es wörtlich aus­drückt.

 

Wie es für Bally Wulff typisch ist, weist zusammenfassend der Test keine extremen Abweichungen auf, kein Abfallen der Spitzenkassen nach wenigen Wochen. Also e' gleichbleibend gutes Kassenergenis.

 

Das umwerfend Neue am Rasant ist, daß der Spielgast für 40 Pf zwar wie üblich 15 Sekunden Spielzeit kauft, daß er diese jedoch nach Wahl in vier Spiele von je vier (genau 3,75) Sekunden für zehn Pfennig, zwei Spiele von je acht (7,5) Sek für 20 Pfennig unterteilen oder wie bisher 15 Sekunden voll durchspielen möchte. Erzielte Gewinne, jeweils in Relation zum einzelnen Einsatz, sind ab sechs Sonder­spiele auf die rechte Risikoleiter über­tragbar. Zusätzlich sind noch Boni möglich.

 

Ein Teilnehmer der Berliner Veran­staltung schreibt Bally Wulff ins Gä­stebuch, mit diesem System das Ei des Kolumbus gefunden zu haben. Ein ähnliches Ereignis sei vor zehn Jahren die Einführung der Risikolei­ter gewesen.

 

Hans Kloß, Geschäftsführer von Bally Wulff und Präsident der ameri­kanischen Muttergesellschaft Bally Gaming, zählt Erfindungen auf, die von den Berliner Spielemachern aus­gegangen und heute wesentliche Be­standteile aller Geldspielgeräte sind: „Die ersten Freispiele in den fünfziger Jahren, die ersten Serienspiele im legendären Grand-Prix Anfang der sechziger Jahre, die Münzvorlage 1968, das Risikospiel Mitte der siebzi­ger Jahre sowie das Joker-Symbol oder auch die heute überall üblichen Ausspieltableaus Anfang der achtzi­ger Jahre."

 

Seit fast einem Jahrzehnt, so Kloß weiter, seien keine bedeutsamen Neuerungen mehr entwickelt wor­den. Natürlich werde viel Energie und Aufwand betrieben, die vorhan­denen Elemente zu kultivieren, zu verfeinern und zu den heutigen Spitzengeräten mit den Spezial-Super­Sonderspielen und allen anderen kaum noch zu überblickenden Raffi nessen weiterzuentwickeln.

 

Wörtlich: „Analysieren wir jedoch einmal die Frage, warum seit Jahr­zehnten dieser gewaltige Aufwand zur Erfindung immer neuer Spielele­mente getrieben wurde, so gibt es ei­gentlich nur eine verblüffende Ant­wort: Die Spiele sind alle auf Dauer zu langweilig!"

 

Keinesfalls solle langweilig mit er­folglos gleichgesetzt werden. Er habe dieses Wort mit Bedacht gewählt, weil es gleich zwei Begriffe in sich tra­ge: Weil die Spiele zu lang seien, daue­re es eben eine gewisse Weile, bis der Spieler sein Ergebnis, Erfolg oder Ver­lust, erleben kann.

 

„Die 1953 eingeführten berüchtig­ten und berühmten 15 Sekunden ver­hindern bei allen bisher in Deutsch­land zugelassenen Geldspielgeräten dass atemberaubende internationale Tem­po. Das wird von nun an gänzlich an­ders!"

 

Was er damit ausdrückt, läßt sich schwarz auf weiß kaum beschreiben. Das muß man miterleben. Wie im Spielcasino läuft zum Beispiel das Viertelspiel für zehn von vierzig Pfen­nig in rasantem Tempo ab. Zusätzlich vermitteln die internationalen Früch­tesymbole auf den Walzen weltoffene Atmosphäre. Das Groschenspiel ist konkurrenzfähig geworden.

 

Blick ins Gästebuch ...

Aus dem Gästebuch zur Generalprobe von Rasant am 5. August 1994 in Berlin:

·        „Geprägt durch unsere schnellebige Zeit, sucht auch der Spielgast mehr Tempo" „Der Vier-Sekunden-Takt schafft ein neues Spielgefühl" „Neue Spielideen braucht das Land"

·        „Neue Ideen waren schon immer Motoren fürs Geschäft"

·        „Der Spielgast gewinnt den Eindruck, daß er für sein Geld mehr bekommt" „Rasant ist eine Herausforderung für die gesamte Branche"

·        „Wir brauchen neue Ideen für unsere gemeinsame Zukunft. Ich hoffe auf noch viel mehr"

·        „Neue Spielidee, angepaßte Auszahlung, schnelles Spiel"

·        „Die Idee ist, wenn sie verstanden wird, spiel- und umsatzfördernd"

·        „Übersichtlich, klare Gewinnlinien, zusätzliche Gewinnlinien in Sonderspielen"

·        „Die Anlehnung an die Slotmaschine finde ich toll" „Es geht voran"

 

 

 

 

 

 

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Aus dem Hause Panther kommt das Geldspielgerät Smaragd. Als zentrales Fea­ture steht hier ein Karat­Jackpot im Mittelpunkt des Spielinteresses. Gewinnen kann der Spielgast hier bei drei, vier, fünf und sechs Ka­rat-Chancen jeweils bis zu 150 Star-Sonderspiele. Ein leichtverständliches Spiel­system soll den Einstieg er­leichtern. Drei Power-Risi­ko-Leitern und drei Risiko­Ausspielungen bis zu 50 Star-Sonderspielen erhöhen den Anreiz.

 

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Mit dem Titan 400 bringt das Berliner Unternehmen Bally Wulff ein Geldspiel­gerät auf den Markt, das über sechs Psychojackpots verfügt. Drei Bonustürme und drei Punktejackpots versprechen dem Spielgast Spannung und hohe Gewin­ne. Die Punktejackpots wer­den -je nach Walze - über die Vier-Mark-Symbole auf­gefüllt. Die Bonustürme steigen mit den Gewinn­kombinationen dreimal, viermal oder fünfmal Bally­1. Ist ein Turm voll, wird bei der nächsten Gewinnkombi­nation eine große Ausspie­lung ausgelöst, bei der maxi­mal vier Titanspiele und 50 Sonderspiele zu gewinnen sind. Werden bei den Aus­spielungen Titan- und Son­derspiele gewonnen, so wer­den die Titanspiele vorran­gig abgespielt. In diesen Spielen gewinnt jedes ka­rierte Feld auf der Mittel­walze zusätzlich 24 Sonder­spiele. Für jeden Platz die richtige Farbe: Den Titan gibt es mit fünf Scheibenfar­ben, und zwar in Anthrazit­-Classic, Titan-Blau, Orange­-Fresh, Magenta-Pink und Royal-Weiß.

 

 

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Psycho-Jackpot

Selten gab es einen dämlicheren Namen für ein Spielelement. Als wenn der Jackpot damit neu erfunden worden wäre. Und nur mit einem Namen, den ich eher einem Irren geben würde, wird er nicht besser

 

 

Der Psycho-Jackpot und sein Geheimnis

 

Die spannende Reise zum Erfolg

 

Frühes Sonnenlicht bricht durch die charakteristischen Baumsil­houetten der Savanne. Jetzt ist die Zeit, auf Safari zu gehen. Mit die­sem stimmungsvollen Szenario signa­lisiert NSM: Die Zeiten der Dürre sind endgültig vorbei! Den Grund für diese optimistische Einstellung schildert man bei NSM so: „Wir haben ver­sucht, uns in den Spieler hineinzuver­setzen. Die Frage war: Reicht ihm ein niedriger Gewinn, mit dem er ziemlich fest rechnen kann, oder reizt ihn eher das Risiko, mit höherem Einsatz noch mehr zu gewinnen?"

 

Das Resultat dieser Überlegungen ist der Psycho-Jackpot. Im Spielsy­stem der Safari-Generation hat der Spieler durch schnelles Hochschalten des Jackpots die Hundert fast immer greifbar vor sich. Ein klares Konzept - so NSM - führt zum Erfolg: Die drei­fache 7er-Kombination gibt nicht nur drei Sonderspiele, sondern schaltet auch den Jackpot hoch.

 

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Sie werden den Jackpot schon schaukeln ... Ebenfalls nach dem Pu­blikumsgeschmack ist die Jackpot­schaukel: Wird ein Jackpot ausgelöst, schaltet der gegenüberliegende auto­matisch auf die mittlere Stufe hoch. Zusammen mit den anderen sorgfältig erarbeiteten Features ergibt der Psy­cho-Jackpot als zentraler Punkt der Safari-Generation ein Mix, das nach den positiven Erfahrungen offensicht­lich genau den derzeitigen Spielbe­dürfnissen entspricht. In monatelan­gen Tests und in anschließender Praxis bestätigte es sich immer wie­der: Safari, das erste Geldspielgerät mit Psycho-Jackpot, stößt auf einstim­mig positive Spielerakzeptanz. Über­durchschnittliche Spielezahlen brin­gen überragende Kassen und bestäti­gen jeden Aufstellunternehmer, der mit auf Safari gegangen ist.

 

„Wir wollten einen Jackpot ent­wickeln, der psychologisch mit dem Spieler kommuniziert", so Ullrich D. Schulze, „und ich glaube, es ist uns ge­lungen; nicht zuletzt zum Vorteil un­serer Kunden."

 

Auf zu neuen Ufern! Das Ziel, der Branche in harten Zeiten neue Im­pulse zu geben, ist für NSM weiter­hin eine ständige Herausforderung. Während Safari noch allen, die sich für ihn entschieden haben und noch entscheiden werden, auf dem Weg nach oben stetig Lorbeeren einbringt, ist bei den Löwen schon wieder neues Land in Sicht. Mit Caribic, dem far­benfrohen nächsten Ableger der Safa­ri-Familie, heißt es volle Fahrt voraus. Die frische Brise fürs Geschäft garan­tiert auch bei Caribic der jetzt schon bestens eingespielte Psycho-Jackpot. Der Kurs? Volldampf voraus Richtung Spitzenkasse!

 

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Doch schon zieht die Erfolgskarawa­ne weiter: Die Szenerie wechselt, und in einer endlos erscheinenden Wü­stenlandschaft zeigen sich am Hori­zont wiederum neue Perspektiven.

Frisch und wie von Aladins Geist her­beigezaubert erwächst sie aus der Er­de: eine Oase!

