Automatenpedia 1990

Teil 3

 

 

Von Esteka für www.goldserie.de

Goldserie e.V. - Erster Deutscher Verein der Münzspielfreunde

 

 Automatenmeldungen

 

 

 

 

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Wunschdenken

 

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Gebrauchtgeräte-Preise

 

Den Erfolg der verschiedenen Geräte kann man am Besten am Gebrauchtgeräte-Preis abgelesen werden, der in DM pro Monat Restlaufzeit genannt wird. Die gefragtesten Geräte waren verschiedene Disc-Modelle, die das Dreifache von Hellomat- und Reichert-Modellen erzielten.

 

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Venus Multi

 

Eins der ganz großen Erfolgsgeräte war der Venus Multi. Was war das Erfolgsrezept? Meiner Ansicht nach die Multispiele, die durch zu damaligen Zeiten unbekannte Verlängerungen boten. Mit nur 30 Multispielen schienen Gewinne weit jenseits des gewohnten Hauptgewinnes „100 Spiele“ möglich. Diese Ungewissheit wird heute von den aktuellen Multigamblern mit ihren verlängernden Featureserien gezielt eingesetzt. Gauselmann baute auf dem Erfolg des Venus Multi eine ganze Modellserie auf.

 

 

Das kleine Glück des Venus Multi

 

Am Gerätehimmel der Gauselmann-Gruppe er­strahlt in diesem Jahr ein „Gerätestern" in einem ganz besonderen Licht. Nach dem 100jährigen Kalender des Abt Dr. Mauritius Knauer ist das gesamte Jahr 1990 ein „Venus-Jahr': Die Venus, allen himmelskundlich Versierten als schöner, weißglänzender Planet bekannt, übertrifft alle Planeten und Fixsterne an Helligkeit und Größe. Ihre Natur ist warm. Sie gilt als in allen Aspekten gütig und wird nicht nur deshalb „fortuna minor", das kleine Glück, ge­nannt.

 

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Mit „Venus" verbindet das Haus Gauselmann die Produktlinie der Stella Electronic Spielge­räte GmbH. Mit der „Venus-Linie" verbindet die „Stella" Pioniergeist und innovative Kraft. Denn mit der Einführung des „Venus Multi" im Ok­tober 1985 ging der Aufstieg der Stella Electronic Spielgeräte GmbH einher. „Venus Multi" war das Einstiegsgerät der späteren Produktlinie und zeigte schon in Testläufen hervorragende Einspielergebnisse.

 

Als Senkrechtstarter auf den Markt gebracht, waren alle überzeugt: „A star is born." Und der Venus Multi wurde ein Star. Daran änderte auch nichts die Tatsache, daß die Auszahl­quote starke Schwankungen aufwies. Im Gegenteil: Dies war für den Spie­ler ein noch größerer Anreiz, lange am Gerät zu bleiben. Einige Wirte und Aufsteller hatten zwar oft leerge­spielte Röhren, aber letztendlich hat der Erfolg alle entschädigt. Kein Wun­der, daß der Venus Multi unter den Automatenkaufleuten wie der Disc zum Dreifachen des Neupreises ge­handelt wurde.

 

Der „Venus Multi" war durch über­sichtliche und harmonische Spielfeatures gekennzeichnet. Das Gerät beeindruckte durch „multi-viele" Neuheiten. Sofort im Blickfeld die zu diesem Zeitpunkt noch ungewöhnlich erscheinende dritte Risikoleiter in Mittelfeld. Sie mündete in einer faszinierende Ausspielung: dem Multi Roulette, einer weiteren Neuerung Das wiederum erbrachte Multi-Sonderspiele durch Ausspielung im Roulette. Das alles war unter dem Dach einer klassischen Geldspielgeräteausstattung, den drei Walzen mit der gewohnten Vielzahl von Gewinnsymbolen. Die Kombination von modernen, innovativen Spielfeatures, klassischer Walzentechnik und insgesamt zwölf Multi-Pluspunkten verabreichte dem Spieler einen spannender Multi-Vitamin-Cocktail. „Venus Multi" wurde das Spielangebot in Spiel und Gaststätten für Profis.

