Automatenpedia 1990
Teil 6 |
Von Esteka für www.goldserie.de
Goldserie e.V. - Erster
Deutscher Verein der Münzspielfreunde
|
Verschiedenes |
Die IMA war immer das Schaufenster und der wichtigste
Treffpunkt der Automatenbranche. Was wurde von der Fa. Gauselmann geboten?
|
Vom
Bajazzo der Jahrhundertwende zum
Spielgerät der 90er Jahre Münzautomaten
sind mehr als 100 Jahre alt. Die Ausstellung der schönsten Exponate im
Deutschen Museum in München ging kürzlich mit einem überwältigenden Erfolg zu
Ende. Nie zuvor hatten so viele Menschen eine Sonderausstellung besucht. Für
die Automatenbranche zeigte dies ganz deutlich: Die Faszination der
Münzautomaten ist ungebrochen, auch an der Schwelle zum letzten Jahrzehnt
dieses Jahrhunderts. 1906
wird der „Bajazzo" eingeführt. Auf der Leipziger Herbstmesse 1907 wird
das unverkennbare Spielgerät erstmals gezeigt. Das Gerät mit der Bajazzo-Figur
wird unversehens zum absoluten Renner unter den Geräten der
Vorkriegsproduktion. Es gibt Automatenhallen, die ausschließlich mit dem
„Bajazzo" bestückt sind. Undenkbar heutzutage? Was hat sich geändert? Die
Situation ist fast gleich geblieben. Auch heute gibt es Geräte, die in
Spielstätten und Gastronomiebetrieben total dominieren. In den letzten
Jahren war es der schon fast legendäre MerkurDisc und der Venus Multi. Heute
hat der Disc II der Unternehmensgruppe Gauselmann hervorragende Chancen, in
diese Fußstapfen zu treten. Nach wie vor entscheidet im Markt die Qualität
der Produkte. Beispielhaft steht hier das erste Bildschirmgerät Kreuz As, das
schon im fünften Jahr gebaut und gut verkauft wird. Was sich geändert hat,
ist allerdings die Technologie. Modernste Mikroelektronik eröffnet heute
Perspektiven, die vor 15 bis 20 Jahren nicht für möglich gehalten wurden. Es
war ein langer Weg vom rein mechanischen Gerät über die ersten zaghaften
Ansätze der Elektromechanik bis hin zur Computertechnik, die heute dem
Automaten das Leben „einhaucht". Dennoch: Die Basis sind auch heute
noch teils uralte Spielideen, sie werden aber durch die moderne Technik zu
viel rasanteren, komplexeren und interessanteren Spielen. Und gäbe es nicht
immer wieder Menschen mit einem besonderen Spielfaible wie Paul Gauselmann,
der, fasziniert vom Spielen des Menschen, die alten Spielideen mit neuer
Technik zu einem neuen Produkt macht, wären bestimmt viele dieser ldeen in
der Versenkung verschwunden. IMA 1990 Spielgeräte
aus der Vergangenheit, Spielgeräte aus der Gegenwart, aber wohin gehen die
Spielgeräte der Zukunft? Fragen, die den Automatenkaufmann heute
interessieren. Auf der Internationalen Fachmesse für Musik- und
Unterhaltungsautomaten 1990 vom 23. bis 26. Januar in Frankfurt, werden die
neuesten heißen Spiele gezeigt. Es ist die größte Automatenmesse der Welt.
Die Gauselmann-Gruppe, als Marktführer bei elektronischen Spielgeräten,
stellt sich auf der IMA 1990 den Anforderungen des neuen Jahrtausends. Der
Europäische Binnenmarkt wirft seine Schatten voraus. Daher wird es auf dem
Gauselmann-Stand das „Intemationale-Angebot" geben. Exportgeräte aus
der adp-Produktion springen ins Auge. Punktespielgeräte, Super Taifun in
einer „Disco Version" in leuchtenden Neon-Farben. Mit Hilfe einer
Schwarzlicht-Lampe kommen tolle optische Wirkungen zustande.
Paul Gauselmann am neuen Super-Taifun in
der neonfarbigen Disco-Version Super
Taifun" ist aber auch in einer kleinen Ausführung, leicht transportabel
und kompakt vorhanden. Die „Disc Dynastie" ist mit dem „Disc-Hit" vertreten,
lieferbar in 10 verschiedenen Farben. Der Schlager im Punktespielbereich ist
der „Disc-Point". Er bekommt mit dem „Disc-Point II" schon ein attraktives
Anschlußgerät. Und: Extrablatt No. l ist jetzt in Table-Version lieferbar.
Weiter geht's mit dem „Multi Point", dem ersten Walzengerät auf
Punktespielbasis. Es ist ein „SuperMulti" ohne Auszahlung. Ganz neu auch
der „Herz As-Treff". Statt Punkten können Medaillen gewonnen werden. Table-Geräte
als Geld- oder Punktespieler sind in den verschiedensten Varianten immer
mehr auf dem Vormarsch und erobern im Sturm immer mehr neue Plätze.
DerDisc-Hit: Bewährtes Spielsystem mit
attraktiven Frontscheiben-Farben Alles
aktuelle Geräte, die speziell auf der IMA geordert werden können. Aber zu
einem Weltunternehmen, wie es die Gauselmann-Gruppe ist, gehören auch
Zukunftsperspektiven: Erstmals wird ein „Backgammon-Spielgerät" auf
den Markt gebracht. Von dem Ex-Weltmeister im Backgammon, Phillip
Marmorstein, wird es präsentiert. Er spielt simultan gegen mehrere Besucher
gleichzeitig. Das „Backgammon Gerät" ist das erste Spielgerät, was der
Mensch alleine gegen den Computer spielen kann und (!) auch von zwei Spielern
gegeneinander verwendet werden kann. Was die Erfinder der Gauselmann-Gruppe
alles auf dem Gebiet, rund ums Geldspiel" zu bieten haben, wird manches
Herz der Automatenkaufleute höher schlagen lassen. Hier seien nur die
Geldscheinstapler in Geldspielgeräten, der Geldwechsler/ Stemtaler für
Spielstätten und das System Cash Commander für Spielstätten genannt.