 

Grün ist die Hoffnung ... Mit Oasis, dem nächsten Sproß aus der Safari­ Generation, setzt NSM für das Unter­nehmen und die Aufstellerschaft auf neue greifbare Erfolge. Es grünt so grün - und wieder blüht der Psycho­Jackpot auf. Neu bei Oasis: Bis auf die oberste Stufe, die links 100 Superson­derspiele und rechts 100 Sonderspiele anzeigt, sind beide Jackpots jetzt identisch. Und noch eine kleine Sen­sation bringt das erfolgreiche Safari­Konzept mit: Alle Sonderspiele bei Oasis sind Freispiele. Der Gewinn von vier Mark wird dem Spieler ohne Ab­zug gutgeschrieben - und für den Auf­stellunternehmer wirken sich Frei­spiele steuermindernd aus! Ein weite­rer Vorteil: die marktangepaßte nied­rige Auszahlquote. Der NSM-Kom­mentar: Wer Oasis wählt, hat nicht auf Sand gebaut!

 

Auf zum nächsten Etappenziel! Vier im Visier hat der clevere Safari­Freund, der sich für jeden Aufstell­platz das passende Safari-Gerät mit dem jetzt schon legendären Psycho­Jackpot wünscht. Abwechslung ist ge­fragt - die Antwort von NSM darauf sind vier Design- und Farbversionen des erfolgreichen Geldspielgeräts. Die Standardversion wird mit schwarzer, roter und blauer Scheibe angeboten. Zusätzlich neu aufgelegt wurde der nostalgische Classic-Rahmen. Doch damit ist noch lange nicht Endstation.

 

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Zeit, aus der Reihe zu tanzen! Wei­ter geht's zum Tanz der Löwen mit Lambada. Vor exotischer Kulisse wur­de das jüngste Mitglied der Safari-Fa­milie erstmals in den Löwen-Nieder­lassungen im Zuge der NSM Haus­messe Tage des Löwen präsentiert. Mit großem Erfolg, versteht sich. Auch auf der IMA scharten sich zahl­lose begeisterte Probespieler um das erste Scheibengerät mit Psycho-Jack­pot. Highlights des dynamischen und spannenden Spielsystems: der Super­jump mit der Extrachance durch Um­stiegsausspielung bei 10/12 Sonder­spielen; die gewinnträchtigen Gala­Spiele und die Chance, erstmals bei einem Scheibengerät dreimal die Hundert als Festgewinn zu erreichen. Und das Happy-End bei Lambada: Bei Erreichen von 150 Sonderspielen in Folge werden vorhandene Sonder­spiele zu Supersonderspielen, die als steuermindernde Freispiele ablaufen.

 

Ein starker Partner. Heute und mor­gen. Die Reise geht weiter. Sicher ge­nauso aufregend und manchmal viel­leicht sogar ein bißchen abenteuer­lich. Vorläufiges Fazit von Reisebe­gleiter Ullrich D. Schulze: „Wir setzen auf die Zukunft. Wer mit NSM auf Tour geht, kann mit einem starken Partner rechnen. Seit 40 Jahren sind wir ein zuverlässiger Partner in der Automatenbranche. Wir wollen Per­spektiven für Erfolge aufzeigen. Heu­te und morgen."

 

 

 

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Ein neues Geldspielgerät kommt auch aus dem Hause NSM. Es heißt Tropica und fügt sich nahtlos in die Reihe der Geräte mit Psycho-Jack­pot ein. Beim Tropica kann der Spielgast diesen Jackpot durch das Nachstarten der dritten Walze aktivieren und damit das strategische Spiel auf den Jackpot und die Hauptkombinationen eröff­nen. Der Jackpot mit je fünf Stufen bietet links 12, 24 und 48 Spiele sowie 50 Su­per-Sonderspiele und als Neuheit 100 Gala-Spiele. Rechts werden 10, 20, 40, 100 Sonderspiele sowie 50 Super-Sonderspiele gewon­nen. Weitere Features: sepa­rate Startautomatiken für die linke und rechte Walze, drei Gala-Spiele bei rotem Feld auf mittlerer Walze und Jackpot-Schaukel. Alle Ga­la-Spiele sind steuermin­dernde Freispiele.

 

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Neun Jahre nach der Markt­einfiihrung des ersten kom­binierten TV- und Geldspiel­gerätes namens Kreuz-As bedient die Gauselmann­Gruppe die Freunde dieses Gerätetyps mit einem Nach­folger: Trumpf-As. Das 40 Pfennig-Gerät baut auf dem Urtyp auf. Unterschiede gibt es jedoch natürlich auch. So ist der Bildschirm kompak­ter und flacher geworden, bietet eine bessere Bildauf­lösung. Darüber hinaus wer­den alle für das Poker-Spiel wichtigen Anzeigen direkt per Bildschirm erkennbar. Auch hier stehen Stapel mit je 52 Karten zur Verfügung, Halte-Empfehlungen des Gerätes können, müssen aber nicht befolgt werden. Die zweite Ausspielung, so­fern keine Karte gehalten wird, erfolgt aus 32 Karten, so daß die Chancen auf ei­nen Gewinn steigen. Die 100er Serie wird beispiels­weise durch den Royal Flush erreicht, aber auch über die Jackpots.

 

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Mit Vegas präsentiert die Limburger Firma Mega ihr erstes Geldspielgerät, das auf die veränderten Rah­menbedingungen nach dem EuGH-Urteil abgestimmt ist. Vegas ist ein 40 Pfennig­ Scheibengerät, das - so der Hersteller - insbesondere den Wünschen der Aufstel­1er nach mehr Gewinnein­läufen, mehr Risikochancen und längerem Spielvergnü­gen entspricht. Die Auszahl­quote wird mit etwa 66 Pro­zent angegeben. In allen Se­rienspielen werden vier Mark gewonnen. In Mega- ­und Stepspielen wird dabei kein Einsatz abgebucht. Zwei Direkt-Gewinnsymbo­le auf der mittleren Scheibe sollen die Spielfreudigkeit ebenso fördern wie die vier meist vollen taktischen High-Level-Jackpots, davon zwei mit nur drei Jackpotfel­dem.

 

 

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Vulkan2.jpgEs darf gerätselt werden:

Ist der Vulkan" ein neuer Venus Multi?

 

Stella Vertriebsleiter Jürgen Si­mon blättert in seinem umfang­reichen Archiv: „Hier, sehen Sie mal, damit begann die bis heute er­folgreiche Venus Multi-Serie der Stel­la"; er tippt auf einen gut 10 Jahre al­ten Prospekt der Gauselmann-Toch­terfirma. 25 000 Venus Multi wurden gebaut, die Erwartungen um ein Fünffaches übertroffen. „Nun kom­men Sie mal mit, ich zeige Ihnen den Multi anno 1994." Der Blick fällt auf ein Scheibengerät - das zweite Schei­bengerät nach dem Multi-Pik. Vulkan heißt der neueste Hit der Stella. Wer ihn einmal getestet hat, kann bestäti­gen - das ist schon im wahrsten Sinne des Wortes ein superheißes Ding, der „Vulkan"! Branchenkenner wissen, daß die Stella-Geräte mit dem Na­menszusatz Venus in der Regel Wal­zengeräte waren. Jürgen Simon: „Ob Walze, Scheibe, Kartenwender oder Bildschirm - wenn die Komposition der Features stimmt, führt jedes Sy­stem zum Erfolg. Das ist natürlich ab­hängig von der Attraktivität des Spielsystems und vom Aufstellplatz." Jürgen Simon ist praktisch „Mann der ersten Stunde" bei der Lübbecker Stella. Der Prokurist war maßgeblich bei der Gründung der Stella Electro­nic im Jahre 1985 beteiligt, zusam­men mit Frau Karin Gauselmann, die als Geschäftsführerin fungierte. Die Stella hat sich ausschließlich auf das in- und ausländische Geldspielge­schäft konzentriert.

 

Sozusagen „frisch PTB-abgenom­men" ziert der Renner der nahen Zu­kunft „Vulkan" das Büro des „alten Stella-Hasen" Jürgen Simon. Die Na­mensgeber des „Vulkan" haben sich offensichtlich etwas dabei gedacht, das Gerät so und nicht anders zu benennen: Immerhin ist die Venus der Planet mit den meisten Vulkanen in unserem Sonnensystem, da ist sich Astronomieprofessor Spohn sicher (so erwähnt bei der Jahrestagung der Deutschen physikalischen Gesell­schaft im März an der Uni Münster).

 

Statt heißer Magma liefert der Ve­nus „Vulkan" aus Lübbecke einen Funkenregen begeisternder goldgel­ber Merkure. „Unser Vulkan soll den Gästen in er­ster Linie interessante Spielereignisse liefern - und die kommen garantiert", sagt der dynamische Mittfünfziger be­geistert. Als Vollblutverkäufer mit 30 Jahren Verkaufserfahrung, unter an­derem in der Zigaretten- und Zigar­renindustrie, weiß er, wovon er spricht. In der Tat lassen die vier Son­nen über der rechten Scheibe schon er­ahnen, daß es hier „rund" geht. „Vul­kan-Jackpot" heißt das Zauberwort in diesem Zusammenhang. Mit im wahrsten Sinne des Wortes feurigem Vulkandesign versehen, ist das der Blickfang Nummer eins am neuesten 40 Pf/4,- DM-Gerät der Stella. Läuft auf der rechten Scheibe eine Sonne ein, wird sie automatisch nachgestar­tet. Dieses wird solange wiederholt, bis entweder kein Glücksbringer mehr erscheint oder fünf Sonnen hin­tereinander eingelaufen sind. Diese fünf Sonnen (vier auf der Frontscheibe plus eine auf der rechten Scheibe) re­gieren dynamisch die Gewinne und stellen den „Vulkan-Jackpot" dar. Sie steuern die beiden „Powerpots" mit 100 plus 50 Jumbospielen in der Mitte des Gerätes, ermöglichen große Aus­spielungen und natürlich den Super­Direkt-Gewinn von Sonderspielen.

 

Diese Vulkanausbrüche mit einem wahren Funkenregen an Spielfreude werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Das bringt nur Venus „Vulkan"! Und der „Vulkan plus" setzt nochmal eins drauf!

 

Selbstverständlich sind auch beim Vulkan alle Serienspiele Freispiele. Großer Beliebtheit erfreuen sich beim Spielgast die Jumbo-Spiele, hier be­deutet jeder Gewinn 4,- DM, bei Nichtgewinn und 1,20 DM auf der mittleren Scheibe dreht diese eine Po­sition weiter (Step) und gibt dem Spielgast damit den begehrten 4,­DM-Gewinn.

