Automatenpedia 1990
Teil 3 |
Von Esteka für www.goldserie.de
Goldserie e.V. - Erster
Deutscher Verein der Münzspielfreunde
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Automatenmeldungen |





Den Erfolg der verschiedenen Geräte kann man am Besten
am Gebrauchtgeräte-Preis abgelesen werden, der in DM pro Monat Restlaufzeit
genannt wird. Die gefragtesten Geräte waren verschiedene Disc-Modelle, die das
Dreifache von Hellomat- und Reichert-Modellen erzielten.

Eins der ganz großen
Erfolgsgeräte war der Venus Multi. Was war das Erfolgsrezept? Meiner Ansicht
nach die Multispiele, die durch zu damaligen Zeiten unbekannte Verlängerungen
boten. Mit nur 30 Multispielen schienen Gewinne weit jenseits des gewohnten
Hauptgewinnes „100 Spiele“ möglich. Diese Ungewissheit wird heute von den
aktuellen Multigamblern mit ihren verlängernden Featureserien gezielt
eingesetzt. Gauselmann baute auf dem Erfolg des Venus Multi eine ganze
Modellserie auf.
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Das
kleine Glück des Venus Multi Am
Gerätehimmel der Gauselmann-Gruppe erstrahlt in diesem Jahr ein
„Gerätestern" in einem ganz besonderen Licht. Nach dem 100jährigen
Kalender des Abt Dr. Mauritius Knauer ist das gesamte Jahr 1990 ein
„Venus-Jahr': Die Venus, allen himmelskundlich Versierten als schöner,
weißglänzender Planet bekannt, übertrifft alle Planeten und Fixsterne an
Helligkeit und Größe. Ihre Natur ist warm. Sie gilt als in allen Aspekten
gütig und wird nicht nur deshalb „fortuna minor", das kleine Glück, genannt.
Mit
„Venus" verbindet das Haus Gauselmann die Produktlinie der Stella
Electronic Spielgeräte GmbH. Mit der „Venus-Linie" verbindet die
„Stella" Pioniergeist und innovative Kraft. Denn mit der Einführung des
„Venus Multi" im Oktober 1985 ging der Aufstieg der Stella Electronic
Spielgeräte GmbH einher. „Venus Multi" war das Einstiegsgerät der
späteren Produktlinie und zeigte schon in Testläufen hervorragende
Einspielergebnisse. Als
Senkrechtstarter auf den Markt gebracht, waren alle überzeugt: „A star is
born." Und der Venus Multi wurde ein Star. Daran änderte auch nichts die
Tatsache, daß die Auszahlquote starke Schwankungen aufwies. Im Gegenteil:
Dies war für den Spieler ein noch größerer Anreiz, lange am Gerät zu
bleiben. Einige Wirte und Aufsteller hatten zwar oft leergespielte Röhren,
aber letztendlich hat der Erfolg alle entschädigt. Kein Wunder, daß der
Venus Multi unter den Automatenkaufleuten wie der Disc zum Dreifachen des
Neupreises gehandelt wurde. Der
„Venus Multi" war durch übersichtliche und harmonische Spielfeatures
gekennzeichnet. Das Gerät beeindruckte durch „multi-viele" Neuheiten.
Sofort im Blickfeld die zu diesem Zeitpunkt noch ungewöhnlich erscheinende
dritte Risikoleiter in Mittelfeld. Sie mündete in einer faszinierende
Ausspielung: dem Multi Roulette, einer weiteren Neuerung Das wiederum
erbrachte Multi-Sonderspiele durch Ausspielung im Roulette. Das alles war
unter dem Dach einer klassischen Geldspielgeräteausstattung, den drei Walzen
mit der gewohnten Vielzahl von Gewinnsymbolen. Die Kombination von modernen,
innovativen Spielfeatures, klassischer Walzentechnik und insgesamt zwölf
Multi-Pluspunkten verabreichte dem Spieler einen spannender
Multi-Vitamin-Cocktail. „Venus Multi" wurde das Spielangebot in Spiel
und Gaststätten für Profis.