Weitere Überraschungen sollen folgen. ,Tele 5" macht
Messefernsehen Der
Gauselmann-Gruppe ist es gelungen, das „Medium unserer Zeit", das
Fernsehen, für die IMA zu interessieren. Gauselmann stellt ein pfiffiges
Fernsehstudio und eine ansprechende Fläche seines Standes zur Verfügung. Hier
wird der Münchener Privatsender, tele 5", dessen Zuschauerpotential sich
mit der Zielgruppe unserer Branche fast nahezu deckt, ein ausgewogenes
Programm von der Information bis hin zu aktuellen Highlights senden. In
Hearings und Gesprächsrunden, in Interviews und Statements, in Reportagen
und Messeneuheiten, in Unterhaltungsbeiträgen und Gedankenaustausch werden
auch die Verbände, Brancheninsider und IMA-Aussteller angemessen zu Wort
kommen. Jeder interessierte Messebesucher hat die Chance, den Fernsehmachern
auf die Finger zu schauen und zu erleben, wie Fernsehen abläuft. Die
Entwicklung der Spielgeräte beschreibt die Wandlung der Zeit. Der Bajazzo
ist ein Schmuckstück seiner Zeit. Daß er auch heute noch nicht vergessen ist,
zeigt, daß man aus der Vergangenheit lernen kann, Anregungen bekommt und
sich weiterentwickelt. Der Bajazzo ist ein Stück Vergangenheit, aber gleichzeitig
auch Zukunftsmusik des Jahres 2000. Denn die Schönheit des Spiels hat die
Jahre überdauert. Daher wird in einer wachsenden Freizeitgesellschaft, in
der der einzelne Mensch immer mehr Freizeit haben wird, die
Spielgerätebranche vernünftige Wachstumschancen haben. Dies Wachstum wird
allerdings auch durch gesetzliche und steuerliche Bollwerke des Staates
begrenzt. Spielgeräte sind gefragt, die den Spieler faszinieren und ihm
Erholung und Erlebnisse vermitteln. Paul Gauselmann jedenfalls will weiterhin
dafür sorgen, daß seine Merkur-Spielgeräte von den Spielanreizen und den
Ideen her führend sind. Und die Spielgäste an seinen Geräten am liebsten
einmal ein Stündchen Spaß und Entspannung suchen.
Die CPU-Platine. Sinnbild für modernste
Mikroelektronik der heutigen Spielgeräte Dies
gilt insbesondere auch auf dem großen Feld der reinen Unterhaltungsspielgeräte
ohne Geldgewinn. Sportgeräte und Strategiespiele bieten noch ein ungeahntes
Entwicklungspotential. Die Märkte in anderen europäischen Ländern wie
Italien und Holland beispielsweise zeigen, daß an Sportgeräten mit einer
noch sehr viel größeren Begeisterung gespielt wird als bei uns. Das Geldspiel
ist und bleibt das i-Tüpfelchen im Spiel, die breite Akzeptanz im reinen
Unterhaltungsspiel rückt diesen Bereich aber automatisch mehr in das
Blickfeld der Öffentlichkeit und des Spielers. |
Gewalt unter Aufstellern
|
Brutalität
im Konkurrenzkampf Unglaublich, zu welchen Auswüchsen der Wettbewerb unter verschärften Bedingungen führt. Wäre diese Geschichte nicht gerichtsnotorisch, könnte sie für ein Fantasieprodukt gehalten werden. Bei einem Hausbesitzer wird eines Tages ein Herr X vorstellig. Von dem läßt sich der Hausbesitzer-wie auch immer - überreden, einem Mieter fristlos zu kündigen, der eine Gaststätte betreibt. Ein anderer Wirt tritt die Nachfolge an. Der steigt in sämtliche bestehenden Vertrags-Verpflichtungen des Vorgängers ein. Nur den laufenden Automaten-Aufstellvertrag will er nicht fortsetzen. Ein anderer Automatenaufsteller kommt ins Geschäft. Mit dem merkwürdigen Herrn X nicht verwandt und nicht verschwägert. Nur seine Adresse ist dieselbe. Nennen wir den neuen Aufsteller Y. Denn es kommt auch noch ein Aufsteller Z ins Spiel. Der installiert an diesem Platz seine Geräte, nachdem der vom Platz vertriebene Aufsteller den Y verklagt hat. Der Prozeß wird gewonnen, der Fortbestand des Aufstellvertrages vom Gericht bestätigt. Doch da hat der Beklagte seine Geräte längst abgeräumt. Um zu seinem Recht zu kommen, muß der Kläger das Verfahren ganz von vorne nochmal aufrollen. Jetzt gegen Z, der ebenso widerrechtlich seine Automaten in dieser Gaststätte betreibt. Y und Z sind, wenn auch nicht verwandt, zumindest verschwägert. Der erste Aufsteller setzt Z eine Frist, die ungenutzt verstreicht. Daraufhin baut er selbst die Automaten ab und lagert sie bei einem Spediteur ein. Jetzt wird er selbst auf Schadenersatz verklagt, weil die Geräte angeblich beschädigt worden sind. Aber nicht Z ist der Kläger, sondern Y Wieso eigentlich, denn dem gehörten die Geräte doch scheinbar gar nicht. Y wollte jetzt in einen Landesverband der ZOA aufgenommen werden. Nein danke, schmetterten die Mitglieder diesen Antrag einstimmig ab. |
Kann es den in dieser
Branche auf Dauer eigentlich geben? Wer gewinnt, ist zufrieden. Doch
überwiegend wird verloren. Ein Dilemma für die Branche, und Lösungsansätze:
|
„Der
zufriedene Gast ist das beste Aushängeschild für ein Unternehmen" Der
unzufriedene Gast kann ein Störfaktor für den gesamten Betriebsablauf sein.
Wie wird aus einem reklamierenden Kunden ein zufriedener Partner? Wir fragten
die Filialleiterin der Braunschweiger Merkur-Spielothek, Ilona Klischat. Jörg
sitzt am „World Cup '90". Er ist voll konzentriert. Bis zur großen Endausscheidung
sind es nur noch wenige Tage. Bis dahin muß er noch trainieren, denn
natürlich möchte er das Finale gewinnen. „Wir
haben eigens zur Fußball-Weltmeisterschaft diese Aktion gestartet,"
weiß Filialleiterin Ilona Klischat. „Acht Tage lang können unsere Gäste
kostenlos am TV-Gerät trainieren, um für das große Finale fit zu sein." Diese
Aktion bindet den Kunden an die Spielstätte, denn es ist sicherlich ein
besonderer Service, kostenlos an einem Gerät spielen zu können.