Neues hat sich auch bei der Teil-Ge­winn-Übernahme getan: Ab 6 bis 25 Sonderspiele kann durch Drücken der mittleren Stop-Taste die Differenz zum nächstniedrigeren Feld übernommen werden. Bei 5 bis 50 nicht durch Risi­ko erzielten Sonderspielen können mit der Start-Taste 3 und 2 Sonderspiele zum Risiko angeboten werden.

 

Jürgen Simon: „Die neue Gerätege­neration hat noch einige pfiffige De­tails in sich, die bis jetzt noch gar nicht so in den Vordergrund getreten sind. Nehmen wir den Auszahlmodus: Per Testgerät kann eingestellt werden, daß alle Beträge über 5,- DM ausge­zahlt werden. So wird ständige Aus­zahlung suggeriert." „Wir werden das Gerät richtig puschen, deshalb haben wir auch ein starkes Promotionset vorbereitet, das reicht vom aufmerk­samkeitsstarken Aufsteller auf dem Gerät mit Beleuchtung über „Vulkan"­Streichhölzer bis zur Telefonkarte. Mit dem großen Aufsteller im Vulkandesign bekommt der Aufstellplatz eine magi­sche Anziehungskraft und mit den Gi­ve-aways erzielt der Aufstellunterneh­mer eine hervorragende Kundenbin­dung", ist sich Jürgen Simon sicher.

 

Selbstverständlich ist auch der „Vul­kan" mit der mittlerweile 10 000fach bewährten Profitech 3000 Technologie ausgestattet. „Wir haben gerade die Rückmeldung von der Schulungstour des Merkur-Service erhalten, uns wurde in vielen Diskussionen und Einzelgesprächen immer wieder be­stätigt, daß Profitech 3000 den ent­scheidenden riesigen Technologievor­sprung gebracht hat. Es gibt einfach so gut wie keine Störungen und keine Manipulationsmöglichkeit mehr. Das freut mich als Vertriebsmann natür- lich sehr, habe ich damit doch ein ent­scheidendes Verkaufsargument in der Hand", stellt Jürgen Simon fest.

 

Und zum Schluß das Beste: Fragen Sie mal nach den besonderen Vorzü­gen des „Vulkan mit Plus"!

 

 

New Winner

Ein Geldspielgerät mit dem vielversprechenden Namen Winner bringt die Nova auf den Markt. Eine übersichtli­che Scheibengestaltung er­laubt ein schnelles Begrei­fen des Spielsystems. Drei in der Mitte angeordnete Jack­pots und die beiden Risiko­leitern dominieren das Wal­zengerät. In die große Serie kommt der Spielgast über die normalen Leitern sowie über die Jackpots. 150 Jum­bo-Spiele sind auch hier in­nerhalb von zwei Spielen realisierbar. 120 oder 125 Sonderspiele können darü­ber hinaus über die Jackpots gewonnen werden. Das ehe­mals gebräuchliche Drei­Groschen-Symbol wird hier in Anpassung an den Na­men als großes W darge­stellt und läuft - zur Freude des Spielgastes - entspre­chend häufig ein. Sonder­und Jumbo-Spiele sind - wie bei adp-Geräten üblich - Freispiele und damit ein­satz- und mehrwertsteuer­frei. Jeder Gewinn im Jum­bo-Spiel bringt vier Mark.

 

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Mega Fifty Five

Ein Walzengerät mit Profi­tech 3 000-Technik kommt von der Mega aus Limburg neu auf den Markt: Fifty Five. Wie der Name erken­nen läßt setzt Mega damit die Produktlinie des Fifty fort. Zu den Features gehö­ren fünf schnell hochschal­tende Pfeil-Jackpots mit au­tomatischem Serienstep zum „Höchstgewinn aus dem Nichts", eine Spitzenge­winn-Ausspielung bei fünf­mal Sonne, drei Fifty-Spiele mit je 50 Mega-Spielen als Gewinnspitze sowie vier ver­schiedene Sonderspielformen mit hoher Gewinnwahr­scheinlichkeit durch zusätzli­che Gewinnfelder und -kombi­nationen.

 

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PsychoAttraktivität von Geldspielgeräten

 

Viel wurde in der Branche diskutiert, ob die althergebrachten Geldspieler in ihren starren, vom Gesetzgeber und Zulassungsbehörde beschnittenen Spielsystemen, im modernen Freizeitmarkt noch eine Chance haben gegen die moderne Hightech der Fernseher, Videospiele und Computer. Man versuchte die Attraktivität durch massiven Einsatz von Eintwicklungskompetenz und -ressourcen zu steigern und suchte das ultimative Spielgerät des nächsten Jahrzehnts. Im Folgenden verschiedene Sichtweisen.

 

Keine Experimente!

 

Gesucht wird das Ide­algerät, das sowohl den Gelegen­heits- als auch den Intensivspieler anspricht. Also einfach und übersichtlich, damit es auch der Alki in der Kneipe versteht, wenns klingelt. Und gleichzeitig immer abwechslungsreichere Spiele, die den intelligenten Spieler ansprechen. Geht doch gar nicht, oder? Ein Automatenkaufmann diskutiert mit Bernhard Eber von Bally Wulff.

 

 

Keine Experimente! Mit diesem Slogan ließen sich vor vier Jahrzehnten noch Bundestagswahlen gewinnen. Die Zeiten sind aders geworden. Auch in unserer Branche. Über Zukunftsorientierungen unterhalten sich hier Detlef Auer, Automatenjungunternehmer aus Berlin, und Bernhard Eber, Bally Wulff,. Was erwarten Aufsteller von der Industrie und umgekehrt?

 

Auer.jpgDetlef Auer, Automatenkaufmann, Berlin: Meines Erachtens werden zur Zeit viele Geräte am Markt vorbeientwickelt. Damit möchte ich nicht so sehr Ihr Haus ansprechen, Herr Eber. Ich meine das ganz allgemein. Was wir aus meiner Sicht jetzt nötig hätten, wären Geräte, wie es sie etwa vor vier Jahren gegeben hat. Mit einfachen, übersichtlichen Spielsystemen, die von der brei­ten Masse verstanden werden. Als breite Masse verstehe ich hauptsächlich Gelegenheitsspieler, die in die Kneipe kommen, ihr Bier trinken, dabei einen Fünfer in den Automaten stecken und sich dann freuen, wenn's klingelt. Dann wollen sie auch gleich verstehen, warum es geklingelt hat.

 

Bernhard Eber, PR-Chef bei Bally Wulff, Berlin: Alle Entwicklungsabteilungen unserer Branche stehen vor dem gleichen Problem, daß auf der einen Seite immer abwechslungsreichere Spiele verlangt werden, auf der anderen Seite der Ruf laut wird, einfachere Geräte zu bauen. Als Beispiele kann ich hier selbstver­ständlich nur Geräte unseres Hauses nennen. Schon, um ande­ren nicht zu nahe zu treten. Ich bitte also um Verständnis und es nicht als Schleichwerbung aufzu­fassen. Ich nenne als Beispiel Bal­ly's Würfel: Da sind beide Anforde­rungen in einem Gerät vereinigt. Das ist in dieser Art noch nie da­gewesen und gleichzeitig leicht verständlich. Trotzdem gibt es Aufsteller, denen das Spielsystem zu einfach ist. Um die Geräte rich­tig einzusetzen, propagieren wir das Platz-Marketing. Meiner Meinung nach gibt es kaum zu einfache beziehungsweise zu komplizierte Spielsysteme. Es kommt jeweils auf den Aufstell­platz an. Und wir bieten dafür die gesamte Bandbreite an. Das Ide­algerät, das sowohl den Gelegen­heits- als auch den Intensivspieler anspricht, gibt es nicht und kann es auch nicht geben.

 

Auer: Wenn ich die Werbung der Industrie als Maßstab heranziehe, dürfte es nur Erfolgsgeräte geben. Die Wirklichkeit sieht dann oftmals ganz anders aus. Der Aufsteller geht darum immer wieder Risiken ein, die ihm die Industrie ersparen sollte.

 

Eber: Was würden Sie dazu erwarten? Auer: Gründlichere Tests zum Beispiel.

 

Eber- Es wird, das weiß ich aus den Erfahrungen unseres Hauses, sehr gründlich getestet. Was meinen Sie, wie viele Geräte überhaupt nicht auf den Markt kommen, weil sie die Tests nicht be­standen haben!

 

Auer: Wie kann es dann dazu kommen, daß sich Geräte in der Praxis von vornherein als Flops her­ausstellen?

 

Eber: Oftmals wird das Urteil vom Aufsteller all­zu schnell getroffen. Ich wünschte mir etwas mehr Geduld in der Anfangsphase. Meistens ver­läuft die Kurve bei einem neuen Gerät zunächst steil nach oben. Dann flacht sie etwas ab. Erst da­nach pendelt es sich ein. Nach dem Abflachen. Aber sobald die Anfangsergebnisse zurückgehen, geraten viele in Panik. Dann wird vorschnell ge­urteilt, das Testgerät zurückgegeben oder nicht mehr nachgekauft. Erfahrungsgemäß bedarf es einiger Zeit, um die Spielgäste an ein neues Gerät zu gewöhnen. Vor allem wenn es darum geht, wirklich neue Spielideen und Spielelemente durchzusetzen. Wir haben mit unserem Gerät Monopoly diese Erfahrung gemacht. Für dieses Gerät gibt es in fast jeder Spielhalle ein bestimm­tes Klientel, dies muß sich allerdings über einen längeren Zeitraum als nur innerhalb von vier bis sechs Wochen herauskristallisieren. Wenn diese Zeit nicht genommen wird, führt es dazu, daß wir uns nur auf der Stelle bewegen, nichts Neues vor­antreiben. Wenn man nur das, was einmal erfolg­reich war, baut, wird dies letztlich zum Rückgang führen.

 

Auer: Da gebe ich Ihnen recht. Trotzdem bin ich als Aufsteller oder Großhändler auf den schnellen und sicheren Erfolg angewiesen. Die Investition muß sich lohnen. Ich weiß auch nicht, was die In­dustrie anders machen könnte. Nur fehlt meines Erachtens zur Zeit auf der gesamten Linie das herausragende Erfolgsgerät. Meine Anregung ginge höchstens dahin, das normale Gaststätten­gerät mehr in den Vordergrund der Entwicklun­gen zu rücken. Es ist wohl davon auszugehen, daß sich die Spielstätten rückläufig entwickeln wer­den. Zum einen durch die baurechtlichen Maß­nahmen, die neue Konzessionen kaum noch mög­lich machen. Die meisten Altkonzessionen wer­den Ende nächsten Jahres schließen, wenn die Übergangsregelung ausläuft. Spielgäste werden dann zunehmend in die Gastronomie abwandern. Da wird es wohl Konflikte geben zwischen Gä­sten, die intensiv spielen möchten und solchen, die nur gelegentlich beim Bier an den Automaten gehen. Da brauchen wir ein Gerät, das beiden An­sprüchen gerecht wird. Zum einen sollte es span­nend sein, möglichst viele kleine Gewinne aus­werfen. Auf der anderen Seite müßte es über­sichtlich bleiben.