Denken
die Stella-Verantwortlichen zurück an die Anfänge des „Venus Multi",
lebt der alte Pionier geist wieder auf. Vorzeigbares, oft spektakuläres
Werbematerial und kleine Anekdoten zeugen von Ideenreichtum und Tatkraft der
Stella Gründerzeit. Ein Vergleich mit dem Ist-Zustand zeigt den erfolgreichen
Weg der zur Produktlinie gewachsene „Venus"-Geräte. Super Multi I und
Super Multi II, der Multi Multi und der Multi Stern sind Fixpunkte einer glorreichen
Erfolgslinie für alle Beteiligten. Auch die nackten Zahlen sprechen für die
„fortuna minor" der Stella. 25
000 georderte Venus Multi bei einem Gesamtvolumen von 75000 erkauften
Multi-Geldspielgeräten sind bis heute ein Grund zum Feiern. und vor allem
eine Bestätigung der „Ideenschmiede" der Gauselmann Gruppe. An der im
übrigen auch die Werbeleute ihre helle Freude hatten. „Dauerläufer",
„Gipfelstürmer", „unwiderstehlich" und nicht zuletzt „Gerät des
Jahres" waren High-Lights erfolgreicher Werbeslogans. Bei dem
wirtschaftlichen Erfolg dieser Produktlinie können sich die Kunden des
Hauses Gauselmann fest darauf verlassen, daß die Venusbaureihe um weitere
exzellente Venus-Geräte erweitert werden wird. Der
„Neue" der Stella-Linie heißt übrigens „Venus Excellent". Er liegt
voll auf der Traditionsschiene des Venus Multi. Die Auszahlungsquote hat sich
etwas verändert, die Kasse wird noch besser als beim Vorgängergerät. Das
Venus-Jahr geht schon wieder zu Ende. Der Venus Excellent zeigt jedoch, daß
bei den Stella-Geldspielgeräten noch einige Überraschungen für die Kunden
zu erwarten sind. Der
Super-Erfolg der Venus-Geräte hat direkten Einfluß auf die Stella Electronic
Spielgeräte GmbH. Erfolg bedingt immer auch Wachstum. In Lübbecke wurden daher
das Verwaltungsgebäude und die Lagerräume der Stella erweitert. Bei einer
Investition von zwei Millionen Mark konnte nach einem Jahr Bauzeit der
Erweiterungsbau fertiggestellt werden. Die
Gauselmann-Tochter Stella Electronic Spielgeräte GmbH mit der Venus-Marke ist
nach nur fünfjährigem Bestehen ein wichtiger Faktor im Markt geworden. Das
neue Bauvorhaben bestätigt, daß im Unternehmen alle Zeichen auf
Investitionen stehen. Neue Ideen, kreative Spiele und eine gute Kasse sind
die Erwartungen, die die Automatenkaufleute an das junge Gauselmann-Unternehmen
knüpfen können. Neben den besonders bewährten Geräten Super Multi II und
Multi Multi hat Stella mit dem Venus Multi-Nachfolger Multi Excellent ein
Gerät, das weiterhin für einen Sternenhimmel sorgen wird. |
25 Jahren Krone bei Bally Wulff
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Bally
Wulff: 25jähriges Jubiläum der Krone als Glücks- und Erfolgs-Symbol Auch ein Stück Kulturgeschichte, in der
Spiel-Automaten eine große Rolle spielen. Als in den Jahren 1965 und 1966
die Geräte „Rototron Dualo" und „Dualo Super" hergestellt und
verkauft wurden, konnte noch niemand ahnen, daß ein winziges Dualo-Element
eine große Karriere vor sich hatte: die Krone als Gewinn- und Glückssymbol. Heute, 25 Jahre später, hat
Bally Wulff die Krone so fest auf dem Markt etabliert, daß die Krone schon
als Erkennungszeichen der Berliner gilt und damit ein Erfolgssymbol im
doppelten Sinne ist. Zum einen ist es
Gewinn-Symbol für das spielende Publikum, denn bis zum jüngsten Bally
Wulff-Gerät „Ultra Krone" ist das Kronen-Symbol als gewinnauslösender
Faktor immer weiter perfektioniert worden. Zum anderen ist es auch das
Erfolgs Symbol des Berliner Automatenherstellers, dessen Erfolgsgeräte zum
großen Teil mit der schon klassischen Kronen-Symbolik ausgestattet sind.