„Im
Zweifel ist immer der Spielgast im Recht`, erklärt Ilona Klischat. „Obwohl
unsere Geräte wirklich hervorragend arbeiten, kann immer mal wieder eine
Störung auftauchen. Zum Beispiel verschluckt ein Geldspielgerät die Münzen,
bei einem Unterhaltungsautomaten wird der Kredit gelöscht, beim TV-Gerät
erfolgt ein Bildstillstand oder der Joy-Stick funktioniert nicht mehr." Wichtig
sei in solch einer Situation, daß der Kunde zufriedengestellt wird und somit auch
weiterhin in die Spielothek vertraue. Denn nur wenn er eine positive
Erfahrung mache, empfehle er das Unternehmen auch weiter. „Wenn
bei uns ein Fehler am Gerät gemeldet wird, gehen wir der Sache sofort auf den
Grund. Erst einmal probieren wir es selbst aus und oft ist die Sache schon
durch eine kurze Unterbrechung des Stromkreises behoben. Selbstverständlich
bekommt der Gast eine Entschädigung, zum Beispiel ein Freispiel. Auf jeden
Fall überprüft unser Techniker, der jeden Tag kommt, das Gerät auch noch
einmal.“ Im
Deutschen Fachverlag ist gerade ein Buch erschienen, das sich mit den
Verhalten bei Reklamationen beschäftigt: „Der unzufriedene Kunde" von
Cray von Brockdorff. Das Buch zeigt zahlreiche Möglichkeiten und Weg auf, wie
man durch ein geschickt geführtes Reklamationsgespräch der Kunden
zufriedenstellen kann. Auch unterscheidet der Autor den reklamierenden Kunden
in mehreren Kategorien: 1.
Menschen, die zunächst freundlich, ruhig und sachlich ihr Anlieger
vorbringen und dann aus der Haut fahren, wenn im Verlauf des Gespräche keine
Lösung in Sicht kommt beziehungsweise unerwartet Schwierigkeiten auftreten,
die den Zorn auslösen 2.
Menschen, die lautstark und wutschnaubend das Reklamationsgespräch
eröffnen, im Verlauf des Gespräches feststellen, wie unbeherrscht und
unkontrolliert sie sich selbst verhaltet haben und dann ihre Emotionen
„zurückdrehen" und sogar umwandeln in extreme Freundlichkeit 3.
Menschen, die sachlich reklamieren und ohne Gemütsveränderung das
Gespräch genauso sachlich beenden. 4.
Menschen, die ihre Reklamation fast verzweifelt und duckmäuserisch
vortragen. Sie haben ein negatives beziehungsweise verschwommenes Bild von
sich selbst, treten unsicher auf und wirken fast demütig, wenn sie sich mi
dem Personal um ihr „gutes Recht als Kunde" auseinandersetzen wollet.
Man spürt, wie unangenehm diese Kundengruppe offene Konfrontationen sind. Die
Kommunikation seitens der Kunden verläuft auf einem fast "flehenden
Niveau eines Bittstellers". 5.
Menschen, die selbstsichere Besserwisser sind. Dieser Personenkreis
ist dank seines Selbstbewußtseins zu aller Spielarten der Gesprächsführung
fähig Oft besitzt dieser Personenkreis auch eine hohe Fachkenntnis. Diese
Kunden zeigen aber auch gern ganz offen sichtlich ihre menschliche wie
fachliche Überlegenheit und sind bereit, das Personal entsprechend
auszuspielen. Auch
Ilona Klischat hat es mit den verschiedensten Kundentypen zu tun: „Es
gibt die 'Rumhänger', die es einfach nur darauf anlegen, daß sie etwas
monieren können. Sie beobachten genau, an welchem Gerät ein Fehler auftaucht,
setzen sich dann selbst daran und behaupten, daß der bereits von uns behobene
Fehler, wieder aufgetaucht sei. Eine
andere Art von Spielgast ist der 'Schnorrertyp'. Er reklamiert Fehler am
Gerät, die gar nicht aufgetaucht sind, um dadurch ein Freispiel zu kassieren. Dann
gibt es noch die 'Nörgler'. Sie beklagen immer wieder, daß das Gerät nicht
funktioniert und haben ständig etwas anderes daran auszusetzen." Doch
Ilona Klischat, die seit zehn Jahren in dieser Branche arbeitet, kennt ihre
„Pappenheimer". Sie sieht sofort, ob es ein Gast bei der Reklamation
nur auf Freispiele anlegt oder einen berechtigten Ersatz fordert. „Wichtig
ist, daß der Spielgast erst einmal bei uns 'Dampf ablassen' kann. Ist seine
Wut erst heraus, versuchen wir in einem sachlichen, ruhigen Gespräch der
Sache auf den Grund zu gehen. Ist die Reklamation berechtigt, münzen wir das
Spiel nach und spendieren ihm zum Beispiel eine Tasse Kaffee. Er ist nun
zufrieden und weiß, daß wir ihn als Kunden und Gast schätzen und ihm immer
soweit wie möglich entgegenkommen." Wie
aber sieht es bei Automaten-Manipulationen aus? Ist das Personal dann auch
so tolerant wie bei Reklamationen? „Die
Mitarbeiter müssen ständig den Spielbetrieb verfolgen und nicht irgendwo in
einer Ecke sitzen und warten, daß die Zeit bis zum Feierabend vergeht. Wenn
der Kunde weiß, daß das Personal aufmerksam ist, wird er sicherlich gar
nicht erst eine Manipulation wagen." Falls
doch, kennen die Mitarbeiter in der Spielothek kein 'Pardon'. Sie beobachten
die Spieler und rufen dann sofort die Polizei. Ein
wesentlicher Faktor, um den Gast an den Betrieb zu binden, ist die Animation.
Gerade bei neuen Kunden bestehen Hemmschwellen, die abgebaut werden müssen.
Hier ist ein umsichtiges und hilfreiches Personal sehr wichtig, um den
'Neuling' zufriedenzustellen. „Im
Laufe der Zeit hat man einen Blick für Neukunden entwickelt. Sie gehen meist
nicht zielstrebig auf ein Gerät zu, sondern wirken unsicher, schauen sich
hilfesuchend um. Hier ist nun das Personal gefragt. Wir gehen auf die Leute
zu, fragen, ob wir ihnen die Geräte erklären dürfen, geben ihnen Freispiele,
damit sie sich mit den Automaten vertraut machen können und laden sie zu
einem Kaffee ein. Dadurch bauen wir die Hemmungen des Gastes ab. Es fühlt
sich nicht mehr alleingelassen und weiß, daß er in uns jederzeit einen
Ansprechpartner findet." Auch
mit privaten Problemen der Spieler werden Ilona Klischat und ihre Mitarbeiter
häufig konfrontiert, was wiederum zeigt, daß eine enge Bindung zwischen
Kunden und Mitarbeitern besteht. „Wir
haben für Probleme stets ein offenes Ohr. Oft kommen die Gäste nur, um mit
uns zu reden. Sie hatten zum Beispiel Ärger im Büro und auch zu Hause und
wissen, daß sie in uns einen zuverlässigen Ansprechpartner finden, bei dem
sie ihren Kummer abladen können." Der
zufriedene Spielgast ist also immer das oberste Ziel in der Merkur
Spielothek und die Mitarbeiter setzen alles daran, dieses Ziel zu erreichen. Das
Motto von Ilona Klischat lautet dabei: „Man muß den Gast so behandeln, wie
man selbst gerne behandelt werden möchte." |
Ein anderer Ansatz für
zufriedene Kundschaft.