 

Eber: Es ist eigentlich kein Problem, solche Gerä­te zu entwickeln. Ich muß da noch einmal auf un­seren Bally's Würfel zurückkommen. Man ver­steht ihn von Anfang an. Und über die Jackpots wird eine gute Langzeitwirkung erzielt. Das Pro­blem bei der Forderung nach einfachen Geräten ist, daß ein Großteil der Aufstellunternehmer die Geräte zuerst in die Spielhalle stellt. Und dann, wenn sie dort erfolgreich waren, in die Gaststätte. Wie soll man denn ein Gaststättengerät bauen, das zuerst in der Spielhalle getestet wird?

 

Auer: Da sag ich einfach mal aus meiner Sicht, daß es nicht unbedingt so ist, wie Sie es darstel­len. Wenn ein Gerät vom Anbieter von vornherein als Gaststättengerät dargestellt wird, dann wird es auch von Anfang an in der Gaststätte landen. Allerdings muß es dazu auch zu einem gaststät­tengerechten Preis angeboten werden. Die Amor­tisation verläuft nun mal in Spielstätten schnel­ler. Das mag sogar dazu führen, daß die Geräte erst einmal dort aufgehängt werden. Wir brau­chen also Geräte zu niedrigeren Preisen, als sie derzeit üblich sind. Solche Geräte spielen sich dann auch in der Gaststätte in einem vernünfti­gen Zeitrahmen ein. Solche Geräte, ich komme immer wieder darauf zurück, fehlen zur Zeit im Angebot. Ich beobachte das auch im elterlichen Handel, daß die Geräte im Augenblick kaum ab­zusetzen sind. Kein kleines Aufstellunternehmen kann es sich im Augenblick leisten, neue Geräte in größerer Zahl zu kaufen.

 

Eber.jpgEber: Ich sehe durchaus Schwierigkeiten für schwächere Plätze. Doch dazu hat schließlich je­der Aufsteller sein Rotationsprinzip. Das heißt, daß die stärkeren Plätze zunächst mit den neuen attraktiven Geräten ausgerüstet werden. Später, wenn sie da ihr Geld verdient haben, kommen sie auf die schwächeren Plätze.

 

Auer: Da kommen Sie selbst auf das Prinzip zurück, das Sie vorhin noch beanstandet haben. Neue Geräte zuerst in die Spielstätten. Aber es gibt doch eine Menge Aufsteller, die gar keine Spielstätten haben ...

 

Eber: Nein, ich rede von Spitzenplätzen in der Gastronomie. Da gibt es doch welche, die sich im Er­gebnis durchaus mit Spielstätten messen können.

 

Auer: Im allgemeinen verläuft es aber doch so, daß zunächst mal ein Gast einen guten Gewinn gemacht hat. Das erzählt er den anderen. Was der kann, muß ich auch können, sagen dann die ande­ren. So schaukelt sich das gegenseitig auf. Wenn wir Geräte haben, die viele kleine Serien bringen, reißt das nicht ab. Die Durststrecken dürfen nicht zu lang sein. Dann geht das Interesse verloren. Darum wünsche ich mir, und ich glaube viele den­ken genauso, Geräte zurück, mit denen wir in die­ser Beziehung gute Erfahrungen gemacht haben. Um einige aus Ihrem Hause zu nennen: Doppel­krone zum Beispiel oder Lord. Da war auch der Preis noch akzeptabel.

 

Eber: Nun darf nicht übersehen werden, daß die Zeit nicht stehengeblieben ist. Doppelkrone kam vor etwa acht Jahren heraus. Damals waren das Lohngefüge, das Preisgefüge ganz anders. Inzwi­schen sind in allen Bereichen die Kosten gestie­gen. Entwicklung und Herstellung sind teurer ge­worden. Die Umstellung von Faktor- auf Zähl­werkgeräte hat Geld gekostet. Immense Entwick­lungskosten hat erneut die Umstellung von 30er Geräten auf 40er gekostet.

 

Auer: Das will ich gar nicht bezweifeln. Aber es hat auch damals schon Geräte gegeben, die sehr viel billiger waren als die eben genannten.

 

Eber: Ja, das waren Geräte, die zum Teil schon vor zehn Jahren entwickelt worden waren, deren Entwicklungskosten sich längst amortisiert hat­ten. Darum legt gerade unser Haus sehr viel Wert auf Langzeitgeräte. Wenn wir die Preise nicht er­zielen können, die kalkulatorisch notwendig sind, müssen wir an der Entwicklung Einsparungen vornehmen. Das wäre zuallerletzt im Sinne des Aufstellers. Sie müssen die Preisentwicklung auch einmal aus dieser Perspektive betrachten.

 

Auer: Erfahren Sie es denn nicht selbst sozusagen am eigenen Lei­be, daß die Geräte im Augenblick kaum absetzbar sind?

 

Eber: Es ist richtig, daß der Ab­satz bei allen Firmen zur Zeit zu wünschen übrig läßt. Das führe ich aber nicht so sehr auf die Preise zurück. Vielmehr sehe ich den Grund in einer allgemeinen Ori­entierungslosigkeit bei den Auf­stellern. Nach dem EuGH-Urteil rufen viele nach Geräten mit wie­derhöherenAuszahlquoten. Fälsch­licherweise ist sogar von einzelnen Landesverbänden das Gerücht gestreut worden, daß die Indu­strie schon am Tag nach der Ver­kündung des EuGH-Urteils neue hochauszahlende Geräte zur Verfügung habe. Eigentlich Unsinn...

 

Auer: So was habe ich auch gelesen. Ich halte es ebenfalls für Un­sinn, denn jeder Branchenkundi­ge weiß von dem zeitraubenden Zulassungsver­fahren der PTB.

 

Eber: Es ist auch einfach falsch, das Allheilmittel allein in höher auszahlenden Geräten zu suchen. Setzen wir mal ein Gerät mit 66- bis 70prozenti­ger Auszahlung in Relation zu einem, das bei Ein­haltung der Mindestauszahlung rund zweitau­send Mark Kasse macht, dann muß das höher auszahlende Gerät 27 Stunden länger bespielt werden, um wieder auf diese Kasse zu kommen. Das funktioniert doch gar nicht bei den Kernzei­ten, die in vielen Gast- und Spielstätten vorhan­den sind. Jeder Betrieb hat eine bestimmte Öff­nungszeit. Innerhalb dieser Öffnungszeit gibt es eine Kernzeit, in der gespielt wird. Außerhalb wird ja gar nicht in nennenswertem Umfang ge­spielt. Die Auslastung der Geräte läßt sich ja nicht beliebig erweitern. Es mag ja sein, daß ein-

zelne Spieler mehr einsetzen würden, wenn die Gewinn­chance etwas höher wäre. Aber sicher nicht in dem Maße, daß die notwendige Mehrzeit dabei herauskäme.

 

Auer: Es wäre sicher hilfreich und würde dem Aufsteller die Kaufentscheidung erleichtern, wenn von seiten der In­dustrie Angaben zur Zielgruppe der Geräte gemacht werden. In der Praxis sieht es aber doch so aus, daß zu jedem neuen Gerät nicht viel mehr Information gegeben wird, als daß es das be­ste sei. Bis das nächste rauskommt, das dann wieder das beste ist. Und der Aufsteller muß dann sehen, wie er damit fertig wird.

 

Eber: Also das kann ich zumindest für unser Haus nicht so hinnehmen. Wir haben eine breite Palette von Geräten, die jeweils auf bestimmte Spieler zugeschnitten sind. Darüber informieren wir auch sehr ausführlich. Der Begriff Platz­marketing ist von Bally Wulff eingeführt worden. Wir un­terlassen es auch, das jeweils neue Gerät als das beste her­auszustellen. Das neuste Gerät ist immer das mit den neu­sten Features. Wir arbeiten in einer schnellebigen Branche. Eine Brauerei kann immer auf dieselbe Biersorte setzen. Wir können das nicht. Auch ein Kino wird, wenn es immer nur denselben Film zeigt, bald nicht mehr besucht werden. So ist das auch mit unseren Spielgeräten. Aber daneben werden Geräte angeboten, die sich schonjahrelang bewährt haben. Unsere Philosophie ist, daß neben dem Neuen im­mer auch Bewährtes angeboten wird. Die gesamte Palette muß gut sein. Daraus kann sich der Aufstellunternehmer zielgerichtet heraussuchen, was für seine Kunden ge­braucht wird.

 

Auer: Da muß ich mal auf Ihr Monopoly zu sprechen kom­men. Woher soll denn der Aufsteller wissen, für welche Plät­ze so was geeignet ist. Da gibt es doch überhaupt keine Er­fahrungswerte. Vor einigen Jahren brachten Sie Lotto her­aus. Auch eine tolle Idee, aber 'ne totale Bauchlandung.

 

Eber: Diese beiden Geräte lassen sich nicht vergleichen. Lotto war sicher 'ne tolle Idee. Aber nicht ausgereift. Da fehlten einige Elemente. Daraus haben wir gelernt. Mono­poly ist ein Gerät, das sich nicht vom Tisch wischen läßt. Es hat bei falscher Plazierung negative Resonanz, zugegeben. Aber es hat auch viel positive Resonanz. Leider geben viele Aufsteller zu früh auf. Ich wünschte mir zur Durchsetzung solcher wirklich neuen Spielideen etwas mehr Geduld und Kundenkenntnis.

 

Auer: Vergessen Sie bitte nicht, daß diese Geduld viel Geld kostet. Investitionen müssen sich bezahlt machen.

 

Eber: Sie investieren ja nicht nur in Geräte. Sie investieren auch in die Zukunft Ihrer Plätze und unserer Branche. Mo­nopoly wendet sich zum Beispiel an einjüngeres anspruchs­volleres Publikum. Das finden Sie nicht an Geräten her­kömmlicher Art. Monopoly ist für den Aufstellunternehmer eine Chance neue Gäste zu gewinnen.

 

Auer: Sie sprechen von Investitionen in die Zukunft. Da muß ich wieder auf den Preis zurückkommen. Ich kann es mir nicht leisten, so viel Geld für ein Gerät anzulegen und dann noch mal dieselbe Summe oder mehr für das Warten auf entsprechendes Publikum. Solche Experimente kann sich der normale Aufsteller bei der heute üblichen Kosten­belastung nicht leisten.