Die Krone als historisches Symbol für Erfolg und
Würde Wer die Abenteuer von Asterix
und Obelix kennt, wird den römischen Kaiser Julius Cäsar stets mit seinem
Lorbeerkranz dargestellt sehen: Der Lorbeerkranz also als Zeichen von Macht
und Würde. Kränze sollen auch die Vorläufer der Kronen sein - sie wurden zu
festlichen Anlässen von Priestern getragen und entwickelten sich dann zum
Kopfschmuck aus Metallen und Edelsteinen, was als Abzeichen vornehmer
Abstammung und ranghoher Würde galt. In anderen Kulturen bestand
dieses Zeichen nicht unbedingt aus Metall. Azteken-Kaiser Montezuma, der
dreimal täglich badete und ebenso oft die Kleider wechselte, trug einen
imposanten Federschmuck auf dem Kopf, was ja auch bei den Häuptlingen der
Ureinwohner Nordamerikas Brauch war. Überhaupt scheint der
Kopfschmuck in allen Kulturen zu allen Zeiten stets ein Merkmal besonderer
Würde zu sein. Böse Zungen behaupten allerdings, daß viele historische
Würdenträger in erster Linie mächtigen Kopfschmuck trugen, um schlicht und
einfach größer zu wirken. Und damit den Respekt ihrer Untertanen zu steigern. Kronen von Karl Lagerfeld für Vorstandsvorsitzende
und Politiker? In der heutigen Zeit sind
derartige Symbole selten geworden und gelten ausschließlich als Bestandteil
der Geschichte. Schade eigentlich, denn sie würden auch die heutige moderne
Welt bunter machen. Denn wie wäre es, wenn Modelldesigner adäquaten
Kopfschmuck für die Bundesregierung und die Opposition entwickelten? Sicher
sehr medienwirksam. Oder für Vorstandsvorsitzende von Industriekonzernen?
Aber auch für Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen wäre hier die
Kreativität Karl Lagerfeld gefragt. Zwar ist die Krone als
Symbol für den gehobenen hierarchischen Status in der heutigen Zeit
verschwunden, wurde beispielsweise durch das Auto abgelöst, aber als Merkmal
für die Qualität industrieller Güter ist sie auch heute noch aktuell und wird
mit Erfolg verwendet: auf Zigarettenpackungen, Bierflaschen und nicht zuletzt
auch den Erfolgsgeräten von Bally Wulff. Denn die Erfahrungen haben
gezeigt, daß beim Konsumenten und bim spielenden Publikum unbewußt
klassische Symbole wie Wappen und Kronen Vertrauen schaffen und einen hohen Qualitätsstandard symbolisieren. |
Eine ganz spannende Frage. Warum war der Disc solch
ein Erfolgsgerät? Er bot biedere Optik und bekannte Spielfeatures, und wurde
anfangs von Spielern und Aufstellern links liegen gelassen. Nach wenigen
Monaten dreht der Wind, und es wurden über 40.000 Geräte gebaut. Manche
Spielhalle wurde komplett mit dem Disc bestückt. Auf dem Gebrauchtgerätemarkt
wurden Rekordpreise erzielt.
Der Meister persönlich analysiert den Erfolg.
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Die
Erfolgsgeschichte des Disc 100 Von Paul Gauselmann Der
Disc 100 ist das erfolgreichste Geldspielgerät aller Zeiten. 40.000 verkaufte
Einheiten wurden von keinem anderen Gerät bisher erreicht. Weitere 40.000
Einheiten aus der gesamten Disc-Serie bestätigen die dominierende Rolle
dieses Produktes aus dem Hause Merkur. Was steht hinter dem Erfolg? Ist
Erfolg berechenbar!'
Auffallend
bei dem MerkurDisc ist die wabenförmige Anordnung und der klare Aufbau. Aber
das Gerät ist nicht informationsüberladen. Der Spieler „blickt durch".