 

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Denken die Stella-Verantwortlichen zurück an die Anfänge des „Venus Multi", lebt der alte Pionier geist wieder auf. Vorzeigbares, oft spektakuläres Werbematerial und kleine Anekdoten zeugen von Ideenreichtum und Tatkraft der Stella Gründerzeit. Ein Vergleich mit dem Ist-Zustand zeigt den erfolgreichen Weg der zur Produktlinie gewachs­ene „Venus"-Geräte. Super Multi I und Super Multi II, der Multi Multi und der Multi Stern sind Fixpunkte einer glorreichen Erfolgslinie für alle Beteiligten. Auch die nackten Zahlen sprechen für die „fortuna minor" der Stella.

 

25 000 georderte Venus Multi bei einem Gesamtvolumen von 75000 erkauften Multi-Geldspielgeräten sind bis heute ein Grund zum Feiern. und vor allem eine Bestätigung der „Ideenschmiede" der Gauselmann­ Gruppe. An der im übrigen auch die Werbeleute ihre helle Freude hatten. „Dauerläufer", „Gipfelstürmer", „un­widerstehlich" und nicht zuletzt „Gerät des Jahres" waren High-Lights erfolgreicher Werbeslogans. Bei dem wirtschaftlichen Erfolg dieser Pro­duktlinie können sich die Kunden des Hauses Gauselmann fest darauf verlassen, daß die Venusbaureihe um weitere exzellente Venus-Geräte er­weitert werden wird.

 

Der „Neue" der Stella-Linie heißt übrigens „Venus Excellent". Er liegt voll auf der Traditionsschiene des Venus Multi. Die Auszahlungsquote hat sich etwas verändert, die Kasse wird noch besser als beim Vorgänger­gerät. Das Venus-Jahr geht schon wie­der zu Ende. Der Venus Excellent zeigt jedoch, daß bei den Stella-Geld­spielgeräten noch einige Überra­schungen für die Kunden zu erwarten sind.

 

Der Super-Erfolg der Venus-Gerä­te hat direkten Einfluß auf die Stella Electronic Spielgeräte GmbH. Erfolg bedingt immer auch Wachstum. In Lübbecke wurden daher das Verwal­tungsgebäude und die Lagerräume der Stella erweitert. Bei einer Investi­tion von zwei Millionen Mark konnte nach einem Jahr Bauzeit der Erweite­rungsbau fertiggestellt werden.

 

Die Gauselmann-Tochter Stella Electronic Spielgeräte GmbH mit der Venus-Marke ist nach nur fünfjähri­gem Bestehen ein wichtiger Faktor im Markt geworden. Das neue Bauvor­haben bestätigt, daß im Unterneh­men alle Zeichen auf Investitionen stehen. Neue Ideen, kreative Spiele und eine gute Kasse sind die Erwar­tungen, die die Automatenkaufleute an das junge Gauselmann-Unterneh­men knüpfen können. Neben den be­sonders bewährten Geräten Super Multi II und Multi Multi hat Stella mit dem Venus Multi-Nachfolger Multi Excellent ein Gerät, das weiter­hin für einen Sternenhimmel sorgen wird.

 

 

 

 

25 Jahren Krone bei Bally Wulff

 

 

 

Bally Wulff: 25jähriges Jubiläum der Krone als Glücks- und Erfolgs-Symbol

 

Auch ein Stück Kulturgeschichte, in der Spiel-Automaten eine gro­ße Rolle spielen.

 

Als in den Jahren 1965 und 1966 die Geräte „Rototron Dualo" und „Dualo Super" hergestellt und verkauft wurden, konnte noch niemand ahnen, daß ein winziges Dualo-Element eine große Karriere vor sich hatte: die Krone als Gewinn- und Glückssymbol.

 

Heute, 25 Jahre später, hat Bally Wulff die Krone so fest auf dem Markt etabliert, daß die Krone schon als Er­kennungszeichen der Berliner gilt und damit ein Erfolgssymbol im doppelten Sinne ist.