 

Eber: Neue Ideen müssen sein, wenn die Zukunft nicht ver­schlafen werden soll. Märkte stehen nicht still. Publikums­wünsche sind ständig in Bewegung. Wenn wir uns ständig nur am Spielgast von heute orientieren, kann es irgend­wann sein, daß überhaupt keine Spielgäste mehr da sind, für die wir entwickeln können. Darum muß auch experi­mentiert werden. Das kann die Industrie nicht allein. Da müssen Aufsteller und Industrie zusammenstehen.    

 

 

 

Interview zur Attraktivität von Geldspielern mit Tjark Bergmann

Aus dem Automatenmarkt 1/94

 

 

AUTOMATEN MARKT  Sie verlegen Ihre Produktion zunehmend auf Si­cherheitssysteme und Geldverarbei­tung. Geben Sie dem Geldspiel keine Chance mehr?

 

Bergmann: Das sehen Sie aber völlig falsch! 50 Prozent unserer Produktion liegt bei Geldspielautomaten. Zur Zeit mit steigender Tendenz.

 

AUTOMATEN MARKT: Was be­gründet die steigende Tendenz?

 

Bergmann: So merkwürdig es klin­gen mag, uns kommt zugute, daß sich das 40-Pfennig-Spiel nicht hat durch­setzen lassen. Unser 30-Pfennig-Ge­rät mit 4-Mark-Gewinn scheint eine Lösung zu sein, die aus dieser Misere herausführt. Jedenfalls haben wir da­mit Erfolg wie schon lange nicht mehr

 

AUTOMATEN MARKT: Wider­spricht denn das nicht jeder Logik? Bei 30 Pfennig Einsatz und vier Mark Gewinn ist die Chance doch noch viel geringer als beim Verhältnis 40 Pfen­nig/4 Mark.

 

Bergmann: Wir halten uns genau an die von der PTB vorgegebenen Rela­tionen. Aber der Spieler kann sich für sein Geld länger am Gerät vergnügen. Der Unterhaltungseffekt ist minde­stens ebenso wichtig wie die Gewinn­chance.

 

AUTOMATEN MARKT: Könnte es sein, daß über unser klassisches Geld­spiel die Zeit hinweggegangen ist?

 

Bergmann: Ja und nein! Wir haben es bei der augenblicklichen Krise des Geldspielgeräts in erster Linie mit ei­ner hausgemachten Krise zu tun. Wir haben uns scheinbar freiwillig Be­schränkungen auferlegen lassen, die unerträglich zu Lasten der Attrakti­vität gehen.

 

 

Höhere Auszahlquote = Mehr Gewinn?

Ein Ausschnitt einer Diskussion mit Bernhard Eber, Bally-Wulff, wie die Attraktivität von Geldspielern gesteigert werden kann.

 

 

Die Frage ist, ob einzelne Spieler mehr einsetzen würden, wenn die Gewinn­chance etwas höher wäre. Aber sicher nicht in dem Maße, daß die notwendige Mehrzeit dabei herauskäme.

 

Auer: Es wäre sicher hilfreich und würde dem Aufsteller die Kaufentscheidung erleichtern, wenn von seiten der In­dustrie Angaben zur Zielgruppe der Geräte gemacht werden. In der Praxis sieht es aber doch so aus, daß zu jedem neuen Gerät nicht viel mehr Information gegeben wird, als daß es das be­ste sei. Bis das nächste rauskommt, das dann wieder das beste ist. Und der Aufsteller muß dann sehen, wie er damit fertig wird.

 

Eber: Also das kann ich zumindest für unser Haus nicht so hinnehmen. Wir haben eine breite Palette von Geräten, die jeweils auf bestimmte Spieler zugeschnitten sind. Darüber informieren wir auch sehr ausführlich. Der Begriff Platz­marketing ist von Bally Wulff eingeführt worden. Wir un­terlassen es auch, das jeweils neue Gerät als das beste her­auszustellen. Das neuste Gerät ist immer das mit den neu­sten Features. Wir arbeiten in einer schnellebigen Branche. Eine Brauerei kann immer auf dieselbe Biersorte setzen. Wir können das nicht. Auch ein Kino wird, wenn es immer nur denselben Film zeigt, bald nicht mehr besucht werden. So ist das auch mit unseren Spielgeräten. Aber daneben werden Geräte angeboten, die sich schonjahrelang bewährt haben. Unsere Philosophie ist, daß neben dem Neuen im­mer auch Bewährtes angeboten wird. Die gesamte Palette muß gut sein. Daraus kann sich der Aufstellunternehmer zielgerichtet heraussuchen, was für seine Kunden ge­braucht wird.

 

Auer: Da muß ich mal auf Ihr Monopoly zu sprechen kom­men. Woher soll denn der Aufsteller wissen, für welche Plät­ze so was geeignet ist. Da gibt es doch überhaupt keine Er­fahrungswerte. Vor einigen Jahren brachten Sie Lotto her­aus. Auch eine tolle Idee, aber 'ne totale Bauchlandung.

 

Eber: Diese beiden Geräte lassen sich nicht vergleichen. Lotto war sicher 'ne tolle Idee. Aber nicht ausgereift. Da fehlten einige Elemente. Daraus haben wir gelernt. Mono­poly ist ein Gerät, das sich nicht vom Tisch wischen läßt. Es hat bei falscher Plazierung negative Resonanz, zugegeben. Aber es hat auch viel positive Resonanz. Leider geben viele Aufsteller zu früh auf. Ich wünschte mir zur Durchsetzung solcher wirklich neuen Spielideen etwas mehr Geduld und Kundenkenntnis.

 

Auer: Vergessen Sie bitte nicht, daß diese Geduld viel Geld kostet. Investitionen müssen sich bezahlt machen.

 

Eber: Sie investieren ja nicht nur in Geräte. Sie investieren auch in die Zukunft Ihrer Plätze und unserer Branche. Mo­nopoly wendet sich zum Beispiel an ein jüngeres anspruchs­volleres Publikum. Das finden Sie nicht an Geräten her­kömmlicher Art. Monopoly ist für den Aufstellunternehmer eine Chance neue Gäste zu gewinnen.

 

Auer: Sie sprechen von Investitionen in die Zukunft. Da muß ich wieder auf den Preis zurückkommen. Ich kann es mir nicht leisten, so viel Geld für ein Gerät anzulegen und dann noch mal dieselbe Summe oder mehr für das Warten auf entsprechendes Publikum. Solche Experimente kann sich der normale Aufsteller bei der heute üblichen Kosten­belastung nicht leisten.

 

Eber: Neue Ideen müssen sein, wenn die Zukunft nicht ver­schlafen werden soll. Märkte stehen nicht still. Publikums­wünsche sind ständig in Bewegung. Wenn wir uns ständig nur am Spielgast von heute orientieren, kann es irgend­wann sein, daß überhaupt keine Spielgäste mehr da sind, für die wir entwickeln können. Darum muß auch experi­mentiert werden. Das kann die Industrie nicht allein. Da müssen Aufsteller und Industrie zusammenstehen.    

 

 

 

Innovative Bally Geräte 1994

Titelseite Automatenmarkt 5/1994:

 

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Gemeinsames Promotion- Konzept von Merkur Spielothek und Bally Wulff

 

Neue Zielgruppen sollen für das Münzspiel erschlossen werden. Mit Brettspielen werden, so Beobachter, auch „bisher Spielabstinente" angesprochen

 

Mit Monopoly haben wir ein Etappenziel erreicht", sagt Bernhard Eber, PR-Chef der Unternehmensgruppe Bally Wulff. „Als erstem Gerät einer neuen Gene­ration wurden ihm von vielen Seiten absolute Begeisterung, aber auch tiefe Skepsis entgegengebracht."

 

Motto: Innovationen? Toll, her da­mit! Sie sollen aber am besten all das erfüllen, was bisher war

Eber: „Oberflächlich haben die Be­fürworter ebenso recht bekommen wie die Skeptiker. Diejenigen, die für Mo­nopoly Plätze mit jungem, aufge­schlossenem Publikum auswählten, erfuhren einen erfolgreichen Ver­lauf Sie konnten neue Spielgä­ste aus neuen Schichten und bessere Gesamtergebnisse in den Spielstätten registrieren. Aber auch Skeptiker konnten sich bestätigt finden, wenn sie dieses neue Gerät an Plätzen auf­stellten, wo der Risikodaumen die erste und einzige Rolle sowie das Unterhal­tungsangebot eine untergeordnete Rolle spielt. Es wird leider noch zu we­nig beachtet, daß es unterschiedliche Verbraucherwünsche gibt."

 

Von ganz Ungeduldigen sei das Gerät nach kurzem Probeeinsatz zurückgegeben worden. Dazu komme es, wenn nur das kurzfristige Einspiel­ergebnis zähle und nicht die Verände­rung des Publikums und das damit zusammenhängende Gesamtergeb­nis. Leider sei auch das angebotene Werbematerial nur von einem verschwindend kleinen Teil der Unternehmer genutzt worden. Es gelte wohl weit verbreitet noch das Motto, daß ein Gerät von allein laufen müsse, sonst nichts tauge.

 

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Dazu Eber: „Ganz gleich, in welchem Produktsektor Innovationen einge­führt werden. Ohne Werbung und Einführungszeit schafft keine Pro­duktneuheit die Klippen der alten Ge­wohnheiten."

 

Aufgrund dieser Erfahrungen habe Bally Wulff neben dem Standard-Wer­bepaket, bestehend aus Bierdeckeln, Aufklebern, Postern und Spielerkar­ten, weitergehende Verkaufsförde­rungsmittel entwickelt. Zusammen mit der Marketingabteilung der Mer­kur Spielothek in Espelkamp sei ein Konzept für eine durchschlagende Spielstättenwerbung aus der Taufe gehoben worden: Angefangen bei der Fernwirkung, die über die Schaufen­sterdekoration erzielt wird, bis hin zu Fußbodenaufklebern, die den Weg vom Eingang bis hin zum Gerät weisen, Din-Al-Postern für Fenster, Schaukä­sten und Deckenhänger, Broschüren mit einer Spieleinführung für die Gä­ste auf dem Tablett eines Holzbutlers in Gestalt des Monopoly-Mannes.