Mitarbeiter aus unserem Hause haben den Merkur Disc schon mit einem
„freundlichen Taschenrechner" verglichen. Er ist eben symmetrisch und
in sich stimmig strukturiert. Fünf Tasten, zwei Risikotasten, die Start- und
zwei Stoptasten sind inzwischen bei jedem Gerät Standard geworden. Spannende Spielinhalte Früher
herrschte noch die Meinung vor, daß der Spieler sehr viele Anreize bei den
„großen Gewinnen" benötige. Dies änderte sich mit dem Merkur Disc
schlagartig: Eine Fülle von „Kleingewinnen" ist das Nonplusultra für
den Spieler. So ist es nicht verwunderlich, daß auf den beiden Scheiben links
und rechts gerade die Häufigkeit der Dreißig- und Vierzig Pfennig-Einläufe
sehr groß ist. Beide Scheiben sind gleich. Der Spieler erfaßt dies mit einem
Blick und hat keine Probleme, auch nach nur kurzem Spiel mit dem Gerät
zurechtzukommen. Das Gerät weist eine sehr große Häufigkeit der Übereinstimmung
von Symbolen in der linken und rechten Scheibe auf. Bei durchschnittlich
jedem neunten Mal tauchen links und rechts gemeinsam die Merkur-Symbole auf. Als
mit dem Merkur Disc das erste Mal auch Geldgewinne ausgespielt wurden,
dachten viele Spieler auf den ersten Blick, „die Risikoautomatik sei
kaputt". Die Folge war die Überlegung: „An diesem Gerät lohnt es sich
zu spielen." Aber auch als die Spieler merkten, daß es Absicht war, auch
Geldgewinne anzubieten und dann vom Geldgewinn den Sprung in die Sonderspiele
zu schaffen, tat dies dem Gerät keinen Abbruch. Im Gegenteil, der Erfolg
steigerte sich. Der Merkur Disc war immerhin das erste Gerät,
welches nach Ablauf der Bauartgenehmigung auch vom Aufsteller noch zum
vollen Preis gekauft wurde, obwohl die vierjährige Laufzeit schon bis zu
einem Jahr angebrochen war. Und wer konnte sich damals vorstellen, daß für
ein solches Gerät ein Jahr später für die Restlaufzeit von zwei oder drei
Jahren dem Handel noch bis 200 Prozent über dem Neupreis geboten wurde? Der
Merkur Disc war eben anders als die anderen Geräte. Der
Merkur Disc bestach durch seine Fülle von Spielinhalten, die ihn für den
Spieler zu einer „sprudelnden Quelle" werden ließen. Wichtig natürlich
die „große Serienausspielung". Das volle Bild kommt immerhin ca. alle
1000 Spiele vor! Der Spieler hat allein drei Chancen, in der Ausspielung die
100er bzw. 90er Serie zu erhalten, und weitere zwei Möglichkeiten, durch
Risiko-Schritte den höchsten Punkt der Leiter, nämlich 100 bzw. 90
Sonderspiele, zu erreichen.
Insbesondere war der Merkur Disc aber das erste Gerät, das in de
Risikoleiter erzielte Geldgewinne zusätzlich ausspielte, wodurch der Spieler
die Chance hatte, höher Geldgewinne oder höhere Sonderspiele zu erzielen. Eine
besonders gute Chance und damit ein wichtiger Faktor für den Spieler war
auch der Sprung auf der Risikoleiter von zwei auf fünf Spiele. Mit diesem
Sprung konnte der Spieler gleich zweimal gewinnen. Schaffte er die fünf Sonderspiele,
konnte er per Teilgewinnannahme drei Spiele behalten und zwei wieder
riskieren. Damit hatte er eine doppelte Chance, was ein wichtiger
Erfolgsfaktor bei dem Merkur Disc wurde. Apropos Teilgewinnannahme. Die
Teilgewinnannahme hat sich beim Merkur Disc voll durchgesetzt und ist heute
ja in der Tat bei allen Geräten selbstverständlich. Im Sonderspielzähler
bekam der Spieler eine Superchance bei den Ziffern 13 und 17. Durchschnittlich
jedes zwölfte Mal ist dort statistisch eine Serienausspielung möglich. Die
Hoffnungen lagen dann bei 22 bis 90 Sonderspielen! Der Merkur Disc stieß in
eine Marktlücke. Er wurde das Gerät der 80er Jahre und ist bis heute
unerreicht.
Disc - ein
außergewöhnliches Produkt Der
Merkur Disc war keine Eintagsfliege. Zwar ist er das am meisten verkaufte
Gerät mit genau 40.000 Einheiten, aber die Nachfolger der Merkur-Elite, der
Merkur Olympia, der Disc 2000 und der Disc 3000 und einige andere mehr
brachten die Disc Baureihe immerhin auf weit über 100.000 verkaufte
Einheiten für unser Unternehmen! Mit dem Disc II kam beim Ablauf des
Original-Disc eine ebenfalls sehr erfolgreiche, fast 100prozentige Kopie des
ersten Supergerätes im Juni 1989 auf den Markt. Er ist praktisch identisch
mit dem Disc I, lediglich der Sprung im Risiko von 40 auf 90 Sonderspiele und
von 50 auf 100 Sonderspiele ist seit der Verordnungsänderung '85, wie wir
alle wissen, leider nicht mehr möglich. Der Merkur Disc war ein Trendsetter
in den 80er Jahren. Damals erlebten wir einen Boom für Scheibengeräte. Dies
hat sich inzwischen leicht geändert. Aber
der Trend nach Scheiben- oder Walzengeräten ist natürlich immer auch eine
„Modefrage". Momentan erleben wir eine verstärkte Nachfrage bei
Walzengeräten. Jedoch hier erfolgt ein schneller Wandel. Eine verstärkte
Nachfrage bei Scheibengeräten können wir beispielsweise schon wieder in
unseren Merkur-Spielotheken beobachten, zum Beispiel bei dem neuen
Nova-Gerät Trumpf. Dieser
Rückblick zeigt: Er ist berechenbar und ist wiederum nicht berechenbar.