|
Portrait eines Automatenunternehmers Warum sich Heiner
Wunderlich über eine Leerspielung nicht groß ärgert Er
hält so einen Zwischenfall sogar für beste Werbung - und gar nicht mal
teuer. Auch sonst ist der Automatenunternehmer aus Lübbecke in manchen Fachfragen
ein Alternativ-Denker. Wie
die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind zur Branche gekommen. Was für viele
gilt, trifft auf Heiner Wünderlich nicht zu. „Ich
bin auf einer folgerichtigen Berufslaufbahn zur Unterhaltungsautomatenbranche
gestoßen`, sagt er.
Da
hat am Anfang eine Kaufmannslehre gestanden. Der Wunsch nach Selbständigkeit
wurde mit einem Bierverlag verwirklicht, Getränkegroßhandel. Eine
knochenharte Aufbauarbeit sei
dies gewesen, erfahren wir. Ehefrau Rosa hat da von Anfang an mitgeholfen. Getränke-Fachgroßhandel.
Das bedeutete Aufbau und Pflege eines großen Netzes von Verbindungen zur Gastronomie.
Folgerichtig auch Begegnung mit Unterhaltungsautomaten. Als kollegiale
Branche, als Mitbewerber, als Partner. Für
Heiner Wünderlich führte das zur Konsequenz, sein Unternehmen auf ein zweites
Bein zu stellen. Als Diversifikation hat's angefangen. Bald aber
konzentrierte sich der zukunftsorientierte Unternehmer voll auf die
Automaten. „Man
kann so was nicht nebenbei machen`; hatte er schnell erkannt. „Die Automatenaufstellung
erfordert den Spezialisten, der sich voll darauf konzentriert." Halben
Kram macht er grundsätzlich nicht. So versteht es sich fast von selbst daß
Heiner Wünderlich nach dem Verkauf seines Getränkegroßhandels im
Automatengeschäft schnell expandierte. Vor acht Jahren hat er seine erste
Spielstätte errichtet. Inzwischen hat ei es schon auf elf gebracht. Von
Lübbecke in Ostwestfalen ziehe er einen Radius bis Neuß im Süden und im Norden
Wilhelmshaven. „Nur
die moderne Kommunikationstechnik macht es möglich", erläutert er „Das
Autotelefon zum Beispiel. Seine sicher nicht geringen Kosten sind bereits
hereingeholt, wenn ein einziges Mal ein unvorhergesehener Störfall gerade auf
der Route liegt." In
Tourenplanung war er bereits als Getränkegroßhändler geübt. Da hat er die
Besonderheiten der Automatenbranche schnell begriffen. In einigen anderen
spezifischen Problemen ist er eher ein Alternativ-Denker. Heiner Wünderlich
führt das auf seine relativ junge Zugehörigkeit zurück. Betriebsblindheit,
die sich bei jeder Tätigkeit einstelle, habe bei ihm noch nicht
durchgeschlagen. Es
klingt fast schockierend wenn er meint, daß ihn Leerspielungen von Geräten
nicht groß aufregen. Im Gegenteil! Solche Zwischenfälle seien eine relativ
billige Werbung. Wünderlich:
„Es trübt den Blick, wenn er immer nur vordergründig auf den Kasseninhalt der
Geräte gerichtet ist. Erst durch Weitblick wird ein gutes Gesamtergebnis
erzielt" Darum
bewerte er ein Test-Gerät auch niemals nach dem Kassenergebnis. Entscheidend
sei für ihn allein die Zahl der Spiele. „Nur
diese Zahl gibt mir Auskunft darüber, ob das Gerät vom Spielerangenommen
wird", erklärt er. „Nach den von mir gesammelten Erfahrungen fällt
manches neue Gerät, das anfangs Super-Kassen einspielt, sehr schnell ab. Wenn
die Einspielergebnisse von vom herein nicht überragend sind, steigen sie
meistens kontinuierlich." Heiner
Wünderlich testet neue Geräte nicht auf den besten Plätzen. Das führe nicht
zu einem repräsentativen Ergebnis. Mancher sogenannte schlechte Platz sei
zum Testen viel besser. „Meines
Erachtens wird oftmals voreilig zwischen guten und weniger guten Plätzen
unterschieden" äußert er sich kritisch. „Über die Qualität eines Platzes
entscheidet doch in erster Linie der Unternehmer. Was nicht konsequent
gepflegt wird, verkommt sehr schnell." Womit
er eigentlich nichts Neues sagt. Nur vielfach Vergessenes. Heiner
Wünderlich betrachtet sich als Automatenunternehmer mit Haut und Haar. Er liebt
seinen Beruf. „Sonst
würde ich wohl auch den Sechzehn-Stunden-Arbeitstag nicht durchstehen, den
dieser Job nun mal mit sich bringt. Mein Beruf ist mein Hobby!" Glücklich
macht ihn, daß sein Junior da genauso denkt. Der ist bereits voll ins
Geschäft mit eingestiegen. Die Zukunft des Unternehmens ist für eine weitere
Generation gesichert. Während
unsere Branche permanent verteufelt und beschnitten wird, muß die Frage
gestellt werden, ob ein Vater noch guten Gewissens seinen Sohn in die
beruflichen Fußstapfen treten lassen kann. Heiner
Wünderlich antwortet spontan und überzeugend: „Probleme gibt es in jeder
Branche. Warum sollte unsere da eine Ausnahme machen. Probleme sind lösbar.