 

„Dieses Pilotprojekt, für das sich die Marketingfachleute der beiden Häu­ser zusammengesetzt haben, zeigt den hohen Stellenwert dieses, von ei­ner neuen Entwicklungsphilosophie geprägten Spieles", kommentiert Eber. „Das Konzept von Merkur Spie­lothek und Bally Wulff verwirklicht in insgesamt 17 Spielotheken eine inten­sive Kundenansprache, um die Aus­wirkungen beim Publikum und die Akzeptanz auf breitester Basis zu er­fassen. In Berlin setzen die Bally Wulff-Werbeleute noch eines oben­drauf. Zur Zeit wird für verschiedene Spielstätten mit Monopoly im Rund­funk geworben. Denn, was das Publi­kum nicht kennt, kann es auch nicht konsumieren."

 

Medienleute haben die Heranwach­senden als überproportionale Radio­konsumenten ausgemacht. Bisherige Beobachtungen an Aufstellplätzen und in Spielstätten haben bestätigt, daß Monopoly auf junge Erwachsene einen hohen Wirkungsgrad erzielt und darüber hinaus bisher Spielabsti­nente anspreche: Leute mit teuren Jogging-Schuhen, Designerjeans und Lacoste-Sweatshirts.

 

Eber: „Es steckt also eine Menge En­ergie in diesem Gerät. Wichtig in ei­ner Zeit, wo sich aus den nachwach­senden Generationen immer weniger Kunden für die Angebote der Unter­haltungsautomatenwirtschaft gewin­nen lassen. Denn junge Erwachsene haben zunehmend ein anderes Ver­ständnis von Unterhaltung. Da muß mehr passieren als der übliche Ablauf an Geldspielgeräten. Es werden inter­essante Themen gesucht. Man muß mitdenken können, wie man es vom Home-Computer her gewohnt ist. Und es muß etwas Schickes sein, da man auf das Image seiner Freizeitbe­schäftigung achtet. Die bereits über ein Jahrzehnt währende Kampagne gegen Geldspielgeräte ist auch bei der Bevölkerung nicht wirkungslos geblie­ben. Gerade in diesem Zusammenhang hat sich Monopoly bewiesen und bei der nachwachsenden Generation, aber auch bei Mittdreißigern Interes­se am Spiel geweckt, ohne daß Be­rührungsängste bemerkbar wurden."

 

In diesem Zusammenhang verweist Eber auch auf Bally's Würfel, womit das innovative Spielangebot abgerun­det werde. Das Gerät passe vom Spielsystem her sowohl zu den Risikoprofis als auch den Newcomern unter den Spielgästen. Mit Stolz hebt er hervor, daß beiden Geräten auf der lvIA'94 ein Innovation-Oscar zuerkannt wurde.

 

„Marketingorientierte Unterneh­mer nutzen dieses Werkzeug für un­terschiedliche Kundenbedürfnisse", meint er. „Zur Befriedigung des altein­gesessenen und konservativen Publi­kumskreises dienen herkömmliche Spielsysteme, für vorhandene Kun­den und Neukunden eignen sich Bal­ly's Würfel und Monopoly. Eines muß man immer berücksichtigen: Es ist schwieriger, neue Kunden zu gewin­nen, als alte zu halten. Aber wer sich nur auf die bisherige Kundschaft ver­läßt, geht das Risiko der fortschreiten­den Rezession ein."

 

Mit Monopoly stehe die Branche erst am Anfang einer Ära der themen­bezogenen Geldspielgeräte. In Eng­land seien diese Spiele nicht mehr aus dem Markt wegzudenken. Dort habe ein Generationswechsel bereits statt­gefunden, der in der Bundesrepublik Deutschland noch bevorstehe. Eber: „Aufstellunternehmer mit Mut zur Veränderung werden damit Erfolg haben!"

 

 

Attraktive Geräte durch höhere Auszahlquote?

Was denkt der Aufsteller über die Auszahlquote? Bei der Niedrigstauszahlquote von 52% werden 100 Mark im Schnitt in 131 Minuten verspielt. Bei einer höheren Auszahlquote von 65 Prozent erhöht sich die Spielzeit auf 179 Minu­ten. Also kauft der Aufsteller lieber die 52% Geräte,  damit die hundert Mark immer verspielt werden, ehe der Gast geht. Ob er beim nächsten Mal vielleicht nicht mehr wieder kommt oder zur Konkurrenz mit besser auszahlenden Geräten geht, ist die grosse Frage. Ein Gespräch mit einem Aufsteller

 

 

Schulze: Die Attraktivität des Auto­matenspiels besteht aus einer Mi­schung vieler Dinge. Die optimale Re­zeptur hatten wir im letzten Jahr ge­funden mit Safari. Es sind manchmal Kleinigkeiten, die den Erfolg eines Sy­stems ausmachen. Aber wir arbeiten an Features und versuchen auch, die optimale Auszahlquote zu finden. Das ist ein sehr schwieriges Thema. Wir müssen einerseits dem Aufsteller ein Gerät liefern, mit dem er genügend Kasse macht. Andererseits müssen wir dem Spieler ein System bieten, bei dem er wieder mehr Spaß an der Freu­de hat, eben auch Kasse machen kann. Das sind zwei entgegengesetzte Interessenlagen. Wenn wir dem Spie­ler höhere Auszahlungen bieten, hat der Aufsteller weniger in der Kasse, wenn nicht deutlich mehr gespielt wird.

 

AUTOMATEN MARKT: Nicht unbe­dingt. War es nicht so, daß die Aufstel­1er ihre besten Kassen zu einer Zeit hatten, als die Geräte häufig leerge­spielt wurden?

 

Schulze: Wir haben auch jetzt wieder ein Gerät im Markt, den Professional, der ab und zu leergespielt wird. Da haben wir die unterschiedlichsten Re­aktionen. Der eine Aufsteller begrüßt es, daß die Spieler mal wieder so 'ne - Gurke fegen können und das durch

mehr Spieldauer wettmachen. Andere  haben sich beschwert, wenn sie nach Leerspielungen mehrfach auffüllen mußten. Oft wird die Werbewirkung

eines Geräts vergessen. Nicht im­mer. Aber oft.

 

AUTOMATEN MARKT: Welche Rolle spielt Ihrer persönlichen Mei­ung nach die Auszahlquote generell für den Erfolg eines Geräts?

 

Schulze: Die Interessenlagen sind sehr unterschiedlich. Wir haben in den letzten Monaten eine sehr auf­wendige Marktuntersuchung mit ei­ner Befragung von über 200 Aufstel­lern gemacht. Sie glauben gar nicht, was da für unterschiedliche Meinun­gen zutage gekommen sind. Im Schnitt gesehen ist eine Tendenz zu erkennen, die eine Auszahlquote ir­gendwo bei 62 Prozent bevorzugt. Aber insgesamt gibt es Spannen zwi­schen 70 und 52 Prozent.

 

AUTOMATEN MARKT: Hat die Schwierigkeit bei der Durchsetzung des 40 Pfennig-Spiels nicht vor allem daran gelegen, daß durch die zwangs­läufig vor dem EuGH-Urteil niedrige­ren Gewinnquoten für mehr Geld we­niger Spielzeit zu bekommen war?

 

Schulze: Es ist wohl davon auszuge­hen, daß der Spieler ein bestimmtes Budget hat, das er verspielt. Eine höhere Auszahlquote, darüber sind wir uns wohl einig, ist allgemein wün­schenswert. Aber wir müssen uns auch Gedanken darüber machen: Können wir, wenn wir diese höhere Auszahlquote nehmen, welche auch immer das sein mag, mehr Spielerum­satz dadurch erreichen, so daß das Er­gebnis für den Aufsteller mindestens gleich bleibt, eher noch besser wird. Der Zusammenhang von Kasse und Spieldauer läßt sich nachvollziehen. Bei der Niedrigstauszahlquote, die wir bei den ersten 40er-Geräten hat­ten, wird für 100 Mark 131 Minuten gespielt, bis das Geld weg ist. Wir ge­hen davon aus, daß die hundert Mark immer verspielt werden. Erhöhen wir die Auszahlquote auf, sagen wir mal, 65 Prozent, dann erhöht sich die Spielzeit als Gegenwert auf 179 Minu­ten. Andererseits wissen wir aber nicht, ob der Spieler überhaupt so lan­ge bleibt.

 

Bei der Niedrigauszahlung ist viel­leicht ein Besuch notwendig, um die hundert Mark zu verspielen. Bei 65 Prozent wären schon 1,5 Besuche da­zu nötig. Bei 75 Prozent sind entweder zwei normale Besuche erforderlich, oder der Spieler muß doppelt so lange bleiben, um seine hundert Mark zu verspielen. Tut er das? Oder ist ge­währleistet, daß ein anderer Spieler kommt, wenn das Gerät früher freige­macht wird? Tausend Spiele am 40 Pfennig-Gerät mit Auszahlquote 52,7 entsprechen 1 350 Spielen bei einer Quote von 65 Prozent. Es müssen also 350 Spiele mehr gemacht werden, da­mit der Aufsteller dieselbe Kasse hat. Der Aufsteller will und soll aber nicht nur dieselbe Kasse haben, sondern ei­ne bessere. Man kann also nicht ein­fach Geräte mit hohen Auszahlquoten bauen. Es muß auch das Spielerver­halten in die Überlegungen einbezo­gen werden.

 

AUTOMATEN MARKT: Liegt es denn nicht nahe, daß bei niedrigerem Spielerbudget das Interesse haupt­sächlich darauf gerichtet werden muß, daß der Spielgast möglichst lan­ge für sein Geld spielen kann?

 

Schulze: Das ist ein anderer Ge­sichtspunkt, der auch nicht zu unter­schätzen ist. Bleiben die Gäste länger in der Halle, und ist diese immer voll, werden andere dadurch vielleicht an­gezogen. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß wir die Auszahlquote nach oben bringen müssen. Wir müssen da­bei aber so vorsichtig vorgehen, daß auf der einen Seite der Spieler zuneh­mend Interesse gewinnt, wiederzu­kommen, wieder mehr zu spielen. Auf der anderen Seite darf aber auch der Aufsteller nicht einen Rückgang in seiner Kasse haben, sondern die Kas­se muß mitsteigen. Das richtige Mit­telmaß zu finden, ist eine Gratwande­rung, aber auch eine Herausforde­rung an uns als Spieleentwickler!

 

 

Die widerstreitenden Argumente der Aufsteller zur Auszahlquote zeigen sich in folgendem Streitgespräch zwischen Pit Arndt, Dt. Automatenverband und Willibald Wacker, Aufsteller.