Berechenbar deswegen, weil der Merkur Disc eine Vielzahl von
außergewöhnlichen und äußerst wichtigen Spielinhalten hatte, optisch
hervorragend mit einer breiten Farbvielfalt ausgestattet war und dem Spieler
eine Fülle von Erlebnissen vermittelte. Unberechenbar deshalb, weil kein
Hersteller zu 100 Prozent sagen kann, daß ein Gerät erfolgreich wird oder
„durchfällt". Natürlich weiß man, ob man besonders gute Geräte anbietet,
aber einen Erfolg eines Gerätes mit 40.000 verkauften Einheiten
vorherzusagen, das schafft letztendlich doch keiner. Aber vielleicht ist dies
der Reiz unserer Marktwirtschaft. Ansonsten
wäre es auch zu einfach, erfolgreiche Geräte zu produzieren, die die Spieler
auch noch nach 60 Monaten lieben und bevorzugen! |
Der legendäre Bärchenkrieg
1997 (Automatenpedia)
hatte einen historischen Vorläufer! Diesmal beharken sich adp und NSM-Löwen. Es
geht um den Ersatz der ablaufenden Venus Multis, die seit 1986 viele
Aufstellplätze besetzt. NSM-Löwen begann mit folgender sündhaft teuer
ganzseitigen Anzeigenserie, die sich über 12 Seiten des Automatenmarktes
erstreckte:










Gauselmann konterte im
nächsten Heft mit einer eigenen Anzeigenserie, in der –natürlich- das eigene
Produkt als das Bessere dargestellt wurde. Optisch und Textlich imitierte man
fast wörtlich die Löwen-Kampagne. Nicht ohne heftig auszuteilen. Mich wundert
nur, dass Paul G. nicht die letzte Seite zierte.
Die komplette
Anzeigenserie BEIDER Konkurrenten erschien dann noch im dritten Automatenmarkt,
was den Heftumfang gewaltig steigerte.








Logos



Bally hält den Vorsprung
Das waren noch Zeiten. Hans Kloß fabuliert, warum
Bally Wulff ein dauerhaft erfolgreiches Unternehmen ist und wie der Vorsprung
vor der Konkurrenz dank revolutionärer Entwicklungen in der Hochtechnologie
ausgebaut wird. Heute wären sie dankbar, den Anschluss nicht zu verlieren.