 

Zum einen ist es Gewinn-Symbol für das spielende Publikum, denn bis zum jüngsten Bally Wulff-Gerät „Ultra Krone" ist das Kronen-Symbol als ge­winnauslösender Faktor immer weiter perfektioniert worden.

 

Zum anderen ist es auch das Erfolgs­ Symbol des Berliner Automatenher­stellers, dessen Erfolgsgeräte zum gro­ßen Teil mit der schon klassischen Kro­nen-Symbolik ausgestattet sind.

 

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Die Krone als historisches Symbol für Erfolg und Würde

 

Wer die Abenteuer von Asterix und Obelix kennt, wird den römischen Kaiser Julius Cäsar stets mit seinem Lorbeerkranz dargestellt sehen: Der Lorbeerkranz also als Zeichen von Macht und Würde. Kränze sollen auch die Vorläufer der Kronen sein - sie wurden zu festlichen Anlässen von Priestern getragen und entwickelten sich dann zum Kopfschmuck aus Metallen und Edelsteinen, was als Abzeichen vornehmer Abstammung und ranghoher Würde galt.

 

In anderen Kulturen bestand dieses Zeichen nicht unbedingt aus Metall. Azteken-Kaiser Montezuma, der dreimal täglich badete und ebenso oft die Kleider wechselte, trug einen imposanten Federschmuck auf dem Kopf, was ja auch bei den Häuptlingen der Ureinwohner Nordamerikas Brauch war.

 

Überhaupt scheint der Kopfschmuck in allen Kulturen zu allen Zeiten stets ein Merkmal besonderer Würde zu sein. Böse Zungen behaupten allerdings, daß viele historische Würdenträger in erster Linie mächtigen Kopfschmuck trugen, um schlicht und einfach größer zu wirken. Und damit den Respekt ihrer Untertanen zu steigern.

 

Kronen von Karl Lagerfeld für Vorstandsvorsitzende und Politiker?

 

In der heutigen Zeit sind derartige Symbole selten geworden und gelten ausschließlich als Bestandteil der Geschichte. Schade eigentlich, denn sie würden auch die heutige moderne Welt bunter machen. Denn wie wäre es, wenn Modelldesigner adäquaten Kopfschmuck für die Bundesregierung und die Opposition entwickelten? Sicher sehr medienwirk­sam. Oder für Vorstandsvorsitzende von Industriekonzernen? Aber auch für Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen wäre hier die Kreativität Karl Lagerfeld gefragt.

 

Zwar ist die Krone als Symbol für den gehobenen hierarchischen Status in der heutigen Zeit verschwunden, wurde beispielsweise durch das Auto abgelöst, aber als Merkmal für die Qualität industrieller Güter ist sie auch heute noch aktuell und wird mit Erfolg verwendet: auf Zigarettenpackungen, Bierflaschen und nicht zuletzt auch den Erfolgsgeräten von Bally Wulff.

 

Denn die Erfahrungen haben ge­zeigt, daß beim Konsumenten und bim spielenden Publikum unbewußt klassische Symbole wie Wappen und Kronen Vertrauen schaffen und einen  hohen Qualitätsstandard symbolisieren.

 

 

 

Erfolgsgeschichte Merkur Disc

 

Eine ganz spannende Frage. Warum war der Disc solch ein Erfolgsgerät? Er bot biedere Optik und bekannte Spielfeatures, und wurde anfangs von Spielern und Aufstellern links liegen gelassen. Nach wenigen Monaten dreht der Wind, und es wurden über 40.000 Geräte gebaut. Manche Spielhalle wurde komplett mit dem Disc bestückt. Auf dem Gebrauchtgerätemarkt wurden Rekordpreise erzielt.

Der Meister persönlich analysiert den Erfolg.

 

 

Die Erfolgs­geschichte des Disc 100

Von Paul Gauselmann

 

Der Disc 100 ist das erfolgreichste Geldspielgerät aller Zeiten. 40.000 verkaufte Einheiten wurden von kei­nem anderen Gerät bisher erreicht. Weitere 40.000 Einheiten aus der ge­samten Disc-Serie bestätigen die do­minierende Rolle dieses Produktes aus dem Hause Merkur. Was steht hinter dem Erfolg? Ist Erfolg bere­chenbar!'