 

 

Willibald Wacker: Industrie und Großhandel kla­gen über zu geringe Investitionen, wir Aufsteller beklagen rückläufige Einnahmen aus unseren Geräten. Der gepriesene wirtschaftliche Auf­schwung ist bis zu uns noch nicht durchgeschlagen. Unsere Kunden, die Spieler, haben weniger Geld als früher. Darum wird weniger gespielt.

 

Fit Arndt: Um so mehr sind wir herausgefordert, den Spielern neue Anreize zu vermitteln. Nach dem EuGH-Urteil gibt es ja wieder mehr Möglich­keiten.

 

Wacker: Ich warne aber davor, das Allheilmittel in den Auszahlquoten zu sehen. Sie sind nicht das Entscheidende, wie uns im Augenblick viele weis­machen wollen. Das Spielsystem muß interessant sein. Das ist es, was den Spieler in erster Linie fas­ziniert.

 

Arndt: Da will ich Ihnen nicht widersprechen, Herr Wacker. Sie sollten jedoch bedenken, daß in­teressante und neue Spielfeatures automatisch ei­ne höhere Auszahlquote mit sich bringen.

 

Wacker: Da will ich Ihnen auch nicht widerspre­chen, Herr Arndt. Sofern mit Maßen angehoben wird, stimme ich voll zu. Sechzig Prozent, vielleicht sogar zweiundsechzig.

 

Arndt: Gilt das inklusive oder plus Freispiele? Wacker: Inklusive Freispiele!

 

Arndt: Nun werden wir Freispiele ja nicht mehr unbedingt brauchen.

 

Wacker: Freispiele waren eine Notlösung, um den Spielern bei der alten Besteuerung überhaupt noch etwas bieten zu können. Sie hatten zu ihrer Zeit ganz sicher ihre Berechtigung.

 

Arndt: Ich denke, dabei ging es nicht unbedingt um die Spieler, sondern in erster Linie darum, für den Aufsteller Mehrwertsteuer einzusparen.

 

Wacker: Dann bauchen wir sie heute ja glückli­cherweise nicht mehr. Aber dennoch sollte die Aus­zahlung nicht so hoch sein.

 

Arndt: Sehen Sie sich doch mal im Vergleich die Spielezahl der noch in der Aufstellung befindlichen Faktorgeräte mit einer Auszahlquote von etwa 66 Prozent zu den niedrig auszahlenden 40 Pfennig­Geräten an. Die Ergebnisse beweisen, daß wir dem Spieler da schon etwas mehr bieten müssen. Bei 66 Prozent bleiben dem Aufsteller immer noch zehn Pfennig pro Spiel. Auf 40 Pfennig-Geräte hochge­rechnet, könnten wir für zehn Pfennig 75 Prozent auszahlen. Das ist sicherlich zu hoch gegriffen. Aber ich glaube, wir sind uns einig, daß ein Gerät auch einmal leerspielen muß.

 

Wacker: Das geht nicht nur mit hohen Auszahlun­gen. Ich habe einen Safari, der mehrfach leerge­spielt worden ist. Bei einer Gewinnquote irgendwo zwischen 53 und 58 Prozent.

 

Arndt: Jetzt überlegen Sie sich mal, wie wenig das Gerät in den langen Durststrecken auszahlt, wenn es bei einer so niedrigen Quote auch ab und zu mal leerspielt. Es muß einfach wieder über die gesamte Spielzeit mehr Dynamik in die Spiele. Und den Ge­staltungsspielraum hierfür hat die Industrie seit dem EuGH-Urteil wieder. Und wenn sie ihn nutzen will, geht die Quote automatisch nach oben.

 

Wacker: Je höher die Quote ist, um so länger muß dann am Gerät gespielt werden, damit das Geld wieder hereinkommt. Wenn ich an eine Gastwirt­schaft denke, die nur acht oder zehn Stunden geöff­net hat, da ist das bei der durchschnittlichen Gerä­teauslastung einfach nicht zu machen.

 

Arndt: Es gibt Extremfälle auch in Spielstätten, wo die Geräte zum Teil nur sehr gering ausgelastet sind.

 

Wacker: Ich habe mal das Verhältnis von Spielzeit zur Auszahlquote errechnet. In 45 Betriebsstunden macht ein Gerät 10 800 Spiele. Das ergibt bei 40 Pfennig pro Spiel einen Einsatz von 4 320 Mark. Davon erhält der Spieler bei 60 Prozent Auszah­lung 2 592 Mark zurück. In der Kasse verbleiben 1728 Mark. Um bei einer Auszahlquote von 70 Pro­zent zu demselben Ergebnis zu kommen, sind 60 Betriebsstunden erforderlich, also 15 Stunden mehr. Das sind bei der durchschnittlichen Gerä­teauslastung in Gaststätten drei volle Tage zu­sätzlich!

 

Arndt: Mathematisch kann ich Ihre Rechnung gut nachvollziehen. Nun gehen Sie mit Ihren 70 Pro­zent natürlich direkt voll ran. Auf der anderen Sei­te muß man doch berücksichtigen, daß unsere Spie­ler - zumindest im Durchschnitt - mehr Zeit als Geld für unser Angebot zur Verfügung haben. Mit Einführung der 40 Pfennig-Geräte hat ein Spiel - wenn wir die Quote für diese Betrachtung einmal ganz vernachlässigen - schon ein Drittel mehr ge­kostet. Hinzu kam die extreme Verteuerung durch die niedrigen Auszahlquoten. Lassen Sie uns doch jetzt, wo wir wieder die Möglichkeit haben, auch den Spieler wieder etwas stärker partizipieren zu las­sen, um ihn dadurch länger ans Gerät zu binden.

 

Wacker: Bei 75 Betriebsstunden gleich 18 000 Spielen ist der Einsatz 7 200 Mark. 4 320 Mark Spielergewinn abgezogen, verbleiben 2 880 Mark in der Kasse. Da sind, um bei 70 Prozent zu dem selben Ergebnis zu kommen, schon 25 zusätzliche Betriebsstunden nötig. Das ist schon eine ganze Woche, die länger gespielt werden muß. Das ist überhaupt nicht möglich.

 

Arndt: Klar. Das trifft für Gaststätten zu, wo keine besondere Gästefrequenz ist, wo sich innerhalb von drei bis vier Stunden alles abspielt. Nur gibt es aber, von Spielstätten mal abgesehen, auch in der Gastronomie grundverschiedene Plätze. Einen Im­biß oder eine Bahnhofsgaststätte, wo sich das Pu­blikum häufiger umschlägt, kann man nicht ge­nauso bewerten wie die Eckkneipe, in der die Stammgäste meistens über mehrere Stunden ver­weilen. Da ist der Aufsteller gefordert, die richtige Geräteauswahl zu treffen.

 

Wacker: Insofern kann ich Ihnen sehr gut folgen. Aber glauben Sie mir, für die normale Gastronomie ist alles, was über 62 Prozent hinausgeht, tödlich. Bei Spielstätten mag das anders sein. Da wird ein Gerät, das höhere Gewinne erwarten läßt, viel­leicht dadurch sogar öfter bespielt. Beim Imbiß, den Sie eben erwähnten, wo sich das Publikum nur wenige Minuten aufhält, kann ich allerdings erst recht nicht glauben, daß höhere Quoten zu länge­ren Spielzeiten führen.

 

Arndt: Da bin ich voll Ihrer Meinung. In der Ga­stronomie mag es möglich sein, daß eine Quote um 65 Prozent herum eine Obergrenze sein sollte. Beim Imbiß denke ich ebenso wie Sie, daß die Quo­te eher niedriger liegen kann. In Spielstätten, wie Sie auch bereits eingeräumt haben, sieht das je­doch völlig anders aus. Die Aufstellung der Auto­maten muß sich eben sehr individuell am jeweili­gen Platz orientieren. Ich will hier zwar den Begriff Platz- oder Aufstellmarketing nicht überstrapazie­ren, aber das trifft wohl genau den Kern.

 

Wacker: Allerdings sehe ich da ein Problem. Wenn wir mehrere Gerätetypen haben, die so weit aus­einandergehen, wie bringe ich denn dem Gastwirt bei, daß ein Gerät, von dem er mal gehört hat, für ihn nicht geeignet ist? Wie bringe ich das gar dem Spieler bei?

 

Arndt: Den Gastwirt können Sie sicherlich mit Ar­gumenten und Zahlen überzeugen. Was den Spie­ler angeht, können wir uns doch nur freuen, wenn er ein bestimmtes Gerät fordert, denn damit hatte er wohl schon seine Erfolgserlebnisse. Ich erinnere da an die Zeiten des Crown, des Disc oder Venus Multi. Die Geräte lebten doch von der Mundpropa­ganda, und der Aufsteller hat dennoch nicht schlecht verdient. Der normale Gaststättenspieler hat doch ganz andere Ambitionen als der Spielstät­tengast. In vielen Spielstätten, das kann ich Ihnen sagen, findet im Augenblick ein Prozeß der Verein­samung statt. Manchmal sind nur zwei Geräte be­setzt. Früher war das anders. Da gab es weitaus mehr Spieler, und die spielten auch noch länger.

 

Dadurch ist die Spielstätte auch Kommunikationspunkt gewesen. Der Gast in der Spielstätte oder auch in der spiel­orientierten Gaststätte stellt ganz andere Ansprüche an das Gerät. Und wenn er sich nicht befriedigt sieht, bleibt er zunehmend weg. Für diese Spieler brauchen wir Geräte mit höheren Auszahlquoten, und deshalb ist es gut, daß uns durch das EuGH-Urteil wieder bessere Gestaltungs­möglichkeiten gegeben worden sind.

 

Wacker: Was nützt das, wenn der Spieler kein Geld hat! Es ist zu wenig Kaufkraft vorhanden, und darunter hat eine Vergnügungsbranche wie unsere als erste zu leiden.

 

Arndt: Ist ja richtig. Aber es kommt nun mal hinzu, daß gleichzeitig das Spielen am Automaten teurer geworden ist. Bei Faktorgeräten mit Auszahlquoten um die 66 Pro­zent mußte der Spieler, wie ich schon erläutert habe, zehn Pfennig für ein Spiel bezahlen. Bei einem 40 Pfennig-Gerät mit 52 Prozent Auszahlquote gleich 19 Pfennig pro Spiel. Das hat Stammspieler verprellt und potentielle neue Spie­ler abgeschreckt. Und wenn wir jetzt die Möglichkeit ha­ben, dem Spieler wieder mehr Spielzeit und unterhaltsa­mere Spiele mitzugeben, dann wird sich das auch multipli­zieren. Der eine sagt das dem anderen und er wieder dem nächsten. So kommen auch wieder neue Leute an die Gerä­te heran. Wir müssen nur differenzierter betrachten, wel­ches Gerät mit welcher Auszahlquote an welchen Platz gehört.