Sich darauf einzustellen, ist ein wesentlicher Bestandteil des unternehmerischen
Handelns. Deshalb mache ich mir um die Zukunft keine Sorgen. Und was die
Kinder anbetrifft bedaure ich nur, daß ich nicht viele mehr habe. Denen
würde ich allesamt zu einer Existenz in der Unterhaltungsautomatenbranche
raten!" |
Zu den „Leerspielungen“
ein paar technische Hintergrundinfos.
|
Dipl.-Ing. Reinhold Lüders
ist Geschäftsführer der Merkur Service Gesellschaft mbH. An dieser Stelle
setzt er sich in regelmäßiger Folge mit Problemen aus der Aufstellpraxis auseinander Gewinnballungen sind für
jeden Spielfreund „das Salz in der Suppe", befriedigen seine
Gewinnerwartung, steigern seine Spiellaune, besonders, wenn er „den Kasten
leer macht".
Diese
Ballungen entstehen durch eine zeitweilige Verdichtung von Kleinserien oder
durch hohe Auszahlungen aus den höherwertigen Sonderspielen, bekannt und
beliebt z. B. als Hit-, Multi- oder Top-Sonderspiele. Mancher
Aufstellunternehmer sieht solche Gewinnballungen vordergründig als
vermeintlichen Fehler des Gerätes an, weil sie eben auch zu Leerspielungen
führen können. Erfahrene
Aufstellunternehmer wissen aber, daß Leerspielungen bis auf Einzelfälle -
dort, wo eine echte Störung oder eine neue Manipulation vorliegt - kein
Fehler und kein Gewinnverlust sind, sondern eine wenn auch lästige Störung,
die Mehrarbeit verursacht. Doch
es gibt eine gute, sofern von vornherein programmierte Lösung, Leerspielungen
einzuschränken: Bei allen Geldspielgeräten aus adp-Produktion hilft die
verfügbare Software vorzubeugen und die Bevorratung aller Münzwerte zu
optimieren. Diese Lösung heißt: Programmierbarer
Auszahlmodus für 1,- und 2,- DM. Damit
kann ein großer Teil der Leerspielungen ausgeschaltet werden, denn diese Einstellung
bewirkt, daß erst bei mehr als 60 Münzen in der Röhre in diesen Werten-also
in 1-bzw. 2-DM-Stücken - ausgezahlt wird. Bei der Einstellung 70 Münzen ist
die Sicherheit noch größer, dann allerdings muß ein erhöhter Anteil an 2und
1-DM-Münzen in der Kasse akzeptiert werden. Umgekehrt
läßt sich natürlich auch der Vorrat verringern, was zu häufigeren
„Erfolgserlebnissen" der Spieler führt, nämlich eine Leerspielung erzielt
zu haben. In einer Spiel- bzw. Gaststätte, wo die Aufsicht oder der Wirt
sofort von außen auffüllen kann und will, ist eine solche Leerspielung kein
Problem. Liegt der Aufstellplatz weiter entfernt und der Wirt hat mit
Nachfüllung nichts im Sinn, dann sollte auf jeden Fall die optimale Geldreserve
einprogrammiert werden. Wie
einfach der Auszahlmodus umprogrammiert werden kann, sehen Sie hier: 1. Fronttür öffnen. 2. Testgerät anschließen. 3. Taste „Münzung"
drücken. 4. Das Display zeigt die
Grundeinstellung. 5. Mit gekennzeichneter Taste
den Wert einstellen. 6. Mit dem Serviceschalter zurück
ins Normalprogramm. |
|
Carl Eschig zeigt Profil Über Innen- und
Außenarchitektur von Spielstätten ist in den letzten Jahren viel geredet
worden. Und nicht nur geredet, sondern viele Automatenunternehmer haben sich
dem Trend angepaßt und ihn sogar mitgeprägt. Sicher ist dies in der Bevölkerung,
bei Politikern und Journalisten noch nicht überall angekommen. Einmal
geschieht so etwas immer mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung, zum
anderen fällt es manch einem schwer, geliebte Vorurteile über Bord zu werfen.
Mit Sicherheit tut die Masse der Spielstättenbetreiber auch sehr wenig
dafür, daß jemand von ihrem Gesinnungs- und Gestaltungswandel erfährt. Das
PR Motto „Tu Gutes und rede darüber" wird vielfach sträflich ignoriert.
An Konzeption und Einrichtung wird häufig nicht gespart. Der Gast registriert
es erfreut, und jeden anderen läßt man ruhig die Vorurteile von der
„Spielhölle" weiter pflegen. Eigentlich schade! So empfindet es auch
Carl Eschig, ein Innenarchitekt mit einem besonderen Blick für den Raum, mit
Konzeptionen, die Profil verleihen. Ein Portrait: Wer sich erst die
Spielstätten anschaut, die Carl Eschig eingerichtet hat, der macht sich zwangsläufig
ein Bild von diesem Mann. Wer ihn dann in Bretten, nahe Bruchsal, besucht,
der muß dieses Bild gehörig revidieren. Da tritt einem keiner dieser
gestilten Modearchitekten gegenüber. Kein Kreativer in Seidenjäckchen und
all den anderen angeblichen Ausweisen von Erfolg und dickem Bankkonto. Carl
Eschig wohnt auch auf keinem Hügel mit Kiesauffahrt, sondern in einem
Geschäftshaus mitten im Städtchen. Unten, hinter der Fensterfront, betreibt
er einen Ausstattungsladen, und quer durchs Haus verteilt sitzen Leute an
Zeichenbrettern und planen, was anderen Leuten später Freude bereiten soll.
Carl Eschig macht nicht viel Wind um seinen guten Geschmack. Auf den ersten
Blick scheint er ihn sogar zu verleugnen. „Dem
hätte ich das nicht zugetraut", wird manch einer sagen. Nach wenigen
Minuten weiß man jedoch, daß dieser Carl Eschig sehr genau weiß, was er will.
Er weiß auch, was seine Kunden wollen. Mit den Problemen der Branche, mit den
Wünschen der Spielefreunde und der Spielstättenbetreiber ist er eng vertraut.
Das hat viele Gespräche und Sitzungen bis in die Nacht gekostet, denn niemand
schluckt dieses Fachwissen im Vorbeigehen. Der Brettener Raumgestalter geht
auch in Spielstätten und spricht mit Gästen, erfragt ihre Wünsche und
versucht, sich in sie hineinzuversetzen.