 

Disc100_1.jpgDie Zulassung von der Physikalisch Technischen Bundesanstalt erhielt die Gauselmann-Gruppe für den Disc 100 im Dezember 1983. Auf der IMA im Januar 1984 wurde der Disc 100 dann erstmals vorgestellt. Natürlich war er anfangs ein Gerät wie „jedes andere". Mit einer Ausnahme: Schon damals ruhten unsere großen Hoffnungen auf dem Merkur Disc, weil es das erste Scheibengerät mit zwölf Stellungen pro Scheibe aus unserem Hause war und wir schon damals davon über­zeugt waren, etwas Besonderes ent­wickelt zu haben. Auffallend und dominant war allein schon die opti­sche Darstellung: Drei Scheiben ste­hen im Zentrum des Gerätes, mitten­drin das Symbol „Disc", das sich har­monisch in diese drei Scheiben inte­griert. Daß der Name Disc einmal zu dem Markenbegriff in der Spielgerä­tebranche werden würde, konnte man auch auf der IMA 1984 noch nicht absehen. Aber inzwischen ist es ein­deutig: Der Merkur Disc stand für Super-Einspielergebnisse bei dem Automatenaufsteller und für eine Riesen-Spielfreude bei dem Spieler.

 

Auffallend bei dem MerkurDisc ist die wabenförmige Anordnung und der klare Aufbau. Aber das Gerät ist nicht informationsüberladen. Der Spieler „blickt durch". Mitarbeiter aus unse­rem Hause haben den Merkur Disc schon mit einem „freundlichen Ta­schenrechner" verglichen. Er ist eben symmetrisch und in sich stimmig strukturiert. Fünf Tasten, zwei Risi­kotasten, die Start- und zwei Stoptasten sind inzwischen bei jedem Gerät Standard geworden.

 

Spannende Spielinhalte

 

Früher herrschte noch die Meinung vor, daß der Spieler sehr viele Anrei­ze bei den „großen Gewinnen" benö­tige. Dies änderte sich mit dem Mer­kur Disc schlagartig: Eine Fülle von „Kleingewinnen" ist das Nonplus­ultra für den Spieler. So ist es nicht verwunderlich, daß auf den beiden Scheiben links und rechts gerade die Häufigkeit der Dreißig- und Vierzig­ Pfennig-Einläufe sehr groß ist. Beide Scheiben sind gleich. Der Spieler er­faßt dies mit einem Blick und hat keine Probleme, auch nach nur kur­zem Spiel mit dem Gerät zurechtzu­kommen. Das Gerät weist eine sehr große Häufigkeit der Übereinstim­mung von Symbolen in der linken und rechten Scheibe auf. Bei durch­schnittlich jedem neunten Mal tau­chen links und rechts gemeinsam die Merkur-Symbole auf.

 

Als mit dem Merkur Disc das erste Mal auch Geldgewinne ausgespielt wurden, dachten viele Spieler auf den ersten Blick, „die Risikoautomatik sei kaputt". Die Folge war die Überle­gung: „An diesem Gerät lohnt es sich zu spielen." Aber auch als die Spieler merkten, daß es Absicht war, auch Geldgewinne anzubieten und dann vom Geldgewinn den Sprung in die Sonderspiele zu schaffen, tat dies dem Gerät keinen Abbruch. Im Gegen­teil, der Erfolg steigerte sich. Der Merkur Disc war immerhin das erste

Gerät, welches nach Ablauf der Bau­artgenehmigung auch vom Aufsteller noch zum vollen Preis gekauft wurde, obwohl die vierjährige Laufzeit schon bis zu einem Jahr angebrochen war. Und wer konnte sich damals vorstel­len, daß für ein solches Gerät ein Jahr später für die Restlaufzeit von zwei oder drei Jahren dem Handel noch bis 200 Prozent über dem Neupreis gebo­ten wurde? Der Merkur Disc war eben anders als die anderen Geräte.