 

Wacker: Ich befürchte nur, daß es allzuweit auseinander­klafft. Dann bin ich als Aufsteller nicht mehr in der Lage, meine Geräte optimal einzusetzen. Vor allem, wenn sie nach einiger Zeit von Platz zu Platz ausgetauscht werden müssen. Wenn wir eine Quotenbandbreite von 52 bis 70 Prozent und mehr haben ...

 

Arndt: Niemand sagt doch, daß es so extrem kommen muß, Herr Wacker. Ich nehme an, daß sich alles im Bereich von 60 bis 68 Prozent abspielen wird.

 

Wacker: Dann bin ich einverstanden! Daß wir über 60 hin­auskommen müssen, ist klar 65 geht als Obergrenze viel­leicht auch noch. Dann sind wir beide wenigstens nicht mehr so ganz weit auseinander.

 

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Scheibe, Walze, oder was?

 

 

Spielspaß für Individualisten

 

Nischengeräte im Geldspielbereich sind interessant, aber auch mit einem Risiko verbunden. Ihre Akzeptanz hängt größtenteils von der Weitsicht des Unternehmers ab, sie richtig zu plazieren. Über eines dieser Aus­nahmegeräte sprach die Redaktion mit Helmut Besse, Geschäftsführer des adp-Gauselmann-Industrievertriebes

 

AUTOMATEN MARKT: Das Geld­spielgeräte-Angebot wird in erster Li­nie geprägt von Scheiben- und Wal­zengeräten. Roulette-, Würfel-, Kar­tenwender- und Monopoly-Automaten gehören ebenso zu den Nischengerä­ten wie der neue Merkur Trumpf As als Bildschirmgerät. Erkennt der Spielgast den Bildschirm als Gewinn­symbolträger an?

 

Helmut Besse: Sicher sind die mei­sten Geräte mit Walzen oder Scheiben ausgerüstet. Doch das darf uns nicht hindern, andere interessante Darstel­lungsformen anzubieten. Oft ist es so, daß dann im Laufe der Zeit völlig neue Spielerschichten gewonnen werden und die Unternehmer damit eine indi­viduelle Spielerschaft ansprechen und halten können. Dies beweist die Ak­zeptanz der Bildschirmgeräte seit vie­len Jahren.

 

AM: Wie lange gibt es Bildschirm­geräte aus dem Hause Gauselmann?

 

Besse: Das erste Bildschirmgerät aus adp-Produktion war der Merkur Kreuz As, der 1985 eingeführt wurde. Die Fortentwicklung brachte dann Geräte wie den Super Kreuz As, Top As und jetzt - brandneu - den Trumpf As. Insgesamt mehr als 10 000 ver­kaufte Bildschirmgeräte beweisen, daß sie ihre Berechtigung haben. Überdurchschnittliche Kassen wäh­rend der gesamten Aufstellzeiten sind ein weiterer Beweis. Für die Aufsteller ist die Handhabung darüber hinaus auch im wahrsten Sinne des Wortes leichter geworden. Früher produzierte Geräte brachten 65 Kilogramm auf die Waage, heute wiegt der Trumpf As gerade noch 42 Kilogramm. Trotz der großflächigen Panoramascheibe hat er die Abmessungen eines normalen Geldspielgerätes und ist universell

einsetzbar.

 

AM: Können Sie etwas detaillierter zur Technik des Gerätes Stellung neh­men?

 

Besse: Wir haben hier die neuesten technischen Erkenntnisse einfließen lassen. Da ist zunächst der sehr flache und hochauflösende Bildschirm. Die Technik entspricht der Profitech 3 000-Linie, die sich im wesentlichen auf die Flexibilität der CPU, der mani­pulationssicheren Münzeinheit und des hervorragenden Netzteils bezieht. Der Trumpf As ist außerdem mit dem Japan Cash-Geldscheinakzeptor nach­rüstbar. Unter dem Strich ergibt sich damit eine äußerst hohe Betriebssi­cherheit und ein minimaler War­tungsaufwand. Noch einmal zurück zum Bildschirm. Bei unserer Darstel­lung auf dem Bildschirm werden nicht nur die Kartensymbole präsentiert. Was einmalig bei Bildschirmgeräten ist, ist die gleichzeitige Anzeige der Bedarfsfelder wie Münzspeicher, Son­derspielezähler und so weiter. Darü­ber hinaus wird der Spielgast durch eine leicht verständliche Bediener­führung zum Spielen animiert. Diese Spielanleitung verfügt über farblich unterlegte Pfeile, die auf die unter­schiedlichen Funktionen hinweisen. Denken Sie nur an die vielen Bild­schirmarbeitsplätze und privaten PCs, die gerade die jüngere Generati­on heute von Kindesbeinen an beglei­ten. Es ist selbstverständlich, daß wir heute Spielanleitung und Bediener­fiührung auf dem Bildschirm haben.

 

AM: Also ein Gerät für jüngere Spiel­gäste?

 

Besse: Nein, wir sind selbst über­rascht, daß nicht nur jüngere Spieler den Trumpf As auf Anhieb überdurch­schnittlich akzeptieren, sondern auch und gerade etablierte, ältere Spielgä­ste, die sich einfach mit diesem Gerät identifizieren, um damit selbstbestäti­gend im Trend zu liegen. In den Mer­kur-Spielotheken liegen die weit mehr als 100 eingesetzten Trumpf As in der Spielfrequenz und Kasse mit an der Spitze.

 

AM: Was ist so besonderes am Spiel­system des Trumpf As?

 

Besse: Das Spielsystem ist gekenn­zeichnet von allen neuen Erkenntnis­sen des Marktes. So haben wir - be­dingt durch die Gewinnkombinatio­nen über Spielkarten, die in zwei Zie­hungen auf dem Bildschirm aufge­deckt werden und nach der ersten Zie­hung eine Halte-Empfehlung beinhal­ten - die entsprechenden Gewinnein­stiege. Diese führen dann zum mögli­chen Risiko, wobei selbstverständlich das bekannte Klick-Klack-Feature am Ende der Risikoleiter mit 40 oder 50 Sonderspielen zur entsprechenden Anzahl von Jumbo-Spielen führen kann. Die beiden Power-Pots stellen die Spitze dar, die bis zu 100 Sonderspiele bei ihrer Auslösung versprechen. Größtmöglicher Gewinn ist ein Royal , Flush, der 100 Sonderspiele direkt und weitere 50 dann bringt, wenn im nach­folgenden Spiel ein Gewinn einläuft.

 

AM: Wie ist die Auszahlquote be­messen?

 

Besse: Beim Trumpf As wird die Aus­zahlquote in erster Linie durch das strategische Spiel bestimmt. Daneben ist aufgrund der Mathematik die Aus­zahlquote an die Bedürfnisse des Marktes nach dem EuGH-Urteil an­gepaßt und liegt bei mehr als 60 Pro­zent. Wenn der Spielgast eine optima­le Taktik anwendet, bestimmt er sei­nen Erfolg am Gerät selbst. Damit behält die alte Aufstellerregel gerade beim Trumpf As ihre Gültigkeit, der­zufolge es heißt, wenn der Spielgast seine Freude hat, kommt auch der Aufsteller auf seine Kosten.

 

AM: Wo ist dieser Gerätetyp sinnvol­lerweise zu plazieren?

 

Besse: Eigentlich darf der Trumpf As in keiner Spielstätte fehlen, denn übe­rall gibt es Spielgäste für Geräte, de­ren Gewinnermittlung nicht aussch­ließlich per Scheibe oder Walze erfolgt. Und es sollte natürlich nicht in Gast­stätten fehlen, in denen das her­kömmliche Kartenspiel zum Aufent­haltsvergnügen gehört. Ganz einfach ein Gerät, das das Angebotsspektrum deutlich erweitert und besonders die Individualisten anspricht.   

 

 

Industriespionage

Doch wer weiss nun, welche Spielsysteme Zukunft haben? Vorsichtig nähert sich die Branche ihren wahren Kunden, den Spielern. Doch die rücken ihr Wissen einfach nicht heraus. Da sind Spionagemethoden gefragt. Heutzutage hätte es die Branche einfacher: Einfach die Goldserie fragen.

 

 

Von der Industrie erwartet Scheele, der sich im Forum Junger Automaten­unternehmer engagiert, „unkompli­ziertere Spielsysteme mit mehr Aktio­nen". Denn: „Die Spieler wollen den­ken und nicht nur Knöpfe drücken."

 

Wolfgang Scheele gesteht zu, daß es „die Automatenhersteller beim Ent­wurf neuer Features ungemein schwer haben, da sie nicht auf ver­wertbare Informationen der Spieler zurückgreifen können. Die wirklichen Profi-Spieler schotten sich mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung ab. An die kommt man nur wie ein Underco­veragent heran" so seine Erkenntnis.

 

 

Die geheimen Wünsche unserer Spielgäste enthüllt

 

Man beackerte die Spieler nun auch mit wissenschaftlichen – statistischen Methoden. Für das Marketing der Automatenunternehmer liefert die „Marketing­orientierte Spielhallenanalyse" Hinweise auf Spieler­verhalten und –erwartungen. Findet Ihr Euch wieder?

 

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Vermischtes

 

 

IMA 1994

Die Branche feiert, auch wenn es nicht viel zu feiern gibt.

 

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Elektronik-Recycling von Geldspielern

 

 

Zulassung abgelaufen, wohin mit der SCHROTTKISTE ?

 

Hier eine grüne Tonne, da der Restmüll und auch noch der gelbe Sack für Kunststoff. Ach ja, Altpapier und Altglas gibt es ja auch noch. In den pri­vaten Haushalten hat man sich mehr oder weniger daran gewöhnt, den Müll nach verschiedenen Fraktionen zu sortieren und getrennt zu ent­sorgen. Aber wie sieht das eigentlich mit den gewerblichen Abfällen aus?

 

Gemeint sind in diesem Fall nicht die unzähligen Kippen und Einwegverpackungen aus dem Getränkeangebot in den Spiel­stätten, sondern die sogenannten Alt­geräte. Die Geräte also, die nicht mehr laufen, die ausgenudelt sind und von den Aufstellplätzen verschwinden. Sie können nicht einfach mit dem nor­malen Müll entsorgt werden, dürfen erst recht nicht auf die nächste De­ponie oder gar in den Wald gekarrt werden.