Ganz besonderen Wert legt
Eschig auf die „sympathische" Gestaltung der Sicherheitselemente. Er
hält nicht viel von abgeschotteten Kassenräumen, in denen Menschen, die
keiner kennt, wie hinter Panzerglas ihren Dienst tun. Für ihn schwingt da
immer ein unguter Klang mit, der auch sicher manches Vorurteil beim Normalbürger
verstärkt. Bei Eschig sind die Thekenräume offen gestaltet. Durch integrierte
Geldschränke, Systeme, bei denen kaum noch Bargeld über die Theke gehen muß,
und andere Ideen, die er gerne für sich behält, macht er die Spielstätte sehr
sicher. Für ihn ist wichtig, daß die Kunden die Angestellten kennen und ein
persönliches Verhältnis aufbauen. Dies reißt beide Seiten aus der Anonymität
und schafft Sicherheit. Daß Spielstätten zu kritischen Zeiten nicht nur
einer Aufsicht überlassen werden, ist für ihn nun wirklich Gebot der Stunde
und kaum durch andere Sicherheitsmaßnahmen zu ersetzen.
Für den Innenarchitekten
aus Bretten ist natürlich an erste Stelle wichtig, daß der Betreiber der Spielstätte
später mit seinen Umsätzen zufrieden ist. Dafür müssen die Gäste die
Spielstätte annehmen. Sie ist von ihrer Gestaltung her ein wichtiges Element,
welches über Erfolg und Mißerfolg entscheidet. Eschig möchte aber auch,
daß die Spielstätte jedem Betrachter gegenüber, auch demjenigen, der nicht
unbedingt mit Spielabsichen reinschaut, als wirklicher Ort der
Freizeitgestaltung erscheint. Seiner Meinung nach hat in diesem Punkt die
ganze Branche eine Verpflichtung gegenüber ihrem Image. Jeder Kollege gegenüber
jedem Kollegen. Er kennt Spielstätten, die so lieblos ausgestattet sind, daß
jeder vernünftige Mensch denken muß: Dort will jemand ohne viel Aufwand die
schnelle Mark machen. Manchmal funktioniert das ja auch. Wenn die Konkurrenz
schläft, oder nicht vor Ort ist, so klappt's. Aber eben nur so lange, wie
dies so ist, und in dieser Zeit schadet jede solcher Spielhallen dem Ansehen
der ganzen Branche und letztlich dem Betreiber selbst. |

Ein paar Fotos vom Branchenereignis des Jahres.



Wenn einem keine neuen Spielideen mehr einfallen,
bastelt man am Äußeren.
|
Das äußere Erscheinungsbild
ist und bleibt wohl eines der bestimmenden Themen der nächsten Jahre. Wo Neues
entsteht, funktionierende Technik und Marktpräsenz zunächst einmal wichtig
sind, rücken gestalterische Überlegungen offenbar zunächst einmal in den
Hintergrund. Die Beschäftigung mit dem Design scheint noch den etablierten
Produktgruppen vorbehalten zu sein. Es wurde nicht auf Rummel gezielt und
auch kein unnötiger Wirbel gemacht. Besonders auffällig war das bei der Vorstellung
der neuen Unterhaltungsgeräte mit Gewinnmöglichkeit, immerhin nach wie vor
die tragende des Automatengeschäfts. Alle Hersteller zeigten natürlich ihr
spezielles Messegerät und hoben dessen Vorteile heraus. Dabei traten
allerdings die spieltechnischen Elemente eher in den Hintergrund. Dagegen
waren die gestalterischen Elemente ganz klar dominierend. Bally Wulff zum
Beispiel präsentierte das neue Geldspielgerät unter dem Design-Aspekt
„Art-Deco-Line". NSM/ Löwen testete die Käuferakzeptanz ganz
verschiedener Gehäuse. Zusehen waren ein Marmorrahmen, ein Holzrahmen und
das schon bekannte NeonOutfit, diesmal aber im Stil der alten
„Blubber-Musikboxen" mit pulsierenden Lichtröhren. Ein zentraler Punkt
bei Gauselmann waren die „Tables", deren ganze Konzeption auf einen völlig
neuen Auftritt des Geldspiels in der Öffentlichkeit zielt. Außerdem präsentierten
die Espelkamper den Besuchern eine wahre Frontscheiben-Farborgie zur
Auswahl und fragten nach der beliebtesten Farbkombination. Bezeichnenderweise
ging das schicke, repräsentative Modell in weiß/weiß als Sieger aus der
„Abstimmung" hervor. Zwar sicher nicht für jeden Aufstellplatz
geeignet, deutet dieses Ergebnis doch an, daß die gesamte Branche in Sachen
Selbstdarstellung einiges getan hat. |
Eine in meinen Augen gelungene Werbekampagne














Sorry, erklären kann ich die folgende Grafik nicht.
Was will sie uns sagen? Dass vor allem arbeitslose, ledige Arbeiter unter 40 mit
Hauptschulabschluss spielen? Ja und? Prolls eben. Wissen wir doch. Was ist
daran „besser als der Ruf?“

Vorsicht Kunde! Mag man beim Lesen des folgenden
Textes lesen. Was anfängt wie die Anleitung zum harmonischen Umgang mit der
eigenen Kundschaft, entpuppt sich als verkrampfter Psychologiekurs für
Anfänger. Oder will sollen Tips zu verstehen sein wie „Ein freundschaftlicher Klaps auf die
Schulter wirkt oft Wunder“ oder „Ihre Kunden müssen nicht unbedingt dasselbe lustig finden wie
Sie.“, oder „Reagieren
Sie die mitunter nicht zu umgehenden emotionalen Ausbrüche nicht mit noch
emotionaleren Explosionen.“. Ist
wahrscheinlich besser, die Aufsicht sitzt im Glaskasten und der Chef kommt nur
zum Kassieren, oder?
|
Ist
Ihr Kunde Ihr König? Denkanstöße zur
Verbesserung des Klimas zu Gästen und Kunden Der
Kunde ist König. Ein altbekannter Kaufmanns-Spruch. Doch oftmals haben
Kunden alles andere als königliche Gefühle, wenn sie als Gast ein Restaurant,
ein Ladengeschäft oder auch eine Spielstätte betreten. Solche schlechten
Erfahrungen Ihrer Gäste und Kunden haben langfristige negative Auswirkungen
auf das Geschäft. Oft merken Sie als Unternehmer erst nach vielen Monaten,
warum es hier oder dort finanzielle Einbrüche gab. Nicht selten ist eine
schlechte Kundenbehandlung schuld daran. Erfahrungen, die viel Geld kosten!
Schulen Sie Ihr Personal und führen Sie Kontrollen durch. Bei Stammkunden
kann man sich erkundigen und auch Wirte geben gerne Auskunft. Dies hat
nichts mit Spitzelei zu tun, ist auch kein Mißtrauen, sondern einfach ein
Weg, der Schwachstellen zeigen soll. Im Gespräch mit dem Kundenbetreuer oder
der Spielstättenaufsicht können dann oft problemlos kleine Fehler
korrigiert werden. Diplombetriebswirt Hartmut Volk gibt 12 Tips, die Sie auf
einem Schulungsbogen an Ihr Personal weitergeben sollten. 1.