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Bally-Wulff-Reizwort:
Geistesblitze Zugegeben,
Geistesblitze sind eine feine Sache - leider kann man sich auf sie allerdings
nicht verlassen. Unternehmen, die auf Dauer Erfolg haben wollen, stützen sich
bei ihren Innovationen daher weniger auf den Zufall als vielmehr auf ihre
Entwicklungsabteilung. Nur so nämlich läßt sich vor allem in der
InvestitionsgüterIndustrie die Zukunft sichern. „Wer an der Spitze des
Fortschritts bleiben will", so Presse- und Werbechef Bernhard Eber vom
Berliner Automatenhersteller Bally Wulff, „der muß gerade in unserer Branche
mit Innovationen den Entwicklungsvorsprung sichern." Bei
Bally Wulff wurde das bereits früh erkannt, so die Berliner, und die gesamte
Unternehmens-Politik darauf ausgerichtet. Der Aufsteller soll die Gewißheit
haben, daß er mit dem Leistungsniveau des Berliner Traditionsunternehmens
auch seinen Umsatz und damit seinen Gewinn steigert. Die Kosten für einen
solchen Aufwand sind siebenstellig, da in der hochtechnologischen Automatenbranche,
bei der Chips und Computer die Produktqualität entscheidend mitbestimmen,
eine optimale Erweiterung des Know-how nur mit großem finanziellem Aufwand gewährleistet
ist. Umgekehrt lassen sich Qualität und technischer Vorsprung jedoch
ebensowenig wie eine erstklassige Fußballmannschaft zusammenkaufen, denn
die in langer Tradition gesammelte Erfahrung eines Unternehmens und die
Kenntnis des gesamten Umfeldes sind auch mit Geld nicht aufzuwiegen. Der
technische Vorsprung allein wäre unvollkommen, würde er nicht flankiert von
weiteren Maßnahmen. Dazu gehören ein zukunftsorientiertes Marketing ebenso
wie ein zuverlässiger Vertrieb und ein sorgfältiges Techniker-Training. Erst
die Vernetzung aller auch für den Kunden nicht sichtbaren Details ergeben
die Geräteeinheit. Bei
Bally Wulff hat das Streben nach kontinuierlichem Entwicklungsvorsprung
seine Wurzeln in der Philosophie des Hauses, so Eber, nur das Bestmögliche
auf den Markt zu bringen. Für uns ist der Aufsteller kein Versuchsobjekt,
sondern ein Geschäftspartner, der Anspruch auf ein ausgereiftes, von uns auf
Spielerakzeptanz getestetes Gerät hat, erklärt Bernhard Eber. „Um ärgerliche
und für den Aussteller kostspielige Flops im voraus auszuschließen, testen
wir die Hardware und das Feature gnadenlos. Erst dann kommt das Gerät auf
den Markt", so der Pressechef des Hauses. In Berlin, dem geschichtlichen
Zentrum der deutschen Automatenindustrie, weiß man um die großen
Anstrengungen und Konten, die auch in Zukunft in die technologische
Entwicklung investiert werden müssen. Geschäftsführer Hans Kloß: „Wir haben
ein klares Konzept, an dem sich unsere Kunden langfristig orientieren können.
Für uns hat die Zukunft längst begonnen, denn wir wollen unseren Vorsprung
nicht nur halten, sondern ausbauen. Wir arbeiten heute bereits intensiv an
der Gerätegeneration von morgen. Und die verspricht dank revolutionärer
Entwicklungen in der Hochtechnologie ungeahnte Möglichkeiten." |
Recycling
Landen alle alten Geldspieler
im Hobbykeller? Heutzutage schon gar nicht, doch auch 1990 wurden schon viele
schöne alte Geräte verschrottet oder recycelt.
|
Mehr
Ideen - weniger Müll Bei Gauselmann werden alte Geldspielgeräte recycelt
Selbst
die größte Müllkippe ist irgendwann voll, und die ergiebigste Rohstoffquelle
versiegt. Warum also nicht „Ausgedientes" wiederaufleben lassen? Sprich
„Aus Alt mach Neu"! Die Gauselmann-Gruppe läßt daher ihre alten
Geldspielgeräte recyceln. Seit
etwa vier Jahren besteht die Geschäftsverbindung der Gauselmann Gruppe und
dem jungen Unternehmen der Espelkamper Brüder Klaus (34) und Heinz (33)
Hennemann. Sie haben sich auf Industrie - und Gewerbeentsorgung für
Elektronik und Computertechnik spezialisiert. Die Idee entstand zufällig.
Klaus Hennemann: „Unser LKW Fahrer beobachtete, wie alte Geräte auf der Müllkippe
abgeladen wurden. Ich überlegte natürlich, ob da nicht etwas zu machen
wäre." Und
da Klaus Hennemann den geschäftsführenden Gesellschafter der Merkur
Spielothek, Michael Gauselmann, schon aus gemeinsamen Schulzeiten kennt, war
die Sache mit einem Anruf geklärt. Eine Idee war geboren, die ebenso einfach
wie genial ist: Die
ausgedienten Gauselmann-Geräte landen nicht auf der Müllhalde, sondern auf
dem Hennemannschen Firmengelände. Dort werden die Geräte in ihre Einzelteile
zerlegt und sortiert: Verschiedene Metalle, Kunststof fe, Holz, Glas und
Leiterplatten. Alles in allem können 65 Prozent eines Gerdtes wiederverkauft
und dem Rohstoff. Kreislauf zugeführt werden. Immerhin macht das pro Jahr
zirca 130 Tonnen Müll aus, der keiner ist! |
Fortsetzung folgt…