 

Der Merkur Disc bestach durch seine Fülle von Spielinhalten, die ihn für den Spieler zu einer „sprudelnden Quelle" werden ließen. Wichtig na­türlich die „große Serienausspielung". Das volle Bild kommt immerhin ca. alle 1000 Spiele vor! Der Spieler hat allein drei Chancen, in der Ausspie­lung die 100er bzw. 90er Serie zu er­halten, und weitere zwei Möglich­keiten, durch Risiko-Schritte den höchsten Punkt der Leiter, nämlich 100 bzw. 90 Sonderspiele, zu erreichen.  Insbesondere war der Merkur Disc aber das erste Gerät, das in de Risikoleiter erzielte Geldgewinne zusätzlich ausspielte, wodurch der Spieler die Chance hatte, höher Geldgewinne oder höhere Sonderspiele zu erzielen.

 

Eine besonders gute Chance und da­mit ein wichtiger Faktor für den Spie­ler war auch der Sprung auf der Risikoleiter von zwei auf fünf Spiele. Mit diesem Sprung konnte der Spie­ler gleich zweimal gewinnen. Schaffte er die fünf Sonderspiele, konnte er per Teilgewinnannahme drei Spiele behalten und zwei wieder riskieren. Damit hatte er eine doppelte Chance, was ein wichtiger Erfolgsfaktor bei dem Merkur Disc wurde. Apropos Teilgewinnannahme. Die Teilge­winnannahme hat sich beim Merkur Disc voll durchgesetzt und ist heute ja in der Tat bei allen Geräten selbst­verständlich. Im Sonderspielzähler bekam der Spieler eine Superchance bei den Ziffern 13 und 17. Durch­schnittlich jedes zwölfte Mal ist dort statistisch eine Serienausspielung möglich. Die Hoffnungen lagen dann bei 22 bis 90 Sonderspielen! Der Merkur Disc stieß in eine Marktlücke. Er wurde das Gerät der 80er Jahre und ist bis heute unerreicht.

 

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Disc - ein außergewöhnliches Produkt

 

Der Merkur Disc war keine Eintags­fliege. Zwar ist er das am meisten verkaufte Gerät mit genau 40.000 Ein­heiten, aber die Nachfolger der Mer­kur-Elite, der Merkur Olympia, der Disc 2000 und der Disc 3000 und ei­nige andere mehr brachten die Disc­ Baureihe immerhin auf weit über 100.000 verkaufte Einheiten für unser Unternehmen! Mit dem Disc II kam beim Ablauf des Original-Disc eine ebenfalls sehr erfolgreiche, fast 100prozentige Kopie des ersten Su­pergerätes im Juni 1989 auf den Markt. Er ist praktisch identisch mit dem Disc I, lediglich der Sprung im Risiko von 40 auf 90 Sonderspiele und von 50 auf 100 Sonderspiele ist seit der Ver­ordnungsänderung '85, wie wir alle wissen, leider nicht mehr möglich. Der Merkur Disc war ein Trendsetter in den 80er Jahren. Damals erlebten wir einen Boom für Scheibengeräte. Dies hat sich inzwischen leicht geändert.

 

Aber der Trend nach Scheiben- oder Walzengeräten ist natürlich immer auch eine „Modefrage". Momentan erleben wir eine verstärkte Nachfra­ge bei Walzengeräten. Jedoch hier erfolgt ein schneller Wandel. Eine verstärkte Nachfrage bei Scheibenge­räten können wir beispielsweise schon wieder in unseren Merkur-Spielothe­ken beobachten, zum Beispiel bei dem neuen Nova-Gerät Trumpf.