Seien Sie bei jedem Kontakt mit Ihren Gästen und Kunden darum bemüht, sich
in deren Lage zu versetzen und in deren Gefühle hineinzuversetzen. Geben Sie
ihnen unmißverständlich zu verstehen, daß Sie ihnen aufgeschlossen
gegenübertreten und ein gemeinsames Ziel erreichen wollen. (Zum Beispiel
wenn Billard-Spieler sich beschweren, daß es zu laut sei, so sollten Sie dies
ernst nehmen und gemeinsame Überlegungen anstellen, wie man dem abhelfen
kann. Ist es nicht möglich, so werden Sie trotzdem den Gast nicht verlieren.
Im Gegenteil, er wird anderen Gästen von den gemeinsamen Überlegungen
berichten und für Verständnis werben.) 2.
Schieben Sie die Schuld an zutage tretenden Problemen oder Schwierigkeiten
nicht automatisch gedanklich „den anderen" zu. Machen Sie es sich
konsequent zu eigen, Sachverhalte, die zu Steinen des Anstoßes geworden sind
oder zu werden drohen, in einer Atmosphäre von Geduld und Ruhe gemeinsam
mit den betreffenden Kunden zu erklären und gemeinsam mit ihnen nach
beiderseitig befriedigenden Lösungen zu suchen. Dies ist besonders in der
Beratung des Verkäufers ein wichtiges Moment. Es muß Gemeinsamkeit erzeugt
werden. 3.
Leiten Sie die Absichten Ihrer Kundinnen und Kunden nicht aus Ihren eigenen
Absichten, Befürchtungen, Sorgen, Wünschen oder Zielen ab. Hüten Sie sich davor,
die Probleme Ihrer Kunden aus dem Hintergrund Ihres eigenen Denkschemas zu
beurteilen. Versuchen Sie, Ihre Kunden zu verstehen. 4.
Achten Sie (also) unbedingt darauf, sich nicht im erdachten Vorstellungsschema
Ihrer Kunden zu verirren - nach dem Motto: Die sind eben so. Fragen Sie
nach, wenn Sie den Eindruck haben, daß Ihre Kunden Ihnen nicht das sagen, was
sie Ihrer Meinung nach eigentlich meinen. Daß sich Ihre Gäste und Kunden
verständlich ausdrücken und nicht um den Brei herumreden, dazu tragen Sie
Erhebliches bei. Oft muß man durch sein Verhalten erst Vertrauen herstellen
und Offenheit schaffen. 5.
Scheuen Sie nie davor zurück, Ihre Ansichten und Vorstellungen zu den
Kundenäußerungen und -wünschen offen darzulegen. Versuchen Sie nicht, Ihren
Gästen oder Kunden nach dem Mund zu reden. Das fällt bald auf und ist nicht
mehr zu reparieren. Wenn Ihre Meinung gefragt ist, ist Ihre Meinung gefragt
und nicht geschickte Herumrederei. Sie werden als Fachmann angesehen und
angesprochen. Dieser Sichtweise müssen Sie gerecht werden und das können Sie
nur, wenn Sie ihr Rechnung tragen. Dies heißt aber auch, daß Sie sich
informieren müssen. Wenn zum Beispiel Wirte meinen, eine eigene Aufstellung
würde sich eher lohnen, so müssen Sie schlagkräftige Argumente haben. Sie
müssen über Vergnügungssteuer, Kostenstruktur, Reparaturen, Angebot der
Geräte und vieles mehr Bescheid wissen. Der Gastwirt will gute Argumente für
seine Entscheidungsgrundlage haben. Eine schnoddrige Bemerkung wird ihn eher
abstoßen. 6.
Stimmen Sie Ihr gesamtes Verhalten, also Ihre Wortwahl, die Stimmführung, die
Gestik, die Mimik im Rahmen Ihres normalen Verhaltens (alles Überzogene
wirkt unecht) auf Ihre Kunden ab. Nicht jeder kann gleichbehandelt werden.
Dies gilt ganz besonders für die Sprache. Einen kann oder muß man sogar im
Dialekt anreden, der andere verbietet sich dies geradezu, aus welchen
Gründen auch immer. Besonders das Spielstättenpersonal muß in diesem Bereich
geschult werden. Oft hilft das richtige Wort zur rechten Zeit über unangenehme
Situationen hinweg. Gleiche Erfahrungen sind in der Gastronomie gemacht
worden. Nicht nur aus diesem Grund haben Spielstättenbetreiber sehr gute
Erfahrungen mit Personal aus der Gastronomie gemacht. 7.
Hören Sie aufmerksam zu und geben Sie Rückmeldung an Ihre Vorgesetzten oder
an die für diesen Bereich zuständigen Personen über das, was bei Ihnen
angekommen ist. Denken Sie dabei aber bitte daran, daß Sie als Gastgeber oder
Berater auftreten. Fragen Sie direkt nach, wenn Sie etwas nicht verstanden
haben. Schauen Sie Ihre Kundinnen und Kunden an, wenn Sie mit Ihnen
sprechen. Machen Sie auf gar keinen Fall nebenbei noch etwas anderes
(unwichtige Dinge auf dem Schreibtisch erledigen). Wenn Sie mit einem Kunden
reden, dann gibt es im Augenblick nichts Wichtigeres für Sie als diesen
Kundenkontakt. Kunden und Gäste sind keine Nebensache. Deshalb darf in ihnen
auch durch nichts die Vermutung aufkeimen können, sie würden als solche
angesehen. Leider ist aber gerade das in Beratungs- und Verkaufsgesprächen
zum nachhaltigen Schaden der eigenen Interessenten häufig der Fall. 8.
Sprechen Sie so, daß man Sie verstehen kann und überzeugen Sie sich, daß Sie
wirklich verstanden worden sind. Fragen Sie nach und prüfen Sie das ab. Ehe Sie
einen bestimmten Satz aussprechen, machen Sie sich in ersten Situationen
klar, was Sie genau aussagen wollen und überprüfen Sie, ob nicht ungewollte
Doppeldeutigkeiten ausgesprochen werden. Überlegen Sie sich, welchem Ziel
oder Zweck die Aussage dienen soll. Bedenken Sie dabei stets auch, daß Ihr
Gegenüber nicht unbedingt eine mit Ihrer übereinstimmenden Wertvorstellung
haben muß. Beispielsweise müssen Ihre Kunden nicht unbedingt dasselbe lustig
finden wie Sie. Was Sie verbal möglicherweise auf die leichte Schulter
nehmen, kann einen Kunden oder eine Kundin zutiefst verletzen. 9.