 

Dieser Rückblick zeigt: Er ist berechenbar und ist wiederum nicht berechenbar. Berechenbar deswegen, weil der Merkur Disc eine Vielzahl von außergewöhnlichen und äußerst wichtigen Spielinhalten hatte, optisch hervorragend mit einer breiten Farb­vielfalt ausgestattet war und dem Spieler eine Fülle von Erlebnissen vermittelte. Unberechenbar deshalb, weil kein Hersteller zu 100 Prozent sagen kann, daß ein Gerät erfolgreich wird oder „durchfällt". Natürlich weiß man, ob man besonders gute Geräte anbietet, aber einen Erfolg eines Ge­rätes mit 40.000 verkauften Einheiten vorherzusagen, das schafft letztendlich doch keiner. Aber vielleicht ist dies der Reiz unserer Marktwirtschaft.

 

Ansonsten wäre es auch zu einfach, erfolgreiche Geräte zu produzieren, die die Spieler auch noch nach 60 Monaten lieben und bevorzugen!

 

 

 

Multi – Jacky Werbekrieg

 

Der legendäre Bärchenkrieg 1997 (Automatenpedia) hatte einen historischen Vorläufer! Diesmal beharken sich adp und NSM-Löwen. Es geht um den Ersatz der ablaufenden Venus Multis, die seit 1986 viele Aufstellplätze besetzt. NSM-Löwen begann mit folgender sündhaft teuer ganzseitigen Anzeigenserie, die sich über 12 Seiten des Automatenmarktes erstreckte:

 

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Gauselmann konterte im nächsten Heft mit einer eigenen Anzeigenserie, in der –natürlich- das eigene Produkt als das Bessere dargestellt wurde. Optisch und Textlich imitierte man fast wörtlich die Löwen-Kampagne. Nicht ohne heftig auszuteilen. Mich wundert nur, dass Paul G. nicht die letzte Seite zierte.

Die komplette Anzeigenserie BEIDER Konkurrenten erschien dann noch im dritten Automatenmarkt, was den Heftumfang gewaltig steigerte.

 

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Logos

 

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Bally hält den Vorsprung

 

Das waren noch Zeiten. Hans Kloß fabuliert, warum Bally Wulff ein dauerhaft erfolgreiches Unternehmen ist und wie der Vorsprung vor der Konkurrenz dank revolutionärer Entwicklungen in der Hochtech­nologie ausgebaut wird. Heute wären sie dankbar, den Anschluss nicht zu verlieren.

 

Bally-Wulff-Reizwort: Geistesblitze

 

Zugegeben, Geistesblitze sind eine feine Sache - leider kann man sich auf sie allerdings nicht verlassen. Unter­nehmen, die auf Dauer Erfolg haben wollen, stützen sich bei ihren Innova­tionen daher weniger auf den Zufall als vielmehr auf ihre Entwick­lungsabteilung. Nur so nämlich läßt sich vor allem in der Investitionsgüter­Industrie die Zukunft sichern. „Wer an der Spitze des Fortschritts bleiben will", so Presse- und Werbechef Bernhard Eber vom Berliner Auto­matenhersteller Bally Wulff, „der muß gerade in unserer Branche mit Innovationen den Entwicklungsvor­sprung sichern."

 

Bei Bally Wulff wurde das bereits früh erkannt, so die Berliner, und die gesamte Unternehmens-Politik dar­auf ausgerichtet. Der Aufsteller soll die Gewißheit haben, daß er mit dem Leistungsniveau des Berliner Tradi­tionsunternehmens auch seinen Um­satz und damit seinen Gewinn stei­gert. Die Kosten für einen solchen Aufwand sind siebenstellig, da in der hochtechnologischen Automa­tenbranche, bei der Chips und Com­puter die Produktqualität entschei­dend mitbestimmen, eine optimale Erweiterung des Know-how nur mit großem finanziellem Aufwand ge­währleistet ist. Umgekehrt lassen sich Qualität und technischer Vorsprung jedoch ebensowenig wie eine erst­klassige Fußballmannschaft zusam­menkaufen, denn die in langer Tradi­tion gesammelte Erfahrung eines Unternehmens und die Kenntnis des gesamten Umfeldes sind auch mit Geld nicht aufzuwiegen. Der techni­sche Vorsprung allein wäre unvoll­kommen, würde er nicht flankiert von weiteren Maßnahmen. Dazu gehören ein zukunftsorientiertes Marketing ebenso wie ein zuverlässiger Vertrieb und ein sorgfältiges Techniker-Trai­ning. Erst die Vernetzung aller auch für den Kunden nicht sichtbaren De­tails ergeben die Geräteeinheit.

 

Bei Bally Wulff hat das Streben nach kontinuierlichem Entwicklungs­vorsprung seine Wurzeln in der Philo­sophie des Hauses, so Eber, nur das Bestmögliche auf den Markt zu brin­gen. Für uns ist der Aufsteller kein Versuchsobjekt, sondern ein Ge­schäftspartner, der Anspruch auf ein ausgereiftes, von uns auf Spieler­akzeptanz getestetes Gerät hat, erklärt Bernhard Eber. „Um ärgerliche und für den Aussteller kostspielige Flops im voraus auszuschließen, testen wir die Hardware und das Feature gna­denlos. Erst dann kommt das Gerät auf den Markt", so der Pressechef des Hauses. In Berlin, dem geschichtli­chen Zentrum der deutschen Automatenindustrie, weiß man um die großen Anstrengungen und Kon­ten, die auch in Zukunft in die tech­nologische Entwicklung investiert werden müssen. Geschäftsführer Hans Kloß: „Wir haben ein klares Konzept, an dem sich unsere Kunden langfristig orientieren können. Für uns hat die Zukunft längst begonnen, denn wir wollen unseren Vorsprung nicht nur halten, sondern ausbauen. Wir arbeiten heute bereits intensiv an der Gerätegeneration von morgen. Und die verspricht dank revolutionärer Entwicklungen in der Hochtech­nologie ungeahnte Möglichkeiten."

 

 

Recycling

 

Landen alle alten Geldspieler im Hobbykeller? Heutzutage schon gar nicht, doch auch 1990 wurden schon viele schöne alte Geräte verschrottet oder recycelt.

 

 

Mehr Ideen - weniger Müll

Bei Gauselmann werden alte Geldspielgeräte recycelt

 

Recycling.jpgUmweltprobleme werden zum wichtigsten Thema unserer Zeit. Dramatisch wachsende Müllber­ge auf der einen Seite. Teure Roh­stoffe auf der anderen.

 

Selbst die größte Müllkippe ist ir­gendwann voll, und die ergiebigste Rohstoffquelle versiegt. Warum also nicht „Ausgedientes" wiederaufleben lassen? Sprich „Aus Alt mach Neu"! Die Gauselmann-Gruppe läßt daher ih­re alten Geldspielgeräte recyceln.

 

Seit etwa vier Jahren besteht die Ge­schäftsverbindung der Gauselmann Gruppe und dem jungen Unternehmen der Espelkamper Brüder Klaus (34) und Heinz (33) Hennemann. Sie haben sich auf Industrie - und Gewer­beentsorgung für Elektronik und Com­putertechnik spezialisiert. Die Idee ent­stand zufällig. Klaus Hennemann: „Unser LKW Fahrer beobachtete, wie alte Geräte auf der Müllkippe abgeladen wurden. Ich überlegte natürlich, ob da nicht etwas zu machen wäre."

 

Und da Klaus Hennemann den geschäftsführenden Gesellschafter der Merkur Spielothek, Michael Gauselmann, schon aus gemeinsamen Schul­zeiten kennt, war die Sache mit einem Anruf geklärt. Eine Idee war geboren, die ebenso einfach wie genial ist:

 

Die ausgedienten Gauselmann-Geräte landen nicht auf der Müllhalde, sondern auf dem Hennemannschen Firmengelände. Dort werden die Geräte in ihre Einzelteile zerlegt und sortiert: Verschiedene Metalle, Kunststof fe, Holz, Glas und Leiterplatten. Alles in allem können 65 Prozent eines Gerd­tes wiederverkauft und dem Rohstoff. Kreislauf zugeführt werden. Immerhin macht das pro Jahr zirca 130 Tonnen Müll aus, der keiner ist!   

 

 

 

Fortsetzung folgt…