Achten Sie darauf, daß jeder Kunde Ihnen gegenüber sein Gesicht wahren kann.
Die - mitunter geradezu schlimme - Arroganz, mit der immer wieder Kunden
behandelt und auch bloßgestellt werden, untergräbt die Fundamente, auf
denen Sie selber stehen. 10.
Benutzen Sie, wann immer es geht, symbolische Gesten. Seien Sie mehr als
aufmerksam. Ein freundschaftlicher Klaps auf die Schulter wirkt oft Wunder.
Mit Gesten können Sie das Menschliche im Kunden gezielt ansprechen. Und
gerade die Beachtung des Menschen im Kunden ist für die Bindung wohl mit das
ausschlaggebendste Element. 11.
Bemühen Sie sich, so schnell wie möglich, Emotionen zu erkennen und zu
verstehen. Lassen Sie sich aber auf gar keinen Fall von den Emotionen Ihrer
Kunden oder Gäste mitreißen. Reagieren Sie also auf die mitunter nicht zu
umgehenden emotionalen Ausbrüche nicht mit noch emotionaleren Explosionen.
Gestatten Sie Ihren Gästen einfach, vor Ihnen Dampf abzulassen. Versuchen
Sie, in Ihrer Person so etwas wie ein Überdruckventil zu sehen und seien Sie
sich dabei stets der Tatsache bewußt, daß es allemal besser ist, wenn ein
Kunde Ihnen gegenüber explodiert als wenn er draußen im Gespräch über Sie herzieht. 12.
Bauen Sie aktive Beziehungen zu Ihren Kunden und Gästen auf. Sehen Sie in
ihnen nicht ausschließlich gute oder weniger gute Umsatzträger. Sehen Sie in
ihnen Menschen, die durch eine gute Mund-zu-Mund-Reklame Ihren Umsatz
steigern können. Der Umgang mit Ihren Kunden wird dadurch auf Dauer nicht
nur unkomplizierter und unproblematischer, er wird auch auf eine bindende Art
intensiver. Eine gute Spielstättenaufsicht, ein guter „Platzmacher" und
ein guter Verkäufer muß mehr über seinen Kunden wissen als nur den Namen. Ein
Gast (Kunde), der ein Stammgast werden soll, will auch mal ein privates Wort
reden können. Dazu müssen Sie etwas aus seiner privater Existenz mit den
dazugehörigen Freuden und Hobbys, aber auch den Sorgen und Nöten wissen.
Ziel muß es sein, neben dem guten Berater, dem freundlichen Gastgeber in der
Spielstätte, auch ein guter Bekannter zu sein. |
Die Automatenwirtschaft lobte Preise aus für gelungene
Filme- und Medienarbeiten. Nix Kritisches, nix Spielsucht oder Spielhallenboom.
Das Gegenteil bitte! Spielen macht Spass und macht schön. Allenfalls auf die
Spielbanken durfte geschimpft werden. Die drei Preisträger:

|
1. Preis |
2. Preis |
3. Preis |
|
Preisgeld
10.000 DM Spielsucht?
Klar gibt‘s die. Ich war so ein Zocker. Ralf (29) ist gelernter Großhandelskaufmann
und momentan arbeitslos. Auf die Gefahren angesprochen, die von diesen
Automaten ausgehen, auf die Schicksale süchtiger Spieler, sagt er: „Was soll
das Geschrei? Ich kann in die Scheiße schlittern mit einer protzigen Karosse,
oder wenn ich 'n Penthouse abzahlen muß. Oder weil ich mich nur mit Spitzenwhisky
besaufen will. Manche zocken eben." Ralf hängt das „Soziologengewäsch
" zum Hals raus. „Nicht die Hölle ist gefährlich. Sondern das, was das
Leben zur Hölle macht, zum Beispiel Politik oder Alltag. Also ab und zu raus
aus der Tretmühle, rein in den Pufff ür Aids, in den Suff für Zirrhose, in
die Hölle für Pleite... |
Preisgeld
5.000 DM ... man
kann nicht unterscheiden, ob Spielerodernicht. Die einen gehen ran, die anderen
lassen's. DerPunkt ist, daßfast alle Menschen schlechte Verlierer sind. So
steckt die Veranlagung in jedem drin ... Natürlich kommen Aggressionen auf
Ich ärgere mich, wenn die Kugel abfällt, oder wenn ich nichtschaffe was ich
will. Das ist halt aufregend. Und viel Emotion ist dabei ... Das sind ja
alles nur Spiele, Gesellschaftsspiele oder Kartenspiele, nur eben
elektronisch. Zu Hause würde ich so was nicht machen. Ich könnte
mirdieseSpiele ja auch gar nicht leisten. Zu Hause würde ich den Automaten
manipulieren ... Ich meine, daß das Maschinen sind, was soll's. Wirleben ja
schließlich im Zeitalter der Maschinen, im Zeitalter der Technik. Ja, und
alles was ich mache, ist irgendwie maschinell. Zu Hause bediene ich die Maschine,
ich fahre mit der Maschine oder laß mich fahren mit der Maschine. Und
beruflich. Ich schule gerade um auf EDV. Da kann mich die Maschine schon
nicht mehr erschüttern ... |
Preisgeld
3.000 DM ...Ich
saß zu Hause herum und langweilte mich. Da hörte ich plötzlich meine innere
Stimme.,, Geh ins Casino`, sagte sie, „geh ins Casino!` Ich stand auf und
ging, ging durch die Spielbank-Rezeption, hörtewieder meine innere Stimme: „Spiel
die 7, spiel die 7!` Ich holtezehn Mark raus und setzte auf die 7. Da hörte
ich: „Setz mehr, setz mehr!"Ich holte 20 Mark raus und setzte auf die 7.
Das war meiner inneren Stimme immrnoch zu wenig.Sie ließnicht locker, bis ich
meinen letzten Hunderter auf die 7gesetzt hatte. Endlich rollte die Kugel.
Und was kam? Die 13! Da rief mir meine innere Stimme zu: „Schade! Schade!
Schade!" |
Vor ebay und Goldserie war Automaten Hoffmann für viele die einzige
Quelle, sich privat einen Automaten anzuschaffen. Welche preiswerten Angebote
waren im Hauptkatalog 1990 zu finden ?